Ausgabe 
10.11.1866
 
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kunden, daß er ein Interesse nimmt an den öffent- lichen Angelegenheiten und dem Wohle seines Vaterlandes.

Ortenberg. Bei dem biesigen Landgerichte ist bei dem Bezirksstrafgericht zur öffentlichen Ver bandlung kommen wird. In dem Büdinger Wochenblatt war nämlich die preußenfreundliche Gesinnung einer dortigen Dame in beleidigender Weise zum Gegenstande eines Spottgedichtes ge wählt, wogegen die Angehörigen der Dame Klage erhoben haben. Als Veranlasser des Gedichts nennt man einen dortigen Gerichtsbe amten und einen Finanzaccessisten.

Mainz. Zum Zeichen, daß Mainz eine königl. preuß. Festung ist, wird auf der Citadelle eine mächtige preußische Fahne wehen. Man baut eben an dem Gerüste, um die Fahnenstange zu befestigen.

Preußen. Berlin. Durch die nunmehr für alle Waffengattungen anbefohlene und im Laufe des November zu Ende zu führende Ver⸗ stärkung des Präsenzstandes der vreußischen Armee erwachsen derselben als neu: an Infanterie 48 Bataillone gleich 24,114 Köpfe, Cavallerie 10 Escadron Garde du Corps und Cürassiere gleich 1480 Köpfe, 44 Escadrons Dragoner gleich 6518 Köpfe, 28 Escadrons Husaren gleich 4152 Köpfe und 32 Escadrons Ulanen gleich 4744 Köpfe, zusammen 114 Escadrons und 16,894 Mann. Bei der Feldartillerie, 41 Bat⸗ terien mit 4510 Bedienungsmannschaften(das 9. Feldartillerie-Regiment nur zu 2 Fußab⸗ theilungen), Festungsartillerie 4 Compagnien mit 400 Mann(das 10. und 11. Armeecorps besitzen noch keine Festungsartillerie), Jäger: 3 Bataillone gleich 1602 Köpfe, Pionniere: 3 Bataillone gleich 1509 Köpfe, Train: 3 Bataillone gleich 555 Köpfe. Gesammtverstärkung 49,614 Mann. Preußen repräsentirt also in Zukunft in Friedenszeiten eine Wehrkraft von 328 Bataillonen an Infanterie, Jäger, Schützen, Pionnieren und Train mit ca. 161,571 Köpfen, 320 Schwadronen Cavallerie mit 47,488 Köpfen, 176 Batterien Feldartillerie mit 704 Geschützen und 19,360 Bedienungsmannschaften und 78 Festungscompag- nien mit 7800 Köpfen, so daß sich die Total- stärke auf 236,119 Mann beläuft.

Der König von Sachsen wird in den nächsten Tagen in Berlin erwartet.

Das Budget des Königs soll von dem am 12. d. M. zusammentretenden allgemeinen Landtage bedeutend erhöht werden. In unter- richteten Kreisen verlautet, die Regierung gehe jetzt ernstlich mit der Absicht um, dem Landtage auch das in der Verfassung verheißene Gesetz über die Verantwortlichkeit der Minister und das Gesetz wegen der Befugnisse der Oberrechnungskammer nach dem ursprünglichen Entwurf vorzulegen.

Kassel. Die nunmehr erfolgte Versetzung der ehemals kurhessischen Offiziere in preußische

ein interessanter Preßprozeß anhängig, der

Regimenter gleicht einer Auseinandersprengung in alle Himmelsrichtungen und soll einen er- schütternden Eindruck hervorgebracht haben. Wenn nun die Mannschaft in gleicher Weise bertheilt wird, dann ist die Auflösung der kurhessischen Truppen faclisch vollzogen und von der im Friedensvertrage gemachten Zusage der thunlichsten Beibehaltung der Truppen-Formation in Kurhessen kann nicht mehr die Rede sein.

Hannover. Die Gesetzsammlung publieirt auch hier eine Cabinetsordre und die Ausführungs- bestimmungen über die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Sämmtliche Rekruten des dieß- jährigen Ersatzes, welche bereits in der früheren hannoverschen Armee eingestellt oder dieses Jahr einzustellen waren, werden nächstens zu der Er füllung ihrer Dienstpflicht eingezogen. Die älteren Mannschaften treten in die Reserve. Die dieß jährig disponibel gebliebene und zurückgestellte Mannschaft, sowie diejenige der beiden vorher- gehenden Jahrgänge werden, soweit überhaupt dieselben noch dienstpflichtig sind, nach Bedarf zur Erfüllung ihrer Dienstpflicht herangezogen. Das Militärersatzgeschäft findet noch vor Jahres- schluß statt.

