Ausgabe 
29.12.1866
 
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Nrucht:

Beilage zum Anzeiger für Oberhessen.

103.

SS

Con curssach e. Nit Oer Handelsmann Jakob Kahn. von Döring deim bat dabler angezeigt, daß sein Vermögen über⸗ schuldet sel. Es wird deshalb zur Abwendung des förmlichen Concurses Termen auf den 7. Januar k. J., von Morgens 9 bis 10 Uhr, zum Güteversuch anberaumt, und baben sich dazu dessen Gläubiger einzufinden und ihre Forderungen anzumelden und zu begründen. Die nicht erscheinenden Glaͤubiger werden als den Beschlüssen der Mehrheit beitretend betrachtet. Hanau den 12. Dezember 1866. Königliches Justizamt II. oͤste r. vdt, Frankenberg.

Taubstummen⸗Justitut.

2755 Forderungen an unsere Anflalt oder einen ibrer Zöglinge wolle man durch Einreichung der detr. Rechnung noch im Laufe dieses Jahres bei uns anmelden. Friedberg den 22. December 1866. Großherzogliche Direetton des Taubstummen-Instltuts Dr. Natthslas.

Versteigerung. 2765 Wegen Concurs des Jacob Rübsamen in Rockenberg soll dessen Hofratthe nebst 3 Morgen Aecker, in der Gemarkung Rockenderg gelegen, Dienstag den S. Januar 1867 auf dem Gemeindebause daselbst durch Großb. Ortsgerichtsvorsteher Mittags 1 Uhr versteigert werden. Die Hofraithe besteht in Wohnhaus, Stallung, Scheune, Brennbaus und Garten. Bemerkt wird, daß die Hofraithe eine der größten und schönsten zur Oeco⸗ nomse in Rockenberg ift. Die Bedingungen können bel Großh. Ortsgericht in Rockenberg eingeseben werden.

Rockenberg den 26. December 1866. Franz Josepb Dtetz, Massecurater.

Arbeits-Versteigerung. 2759 Montag den 31. December d. J., Vormittags 10 Uhr, soll in unserem Geschäftslocale die zur Um⸗ deckung des unteren Daches auf dem Hohen ⸗Thurm da⸗ bier erforderliche Dachdeckerarbeit veranschlagt zu 244 fl. 8 kr. an den Wenigstnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Voranschlag und Versteigerungs⸗ bedingungen find vor der Versteigerung zur Einsicht aufgelegt. Friedberg den 25. December 1866. Großherzogl. Kreiebauamt Friedberg. In Verhinderung des Großh. Kreisbaumelsters: Naumann, Großberzoglicher Kreisbauaussehber.

Stammholz⸗Versteigerung. 2781 Donnerstag den 3. Januar 1867, von Vornuttags 10 Uhr an, werden in biesigem Stadtwalde, Schlag Bauwald, 59 Stück Eichen Baustämme von 20 bis 507 Länge und 15 25 mittlerem Durchmesser meistbietend versteigert.

Nauheim an 7. Dezember 1866.

Großherzogliche 477 Nauheim Rieß.

Wer Pienenstöckt abzusetzen hat! 2762 Bei dem Unterzeichneten werden 30 Stück Blenen⸗ flöcke zu den höchsten Preisen angekauft, sowle nähere Auskunft ertheilt Franz, Großberzogl. Föͤrster

zu Ober-Ros bach.

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* Braunkohlenverhauf.

2764 Vom 2. Januar 1867 an werden auf dem Großherzoglichen 1 12 kr. à Ctr.( 14 Stück) gegen Baarzablung und H Aach N 0 Für die gegen Einlage vorschriftsmäßiger Bürgscheine vom 2. Januar bis Ende März 1867 bezogenen Braunkohlen wird Zahlungofrist bis Ende Jun 1867 bewilligt. Die Abnehmer auf Credit wollen die Gegen- scheine, welche ihnen det Eiplage eines Bürgscheins zugestellt werden, bei sedem Kohlenbezug mitbringen und dem Großherzoglichen Bergkassier Winter vorzeigen, damit der jedesmalige Bezug eingetragen werden kann. Bet der Zahlung der Creditsummen an Großherzoglicher Bergkasse zu Friedberg find diese Gegenscheine gleich falls vorzuzeigen. Dorhelmer Bergwerk den 24. December 1866.

Großherzogliches Bergamt Dorheim Storch.

DerWetterauer Bote

2757 erscheint auch im nächsten Quartal dreimal wöchentlich am Sonntag, Mittwoch und Freitag und wird, wie seit den 11 Jahren seines Bestehens auch serner ein treues Organ der Volkssache sein. Auf der durch die geschichtlichen Thatsachen der letzten Zeit gewonnenen Grundlage bält er die bundesstaatliche Elntgung des ganzen deutschen Volkes und dle freiheitliche Entwicklung unserer inneren Zustände als seine Ziele fest und wird dafür in seinen Kretsen und nach seinen Kräften zu wirken suchen, insbesondere wird er der Pebung der Volkbildung durch Verbesserung der Volksschulen und unabhäntgere Stellung der Lehrer seine stete Aufmerksamkett widmen. Leitartikel, eine sorgfältige Ueberficht der Tagesgeschichte, zahlreiche Mit tbellungen aus dem Großherzogthum und landständische Berichte, vermischte Nachrichten, Notizen über Handel, Industrie, Märkte ꝛc., ein Feuilleton, welches Erzählungen, Aufsätze aus der Naturkunde ꝛc. bringt, bilden den Inhalt des Wetterauer Bofen. Namentliche Aufmerksamkeit werden wir demnächst der Entwicklung des Nord⸗ deutschen Bundes und den Verbandlungen des künftigen Parlaments widmen.

