Ausgabe 
6.10.1866
 
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1866.

Samstag den 6. October.

80.

Anzeiger für Oberhessen.

Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg

Friedberger Intelligenzblatt.

derAnzeiger für Oberhesse

n kann für die Monate October, November und Dezember in

Stadt durch die

Expedition zu 18 kr., im übrigen Großherzogthum durch die Post zu 23 kr. bezogen werden.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Veräußerung von Pferden in Folge Demobllifirung der Armeedivision.

Friedberg den 4. October 1866.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Wir empfehlen Ihnen auch, die in Nr. 274 der Darmstädter Zeitung vom 3. l. M

pferden in Ihren Gemeinden auf thunlichste Weise zu verd

ausgeschriebenen Versteigerungen von Militär

ffentlichen, wie auch denselben jeden möglichen Vorschub zu leisten.

Tir a p v.

Darmstadt. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 44 enthält: I. Patent, die Ausführung des Artikels 14 des Friedens vertrags mit

Preußen betreffend.

Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein Tc. c. Nachdem Wir laut Artikel 14 des am 3. September l. J. zu Berlin ab geschlossenen Friedensvertrags folgende, bisher zu Unserer Provinz Oberhessen gehörige Gebietstheile, nämlich: 1) den Kreis Biedenkopf; 2) den Kreis Vöhl, einschließlich der Enclaven Etmelrod und Höringhausen; 3) den nordwest lichen Theil des Kreises Gießen, welcher die Orte Franken bach, Krumbach, Königsberg, Fellingshausen, Bieber, Haina, Rodheim, Waldgirmes, Naunheim und Hermannstein mit ibren Gemarkungen umfaßt; 4) den Ortsbezirk Rödelheim; 5) den unter Unserer Souveränetät stehenden Theil des Ortsbezirks Nieder⸗Ursel mit allen Souveränetäts⸗ und Domansalrechten an Se. Mafestät den König von Pre ßen abgetreten baben, so thun Wir dieses allen Unterthanen, sowie den geistlichen und weltlichen Beamten und Dienern in besagten Landestheilen hierdurch kund und entbinden dieselben zugleich, Kraft dieses Patents, ihrer Diensti⸗ und Un terthanenpflichten gegen Uns und Unser Großherzog⸗ liches Hans. Wir empfehlen Unseren bisherigen Unter thanen, Beamten und Dienern in den abgetretenen Landes- theilen, daß sie dieselbe Treue und Anhänglichkeit, mit welcher sie Uns und Unserem Großherzoglichen Haufe jeder⸗ zeit zugethan waren, und für welche Wir stets ein dankbares Gedächtniß bewahren werden, nunmehr dem neuen Landes⸗ herrn und dessen Nachfolgern in der Regierung mit Bereit willigteit darzubringen. Unsere besten Wünsche begleiten auch in Zukunft die Bewohner der nunmehr von unserem Großherzog ihum getrennten Landestheile. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Groß⸗ herzoglichen Siegels. Darmsiadt den 77. Sept. 1866. (L. S.) Ludwig. v. Dalwigk

