1866. Mittwoch den 17. October.
diesem Futter noch täglich eine Zugabe von 1 Pfund Gerstenschrot, was bei den Thieren ein schöneres Haar und ein schöneres Aussehen uberhaupt bewirke Im zweiten Jahre verfüttere man zweckmäßig täglich 6 bis 8 Pfund Hafer, 3 Pfund Häcksel und 8 bis 10 Pfund Heu; im dritten Jahre 8 bis 10 Pfund Hafer, 4 Pfund Häcksel und 7 bis 8 Pfund Heu. Als Tränke diene helles Wasser und dazu etwas Salz. 5) Wo Weide oder Grasplätze vorhanden, soll man die Fohlen schon 14 Tagen nach der Geburt mit der Stute darauf gehen und es überhaupt an Bewegung in freier Luft nicht fehlen lassen, und wenn kein Weide platz vorhanden sei, so müßte jeder Fohlenzüchter wenig— stens für einen eingezäunten Tummelplatz sorgen. 6) Will man gute und dauerhafte Arbeitspferde heran— ziehen, so dürfen die Fohlen erst im dritten Lebens— jahre zur Arbeit gewöhnt werden. Dieß erreicht man zweckmäßig dadurch, daß man das Fohlen erst neben ein altes Pferd spannt, welches zum Anlernen der jungen Thiere sich vorzugsweise eignet, und lasse dasselbe nur mäßig schwere Arbeiten verrichten. Erst nach dem vierten Lebensjahre könne man die Fohlen zu den meisten nicht zu schweren Wagen— und Feld— arbeiten ohne Nachtheil benutzen. Wer keinen Tummel— platz oder Weide für Fohlen besitze und durch seine
Verhältnisse genöthigt ist, die Fohlen schon mit 1½
Jahren anzuspannen und zu den schwersten Arbeiten
zu benutzen, der solle sich überhaupt von der Pferde—
zucht lassen; erst im fünften Lebensjahre seien unsere gewöhnlichen Pferderacen ausgebildet, würden aber in ihrer ganzen Entwicklung gehemmt, wenn sie schon in ihrer frühesten Jugend zur Arbeit benutzt würden 3) Wie bekannt, sind an einer Grenze unserer Provinz die Schafpocken ausgebrochen, wie dußert sich diese Krankheit und welche Vorsichts maßregeln sind dagegen zu empfehlen?
Herr Oberveterinärarzt Zimmer von Butzbach, der so gütig war, das Referat über diesen Gegen— stand zu übernehmen, war leider verhindert, persönlich zu erscheinen, hatte aber schriftlich eine kurze Darstellung der Krankheit gegeben und eingeschickt, welche von Herrn Dr. Henkelmann durch Vorlesen, wie folgt, mitgetheilt wurde: Unter Schafpocken, Schafblattern begreift man einen höchst ansteckenden, von Fieber begleiteten pusihösen (Bläschen bildenden) Hautausschlag der Schafe, welcher dieselben nur einmal im Leben befällt und auf andere Thiergattungen nicht übertragbar ist. Die Krank— heit entsteht bei uns in Deutschland sicher in den aller— meisten Fällen durch Ansteckung.
Mit der Krankheit entwickelt sich nämlich ein sehr flüchtiger Ansteckungsstoff(Contagium), der nicht nur in der Pockenlymphe, sondern in allen Ab- und Aussonde— rungen des Schafkörpers haftet und selbst durch die Lungen— und Hautausdünstung auf eine gewisse Entfernung hin, wirksam verbreitet werden kann.
Die Ansteckung geschieht gewöhnlich durch Einbringen einzelner pockenkranker oder erst kurzlich durchgesundeter Thiere in eine gesunde Schafheerde oder durch das Be— fahren derselben von solchen Stellen, wo pockenkranke sich aufgehalten haben(Ställe, Weiden Straßen ꝛc. ꝛc.); ferner durch Verschleppen des Ansteckungsstoffes mittelst der Felle, Wolle von an der Krankheit Gefallenen, durch die Bekleidung von Menschen und selbst durch Hunde, in deren Fell der Ansteckungsstoff haftet.