Der Preis beträgt vierte jährig in Vutzbach und dessen Umgebung 42 kr., durch die Post bezogen 45 kr.

Damit die Zusendung keine Unterbrechung erleidet, bitten wir die Bestellungen auf den Postexpeditionen oder bei den Landpostboten, bei welchen auswärts nur abonnirt werden kann, alsbald zu machen; den Abonnenten in bies. Stadt und Umgegend wer en wir den Wett. Boten, wenn eine Abbestellung nicht er⸗ folgt, in seitheriger Weise übersenden.

Inserate finden weite Verbreitung, da fich der Leserkreis des Wett. Boten nicht allein über die drei Provinzen des Großherzogthums Hessen, sondern auch die angrenzenden Bezirke erstreckt. Wir berechnen die Petit- zeile oder deren Raum zu 3 kr. und bewilligen bei mehrmaligem Einrücken entsprechenden Rabatt.

Butzdach im Dezember 1866. Die Erpedition des Wetterauer Voten.

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ueber die Einführung von Maschinen.

Von Dr. Henkelmann.

Ludwig XIV. sagte einst dem Erfinder einer Maschine, der um Unter⸗ stützung seiner Erfindung bat:Ich suche die Mittel, das Volk nach seinen Fähigkeiten zu beschäftigen und den Wohlstand des Arbeiters zu

Was in der neuesten Zeit Blut und Eisen in der Politik, das bewirkte Dampf und Eisen in allen Theilen des Verkehrslebens, in Industrie, Landwirthschaft, Schifffahrt und Handel. Mit Hülfe der Dampfmaschinen war es möglich an Orten Fabriken zu gründen, denen es vorher an Betriebs kräften fehlte, Eisen und Steinkohlen aus Tiefen zu fördern, die vorher gar nicht bebaut werden konnten, durch mächtige Gebläse für Hoch- und Puddelöfen, durch großartige Hammer- und Walzwerke das Roh-, Schmiede- und Walzeisen in ungeheurer Masse zu

produciren, womit die Grundlage zu all den Fortschritten in der materiellen Welt gelegt war, welche uns heute in Erstaunen setzen und bei denen es

auf nichts weniger abgesehen ist, als den Menschen von schwerer Hand arbeit zu befreien und ihm die Naturkräfte, als Sclaven, dienstbar zu machen. Mit Recht nennt daher ein französischer Schriftsteller die Ma- schinen⸗Ausstellungendie Sclavenmärkte des civilisirten Europa und Honegger sagt in seiner umfassenden SchriftLiteratur und Cultur des 19. Jahrhunderts:Es ist wohl der riesenhafteste Umschwung in der Weltgeschichte, den wir seit einem Jahrhundert durchmachen, der Uebergang von der Hand- zur Maschinenarbeit im Großen.

Trotzdem hat wohl noch nie eine eingeführte Verbesserung mehr verschiedene Meinungen für und gegen sich hervorgerufen, als die Ein führung von Maschinen. Schon Colbert, der berühmte Finanzminister

Unglück in ein Glück zu verwandeln.

begründen, will ihn aber nicht seiner Beschäftigung berauben. Diese Ansicht wurde von den meisten Staatenlenkern bis zu Friedrich dem Großen und noch später adoptirt. Man betrachtete die Maschinen als ein Uebel, welches Tausende von Arbeitern um Brod und Verdienst bringe. Auch berühmte Nationalökonomen sprechen sich gegen die Maschinen aus. So sagt z. B. der Historiker und Nationalökenom Sismondi:Es ist besser, daß die Gesellschaft aus Virgen, als aus Dampfmaschinen besteht und an einem andern Orte:Jede technische Vervollkommnung, durch welche Arbeit erspart wird, ist bei unserer socjalen Einrichtung dann eine Calamität, wenn die Production der Consumtion ohnehin genügt, weil dadurch nur die Genüsse des Consumenten etwas wohlfeiler werden; es ist aber unerlaubt, den Vortheil der Wohlfeilheit gegen den der Existenz aufzuwägen. Aehnlich äußert sich darüber der belaunte Professor L. Stein in seiner Rechtsphilosophie:Der Aufschwung, den die Industrie durch die Maschinen erhalten hat, ist ein Gewinn für das ganze der Production, aber ein Nachtheil für die Vertheilung des Vermögens und für die Er haltung eines selbstständigen Mittelstandes. Bis jetzt war die Anwendung von Maschinen, weil sie die Arbeit entbebrlich machen, eine Calamität für das menschliche Geschlecht, und wir müssen noch lernen, sie aus einem Andere wie z. B. Marlo be zeichnen die Maschinen wieder alsden höchsten Triumpf des menschlichen