Ausgabe 
17.11.1866
 
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ausgesprochen, daß sie sich der Gewalt der, That⸗ sachen fügen müßten, dabei aber auf die Ver⸗

beißung vertrauten, die berechtigten Eigenthüm⸗ lichkeiten des Landes würden geschont werden.

Kassel. Die Staatsbehörden haben die Weisung erhalten den Preußischen Staats- anzeiger zu balten, den Gemeinden ist die Anschaffung empfohlen.

Fulda. Die unter dem Hassenpflug'schen Regimente confiscirten Fahnen der vormaligen Burgergarde von Fulda sind vor einigen Tagen wieder zurückgegeben worden.

Wiesbaden. Das Dank- und Friedensfest wurde dahier unter lebhafter Betheiligung der Bevölkerung mit solennem Gottesdienst, Kanonen donner und Festvorstellung im Theater gefeiert. In ähnlicher Weise wurde das Fest auch in anderen Städten und Orten begangen.

Durch eine Verfügung des Civil- commissärs soll die Ertheilung von Con- cessionen zu Schenkwirthschaften erschwert werden, um dadurch dem Genusse des so verderblich wir- kenden Branntweins entgegen zu arbeiten. In den Ortschaften soll auf je 300 Seelen höchstens nur eine Schenkwirthschaft concesstonirt, dagegen Bedacht genommen werden auf Gründung gut eingerichteter Gastwirthschaften, Wein-, Bier- und Kaffeehäuser. Wo solche bestehen, werden Brannt⸗ weinschenken nicht gestattet.

Osterreich. Der Kaiser ist am 9. von seiner Rundreise in Schönbrunn wieder einge troffen und im Nordbahnhofe feierlich empfangen worden.

Durch ein kaiserliches Handschreiben ist der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Frhr. v. Beust, zum Minister des kaiserlichen Hauses ernannt worden. Baron Anselm v. Rothschild, Chef des Bankhauses in Wien, hat das österreichische Staatsbürgerrecht, beziehungs- weise das Bürgerrecht in Wien erworben.

Wien. Die neuesten hier eingetroffenen Nachrichten aus Mexico melden, daß in den mexicanischen Regierungskreisen die hoffnungsvollste Zuversicht für die Zukunft des Kaiserreiches sei.

Von Wien aus wird die Eirleitung der Verhandlungen zwischen Preußen und Oesterreich wegen eines neuen Zoll- und Handelsvertrages gemeldet.

Schweiz. Nach Berichten aus Genf ist es bei den Wahlen zum großen Rathe daselbst unter den Wählern zu Thätlichkeiten gekommen. Die Ruhe ist wieder hergestellt; es bedurfte jedoch des Aufgebotes eines Landwehrbataillons.

Der Bundesrath macht Ernst mit den- jenigen Regierungen, welche gegen das ausdrück⸗ liche Verbot der Bundesverfassung Jesuiten an ihren cantonalen Schulen anstellen, wie es die Regierung in Wallis mit dem bekannten Pater Roh gethan bat. Da nämlich die Regierung von Wallis auf die Anfrage des Bundesraths nicht geantwortet hat, so ist derselben eine letzte

Frist von 10 Tagen zur Erklärung eingeräumt worden; erfolge jedoch auch bis zu diesem Ter- min keine klare Antwort, so werde der Bundes- rath einen eidgenössischen Commissär beauftragen, an Ort und Stelle die nöthigen Untersuchungen einzuleiten.

Frankreich. Der Kaiser hat eine große Revue über die Garde von Paris gehalten; es waren etwa 20,000 Mann. Kaiserin und dem Prinzen erschien er zu Pferd in der gewohnten strammen Haltung, so daß ihn Niemand für sehr leidend halten konnte, und es scheinen wollte, als wenn sein Krankheitszustand doch arg übertrieben worden wäre. Aufgefallen ist übrigens doch, daß er gegen seine Gewohnheit den Weg von St. Cloude bis zur Rennbahn im Wagen zurückgelegt und erst dort das Pferd be

stiegen hat.

