Ausgabe 
10.11.1866
 
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Anzeiger für Oberhessen.

1866. Samstag den 10. Uovember. 90.

Irudtet g Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg Friedberger Jutelligenzblatt. Erscheint wöchentlich zweimal, Mittwoch und Samssag. * 2 2 A n 5. 5 4

N Amtlicher Theil.

Betreffend Die jäbrliche 1 des Erndte⸗Ertrags in sämmtlichen Gemeinden des Großherzogthume, Friedberg den 8. November 1866. bier für das Jahr j

Haaß i 0 . Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Polizei-Commissär zu Wickstadt. Gescheid, Mäschen und in der SpalteGanzer Ertrag der Gemarkung

Indem wir Sie davon in Kenntniß setzen, daß wir Ihnen heute N keine kleineren Bruchtheile als /, ½, ½ Malter oder Centner in

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et 1866

ehten,

die zur Aufstellung der rubricirten Uebersichten erforderlichen Formu lare unter Eouvert zusenden, tragen wir Ihnen auf, diese Uebersichten nach den gegebenen Vorschriften pünktlich und gewissenhaft aufzustellen und bis zum 20. d. Mts. unfehlbar mit Begleitungsberichten, in welchen Sie sich über die Herbstgewächse äußern wollen, anher ein zusenden. Auch über die Obsterndte sprechen Sie sich aus.

Bei der Aufstellung dieser Uebersichten werden Sie keine anderen wie die Normalmaße, als:

sonst Rückgabe zur Verbesserung erfolgen müßte.

Morgen, Malter, Simmer, Kumpf,

Ausatz bringen. Es sind also Berechnungen achttheile, zehntgeile, sechstheile und dergl. zu umgehen resp. wegzulassen.

Sie werden die größte Pünktlichkeit bei Aufstellung dieser Ueber sichten beachten und nicht unrichtige Berechnungen vorlegen, indem

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Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg.

Der Aufenthaltsort des Wilhelm Rasch von Fauerbach b. Fr. und der Margarethe Schäfer von Lißberg ist zu ermitteln und

sofort hier auzuzeigen.

Hessen. Darmstadt. Seine Königliche Uschaffenburg Dr. L. 2 f e 5 gerichtoarzt P Ogg z Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zun!* 8

verleihen geruht:*

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Am 6. Okt. Sr. Erlaucht dem Generalmajor à la dem Gr. Bad. Ob rarzi suite Karl Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, in dauischen tit Anerkennung für die von ihm in dem letzten Kriege be- bu ac Ritterkreuz 2. thätigte aufopfernde Menschenliebe und seiner ausgezeichneten evang. Pfarrrer Bingman Verdienste um Pflege und Rettung erkrankter und ver- maligen Mil Dr. wundeter Soldaten das allgemeine Ebrenzeich mit der dem katb. Dech S. 9 InschriftFür Rettung von Menschenleben. Se. K. wirth K. Müller sen. aus

H. der Großherzog haben weiter in Anerkennung der auf

Aschaffendurg, dem K. Bayer.

zu Münster a gonneau Pension Dr. J. Zchiak in Aschassen

zu Höchst a. d

2. Cl. des Philippsordens: dem K. Bayr

dem K. Bayer.

Bezirks- mann v. Herget von der Artillerie haben für ihr Verhalten in dem Gefecht bei Aschaffenburg österreichische Orden erhalten.

Friedberg. Für unsere Abonnenten in hiesiger Stadt liegt der heutigen Nummer ein Großh. Bürgermeisterei ausgehendes Ver

zeichniß der zu Wahlmännern wählbaren, in Fried⸗

das., dem praktischen Arzt St. im Königreich Preußen, dem Fürstlich Mol

Ludwigsordens: dem von N., den vor

drenz und Dr. A. Becker 2 g l 15 g deuter zu Laufach, dem Gast⸗ berg wohnenden Staatsbürger bei. Es wird Frohnhosen; das Ritterkreuz durch diese Veröffentlichung dem bei früheren