Frankfurt. Die königl. preuß. Commissarien zur Ausführung des Art. 16 des Friedensver- trags zwischen Preußen und dem Großherzog thum Hessen machen mit Bezug auf die Bestimmungen, wornach allen Beamten und Bediensteten in den an Hessen abgetretenen Gebietstheilen bis zum 12. Dez. d. J die Wahl frei steht, in großh. hess. Dienste überzugehen oder nach Preußen zurückzukehren, bekannt, daß es den erwähnten königl. preuß. Commissarien erwünscht sei, wenn alle diejenigen Beamten und Bediensteten in dem an Oberhessen gelangenden Distrikte Katzenberg, in den Aemtern Nauheim und Reichelsheim, in den Ortsbezirken Treis an der Lumda, Massen⸗ heim, Haarheim, Rumpenheim, Dortelweil und Nieder-Erlenbach, welche sich bereits entschlossen baben, in preußischen Diensten zu bleiben, die Commissarien hiervon in Kenntniß setzen würden. Durch das Bureau des Civil-Gouverneurs Frei herrn v. Patow hierselbst werden dießfällige Be nachrichtungen jederzeit an die erwähnten Com- missarien gelangen.

Am Allerseelentag fand man auf dem Grabe des Bürgermeisters Feller einen Blumen- kranz mit der Inschrift:

Du zogst es vor als freier Mann zu sterben,

Statt um die Gunst der Tyrannei zu werben.

Dem letzten Bürgermeister der freien Stadt Frankfurt seine tieftrauernden Mitbürgerinnen zum Allerseelentag 1866.

Die Schultheißen, die Beigeordneten, das Feldgericht, die Feldschützen der bisher zu Frank furt gehörenden, in Folge der neuesten Ver- änderungen aber an das Großberzogthum Hessen gefallenen Ortschaften Niedererlenbach und Dortel⸗ weil haben ihre bisherigen Functionen in die Hände des Landamts niedergelegt.

Baden. Die an die Gemeinden des Tauber-

thals zu leistende Kriegskostenentschädigung ist

amtlich zusammengestellt; sie beläuft sich auf 356,923 fl. Am Allerseelentag war auf dem Bischofsheimer Friedhof das Grab, welches die 68 gefallenen Württemberger birgt, festlich ge schmückt. Auch die 52 Gräber, in denen die in den Lazarethen verstorbenen Württemberger, Badenser, Preußen und Oldenburger liegen, waren von den Bewohnern Bischofsheim sinnreich verziert. Dem alten Wessenberg in Constanz, einem Mann und Prälaten nach dem Herzen Gottes, der die Fackel der Aufklärung und Duld samkeit bis zu seinem Tode trug, haben sie an seinem Hause seine Büste aufgestellt. Dabei war es seltsam zu sehen, daß kein Geistlicher des Sprengels an der Feier Antheil nahm, an der Spitze der Bürger und Behörden schritt der Großherzog von Baden und vor ihm her zogen die Zöglinge derRettungsanstalt für stittlich verwahrloste Mädchen. Diese Anstalt hatte Wessenberg gegründet und ihr sein Vermögen von 75,000 fl. zugewendet.

Oesterreich. Wiener Blätter machen in Bezug auf eine Heeresreform folgende Aussichten: Allgemeine Wehrpflicht, Hinterladungsgewehre, die Vereinfachung der Militärverwaltung, Er- richtung von Offtziersschulen, strenge Offiziers prüfungen, ein neues Gesetz über die Beförderungen, Aenderungen in der Organisirung des General stabs und Verminderung des Offizierstandes.

Die jüngst gemeldete Prager Attentat-

geschichte soll nichts gewesen sein, der verhaftete Attentäter ist wieder auf freien Fuß gesetzt.

Frankreich. Fast sämmtliche Staaten Euro- pa's sind augenblicklich mit Reformen in ihrem Heerwesen beschäftigt. Auch in Frankreich denkt man stark daran und ist bereits eine Commission zur Berathung zusammengetreten. Man will wissen, daß Marschall Mac-Mahon einen Entwurf dem Kaiser vorgelegt habe, der dem preußischen Systeme sehr nahe käme. Die allgemeine Wehrpflicht soll jedoch in den gebildeten Ständen Frankreichs sehr wenig Anklang finden, weil neben der Ehr- und Ruhnsucht des ganzen Volkes noch mehr die Freude am behaglichen Leben besteht, auf welche der Franzose nicht gerne verzichtet.