Der Kurfürst von Hessen wird in Paris erwartet, wo die Fürstin von Hanau bereits eingetroffen ist.

Italien. Ter König hat 100,000 Frs. angewiesen, welche an minder Begüterte vertheilt werden sollen, die sich um die nationale Sache verdient gemacht haben.

Türkei. Aus Konstantinopel kömmt die Nachricht von einer schrecklichen Katastrophe, welche die christlichen Bewohner der Insel Candia heimgesucht, die schon ohnehin so grausam von den Uebeln des Krieges zu leiden hatten. Sechs Hundert griechische Familien, die ihre Dörfer verlassen, waren in die berühmte Grotte von Melidoni geflüchtet. Fürchterliche Regengüsse überschwemmten diese Höhle und ihre Bewohner ertranken sämmtlich. Man zählt an drei Tausend Opfer dieses schrecklichen Unglückes.

* Dit Hanau- Friedberger Eisenbahn.

Friedberg. Eine Zeit lang lasen wir von einer EisenbahnHanau-Friedberg; jetzt steht in den Zeitungen meistensHanau-Niederwöllstadt. Wo ist denn hier das alte Friedberg hingekommen? Wir hören zwar, daß der Stadtrath von Friedberg mit dem von Hanau sich zur Förderung der Sache in Verbindung gesetzt und andere nöthig erscheinende Schritte beabsichtigt oder bereits unter⸗ nommen habe, wünschen aber, daß auch die Vertreter unserer Nachbarstadt Nauheim mit denen der Stadt Friedberg sich vereinigten, um gemeinschaftlich, laut und energisch zu rufen:Hanau-Friedberg ist die rechte Ver⸗ bindung der Hanau-Bebra mit der Main⸗Weser-Bahn. Dieser Ruf wird schon gehört werden.Hauau-Friedberg

jat einen bekannten guten Klang. Beide Städte be zeichnen eine alte Verkehrsstraße. Die Güter vom Ober⸗

main gingen einst von Hanau nach Friedberg durch die Gauen der gesegneten Wetterau weiter nach Norden. Nichts anderes soll die Zweighahn von Hanau zur Weser Bahn bezwecken, als Hanau und denjenigen Theil des Südens, welcher mit Hanau verkehrt, dem nördlicheren Deutschland etwas zu nähern. Seither mußte Alles über das allein glücklich zu machende Frankfurt. Wozu diesen Umweg? Freilich, Franksurt liebt solche Umwege. Man spricht von einer Frankfurter Agitation gegen Hanau Friedberg. Der Umwege wegen? Wir wissen's nicht. Wir meinen aber, es wäre recht gut, wenn Frank furt, das seither so sehr im Verbrauche und Handel glänzte, auch einmal anfinge, durch Produktion den Nakional⸗ reichthum zu vermebren. Günstig ausgestattet dazu ist

durch den Sitz des ehemaligen Bundestages.

Begleitet von der

9 Frankfurt, viel güustiger als Friedberg, welches freilich älter und ehemals blühender gewesen sein soll, als Frank surt. So wechselt es mit den Städten! Seine gegen wärtig ausgedehntere Größe und geschäftlich wichtigere Bedeutung hat Frankfurt durch die dort in einem mächtigen Knoten ab- und zulaufenden Eisenbahnen erlangt, weniger Ja, wenn wir die Fühlung eines belebenden Stromes hätten, wodurch auch dem Verkehr Strömung gegeben wird, dann läge uns an einem Eisenbahn-Knötchen viel weniger. Statt eines Stromes schleicht langsam und unbemerkt die Usa an Friedberg hin, die nicht weil, sondern, obgleich sie sich kaum mit dem stattlichen Sprudel in Nauheim vermählt

