Ausgabe 
8.12.1866
 
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227.

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1866.

Samstag den 8. Dezember.

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für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

heint wöchentlich zweimal, Mittwoch und San. stag.

Amtlicher Theil.

Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Johann Heinrich Bauscher von Risfeld und Polsscarp Pse ffermann von Eichenzell, in Kurhessen, haben sich heimlich

aus ihren Diensten entfernt.

Der Aufenthaltsort derselben ist zu ermitteln und

Anzeige dave

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zu machen.

Hessen. Darmstadt. Der bisherige Kriegs- minister v. Wachter soll in den Rubhestand versetzt und Oberst v. Grolman provisorisch zu seinem Nachfolger ernannt worden sein.

Hofgerichtsrath Hallwachs und Com- mercienrath Fink wurden dahier zu Abgeordneten erwählt. Auch in Ortenberg ist H. von Gagern gewählt worden. Wie verlautet, sei derselbe entschlossen eine Wahl anzunehmen.

DieDarmst. Zig. bemerkt in einer Recension des zehnten Heftes der Petermann'schen geographischen Mittheilungen:Es mag übrigens ierbei nicht unbemerkt bleiben, daß die über die

Territorialveränderungen Deutschlands vorliegenden

Daten nicht als definitive Feststellungen zu be⸗ trachten sind, daß vielmehr, mit Rücksicht auf bessere Arrondirung 1c. noch weitere Veränderungen eintreten werden, von welchen wahrscheinlich auch die Provinz Oberhessen nicht unberührt bleiben wird. Was wird da noch kommen sollen 2!

DieAllg. Militärzeitung enthält den

wie Jemand von dieser neuen Einrichtung Gebrauch machen werde, so lange es möglich ist, sich von der Militärpflicht mit 270 fl. gänzlich loszukaufen. Man erwartet deshalb, daß dem demnächst zusammentretenden Landtage einen die Militär-Organisation betressenden Gesetzentwurf vorlegen werde.

Eine Correspondenz derMain-Zeitung aus Gießen sagt:Oberhessen wird, nach den in Berlin aufgestellten Normen, drei Abgeordnete in das norddeutsche Parlament wählen, und die Wahlen werden wahrscheinlich allgemein an demselben Tage im ganzen norddeutschen Bund den 15. Januar 1867 statlfinden. Ob diese Nachricht begründet ist oder nicht, an der Zeit möchte es jedenfalls sein, daß wir uns die Frage vorlegen: Wen wählen wir Ober- hessen? Wer sind die Männer, welche in Vor⸗ schlag gebracht werden können?

Preußen. Berlin. Die Dotationscom⸗- mission beschloß unter Beistimmung der Minister

die Regierung

zund zwar liegen den Entwürfen die Ideen und [Anordnungen des Grafen Bismarck zu Grunde.

Es wird vor Allem auf die Errichtung einer ein⸗ heitlichen Executive ankommen, welche, auf ein ebenso einheitliches Militärwesen gestützt, im Stande ist, dem Bunde nach Außen hin Achtung zu ver⸗ schaffen. Man ist dann der Ansicht, daß der parlamentarische Apparat möglichst vereinfacht werden müsse, und darum wird man sich auf ein Volkshaus beschränken.

Der König und der Kronprinz von Sachsen werden nächste Woche in Berlin erwartet.

In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 4. Dezember wurde bei Berathung des Etats für das Ministerium des Innern die für geheime Polizeifonds beantragte Summe von 35,000 Thlr. mit 153 gegen 150 Stimmen verworfen.

In der Sitzung des Adgeordnetenhauses vom 6. Dezember wurde der Antrag der Commisston über das Dotationegesetz mit 219 gegen 80 Stimmen

vor dem 20. d. M. erfolgen.

Anfang eines Berichts über das Gefecht bei Frohn⸗ in der Dotationsvorlage die Namen des Grafen Moltke's v

Roon's, v

und v.

hofen, Laufach und Weiler. Derselbe beschäftigt Bismarck, v. sich zunächst mit der Aufzählung der gegenseitigen v. Steinmetz

etwa 9500 und die disponiblen Kräfte der Preußen einzelnen Personen auf 12,000 Mann angegeben, von denen die Königs überlassen.

beiliegenden, schön ausgeführten Plane. Dem Vernehmen nach, schreibt dieHess. werden. Landesztg. soll eine Militärconvention zwischen In der Sitzung

Hessen und Baden einerseits und Preußen vom 3. Dec. beantragten der Abg. Becker und Genossen in einem Amendement, die Regierung auf Der Zusammentritt der Kammern soll noch zufordern, den Gesetzentwurf betreffend die Ver einigung Lauenburgs mit dem preußischen Staats- Die Bekanntmachung des gebiet, oder einen derartigen Zusatz, zum Gesetz⸗ Kriegsministeriume, welche den einjährigen Frei- entwurf über bie Einverleibung der Elbherzog- willigendtenst für das Großherzogthum einführt, tümer, gemäß Artikel 2 der Verfassung, vorzulegen

anderseits vorbereitet sein.