Schweiz. Das Ergebniß der Nationalraths⸗ wahlen ist nun aus allen Cantonen bekannt und es bestätigt sich vollkommen, daß weder im Per- sonellen noch im Prinzip sich der neue National- rath von dem früheren wesentlich unterscheiden wird. Die neue Behörde tritt zu ihrer Consti- tuirung am 3. Dezember zusammen.

Aus dem Kanton Uri wird gemeldet, daß dort Jesuiten unter großem Zulauf predigen und daß es scheine, als wenn eine förmliche Jesuiten⸗ Einwanderung aus Italien im Anzuge sei. Die liberalen Blätter eifern energisch gegen diesen Be⸗ such und verlangen, daß der Bundesrath ein-

schreiten soll.

körperlichen Uebungen(Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Spielen im Freien ꝛc.) in dem methodischen Mädchenturnen das wesentlichste Mittel zur Abhülfe. Das Turnen stärkt das Muskelsystem, verbessert die Haltung des Körpers, hebt die Brust zu freierm Athem, gibt den Bewegungen Vestigkeit und Anmuth und fördert die normale, kräftige und harmonische Entwickelung der Glieder und des gesammten Organismus. Die zartere Struktur, der feinere Knochenbau, das schwächere Muskelsystem des weiblichen Organismus verbieten keines wegs die Anwendung der Gymnastik, nur muß selbstverständlich der Turn⸗ Unterricht auf diese Verhältnisse Rücksicht nehmen.

Die Uebungen müssen dem Kräftezustande, dem Alter und dem

Begriffsvermögen der Mädchen angepaßt werden. Frei- und Ordnungs⸗

übungen in Verbindung mit Turnspielen müssen in den Vordergrund treten; von den Uebungen an den Geräthen müssen diejenigen weg fallen, welche zu große Kraftanstrengungen erheischen, Gefahr mit sich bringen oder die weibliche Decenz beeinträchtigen. Anstand und Gefälligkeit der Bewegungen sind stets im Auge zu behalten. Wir haben von einem nach diesen Grundsätzen ausgeführten Turnunterrichte für Mädchen die allergünstigsten Erfolge gesehen. liche, unbeholfene Wesen mit schlechter Haltung wurden in frische, kräftige, gewandte, gerade einhergehende umgewandelt, und ganz all⸗

gemein geht unsere Erfahrung dahin, daß ein frühzeitig, d. h. mit

dem siebenten oder achten Lebensjahre begonnenes und consequent fortgesetztes Mädchenturnen ein späteres Schief- und Buckeligwerden,

Bleiche, schwäch⸗ Nikolaus Fälten Haus modo Jo h. Ziers. Reichstag gemacht.

selbst in Fällen, wo eine erbliche Anlage dazu vorhanden ist, fast aus

nahmelos verhütet.

Solchen ärztlichen Forderungen gegenüber hat es sich das moderne Mädchenturnen besonders angelegen sein lassen, das kräftigende und geschmeidigende Element der Leibesübung mit dem gefälligen und ver⸗ schönenden zu verbinden, so daß ein für das weibliche Geschlecht unpassendes Kraftturnen, wie es mit seinen Mißgriffen und Nach⸗ theilen noch vor Jahren gebräuchlich war, immer mehr verdrängt worden ist. Gegenwärtig ist von Autoritäten Dresden als derjenige Ort bezeichnet worden, in welchem die Ausbildung einer rationellen weiblichen Gymnastik besonders gepflegt wird.

r. Alte Geschichten, so heiter zu lesen. 1340. Ist zum ersten die Fasten⸗ oder Ostern⸗Messe von Friedderg nachher

Frankfurt verleget worden, weil sich die Kaufleute bei Ihre Kaiserl. Majestät höchlich

beschweret, daß sie die Güter vom Rhein und Main auf die Achs laden, und mit

vielen Kosten hinbringen müssen.. 5 8 1383. Is der große Brant allhier gewesen, in welchem auf die 900 Bäume

sind abgebrannt, und dadurch die Stadt in ßroße Armuth gerathen. 1521. Hat Herr Dr. Martin Luther allhier über Nacht gelegen in

Ist damals nach Worms auf den (Das Haus gehört jetz Herrn Weinwirth He cht.) Ist die Religion und Ceremonie in der Stadtkirche geändert worden.

1524. Ist den Predicanten allhier zu Friedberg das Evangelium und die Epistel

1525.

nach Gottes Befehl lauter und rein zu predigen, und sich sonst aller Schmähreden

zu enthalten, anbefohlen worden.

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