1866. Famstag den 29. September. 7s.
des preußischen Königshauses, die Burg Hohenzollern. In neuester ul Zeit durch König Friedrich Wilhelm IV. wiederhergestellt, nimmt das zu dem Bau des preußischen Staates zu legen. Von nun an wuchs
Anzeiger für Oberhessen.
Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.“ Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint wöchentlich zweimal, Mitwoch und Samstag.
Die heutige Nummer des Friedberger Intelligenzblattes tritt mit verändertem Titel, in vergrößertem Formate und erweitert in seinem Inhalte vor das Publikum, aufrichtig wunschend und hoffend, daß diese Neuerung von seinen Lesern will⸗ kommen geheißen werden mochte. Den seitherigen Titel haben wir dem allgemeineren„Anzeiger für Oberhessen“ untergeordnet, weil sich unser Blatt eines jährlich wachsenden Lesepublikums auch außerhalb der Stadt und des Kteises Friedberg zu erfreuen hat, un weil wir glauben erwarten zu dürfen, daß uns durch die Erweiterung und Vergrößerung des Blattes und durch die stets zu- nehmende Zahl der Anzeigen von allgemeinem Interesse noch größerer Zuwachs an Abonnenten für die Folge zugeführt werden wird.
Die kurze Uebersicht über die wichtigsten Tages-Begebenheiten, welche wir von etzt ab in jeder Nummer bringen wollen, kann für viele unserer Abonnenten, welchen größere, täglich erscheinende Blätter zu Gebote stehen, nicht mehr als eine gedrängte Zusammen⸗ stellung und kurze Wiederholung bereits bekannter, anderwarts schon gelesener Ereignisse sein, also diesen Lesern ein besonderes politisches Interesse nicht bieten, dagegen aber will der„Anzeiger“ einer großen Anzahl unserer Abonnenten, welchen Zeit und Verhältnisse das Lesen politischer Tagblätter nicht gestatten, wenigstens von den wichtigsten und interessantesten Tagesbegebenheiten Kenntniß bringen, wobei nicht ausgeschlossen bleiben soll, daß wir zeitweise auch in selbstständigen Artikeln besonders wichtig scheinende Ereignisse und Zeitfragen eingehender Besprechung zu unterziehen beabsichtigen.
Eine besondere Aufmerksamkeit wollen wir hierbei unseren localen, provinziellen und Landesinteressen zuwenden, nicht minder allen wichtigen unser gemeinsames deutsches Vaterland berührenden Ereignissen und Zuständen. Mehrere sehr achtbare und tüchtige Kräfte haben uns in dieser Beziehung ihre willkommene und dankenswerthe Mitwirkung zugesagt und werden wir die uns etwa von anderer Seite zukommenden Artikel mit bestem Danke entgegennehmen, ständige Beiträge unter entsprechender Honorirung.
Wir werden dem„Anzeiger für Oberhessen“ außerdem ein größeres Interesse zu verleihen suchen durch Aufnahme von landwirthschaftlichen und gewerblichen Mittheilungen, sowie von geschäftlichen Notizen, Markt- und Coursberichten, Verloosung von Staatspapieren u. s. w. u. s. w.
Durch die erweiterte Breite der Spalten des„Anzeigers“ erhöhen sich mit der heutigen Nummer die Gebühren für die ein⸗
spaltige Petitzeile oder deren Raum auf 3 kr.;— der Abonnementspreis bleibt vorerst derselbe und kann der Anzeiger für die Monate Oktober, November und Dezember d. J. in hiesiger Stadt zu 18 kr., im übrigen Großherzogthum durch die Post zu 23 kr. bezogen werden. Die Expedition.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren; Nr. 40. Nichts. Nr. 41. end. I. Berorrunng, die Erthellung einer Amnestie wegen der in den Jabte 1849 perüdten polttlschen Verbrechen und Vergeben betreffend;— sub. 4. Bekanmmachung, dic Perstellung einer Postoerdindung zwischen Domburg und Friedberg detreffend Friedderg am 7. September 1866. Großberzogliches Kreisamt Friedberg Trap p.
