1866. Famstag den 17. November. 92.
Anzeiger für Oberhessen.
3 Entbuͤlt die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg Friedberger Intelligenzhlatt. Erscheint wöchentlich zweimal, Miuwoch und San sllag. — 2** eee——. 5 2 81 23 Amtlicher Theil.
* Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. 7 Die Katharina Reuning aus Sarrod, Kr. Schlüchtern, in Kurhessen, ist im Betretungsfalle zu arretiren und ander vorzuführen
Hungen den 3. November 1866. Bekanntmachung. Durch Verfügung Gr. Ministeriums des Innern ist die Gemarkung Feldheim in polizeilicher Hinsicht der Gr. Bürgermeisterei Utphe bis auf Weiteres zugetheilt und durch Gr. Ministerium der Justiz verfügt worden, daß die ortsgerichtlichen Functionen dem Großh.
Ortsgericht Utphe bis auf Weiteres zu übertragen seien. Großherzogliches Landgericht Hungen Dum
0 * Kund Hessen. Darmstadt. Nach einem Artikel ausgehendes Schreiben gerichtet, in welchem die hestigem Sturm und Hagelwetter theilweise über ler Kinder der Augsb. A. Ztg., welche in längerer Auseinander- Diener der Kirche aufgefordert werden, in erster unserer Stadt. Wir sahen Schloßen in der
ig setzung darzulegen sucht, daß unter den vom Groß- Linie nur solchen Männern ihre Stimmen zu Dicke von gewöhnlichen Klickern. derzogthum Hessen an Preußen abzutretenden geben, die nicht indifferent und glaubenslos sind, Butzbach. Das Resultat der hiesigen Wahl⸗ Domanfalęütern kein Privateigenthum des Groß- sondern lebendiges protestantisches Bewußtsein männer⸗Wahl ergab von 291 Abstimmenden für 10 derzogs verstanden sein könne, will es scheinen, haben, kirchenrechtliches Wissen und tieferen Ein- L. Vogt 249 Stimmen, M. Kuhl 249, Jak. 1 als wenn in dieser Beziehung die Ansichten beider blick in die wirklichen Zustände unserer Landes- Wießler 240, N. Grüninger III. 228, Jobs. 8 Regierungen auseinandergingen. kirche besitzen. Als solche Männer werden bezeichnet: Krauß 210. *— Es ist hier das Gerücht stark verbreitet, 1) Herr Professor Wasserschleben, Lehrer des Preußen. Die Anwesenheit des Ober-
Generalmajor v. Stockhausen babe selbst eine Kirchenrechts an der Landesuniversität; 2) Herr präsidenten Scheel ⸗Plessen in Berlin hat auf die Untersuchung seines schwer angegriffenen Verhaltens Professor Köhler, Lehrer des Kirchenrechts am dänischen Agitationen in Nordschleswig Bezug, im Felde gewünscht und würde derselbe nun vor Predigerseminare zu Friedberg; 3) Herr Ur. Max welche Maßregeln nöthig machen. Die Abstumm ung ein Kriegs gericht gestellt werden. Wegen der Rieger, Privatgelehrter zu Darmstadt; 4) Herr wird jedenfalls verschoben. 3 Fehler der oberen Leitung des Gefechts Frohn- Bezirksgerichtsrath Mohrmann zu Alzey; 5) Herr— Es sollen von dem Handelsministerium a dofen⸗Laufach ist im ganzen Lande die öffentliche Landrichter Königer zu Seligenstadt; 6) Herr aus die destimmtesten Weisungen ergangen sein, 21, le Meinung noch immer eine sehr erregte und wird Pfarrer Linß zu Freilaubersheim; 7) Herr den Betrieb der Eisenbahnen in den neu erwor- ar 41 sich dieselbe nicht eher beruhigen, bis eine Unter- Thudichum zu Büdingen. benen Ländern mit dem in den alten Provinzen „ suchung deßhalb eingeleitet, beziebungsweise deren— Zu der hier stattgehabten Urwahl hat auf eine gleiche Stufe zu stellen, indem hierin ee, Resultat veröffentlicht und der eiwa schuldig Be- sich die gesetzlich nothwendige Anzahl der Ab. bis jetzt, namentlich was die Pünktlichkeit betrifft, 1 As; fundene zur Rechenschaft gezogen wird. stimmenden nicht eingefunden, es wird deßhalb noch Manches zu wünschen übrig bleibe. Gert Lag— In einem Schreiben an die Bürger- eine Neuwahl nöthig werden.— Im Abgeordnetenhause wurde die Be⸗ *. meisterei spricht das Kriegsmiristerium den Friedberg. Es hat überall große Befrie- rathung des Büdgets im Hause mit 105 gegen Bewohnern von Dacmstadt und Bessungen, welche digung hervorgerufen, daß verschiedenen sehr ver- 90 Stimmen beschlossen. f dei Eintritt der Occupation Militärgegenstände dienten Personen, welche mit so großer Auf— Köln. Am 11. d. Mittags gegen 1 Ubr ten Bel geborgen haben, seinen Dank aus. opferung und Selbstverleugnung sich der Pflege stieß der um 11 Uhr von Coblenz adgefahrene Monde— Die Regierung sandte vor einigen Tagen und Sorge der verwundeten Soldaten unterzogen Schnellzug im