Friedberg.

wird als der Vorläufer der allgemeinen Wehr Die Vorarbeiten

Falkenstein's Streitkräfte und wird die Stärke der Hessen auf Die Vertheilung der wird Man Hälfte, die Brigade Wrangcl, activ thätig war. der Antrag der Commission im Abgeordnetenhause Sodann folgt eine Terrainbeschreibung nach einem die Majorität erhalten werde, wenngleich einzelne Abgeordnete das ganze Gesetz entschieden bekämpfen

angenommen. Der König von Hannover soll auf Ver⸗

Herwarth's,

beizufügen.

Mill. Thaler auf die bindung der hannöverischen Offiziere nunmehr der Bestimmung des nachgegeben habe. bezweifelt nicht, daß In Querfurt waren bei der Feier des

Friedensfestes die Turner mit derschwarz rolh⸗ goldenen Fahne erschienen. In Folge dessen weigerten sich die Beamten an dem Festzuge Theil zu nehmen und der Turnverein verzichtete darauf ebenfalls auf die Ehre.

Hannover. Ein hannöverischer Geistlicher betrachtet in der Hengstenberg'schen Kirchenzeitung das über Hannover gekommene Geschick als ein schweres, wohlverdientes Gericht Gottes und sagt: Die Verwerfung des trefflichen neuen Katechis⸗ mus, die dem Kirchenregiment abgedrungene Vorsynode mit ihren zahlreichen, den entschiedensten für die Verfassung des Unglauben nicht verhehlenden Gliedern, offenbare

des Abgeordnetenhauses

pflicht betrachtet, da man nicht einseben kann, norddeutschen Bundes sind dem Abschlusse nahe, Concession für den Unglauben, namentlich die

Ueber Viehzucht. Von Dr. Henkelmann.

Werfen wir einen Blick auf die Preise des Brodes und Fleisches der letzten 20 Jahre, wie sie z. B. in den Frievberger Wochenblättern verzeichnet sind, so sehen wir, daß Mitte Mai 1846 das Pfund Brod bei uns galt kr., das Pfund Rindfleisch 8 kr., letzteres also etwas mehr, als zweimal so viel, als das Pfund Brod; daß Mitte Mai 1856 das Pfund Brod bei uns galt kr., das Pfund Rindfleisch 10 kr., letzteres also fast dreimal so viel, als ein Pfund Brod; daß Mitte Mai 1866 das Pfund Brod bei uns galt kr., das Pfund Rindfleisch 14 kr., letzteres also viermal so viel, als ein Pfund Brod.

Es ergibt sich hieraus, daß das Fleisch während der

letzten 20 Jahre fortwährend im Preise stieg, das Brod aber fast constant auf seinem Preise verharrte. Dies erklärt sich dadurch, daß der gestiegene Woblstand ein größeres Bedürfniß

und größere Kaufbefähigung für Fleischnahrung hervorgerufen hat und daß die verbesserten Communicationsmittel, namentlich der erweiterte Eisenbahn-Verkehr gestatten, den Fleisch- resp. Viehtransport auch auf die entserntesten Märkte auszudehnen, wie z. B. aus unserer Provinz lährlich tausende von Masthämmeln nach Paris versandt werden; ja, es gehen Mastprodukte aus Deutschland sogar nach England.

Hierdurch hat die Viehzucht einen bedeutenden Ausschwung genommen, sie hat aufgebört, von den Landwirthen als nothwendiges Uebel betrachtet zu werden und ist ein Lieblingszweig der gebildetsten Landwirthe unseres

Vaterlandes und eine auf Anatomie und Pyystologie gegründete Wissen⸗ schaft geworden. Man gedenke nur der wissenschaftlichen Arbeiten eines Wolff, Grouven, Henneberg, Kühn und Stohmann in diesem Fache, nur der in neuester Zeit gemachten Erfindung des Respirations- Apparates, mit dessen Hülfe man die in einer gewissen Zeit durch ein bestimmtes Futtermittel erlangte Zunahme des Körpergewichtes eines Thieres an Muskelfaser, Fett und Wasser mit ziemlicher Sicher⸗ heit angeben kann. Sollen aber alle Zweige der Viezzucht recht lohnend werden, so müssen die vorzunehmenden Verbesserungen in derselben vor Allem auf die Localverhältnisse berechnet und durch genaue

Erörterung der Fragen entschieden werden:

Welche Ausdehnung kann und muß ich unter den ge⸗ gebenen Verhältnissen dem Futterbau geben?

Welcher Futterbau sist der Natur des Bodens und Klimas, unter deren Einfluß man wirthschaftet, am angemessensten d

Welche Viehgattung und welche Race ist unter den ge⸗ gebenen Verhältnissen amgeeignetsten, das zu bauende Futter am besten zu verwerthend f

Die beiden ersten Fragen umfassen nicht umsonst zunaͤchst den Futter⸗ bau, denn erst Futter, dann Vieh! Vieles und gutes Futter ist die Hauptbedingung zur Hebung der Viebzucht. Die ganzen Wirtbschafts⸗ erträge und die fortwährende Erhaltung der Bodenkraft hängen von der angewandten Futter- und der daraus gewonnenen Düngermenge ab; denn je mehr Futter gebaut wird, desto mehr Vieh kann man halten;

mittlung Englands bin bezüglich der Eideseni⸗