Ausgabe 
3.10.1866
 
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Darmstadt

27. d. M. sind die auf Kriegsdauer angestellten eine reiche Ernte gehalten.

Gemäß Cabinetsordre vom wundeten, die hier zurückgeblieben, ohnehin schon

Kurfürsten abgeschlossenen Vertrag u. A. folgende Bestimmungen:Der Kurfürst erhält sofort ein

Bis zum Schluß

Aerzte und übrigen Militärbeamten vom 1. Oct. des vorigen Monats starben hier, sowie in Merr- Capital von 600,000 Thlr., Se. Königl. Hoheit an ihres Dienstes enthoben, und treten in ihre leben und Kirchheilingen, 11 Offieiere(wovon behalten die Revenüen des Hausschatzes, ziehen

frühere Stellung wieder zurück. g

Der Großherzog von Baden hat Hrn. Dr. Hillebrand in Rödelheim, früherer Professor an der Universität Zürich, den Charakter als Honorar-Professor in der juristischen Facultät der Universität Freiburg verliehen

Friedberg. Am Vormittag des 28. Sept. passirten 2 Schwadronen des Großh. II. Reiter⸗ regiments unsere Stadt auf dem Marsche in ihre Garnison Butzbach, wofelbst die Truppen herzlich empfangen worden sind.

Nauheim. Das hiesige Stationsgebäude der Main-⸗Weser-Bahn war während zweier Tage, am 30. Sept. und 1. Okt., mit einer preußischen Fahne geschmückt. Die Veranlassung hierzu ist nicht bekannt geworden.

Berlin. Das Haus der Abgeordneten hat einem von der Regierung vorgelegten Gesetz entwurfe, betreffend den Verkauf der west phälischen Staats-Eisenbahn, die Ge nehmigung veesagt und wurde die Vorlage be sonders bekämpft von den westphälischen und niederrheinischen Abgeordneten, indem sich die selben nicht gegen den Uebergang der Bahn in Privatbesitz überhaupt aussprachen, sondern nur den gegenwärtigen Moment und die vorliegenden Bedingungen zur Veräußerung nicht für geeignet halten. Man nimmt an, daß, falls eine Vorlage über die Veräußerung nicht blos der westphälischen Bahn, sondern aller Staatsbahnen zwischen Frank⸗ furt a. M. und Emden eingebracht werden würde, eine große Majorität sicher sein werde. Der Handelsminister erklärte die Veräußerung einzelner Bahnstrecken in den neuerworbenen Landestheilen für nicht unmöglich. Unter den vielen Per sonalveränderungen in der preußischen Armee finden wir die unter den vorliegenden Verhältnissen beachtenswerthe Nachricht, daß Prinz Heinrich von Hessen zum Commandeur des 2. Garde Ulanen⸗Regiments ernannt worden ist. Der Minister des Innern beantragte in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 26. Vertagung des Hauses bis zum 17. Nov., welchem Antrage ohne Discussion zugestimmt wurde. In gleicher Weise geschah dies im Herrenhause.

Das Gesetz, betrff. die Vereinigung des Königreichs Hannover, des Kurfürstenthums Hessen, des Herzogthms Nassau und der freien Stadt Frarkfurt mit der preußischen Monarchie lautet: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ꝛc., verordnen mit Zustimmung beider Häuser des Landtages was folgt:§. 1. Das Königreich Hannover, das Kurfürstenthum Hessen, das Herzogthum Nassau und die freie Stadt Frankfurt werden in Gemäßheit des Artikels 2 der Verfafsungs-Urkunde für den preuß. Staat mit der preuß. Monarchie für immer vereinigt. §. 2. Die preuß. Verfassung tritt in diesen Landes- theilen am 1. Oktober 1867 in Kraft. Die zu diesem Behufe nothwendigen Abänderungs⸗, Zusatz und Ausführungsbestimmungen werden durch be⸗ sondere Gesetze festgestellt.§. 3. Das Staats⸗ ministerium wird mit der Ausführung des gegen wärtigen Gesetzes beauftragt. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und bei⸗ gedruckten Königl. Insiegel. Gegeber Berlin, 20. Sept. 1866.(L. S.) Wilhelm. Graf v. Bismarck⸗Schönhausen. Freiherr v. d. Heydt. v. Roon. Graf v. Itzenplitz. v. Mühler. Graf zur Lippe. v. Selchow. Graf zu Eulenburg.

