Ausgabe 
8.12.1866
 
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Leugnung der schriftmäßigen Lehre vom Teufel, auch ganz abgeseben von dem leider hier wie überall weit verbreiteten Verderben und seinen gewöhnlichen Ausbrüchen, lag als ein Bann auf der hannover'schen Landeskirche. Der Herr müßte icht beilig und gerecht sein, wenn er das Alles an uns nicht hätte heimsuchen sollen ꝛc. Was soll man hierzu anders sagen, als:Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!

Marburg. Während man sich hier einer seits für die Wahl des Grafen Bismarck als Abgeordneten zum norddeutschen Reichstage bemüht, soll von anderer Seite Friedrich Hecker in Vorschlag gebracht worden sein. Das sieht einem Scherze ähnlicher als einem ernstlich gemeinten Vorschlage, denn Hecker gehört einem Staate des norddeutschen Bundes nicht an, kann also gar nicht gewählt werden, und wird auch, dessen kann man wohl gewiß sein, sich zur Rückkehr nach Deutschland nicht bewegen lassen durch eine ihm zugedachte Wahl in den norddeutschen Reichstag.

Frankfurt. Man spricht von der beab sichtigten Verlegung des Bischofssitzes von Limburg in Nassau nach Coblenz oder Frankfurt. Bekaunt lich gehört Limburg zu der oberrheinischen Kirchen- provinz und wurde 1816 oder 1818 neu ge- gründet. Die ehemalige freie Stadt trug zur Dotation des Bisthums eine nahmhafte Summe bei, hätte somit auch wohl das erste Anrecht, daß sie bei Verlegung des Bischosssitzes berück sichtigt würde.

Bis heute haben sich, wie man vernimmt, von den ca. 600 zum Militär gestellungspflich tigen hiesigen jungen Leuten etwas über 400 zum einjährigen freiwilligen Dienst gemeldet. Hierbei wollen wir noch darauf aufmerksam machen, daß die Zahl der Freiwilligen bei der überhaupt ver langten Zahl Militärpflichtiger nicht in Rechnung kommt und daß Diejenigen, welche zum freiwilligen Dienst zugelassen sind, nicht sofort einzutreten haben, sondern dieß zu jeder beliebigen Zeit, jedoch vor vollendetem 23. Lebensjahre, thun können.

Coburg. Der gemeinschaftliche Landtag für Coburg⸗Gotha hat bei Annahme des Wahlgesetzes zum norddeutschen Reichstag ein Gesetz über Diäten für diesseitige Reichstagsmitglieder mit großer Majorität beschlossen, trotz der Erklärung der Minister, daß das Wahlgesetz dann nicht sanctionirt und ein anderes ohne eine solche Be stimmung und ohne Garantie der Redefreiheit octrohirt werden würde.

Würtemberg. In Stuttgart ist ein Schriftchen:Zum Verständniß der deutschen Frage, mit zahlreichen, theilweise bisher nicht ge- druckten Actenstücken erschienen, welches eine Menge angeblicher Enthüllungen über die ein⸗ leitenden Schritte zu der preußischen Politik dieses Sommers enthält. Es wird darin nachzuweisen versucht, daß der Krieg hauptsächlich zur Beseitigung des innern Conflicts unternommen worden sei.

Oesterreich. Von der in Oesterreich herr⸗

schenden Mißstimmung und Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Regierungsweise kann das nach stehende Bruchstück aus der Sitzung des nieder oͤsterreichischen Landtages vom 28. v. Mts. ein schwaches Bild geben. Es wird von da berichtet: Der Abgeordnete für die Stadt Wien, Dr. Bauer, bekannt wegen der Mäßigung seiner Ansichten und Ausdrucksweise, erging sich diesmal in den stärksten Ausfällen gegen die Regierung. Die Regierung, sagte er, allein ist Schuld an der Katastrophe von Königgrätz, sie hat den Krieg vielleicht darum gewollt, weil sie sich stark genug fühlt, die Schmach allein zu tragen. Unsere In dustrie ist ein galvanisirter Leichnam, die Agricultur ein dahinsiechendes Experiment, Wohlstand und Credit sind untergraben, Oesterreichs Ansehen nach Außen ist geschwächt, der Nationalitätshader hat zugenommen, die Richtung der Völker ist centrifugal. Es hat um ein Haar gefehlt, daß die Hohenzollern auf dem Throne der Habsburger in der Kaiserburg zu Wien regierten. Oesterreich befindet sich auf einer schiefen, ins Belcredi'sche übersetzt: auf einer freien Bahn, auf welcher es Gefahr läuft, in den Abgrund hinabzukollern. Wir wollen nicht, daß unser bildungsfähiges Volk in eineMenagerie von Trotteln(Cretins) ver wandelt werde, daß unsere, mit den Geschicken Oesterreichs so eng verflochtene Dynastie, die mit Rudosph von Habsburg begonnen, mit Rudolph dem Kinde ihr Ende nehme.(Bravo! Bravo!) Eine Umkehr in der Politik Oesterreichs ist dringend nöthig, soll Oesterreich nicht zu Grunde gehen.