hat, doch nach kurzem Lebenslauf schon vor unseren Augen

einem ohnmächtigen Siechthum zu erliegen scheint. Die Kraft der Dampfmaschine muß noch zugezogen werden, um der wassersüchtigen Usa das Mühlrad drehen zu helfen. Wenn die Großen gegen die Kleinen neidisch sind, so ist das viel weniger zu verzeihen, als wenn umgekehrt die Kleinen die Großen beneiden. Darum können wir es laum glauben, daß bas große Frankfurt das bischen Eisen bahn von Hanau in die Wetterau hintertreiben, dem kleinen Friedberg mißgönnen sollte. Wir glauben viel mehr an die freundschafllichste Gesinnuug unserer großen schönen Nachbarin. Beide Städte haben ja eine ver⸗ wandischaftliche Geschichte. Friedberg war auch eine freit Reichsstadt; auch Friedberg wurde annectirt(1802); es mußte damals manche alten Rechte aufgeben, sich in neue Verhältnisse zurechtfinden; aber demungeachtet hat Fried⸗ berg nicht abgenommen. Mehr und viel mehr wird fernerhin Frankfurt zunehmen, so sehr, daß es die kleine Zweigbahn von Hanau nach Friedberg gewiß nicht spürt. In der That sollte das große Frankfurt von dem bischen EisenbahnHanau-Friedberg gar nicht reden.

Wir sagten, daß die ZweigbahnHanau- Friedberg zur Verbindung zwischen dem Süden und Norden dienen, den seitherigen Umweg vermeiden solle. Aus diesen Gründen darf man sich aber dem Umwege nicht nähern, sondern muß möglichst weit davon entfernt bleiben. Deß⸗ halb sollte Friedberg, nicht Nieder-Wöllstadt, gewählt werden. Auch das dürfte zur Begründung unserer Be⸗ haupiung dienen, daß Friedberg als Stadt doch unleug⸗ bar ein größeres Verkehrsleben hat als Niederwöllstadt. Man denke neben Anderem an die verschiedenen Schul⸗ Anstalten in Friedberg: Prediger- und Schullehrerseminar, Ackerbauschule, Taubstummen- und Blindenanstalt u. s. w., man denke daran, daß Friedberg der Sitz verschiedener Behörden, auch Hoffnung vorhanden ist, das Bezirks⸗ strafgericht dahin verlegt zu sehen, daß es eine Garnison hat, daß mehrere Posten hier centralisiren und lebhafte Verkehrsstraßen hier sich vereinigen, und man wird unserer Ansicht beipflichten.

Aber was liegt Nauheim daran, ob so oder so gebaut wird? Das ist eine leichtfertige Frage. In Aschaffenburg, Gelnhausen, Hanau, Windecken ꝛc. studiren Leute Fahr⸗ pläne, um zu sehen, ob sie nicht an einem Tage eine Tour nach Nauheim ausführen können. Wie schön wäre das! Zeit ist Geld! Um ½9 Uhr schon in Niederwöll⸗ stadt. Aber der Zug von Frankfurt kommt 2 Stunden später an, oder der nächste Zug ist ein Eilzug für I. und II. Klasse, oder es ist sonst ein Anstand mit den Retour⸗ billets, wie das vorkommt.Wie ärgerlich, heißt es dann,daß Nauheim noch so weit ist; ¼/ oder ½ Stunde zu Fuß ginge recht gu. Diese nachtheiligen Umstände sind bei der VerbindungHanau-Friedberg? vermieden und das letztere Vergnügen geboten. Hier befinden wir uns aus dem Bahnhof herausgetreten sofort in der Mitte der Stadt, wo überall bester Reben- und Gerstensaft freundlichst credenzt wird. Restaurirt und erfrischt und wohl auch in der Stadt erst umgesehen, läßt es sich dann zeicht hinwandern gen Nauheim durch den Wiesengrund oder später wohl auch auf dem Steterweg im Schatten kühler Bäume. Also nochmals:Danau⸗ Friedberg! Man rege sich von Seiten Friedbergs, Nauheims, Assen⸗ heims, das dabei auch sehr interessitt ist. Man rege sich, so lange es noch Zeit ist!