Die Kennzeichen der Krankheit sind folgende: 6 bis 7 Tage nach der erfolgten natürlichen Ansteckung oder 3 bis 4 Tage nach der Impfung erscheinen die Schafe traurig, zeigen geringere Freßlust und einen steifen, gespannten Gang in dem Hintertheil. Man nennt dieses Stadium
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das der Ansteckung oder Inculation(Inculations— periode).—
Nach dieser Zeit tritt Fieber ein, das sich durch Frostschauer, Zittern und nachfolgende Erhöhung der Tem— peratur an Schnauze und Ohren, beschleunigten Puls und Athem zu erkennen gibt. Freßlust und Wiederkauen hören ganz auf, die sichtbaren Schleimhäute sind geröthet, namentlich die Bindehaut des Auges, die Absonderung der Thränen ist vermehrt und aus der Nase stellt sich ein anfangs dünnflüssiger, später zäher, schmieriger Aus fluß ein. Kurz(1 bis 2 Tage) nach dem Eintritt des Fiebers erscheinen an den unbewollten oder weniger bewollten Haut— stellen, an den Augen, dem Gesicht und dem Maule, an der inneren Fläche der Schenkel, an Brust und Bauch und unter dem Schweife flohstichähnliche Punkte, welche schon am nächsten Tage größer werden und in der Mitte ein Knötchen bilden, das nach und nach die Größe einer Erbse erreicht, an seiner Spitze blässer wird und sich zu einem Bläschen umgestaltet, das in seinem Inneren eine anfangs gelbweißliche und helle Lymphe ent— hält. Um das Bläschen herum hat sich ein gerötheter, wulstiger Rand, ein sogenannter Hof gebildet.
Der Ausbruch der Pocken findet nicht an allen Stellen des Körpers zu gleicher Zeit statt; während dieser Zeit aber ist die Haut sehr blutreich und schwillt da, wo die Pocken sehr zahlreich auftreten, manchmal bedeutend an, so, daß die Kranken oft kaum Maul und Augen zu öffnen vermögen.
Dieser ganze Zeitraum, den man als den des Ausbruchs bezeichnet, umfaßt 5 bis 6 Tage. Der Inhalt der Pocken wird nun mehr gelblich gefärbt, eiterig und der umgebende Hof jeder Pustel größer und vereinigt sich öfters mit dem der zunächst stehenden Pocken. Dieser Zeitraum dauert wiederum 5 bis 6 Tage und wird als derjenige der Eiterung oder Pustelbildun g bezeichnet, worauf die Pocke verwelkt und eintrocknet, indem sich in ihrer Mitte zuerst ein gelblicher, dann dunkelbraun werdender Schorf bildet, der sich nach und nach über die ganze Pocke ausbreitet und nach 5 bis 6 Tagen von selbst loslöst, worauf eine kahle röthliche Pockennarbe zurückbleibt und hiermit das Stadium der Abtrocknung oder Ab— schuppung beendet.
Das in dem Stadium des Ausbruches aufgetretene Fieber, das sich als ein katarrhalisches kennzeichnet, wird zur Zeit der Eiterung in der Regel heftiger, Thränen— und Nasenausfluß sind reichlicher und die Ausdünstung der Schafe bekommt einen eigenthümlichen süßlich widrigen Geruch. Mit der Periode der Abtrocknung verschwinden Fieber und Katarrh immer mehr, Freßlust und Wieder— kauen stellen sich wieder ein und die Schafe erholen sich nach und nach.
Der ganze Verlauf der Krankheit erstreckt sich auf 3 Wochen. Nicht immer indeß ist der Verlauf der Krank— heit ein so regelmäßiger wie der eben beschriebene, indem sowohl in den örtlichen Erscheinungen, als in dem all— gemeinen Krankheitszustande Abweichungen vorkommen, die je nach der Heftigkeit des Auftretens die Dauer der Krankheit verlängern und ihre Gefährlichkeit erhöhen.
Hiermit schloß der Bericht des Herrn Oberveterinär— arztes Zimmer und Herr Kreisveterinärarzt Born von hier fügte ergänzend noch Folgendes hinzu:„Obschon ich mich 3 Jahre in demjenigen Staate befand, welcher, fak⸗ tisch bewiesen, die meisten Schafe besitzt, nämlich Oester— reich, so hatte ich niemals Gelegenheit, die natürliche Pockenseuche zu sehen; desto mehr aber die künstliche. Es wurden nämlich damals das ganze Jahr hindurch 12 bis 20 Stück Schafe in der Thierarzneischule in Wien gehalten, welche geimpft und nachdem die Lymphe, wenn es Zeit war, genommen und die Pocken vernarbt waren,
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