Bettef fend: Die Leistung der Kriegsbedürkuisse für die Königlich Preuß schen und die mit idnen verbündeten Truppen. Friedberg den 26. September 1866.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Sie werden aus Veranlassung einer Verfügung Großherzog Truppen,— z. B. den Bremer, Hamburger, Lübecker, Oldenburger Ministeriums d. J. vom 18. d. M. z. Nr. M. d. J. 1035 aufge- u.. w.— außer der Verpflegung der Truppen und der zu denselden fordert, binnen 3 Tagen zu berichten, od seit dem Beginnen des gehörigen Pferde, auch andere Feistungen in Anspruch genommen zwischen den Königlich Preußischen und den mit ihnen verbündeten worden sind, worin diese bestanden daden, von welchen Truppen⸗ Truppen einerseits und den Großherzogl. Hessischen Truppen anderer- theilen, beziehungsweise von welchen Befchlsbabern, oder Militär- seits abgeschlossenen Waffenstillstandes— somit vom 2. August beamten, diese Requisttionen erlassen worden find, und od, und in
I. J. an— von Königl. Preußischen und den mit ihnen verbündeten wie weit denselben entsprochen worden ist. Tra p p.
Betreffend: Die Verwenrung Landgräflich Pessischen Stempelpapters in der Provinz Oderbessen während a der Occupation dieser Provinz durch die Königlich Preußssche Reglerung, Friedberg den 25. September 1866.
Dasselbe an diesel be u. Berichten Sie binnen 3 Tagen unfehlbar, ob von Ihnen Stempel der oben bezeichneten Art bezogen und aus welchen Gründen und bis zu welchem Betrage er von Ihnen verwendet worden ist. Trapp.
Betreffend Das Lanogestüt insbesondere die Erbedung des Fohlengeldes für 1866. Friedberg am 26. September 1866.
Dasselbe an dieselben und den Polizeicommissär zu Wickstadt.
Wir seben der umgehenden Vorlage nach Maasgabe unseres Ausschreibens vom 18. Februar 1885 Amtsblatt Nr. 2. von 1865
entgegen. Das erforderliche Formularpapier geht Ihnen heute zu. Trapp. Burg Hohenzollern. Größe seines Hauses. Der Besitz der Burggrasschaft Nürnberg machte Von Dr. Curtman. an sich schon die Hohenzollern zu einflußreichen Fürsten des Reiches,
In Schwaben, der herrlichen Mutter so vieler ruhmvollen Fürsten⸗ machte es aber auch 200. Jahre später(1415) dem Burggrafen geschlechter, ohnweit der Rauhen Ab und nicht fern von der oberen Friedrich VI. möglich, für den Erlös aus seinen bisberigen Besigungen Donau und dem oberen Neckar erhebt sich das stattliche Stammschloß die Kurmark Brandenburg von dem immer geldbedürftigen Kaiser Sigis⸗ mund um 40000 Goldgulden zu erwerben, und damit den Grundstein
und gedieh das Brandenburg-Zollerische Daus sichtlich, und breitete sich immer weiter über den Norden Deutschlands aus, und ist jetzt auf dem aus nicht erweislich sst, daß schon zu Karls des Großen Zeiten ein Wege der Hort des gesammten Deutschlands zu werden. Auch dazu Ritter Thassilo seinen Sitz dort gehabt habe. Gewiß aber ist, daß im bat die Aufopferungsfäbigkeit des Geschlechtes, welche 1849 die Hoten⸗ 12. Jahrhundert die Herren von Zollern zu den bedeutendsten Adels. zolleru in Hechingen und Siegmaringen vermochte, ihre Fürstenthümer eschlechtern Ssiddeutschlands gehörten. Im Jahre 1192 schloß Graf an den mächtigen norddeutschen Zweig ihrer Familie abzutreten, wesent⸗ riedrich von Zollern das Ehebündniß mit der Erbtochter des Burg- lich beigetragen.
grafen von Rürnberg, und legte dadurch den Grund zu der künftigen Allein zu jener Zeit, wo die Hobenzollern an der Spree ihre
ansehnliche Gebäude die Stelle des uralten wieder ein. Auf diesem 2500 Fuß hohen Berge stand es seit den ältesten Zeiten, obwohl durch-


