Ausgabe 
5.12.1866
 
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Dr 2

Johann von Sachsen tagenden, zahlreich aus allen deutschen Ländern be⸗

ist zwar ebenso geschmackvoll als zweck, nehmigt. In der Sitzung vom 1 Dez. kam es bei Berathung über den Etat des Ministeriums des Innern zu heftigen Erörterungen zwischen den Abgeordneten v. Unrich, v. Hennig, Jung und v. Hoverbeck und dem Minister Grafen zu Eulen burg über die Stellung der äußeren und inneren Politik Preußens, welch' letztere scharfen Tadel erfuhr. Es wurde ausgeführt, daß ein liberaler Umschwung in der inneren Politik schon der neuen Landestheile wegen nothwendig sei.

Während die offieiösen Blätter in den letzten Tagen den Gesundheitszustand des preu⸗ ßischen Premiers als durchaus zufriedenstellend gemeldet haben, hört man andererseits, daß die Gerüchte von einem ernstlichen Uebelbefinden des selben keineswegs auf Uebertreibung beruhen.

Graf Bismarck ist mittlerweile am Abend des 1. Dez. nach Berlin zurückgekehrt und wurde am Bahnhofe vom Präsidenten des Herrenhauses Graf Stolberg u. A. empfangen.

Finanzminister v. d. Heydt ist von einem Schlaganfalle betroffen worden, dessen Folgen jedoch von keiner Bedeutung sein sollen, so daß er schon in den nächsten Tagen wieder vollständig

bauses mäßig und macht dem Erbauer alle Ehre, jedoch

wird man sich nie damit aussöhnen können, daß dasselbe unbegreiflicherweise gerade so gestellt werden mußte, um dadurch unsere schönste Zierde, den groß artigen herrlichen Sprudel, gleichsam einzusacken und dessen imposanten Anblick von der Eisenbahn aus so vollständig zu verdecken. Mag deßhalb die Ausführung des Baues noch so geschmackvoll und zweckmäßig sein, er ist und bleibt ein Bau des Anstoßes für Alle, welche der Meinung sind, daß der Anblick des Sprudels durch die Bade⸗ bäuser nicht hätte beeinträchtigt werden sollen. Gießen. Aus Anlaß der in Gießen brachte das Frkf. Journ. einen Artikel, welcher sich im Allgemeinen über die Stimmung in Oberhessen verbreitet und Ansichten darlegt, denen man in der Provinz vielfach be gegnet und die deßhalb hier wohl Platz finden dürften. Es heißt dort:Sympathien für Oester reich im Gegensatze zu Preußen haben die Ober hessen nicht, ausgenommen Ultramontane. Man wollte bier die preußische Führung in der mili tärischen und diplomatischen Action. Aber man wollte dabei in treuer Anhänglichkeit an das hergestellt sein dürfte. angestammte bessische Haus dard aus keine Zdwischen dem Ministerium und den liberalen Annexion, deren Anhänger so weng mitzählen,. Parteien des Abgeordnetenhauses treten in den als die österreichisch Gesinnten; man wollte inneren Fragen bereits Differenzen zu Tage, namentlich keine Zerstückelung und Verkleinerung welche die Regierung wenigstens für jetzt nicht des Landes. Man meinte(und das große Preußen erwartet hatte. Die ministeriellen und feudalen wird ja wohl den Ausdruck wirklicher Zustände Organe sind darüber sehr ungehalten und schlagen ertragen lönnen), Preußen hätte seine Macht- einen immer drohender werdenden Ton an, der stellung zu seinem und Deutschlands Besten auch bekundet, daß man einen ernstlichen Conflikt für erreicht, ohne daß es unserem kleinen Lande das unvermeidlich hält. Hinterland, Stücke des Kreises Gießen und die Hinsichtlich der Dotationsfrage kann die Landgrafschaft Homburg abnahm Großmuth Verständigung zwischen der Staatsregierung und hätte die Hessen vollständig gewonnen. Statt dem Abgeordnetenbause als gesichert betrachtet dessen hat sich in Gießen und wohl in ganz werden. Die Staatsregierung gibt zu, daß nicht Oberhessen ein mehr bessischer Standpunkt gebildet, bloe Heerführer, sondern auch Staatsdiener mit der zwar ein ehrenvolles Bündniß mit Preußen, Dotationen bedacht werden sollen, wie sie ferner aber keine bedingungslose Unterordnung will. auch bereit ist, die Namen der zu Dotirenden Mainz. An Stelle des verst. Generalvicars der Commission vertraulich zu nennen. gennig wurde Domkapitular Moufang ernannt. Durch Beschluß des Herrenhauses ist Graf Preußen. Berlin. Das Abgeordneten⸗ Westfalen, der sich der Unterthanenpflicht gegen baus beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 28. den König entbunden erachtet hatte, seiner Eigen mit den Besoldungserhöhungen. Auf Antrag des schaft als Mitglied des Herrenhauses für ver⸗ Abg. Duncker wurden die für Geholtserhöhungen lustig erklärt worden. f der Minister, Ministerialdirectoren und anderer Die officiöse Presse versichert, die neu oberen Beamten bestimmten 50,300 Thlr ge- erworbenen Länder würden durch ihre Verbindung strichen und diese Summe dem Fonds zur Ver⸗ mit Preußen eine größere Steuerlast als bisher besserung der Unterbeamten zugesetzt. in keinem Falle zu ertragen haben, und behauptet, In der Sitzung des Abgeordnetenhauses die Hannoveraner, könnten sich eher auf eine vom 30. v. M. griff der Abg. Lasker die Amts- Herabminderung ihrer Abgaben gefaßt machen. tätigkeit des Justizministers sehr scharf an, Das wird den Hannoveranern lieb sein. welcher seinerseits solche, die gegenseitigen Ver Hannover. Die Anordnungen in Betreff hältnisse nicht fördernde Persönlichkeiten beklagte. des Verfahrens gegen die hannöverschen Offiziere Die Positionen des Ordinariums wurden ge- stößt auf die bedenklichsten Schwierigkeiten. Der