Central-Güter⸗Bahnhofe auf einen det Pee den Oberstlirutenant Hartmann nach Frohnhofen, haben, öffentlich eine Anerkennung ihrer Ver- Güterzug, wobei mehrere Waggons erster und em iden um wegen käuflicher Abtretung dee Terrains, auf dienste durch Verleihung von Auszeichnungen zu zweiter Classe arg mitgenommen und etwa 14 frtaliche welchem sich die Gräber der daselbst gefallenen Theil wurde. Wenn Orden Auszeichnungen bis 18 Passagiere schwer verletzt worden find; Ebern bessischen Soldaten besinden(mit Ausnahme des für wirkliche persönliche Verdienste sein sollen, so einer erlitt einen doppelten Beinbruch. Man ad aah Grabes Nr. 1, welches der Johanniter Orden muß man sagen, daß sie diesmal an die rechten sah fünf Tragbahren mit Verwundeten zum wulden acquirirt hat), zu verhandeln. Leute gekommen sind. Hospitale bringen. ie bisher— An die evangelische Geistlichkeit des— Am Vormittag des 14. d. wurden wir Hannover. Etwa 130 Mitglieder der iben Landes ist in Bezug auf die Wahlen zum Land- durch eine für diese Jahreszeit seltene Erscheinung acht Ritterschaften des Landes haben sich über tage ein, wie es scheint, von einem Geistlichen überrascht. Ein Gewitter entlud sich unter die Einverleibung Hannovers in Preußen dahin
nur auf der Oberfläche gearbeitet. Wenn wir gründlich helfen wollen,
i—. 2* g an Die N Nn ff und unsere Sparkassen. so müssen wir die Scheu vor dem Lernen besiegen und müssen gründlichere 1 2 on Steuerremmisför Hünsinger uu Hungen. Kenntnisse in alle Schichten unserer landw. Bevölkerung tragen. „(Mitgetheilt aus der Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vereine.) Dazu giebt es ein kräftiges Mittel, namlich die Ermunterung zum
Wenn in früherer Zeit die Landwirthschaft ohne besondere tiefere landw. Lernen durch Verwilligung von Stipendien zum Besuch Einsicht in ihre Grundbedingungen und sonach rein mechanisch nach der unserer Ackerbauschulen. Was durch solche geleistet werden kann, — althergebrachten Schablone betrieben werden konnte, so ist das jetzt anders haben wir an dem Beispiel jener rheinpreußischen Gemeinde gesehen, wel⸗ geworden. Damals genügten Fleiß und Sparsamkeit, um es zu ches uns s. Z. in der landw. Zeitschrift vorgeführt wurde. Der Kostenpunkt Etwas zu bringen, jetzt sind Einsicht in die wissenschaftlichen Grund- hält gar Viele an dem Besuch der Schulen ab, Wohlbabende aus übel bedingungen, gründliche Kenntnisse der Landwirtbschaftslehre und angebrachter Sparsamkeit, Unbemittelte aus Mangel an Mitteln. Sind der Naturwissenschaften als Dritte im Bunde erforderlich. Noch mehr aber solche Stipendien zu erlangen(bei mangelnder Concurrenz auch von wird dies aber später der Fall ⸗sein; denn es ist noch nicht gar lange Wohlhabenden), so werden sich bald unsere Ackerbauschulen füllen. Und her, seit die Wissenschaft mit der Erfahrung, die Theorie mit der Praxis nicht lange wird es währen, bis man sich von dem großen Nutzen eines ein Bündniß eingegangen ist, das von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr solchen Schulbesuches überzeugt hat, und dann wird es kaum noch einer fruchtbarer zu werden verspricht. besonderen äußeren Anregung bedürfen.
Leider ist die Erkenntniß von der Nothwendigkeit solcher tieferen Und wir haben auch die Mittel zur Auszahlung solcher Stipendien, landw. Kenntnisse unter unseren Landwirthen noch immer viel zu wenig und sie werden gewiß flüssig werden, wenn die Personen, von denen die verbreitet. Davon zeugt die verhältnißmäßig geringe Zahl der Mitglieder Entscheidung abhängt, sich von der Nützlichkeit der Verwendung überzeugt
unserer landw. Vereine und vor Allem der noch gar zu geringe Besuch haben. Diese Mittel liegen in unseren Spar- und Leib⸗
unserer Acker bauschulen. Was sind 30 Schüler in einer Provinz mit kassen. 290,000 Einwohnern! Ungerechnet einiger städtischen und Actien-Sparkassen, gehören unsere . 1 1 Dies muß anders werden, wenn es besser werden soll. Wir haben meisten Sparkassen gemeinnützigen Vereinen an, welche für sich keinen Ge⸗ iel schon Mancherlei für unsere Landwirthschaft gethan, und es wird auch winn bei der Kasse suchen, sondern die Ueberschüsse entweder zu gemein 1 och Manches geschehen; aber das Alles war und ist mehr oder weniger nützigen Zwecken verwenden, oder an die betbelligten Gemeinden vertheilen