Wahlen zu Tage getretenen Uebelstande abgeholfen

opferndsten Pflege und Sorge für Verwundete der Großh. J. Mundorf zu Hain, dem K. Bayer. Appellationsgerichto* N a 8 f Armeedivision aus dem Feldzuge von 1866 allergnädigst Issesser K. Wagner zu Uschafdem Gutebesige und verhindert werden, daß Stimmen auf gar zu verleihen geruht: das Großkreuz des Philippsordens H. John von den Weiberbesen dei Frohnhesen, dem nicht wählbare Männer fallen und dadurch ver⸗ Sr. Durchl. dem Fürsten Bruno von Ysenburg⸗Büdingen; Fabfikbef Adolph Federhaff zu Lausach e geldne loren gehen müssen. Bei der durch die Be⸗ 5 Fdeur 11 17 5 dee Ludwigsorde rd* 1* 5* 2 d. 1 1 8 0 2 5 7 2 das Commandcunkreuz 2. Cl. de Ludwig orden em Verdienstmedaille des Ludewigsordens; der Amanda Röu stimmungen des Wahlgesetzes so sehr beschränkten K. K. Oesterr. Major in der Armee, Grafen Hu zu g Tochter des K. 5 Forstmeisters Rötiger zu 3* 3* Erbach⸗Fürslenau; das Ritterkreuz 1. Cl. des Ludwige chasseuburg; die sülberne Verdiensimedaille des Lude Wahlfähigkeit können solche Verseden leicht vor⸗ ordens bem Kammerherrn Karl v. Schenk zu Schweins- wigsordens mit der InFür Verdienste: dem Mit⸗ kommen und erscheint deßhalb die Veröffentlichung derg auf Nieder-Ofleiden; dem ajor à la suite der prediger E. Vogt zu Darmstadt, dem Forstaccessisten erwähnten Verzeichnisses sehr am Platze. Wie

Ma Reiterei v. Grolmann, dem K. Bayer. Kämmerer, In- spector und Vorstand des Post⸗ und Bahnamts Aschaff

burg, v. Axthelm, dem K. Vayer. Oberstlieutenant und 2 nei Stadicommandanten von Aschaffenburg, v. Wesecnich; e Ritterkreuz 1. Cl. des Philippsordens dem Obermcedicinal

Uma usen zu Ossenbach, dem

5 Mannheim; das allgemein rath in Pension Dr. Leydhecker, dem prakt. Arzt Dr. schriftFür Verdienste: dem L. Büchner zu Darmstadt, dem prakt Arzt Dr. Verdier im Kreise Erbach, dem Musketier J de la Blaquiere daselbst, dem städtischen Hospitalarzt 6, Comp. des 3. Inf. Reg., Dr. H. Pfeiffer daseldst; das Ritterkreuz 2. El des Lud⸗ und Sell zu Laufach, dem wigsordens dem Fabrikanten E. Reuter zu Darmstadt, der Josephin

dem Lehrer Gustav Schmitz daselbst; das 1. Cl. des Philippsordens: den Dr. Th. Boehm zu Offenbach und Dr. P. Dettweiler

Bfeddersheim, dem rechtekundigen Bürgermetster der Stadt v.

praltischen Aerzten

0 a st em Emil Fenner da 5 dem Kaufmann Herm. Stock jabtitanten Otto Stockhausen werden.

ie Franz zu Frohnhofen e Nüterkreuz L. Nie daselbst, dem Oeconom K.

Seyd daselbst, dem Gerichtsaccessisten Wilh. Reulnng wir vernehmen soll die Wahl der Wahlmänner elbst, d Pfarrrerwalt 0 28 löse dem Paarrrerpalier gegen Ende der nächsten Woche vorgenommen

Eine recht zahlreiche Betheiligung bei Ehrenzeichen mit der In- diesem Acte von Seiten der Wähler wird er Karl Schnur zu Naum. wartet werden dürfen. Jeder sei bereit, von 0 Rae e dem ihm zukommenden Rechte zur Abgabe seiner scermelster J. Imhof daf, Stimme Gebrauch zu machen und denke nicht, dem Schmiedmeister daß es auf eine Stimme mehr oder weniger nicht

Müller jun. daselbst. ankomme. Wer das Recht hat zu wählen, der

* IN Major v. Buchenröder und Rittmeister sollte auch wählen und den Gang zur Wablurne Sanders von der Reiterei,

sowie Haupt- nicht scheuen, er sollte durch sein Erscheinen be

Mädchen tur nen.