Zu den vielen sich widersprechenden Nach richten über den Aufenthalt und über die Absichten des Kaisers Maximilian von Mexilo bringt das Neue Fremdenblatt aus Wien folgende Mit theilung: Graf Bambelles ist gestern von Triest nach Gibraltar gereist, um den Kaiser Maximilian zu empfangen, welcher zwischen dem 10. und 15. Dezember eintrifft.

Frankreich. Nach Andeutungen franzö sischer Blätter nimmt man an, daß die Armee reorganisation im Prinzip festgestellt sei und daß die Streitkräfte in drei Categorien eingetheilt würden: 1) Die active Armee, 2) die Reserve, 3) die mobile Nationalgarde Die neue Or- ganisation würde eine ständige Armee von 400,000 Mann und nöthigenfalls eine Streitkraft von 800,000 Mann rüstiger Mannschaft liefern.

Der Herzog von Nassau ist in Paris ein- getroffen und soll beabsichtigen dort bleibend seinen Wohnsitz zu nehmen.

DiePresse gibt eine nicht uninteressante Zusammenstellung der Besoldung der höchsten Chargen in der französischen Armee. Ein Marschall, der gleichzeitig ein Obercommando begleitet, bezieht heutzutage, im Ganzen geuommen, eine jährliche Summe von 175,000 Fr., nämlich: freie Wohnung 12,000 Fr., Gehalt als Mar schall 30,000 Fr., Dotation als Senator 30,000 Fr., Gehalt als Obercommandant

40,000 Fr., Repräsentatlonskosten 48,000 Fr., für Bureaukosten 12,000 Fr., Großkreuz der Ehrenlegion 3000 Fr., zusammen 175,000 Fr. Ein Divisionsgeneral in activem Dienst bezieht 15,000 Fr., ein Brigadegeneral in activem Dienst bezieht 10,0 Fr. Verglichen mit der Be soldung der Präfecten bezieht ein obercomman dirender Marschall%̈ so viel Gehalt, als ein Präfect erster Classe(40,000 Fr.), ein Divisions- general dagegen 5000 Fr. weniger, ein Brigade general nur halb so viel, als ein Präfect dritter Classe(20,000 Fr.)

Großbritannien. Am 3. Dezember fand in London ein s. g. Reform-Aufzug statt, an dem sich ca. 30,000 Menschen betheiligten. Die Ruhe wurde nirgends gestört, wenngleich die Massen schon 9 Uhr Morgens an verschiedenen Punkten der Hauptstadt Aufstellung nahmen, um von da aus mit Musik und Fahnen nach dem im westlichen Theile der Stadt gelegenen Ver ammlungsorte zu ziehen. Die Demonstration ist gegen die conservative Regierung des gegen wärtigen Ministeriums Derby gerichtet

Italien. Rom. Das 85. französische Re⸗ giment ist heute Morgen von hier abmarschirt, um nach Frankreich zurückzukehren. DerOsser vatore dementirt das Gerücht, daß der Papst die Initiative ergriffen hätte zu neuer Verhandlung mit der italienischen Regierung wegen der religiö sen Angelegenheiten des Landes; der Papst werde

ge schehen, komme es aber dem Papste nicht zu, seinerseits die Initiative zu ergreifen.

Xx Atrowroot-Kinderzwieback von Friedrich Röhrich.

Unter den Kuderernäbrungsmitteln, wie sie unsere Zeit und die Nothwendigkeit zur Anwendung bringt, hat sich genanntes Fabrikat äußerst rasch und mit außer⸗ ordentlichen Erfolgen eingeführt und sich in den vielen Fällen, wo die Ernährung keiner Kinder obne Mutter- misch bewerkstelligt wird, unentbehrlich gemacht. Die Derstellung diefes vortrefflichen Fabrikats, auf das wiederholt aufmerkfam zu machen wir uns als ein Verdienst anrechnen dürfen, verdanken wir der berühmten Geburtshelferin und promodirten Doctorin, Frau Pro⸗ fesser Dr. Heidenreich, geb. v. Siebold in Darm⸗ stadt, nach deren reichen Erfahrungen und Angaben der Arrowrook Kiaderzweeback von Herrn Hofmacaronifab⸗ rikanten Frredrich Röhrich gefertigt und von der gevannten Woblthäterin mit eminentem Erfolge in ihrem großen Wirkungskceise, der sich in ihter Eigen⸗ schaft als Geburtshelferin, selbst nach England, Rußland und Frankreich erstreckte, angewandt wurde. Die bech⸗ verdiente Frau, deren reiches Leben den Kinderg und Müttern ausschließlich gewidmet war, suchte dem Be⸗ dürfniß abzubelfen und ein kräftigendes Mlitel für kleine Kinder herzustellen, welche die Muttermilch entbehren müssen oder selche nicht reichlich genug erhalten, was ihr mit Unterstützung des berrn Röhrich, der mit der Zusammensetzung der ver⸗ schiedenen Bestandtheile des Fabrikats beiraut wurde, und gegenwärtig den im Verkehr befindlichen Arrow⸗ root⸗Zwieback fabrizirt, vollständig gelang. Vorab jedoch dadurch, daß sie ein Kindernahrungsmittel schuf, welches frei von jeder Säure, leicht verdaulich,