Wahlbewegungen

Civilcommissär v. Hardenberg ist deßhalb nach Berlin gereist.

Frankfurt. Das neueste Amtsblatt ent- hält mehrere königl. Verordnungen, welche verfügen, daß die Ernennung der richterlichen Beamten und der Beamten der Staatsanwaltschaft künftig durch den König, die Bestellung der Notare und Advo katen durch den Justizminister erfolge; sodann die Bestellung des Obertribunals zum Cassations hof für Strafsachen, schließlich eine den drei jährigen freiwilligen Dienst betreffende Be kanntmachung, wonach die Militärpflichtigen sich die Waffengattung und den Truppentheil selbst wählen können. Anmeldungen haben bis zum 5. Dezember d. J zu geschehen.

Seit dem 15. Nov. erscheint dahier ein neues politisches BlattFrankfurter Zeitung, welche als eine Fortsetzung der früherenNeuen Frankfurter Ztg., betrachtet werden kann. Die mittlerweile in Stuttgart erschieneneDeutsche Zeitung wurde gleichzeitig mit erstgenanntem Blatte verschmolzen und erhalten deren Abonnen- ten dieFrankf. Ztg. zur Fortsetzung.

Die Nummer 335 des Frankfurter Jour⸗ nals wurde dahier am Abend des 1. Dez. in den öffentlichen Localen von Polizeibeamten con- fiscirt. Die Beschlagnahme erfolgte wegen eines Artikels aus Wien, worin ein Bericht über die Rede Kuranda's im niederösterreichischen Land tage enthalten war.

Wiesbaden. Einer Bekanntmachung der königl. Regierung zufolge wird ein Preis von hundert Gulden Demjenigen ausgezahlt, welcher vas Anwerben und Mitnehmen von Kindern unter 18 Jahren zum Musiciren und Hausir- handel 1c. im Auslande zur Anzeige bringt.

Sachsen. Die unverzügliche Ausstellung der Wahllisten zum Reichstag des norddeutschen Bundes ist durch Ministerialverordnung verfügt.

Die Regierung hat der Kammer das neue Militärgesetz vorgelegt. Dasselbe bestimmt allgemeine Wehrpflicht ohne Stellvertretung. Bei Ueberschuß von Wehrpflichtigen über den Bedarf soll Ausloosung stattfinden. Die In⸗ fanterie soll drei Jahre im activen Dienste stehen, dann vier Jahre zur Reserve und weitere fünf Jahre zur Landwehr gehören. Bei der Cavallerie und Artillerie dauert vie active Dienstzeit vier Jahre, die Ausgedienten gehören dann noch drei Jahre zur Reserve und weitere vier Jahre zur Landwehr. Einjährige Freiwillige werden zuge⸗ lassen.

Die Differenzen über den Friedensver⸗ trag sollen durch das Fallenlassen der säcksischen Ansprüche erledigt sein.