II. Patent, die Ausführung des Art. 15

des Friedensvertrags mit Preußen betr. Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein u. ꝛc. Nachdem Seine Majestät der König von Preußen laut Artikel 15 des am 3. Sept. l. J. zu Berlin abgeschlossenen Friedensvertrags folgende Gebüthstheile: 1) den vormals kurhessischen Distrikt Katzenberg mit den Ortschaften Ohmes, Vockenrode, Rubl⸗ kirchen, Seibelsdorf; 2) das vormals kurhessische Amt Nauheim mit den sämmtlichen landesherrlichen Eigen tbumsrechten und den in Nauheim befindlichen Bade⸗ Anstalten und Salinen, sowie den Ortschaften Dorheim, Nauheim, Schwalheim und Rödgenz 3) das oͤstlich davon belegene vormals nassauische Amt Reichelsheim mit den Ortschaften Reichelsheim und Dornassenheim; 4) die vor⸗ mals kurhessische Enclave Trais an der Lumda; 5) den vormals kurhessischen, zwischen den grobh. hess. Ortschasten Altenstadt und Bönstadt belegenen Domanialwalddistrikt; 6) die vormals frankfurt. Orts bezirke Dortelweil und Nieber Erlenbach; 7) den vormals kurhessischen Ortsbezirk Massenheint; 8) den vormals nass. Ortsbezirk Haarheim; 9) den vormals kurh., etwa 1700 Morgen umfassenden Gebietsthen des Ortebezirks Mirtel⸗Gründau; 10) den auf dem linken Mainufer gelegenen, vormals kurh. Ge. bletstheil mit dem Orte Rumpenheim mit allen Souve ränetäts⸗ und Domanialrechten an Uns abgetreten hat, so ergreifen Wir nunmehr, kraft dieses Patents, von den vorbenaunten Gebieten und Orten sammt allen ihren Zu ständigkeiten und Zubehörungen Besitz für Uns und Unser Großherzogliches Haus und treten die Regierung über dieselben hierdurch an. Wir erwarten von fämmtlichen Einwohnern dleser Gebietstheile, daß sie die gegen Uns, als ihren nunmehrigen Landesherrn, ihnen obliegenden Iflichten mit Eifer erfüllen und Uns in Treue und Unterthänigkeit zugethan sein werden, wogegen Wir die selben in Unseren landesväterlichen Schutz nehmen und nen die Zusage ertheilen, für die Beförderung ihrer Wohlfahrt unermüdliche Sorge tragen wollen. Die

siehenden Dienstobliegenheiten, unter

durch Unseren Eintritt in die Landeshol änderungen, auch fernerhin getreulic⸗ Urkundlich Unserer eigen digen Unt

Frieden

neuerworbenen Landestheile werd der 1 Unseres Greßberzogthume demnäch

werden die in dem Großherzog thum 0 0 Verordnungen auf ne Landestheile soba

ausgedehnt werder Bis die hierzu erforde n

bleiben ltenden

zugsmaßregeln getrossen sin

gesetzlichen Bestimmungen in den oben genannten 6 theilen einstweilen und sowen es mit Un herrlichen Rechten reinbar ist, aufcecht erhalten Beamten und Diener, welche in den neuert benen Lande

theilen ihren Sitz haben, werden hiern

drückten Großberzoglichen Siegels.

Darmstadt den 7. September 1866. (L. 8.) udwig. v. Dalwigk

Seit seiner Rückkehr conferirte der Großherzog fast täglich wahrend mehrerer Stunden mit höheren Offizieren und Mit- gliedern des Kriegsministeriums, und glaubt man daher, daß die dringend nöthige Reform unseres Militärwesens baldigst in Angriff genommen werde. Auch der Rücktritt des greisen Kriegsministers wird als nahe bevorstezend an- gesehen. Zu seinem Nachfolger soll anfänglich v. Grolman, Oberst und Commandeur des 1. Infanterieregiments, ausersehen gewesen, die deß⸗ fallsigen Unterhandlungen aber gescheitert sein. Nunmehr wird als künftiger Kriegsminister der kürzlich wegen geschwächter Gesundheit in Ruhe stand versetzte Generalmajor Frey genannt

In unserer Stadt liegen noch ziemlich viele Verwundete, die jedoch bis auf 2 oder 3 außer aller Lebensgefahr sind und demnächst ent- lassen werden können. Es sind noch 71 Hessen und 25 Oesterreicher sowie in dem Militärlazareth 13 am Typhus erkrankte Preußen, die sich jedoch ebenfalls auf dem Wege der Besserung befinden. Für die Verpflegung wird auf das Gewissen- hafteste gesorgt und gebührt den Bewohnern Darmstadts und insbesondere den Damen alles Lob und Anerkennung.

Wie verlautet, hätten sich aus den an Preußen abgetretenen Bezirken des Hinterlandes 4 Oberförster für die gegenwärtig erledigte Ober försterei Bingen gemeldet, welche vorziehen würden, im hessischen Staatsdienste zu verbleiben.