Bei der gegenwärtig allgemeiner angestrebten Einführung des Turn⸗Unterrichts in den öffentlichen Schulen wird zwar zunächst und vorzugsweise die männliche Jugend berücksichtigt; doch hat man an vielen Orten auch angefangen, das Mäͤädchenturnen zu pflegen, welches sich als eigener Zweig des Turnens nach Ziel und Umfang besonders ausgeschieden und weiter entwickelt hat.

Schon längst haben einsichtige Aerzte auf die Nothwendigkeit des Mädchenturnens hingewiesen, und namentlich viele Dresdener Aerzte haben es in dieser Beziehung nicht an Eifer fehlen lassen, so daß auch dort dem weiblichen Turnen viel Boden geschaffen worden ist. Neuerdings trat auch dieBerliner medieinische Gesellschaft mit einerBefürwortung des Mädchenturnens vom ärztlichen Stand punkte aus hervor, welche von dem Dr. v. Gräfe redigirt ist und allgemeinere Bedeutung hat, so daß hier Einiges daraus hervorzuheben von Interesse sein dürfte.

Es ist eine allgemein vestgestellte Erfahrung, heißt es dort, daß unsere weibliche Jugend, zumal die städtische, überaus häufig und namentlich unverhältnißmäßig häufiger als die männliche Jugend, Gesundheitsstörungen erleidet, welche um so beklagenswerther sind, als sie nicht nur das Leben und das Wohlbefinden der davon be troffenen Individuen in betrübendster Weise verkuͤmmern, sondern auch dazu beitragen, der solchem Boden entsprießenden Generation den Stempel der Gebrechlichkeit aufzuprägen. Allgemeine Muskel- und

Nervenschwäche, nervöse Leiden aller Art, mangelhaftes Wachsthum, Schmal- und Engbrüstigkeit und Rückgratsverkrümmungen sind notorisch sehr häufige Krankheitszustände der Mädchen, wohl zehnmal so oft bei diesen beobachtet als bei Knaben.

Der Grund dieser häufigeren Erkrankung des weiblichen Ge schlechts liegt nicht sowohl in der schwächeren Organisation desselben, als in einer Vernachlaͤssigung eines wesentlichen Elementes ihrer physischen Erziehung gerade in den die körperliche Entwickelung so wesentlich bestimmenden Jahren von 6 bis 15. Während der Knabe sich freier bewegen, laufen, klettern, springen ꝛc. und seinen Körper instinktiv durch naturgemäße Spiele kräftigen darf, in diesem Streben auch durch methodische Unterweisung im Turnen gefördert wird, ent behrt das Mädchen aus Unkenntniß oder aus übelverstandenen con ventionellen Rücksichten fast allgemein dieser wohlthätigen Kräftigungs mittel. Die Hälfte des Tages verbringt es in der Regel in meistens überfüllten und hygienisch unzweckmäßigen Schullocalen, in welchen der Mangel an Raum auf den Sitzbänken eine andauernde nach theilige Körperhaltung bedingt; dann folgt stundenkange häusliche Beschäfftigung mit Schul- und Handarbeiten, mit Sprechen, Zeichnen und Musik, und es fehlt an dem noͤthigen Gegengewicht gegen diese, die Gesundheit gefährdenden Einflüsse, es fehlt an einer entsprechenden Ausgleichung der geistigen Anstrengung durch koͤrperliche Uebungen.

Wir Aerzte können nicht laut genug unsere Stimmen erheben, daß diesem Mangel abgeholfen werde. Wir erkennen neben andern