Baden. Die Badener Spielbank ist vor⸗ läufig auf ein weiteres Jahr dem Pächter über⸗

Das germanische Nationalmuseum in Nürnberg ist eine Anstalt, welche schon jetzt als eine der bedeutsamsten Aeußerungen deutschen Gemeingeistes angesehen werden muß, denn wie es ihre Aufgabe ig, ein Mittelpunkt zu werden zur Belehrung und Uebersicht über die gesammte nationale Literatur, Kunst, Geschichte und Kultur vor läufig, und bis in der Folge auch die späteren Zeiten die gebührende Berücksichtigung finden können, bis zur Zeit des westphälischen Friedens oder in runder Zahl bis zum Jahre 1650 so ist sie auch unter der Theilnahme und Unterstützung aller Stämme und Stände unseres Volkes

entstanden und zu ihrer jetzigen Blüthe gediehen. Ins Leben gerufen von Freiherrn Dr. von und zu Aufseß wurde das germanische Museum auf einer vom 16. bis 19. August 1852 zu Dresden, unter dem Vorsitze des damaligen Prinzen, jetzigen Königs

liche

suchten Versammlung von Geschichts⸗ und Alterthumsforschern als begründet

erklärt.

Als der dreifache Zweck desselben wurde in den Satzungen angegeben:

1. ein wohlgeordnetes Generalrepertorium(Verzeichniß) über das ganze Quellenmaterial für die deutsche Geschichte, Literatur und Kunst, vor läufig von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1650 herzustellen;

2. ein diesenm Umfange entsprechendes allgemeines Museum zu errichten, bestehend in Archiv, Bibliothek, Kunst⸗ und Alterthumssammlung;

3. beides nicht nur allgemein nutzbar und zugänglich zu machen, sondern auch mit der Zeit durch Herausgabe der vorzüglichsten Quellenschätze und belehrender Handbücher gründliche Kenntniß der vaterländischen Vorzeit zu verbreiten;

und die Leitung der Geschäfte wurde einem Vorstand übertragen, wel-

wolle, daß im

Kreisen fand und fi 0 stützung, wie der geneigte Leser aus der einen Mittheilung erkennen Jahre 1864) dem germanischen Museum aus Staats- und Landeskassen 8206 fl. 40 kr., geistlichen Corporationen, Schulanstalten u. s. w. 3720 fl. 11¼ kr., von regierenden Häusern 2772 fl. 9 kr.,

chem 24 Beisitzer aus den Reihen deutscher Fachgelehrten als wissenschaft⸗ Rathgeber und als Controle zur Seite stehen und die nöthigen Be⸗ amten mit Kanzlei und Dienstpersonal beigegeben sind.

Am 28. Juli 1853 wurde das germanische Museum nach von Hrn. v. Aufseß gemachter Vorlage von der Bundes versammlungals ein für die vaterländische Geschichte wichtiges, nationales Unternehmen der schützenden Theilnahme und woblwollenden Unterstützung der höchsten und hohen Regierungen empfohlen, und am 4. Januar 1855 wurde demselben die in 6000 Bänden bestehende Bibliothek des früheren Parlamentsin

Bezeugung der dem Instltute fortwährend gewidmeten Theilnahme über⸗ wiesen. Die unmittelbare Folge dieser Bundesbeschlüsse war, daß es sech

fast alle deutschen Fürsten und Regierungen angelegen sein ließen, theils durch Geldspenden, Kunstgegenständen, theils durch die Nationalanstalt in ihrem Streben zu fördern. f

Doch nicht blos in den höchsten, sondern vielmehr in allen ndet das nationale

theils durch Geschenke an Büchern und Mittheilungen aus den Archiven u. s. w.

Werk gleich begeisterte Unter⸗

aus Stadt- und Gemeindekassen, von

von mediatisirten Häusern 989 fl.

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) Wir wählen das Jahr 1864, weil in dem Berichte über dieses Jahr die betreffenden Zusammenstellungen gemacht sind. Di bedeutender, indem nicht nur die ständigen Gaben sich namhaft erhöht hatten, son⸗ dern auch verschiedene Stiftungen zu besonderen Zwecken gemacht worden waren z. B. zum Aukauf der Freih. v. Aufsessischen Sammlungen 56,557 fl. 30 kr., dabei 50,000 fl. von König Ludwig J. von Bayern.

Die Beiträge im Jahre 1865 waren noch viel

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