Die Hess. Landes-Zeitung schreibt: Der Aufruf des provisorischen Comites zur Gründung eines In validenfonds hat überall ungetheilte Billigung gefunden. Die Sorge für die In- validen des Feldzuges von 1866 und die Hinter bliebenen der Gefallenen ist nach wiedergekehrtem eine der nächstliegenden. Wohl ist es vor Allem Aufgabe und Pflicht des Staates, hier in eingreifender Weise zu helfen. Aber nichts wäre unrichtiger, als wenn man die Leistung dieser Hülfe ausschließlich dem Staate aufbürden, die segensreiche Wirksamkeit der Privatwohlthätig

keit aber einstellen wollte

Offenbach. Am 30. September hat, vom schönsten Wetter begünstigt, die Einweihungs

feier der erweiterten hiesigen römisch-katho⸗ lischen Kirche stattgefunden. Der Bischof von Mainz wohnte, nebst anderen katholischen Nota⸗ bilitäten von da, der Feier bei, und vollzog den Act der Consecration. Zwischen dem Vor⸗ und Nachmittagsgottesdienst fand ein solennes Fest⸗ essen im fürstlich Isenburgischen Palais statt. Möchten an der neugeweihten Stätte stets nur Worte der Liebe, des Friedens und der Bersöhnung vernommen werden.

Mainz. In Gonsenheim greift die Cholera in sehr bedenklicher Weise um sich. Es sind bis jetzt an der Seuche etwa hundert Per⸗ sonen erkrankt

Berlin. Die Geldsumme, welche diese Stadt für Ausschmückung, Illumination, Festmahl, Geschenke ic. bei der Einzugsfeier verausgabt hat, beträgt nach einer Berechnung der Montags⸗ zeituug 250,000 Thlr.

In der preußischen Armee wird jetzt ein Mangel von Offizieren sehr fühlbar. Es sollen gegen 1900 Offiziersstellen zu besetzen sein.

Aus Böhmen berichtet dieA. Z.: So viel jetzt bekannt, sind von den preußischen Truppen in unserm Land über 3000 an der Cholera gestorben, davon 875 Mann in den Prager Spitälern.

Man liest in derNordd. Allg. Ztg.: Einige Blätter haben bereits Vermuthungen über den Termin für die Einberufung des nord- deutschen Parlaments aufgestellt; andere wollen auch schon Näheres über die Abgränzung der Wahlbezirke wissen. Diese Angaben sind in- deß sämmtlech verfrüht. Die Vorarbeiten für die Parlamentswahlen haben noch nicht beginnen konnen, weil es sich dabei ja nicht allein um die bisherigen Provinzen des preußischen Staates, sondern auch um die neu erworbenen Länder handelt, in denen es noch mancher vorläufigen Regelungen bedarf, ehe zu jenen Arbeiten ge⸗ schritten werden kann.

DieKreuz-Zeitung schließt ihren heutigen LeitartikelDie Parteien in Preußen mit fol- genden Worten:Vor einem halben Jahre mochten sie wohk noch daran denken, irgend einen Fortschrittsmann, z. B. Hrn. Schulze- Delitzsch an die Spitze der preußischen Regierung bringen zu können; wer heute noch an so etwas daͤchte und es laut ausspräche, für dessen Einsicht würde

man wenig Respekt hegen. Hoffentlich werden wir auch noch so weit kommen, daß man ans

gleicher Ursache den Kopf schütteln wird, wenn von der Einführung einer parlamen⸗ tarischen Regierung in Preußen ge redet wird.

Schleswig. Als einen Beweis der herr⸗ schenden Stimmung wird denHamb Nach- richten von hier berichtet, daß in unserer Museums⸗ gesellschaft Herr v. Manteuffel einstimmig zum Ehrenmitgliede creirt ist und in derselben Weise ein Antrag Annahme fand, der es den fämmt⸗