sehr u kräftigend, äußerst wohlschmeckend und

das gut genährte Vieh liefert aber mehr und besseren Dünger, und anzupassen. Auf kalkigen Bergabhängen, auf mageren, kalkhaltigen Boden⸗

mit mehr Dünger kann man auf der Hälfte Landes so viel ernten, als arten, selbst auf bei schlechter Fütterung und wenig Dung auf dem ganzen Areal.

man mit Vortheil

Boden, dessen Untergrund aus Steingeröll besteht, baut noch Esparsette; auf Sandboden:

Spörgel,

nie sein Ohr Vorschlägen verschließen, welche der Religion günstig sind; nach dem, was in Italien

Wie viel Futter soll man aber denn nun eigentlich bauen?

Gewöhnlich rechnet man, daß bei sehr reichem guten Boden/ von der Gesammtfläche des Gutes, dagegen bei leichteren und schlechteren Bodenarten die Hälfte des ganzen Areales dem Viehstande, d. h. den Wiesen und dem künstlichen Futterbau(Klee, Wurzel- und Knollen gewächsen, in so weit dieselben verfüttert werden), zu gehören habe. Wer demnach ein Gut von 90 Morgen des besten Landes bewirthschaftete, müßte 30 Morgen bloß dem Futterbau(Wiesen mit inbegriffen) widmen, bei leichterem und schlechterem Boden dagegen 45 Morgen.

In Deutschland hat man seither die Viehproduktion bloß als Mittel, die Pflanzenproduktion als Zweck der Land wirthschaft betrachtet, und daher dem Futterbau eine oft zu geringe Ausdehnung gegeben. In England dagegen, wo man die Viehzucht mehr als Zweck und den Pflanzenbau als Mittel der Landwirthschaft ansieht, bestellt man jetzt in der Regel nur 40% des Bodens mit verkäuflichen Pflanzen und 60% mit Viehfutter, während man noch zu Anfange dieses Jahrhunderts 500% des Bodens zu Viehfutter und 50% zu Getreide und andern Pflanzen verwendete. Man sieht daraus, welch' außerordentlichen Aufschwung die Viehzucht in diesem Lande genommen hat. So viel über die Aus-

dehnung des Futterbaues.

Aber auch die Art des Futter baues ist den Localverhältnissen

Lupin en, Sandluzerne, Serradellaz auf einem guten, etwas kalk⸗ haltigen, tiefgründigen und mäßig gebundenen Lehmboden in warmer Lage: Luzerne; auf einem etwas mehr gebundenen Lehmboden; rothen Klee; auf geringerem, mehr sandhaltigem, trockenem Boden: Incarnat⸗ kleez auf kräftigem, tiefgründigem, nicht an Nässe leidendem Boden: Futtermais, namentlich Pferdezahn⸗Mais; in trockenen Sommern, wo keine Saat von Futterpflanzen gelingen will: Buchweizen u. s. w.

Gute Bearbeitung, dichte Saat, reichliche Dung, Reinheit ves Ackers, sind zur Erlangung großer Futtererträge unbedingt erforderlich. Dabei muß durch rechtzeitige Aussaat und zweck- mäßige Auswahl der Futterpflanzen dafür gesorgt werden, daß das Vieb vom beginnenden Frühjahr an bis zu eintretendem Froste keinen Mangel an Grünfutter hat. Als sehr frühes und gutes Grün⸗ futter empfehlen sich z. B.: Staudenroggen, namentlich Johannis- Staudenroggen und Winter rübsen, dann Incarnatklee und Luzerne. Später im Mai kommt der deutsche⸗ oder rothe Klee, der sobald gemäht werden sollte, als ihn die Sense faßt, damit der zweite Schnitt rechtzeitig nachkomme. Zur Vorsicht sät man im April und zwar in 3 Perioden, Anfang, Mitte und Ende April, Wickhafer und auf leich teren Boden Spörgel. Man wird auf diese Weise recht gut ausreichen

bis Mitte August, wo der zweite Klteschnitt verfüttert sein wird.

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