Wir wollen der Verwendung zu gemeinnützigen Zwecken in keiner Weise zu nahe treten, zumal sich dieselbe vielfach auf einem unserer Anschauung naheliegenden Gebiete bewegt; aber gegen die Vertheilung unter die Ge- meinden müssen wir uns aussprechen, weil mit dem geringen Betrage, welche eine Gemeinde erhält, weder der Gemeinde geholfen wird, noch etwas Erkleckliches auszurichten ist, während mit einer directen Verwendung als Stipendien für junge strebsame Bauernsöhne(nach Verhältniß der Bevölkerung auch an junge Handwerker zum Besuch größerer Gewerb- oder Handwerkerschulen) so Vieles geleistet werden kann.

Die Sparkassen, welche gemeinnützigen Vereinen gehören, besitzen an Ueberschüssen ihrer Activen über die Passiven, d. 9. an eigenem Vermögen, jetzt etwa 750,000 fl., also etwa Dreiviertelmillion. In den meisten Fällen ist eine weitere Steigerung dieses Reservefonds

aus Gründen der Sicherheit nicht erforderlich,

jährlichen Zinsen zu landw. und zu Gewerbsstipendien verwendet werden. Nimmt man ein solches Stipendium jährlich zu 100 fl. an, so könnten aus den Zinsen dieser 750,000 fl. jährlich 300 Stipendien vertheilt werden, etwa 200 an junge Landwirthe und 100 an junge Handwerker. Nimmt man dabei an, daß die Ersteren sich zu einem zweijährigen Be such der Schule verbindlich machen müßten, so könnten immerhin jährlich 100 landw. Stipendiaten nach zweijährigem Schulbesuch entlassen werden,

in 10 Jahren 1000. Wer will aber berechnen,

Landwicthschaft durch eine solche Zahl tüchtig ausgebildeter junger Männer

erwachsen würde!

zu gewinnen.

Diese wenigen Zeilen werden wohl genügen, um die patriotischen Mitglieder unserer Sparkassenvereine für eine so überaus nützliche Sacht Oder sollten wir uns täuschen

Genicken und Rückgraten.

und es können also die Stadt consumirt wurden.

welcher Gewinn unserer

Bierbrauerei der Stadt nehmen wir, daß, während im Jahr 8 verwendet und von den daraus gewonnenen 29,435 Ohm Bier 3028 Ohm ausgefüyrt und die übrigen 26,407 Ohm zur Consumtion in der Stabt verblieben, im Jahr 1864, vei 97 Bierbrauereien mit 492 Arbeitern, 118,958 Ctr. Gerste zur Bierfabrication ein⸗ geführt, 27861 Ohm des erzeugten Stosses ausgeführt und 91,097 Ohm in der

Lücken büß er. Thomas Sayers, der berühmte englische Boxer, hat ein Denkmal erhalten! Die Trophäen dieses Helden sind eigener Art; sie bestehen in 66 zerschlagenen Kinn⸗ vacken, 269 plattgeschlagenen Nasen, 431 eingeschlagenen Augen und 36 zerbrochenen

rankfurt. Einer Statistik Frankfurts ent⸗ 844 zu Brauzwecken nur 29,435 Cir. Gersie

In 20 Jahren ist also die Thätigkeit der Frankfurter

Chemaliger Luxus. Daß der. lange nicht so groß ist, als derjenige der vielbelobten9 neben mancher anderen auch folgende historisch beglaubigte Thatsache. de Bassompierre ließ, als er vom Könige Hein lich IV. die Einladung erhalten hatte, eine Pathenstelle bei seinem Erstgeborenen, dem nachmaligen Könige Ludwig XIII. zu übernehmen, sich zu dieser Feierlichkeit ein Wamms machen, welches ihm, nach heutigem Werthe, nicht weniger als 13,000 Thlr. kostete. Und dabei galt Bassompierre keines⸗

Bierbrauereien auf das Vierfache, die Ausfuhr von Bier auf das Zwanzigfache und der Consum einheimischen Bieres nahezu auf das Vierfache gefliegen.

vielverschrieene Kleiderluxus unserer Zeit guten alten Zeit,? dokumentirt Der Marschall

wegs für einen Verschwender.

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