Hannover. Die Hannover'sche Gesetz⸗ sammlung verkündet das Gesetz über die Ver- einigung Hannovers mit Preußen. Das Gesetz tritt sofort mit der Verkündigung in Kraft. Die Ausführungs⸗Bestimmungen bleiben vorbehalten. Einstweilen wird die Landesverwaltung wie bis⸗ her fortgeführt.

Langensalza. Noch immer liegen 110 Verwundete in unserer Stadt, die um so besorgter ihrer endlichen Genesung entgegensehen, als zur Cholera sich neuerdings auch das Lazarethfieber gesellt hat, nachdem der Tod unter den Ver⸗

7 Hannoveraner) und 137 Unterofficiere und ihr sämmtliches Privatvermögen zurück und er⸗ Mannschaften(wovon 80 Hannoveraner). halten alle Einkünfte, welche durch Verpachtung 1c. Dresden. Die Friedensunterhandlungen der zum Hausfideicommiß ü zwischen Sachsen und Preußen sind noch immer Schlösser ꝛc. aufkommen. nicht zum Abschluß gediehen, es ist jedoch Hoff- Eine im Gesetzblatt veröffentlichte Be nung vorhanden, daß es den erneuten Bemühungen kanntmachung vom heutigen Tage verkündigt das von Oesterreich und Frankreich gelingen werde, Gesetz vom 20. September, betreffend die Ver⸗ den Friedenschluß ganz in Bälde herbeizuführen. einigung des Kurfürstenthums Hessen mit der Neuesten Nachrichten zufolge sollen die Unterhand preußischen Monarchie. lungen über eine Militärconvention in ein sehr Aus München wird gemeldet: Der sächsische günstiges Stadium eingetreten sein. HDaausschatz(im Werthe von 37 Millionen Gulden) Die Verhandlungen über die Militär befindet sich noch immer hier, und zwar in einem Convention zwischen Sachsen und Preußen sollen Gewölbe des sogenanntenalten Hof; die beendet sein und das betreffende Actenstück bereits sächsischen Beamten, nämlich vier Zahlmeister, im Cabinete des Königs Wilhelm zur Ratification vier Gehilfen, sowie auch ein Kassenbote, die den vorliegen. Die wesentlichen Bedingungen desselben Schatz hierher begleiteten, erwarten seit acht Tagen stündlich den Befehl zur Rückkehr und

gehörigen Güter,

sind, daß das sächsische Heer dem preußischen Oberbefehl untergeordnet und nach dem preußischen zum Rücktransporte nach der Heimath.

Systeme organtsirt wird. Die sächsische Armee Die Eisenbahn von Würzburg nach wird von 22,000 auf 40,000 Mann erhöht; Heidelberg wird vom 1. November an dem all⸗ die Ausführung des Vertrages muß am 1. Juli gemeinen Betrieb übergeben werden.

1867 vollzogen sein. Bis zu diesem Zeitpunkte Stuttgart. Die Eröffnung des Landtags erhält der Königstein eine gemischte Besatzung, hat heute durch den Minister des Innern, v. Geßler, Dresden wird jedoch von den Preußen geraumt. im Auftrage des Königs stattgefunden. Derselbe Die härteste Bedingung der Militär-Convention versprach Reform in Verwaltung und Justiz auf ist die, daß Preußen das Recht eingeraumt er⸗ Grundlage der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit, hält, Sachsen nöthigenfalls auch im Frieden zu sowie Vorlegung des Friedensvertrags. occupiren. Erst nach erfolgter Ratification dieser In der Nacht vom 29. sind die 8 Millionen militärischen Vereinbarungen beginnt die politische Gulden Kriegscontribution mit einem Extrazug Friedensverhandlung. von sieben Wagen in Begleitung des Obersteuer

Leipzig. Das Verbot der Gartenlaube ist raihs Neuschler und des Finanzraths Ruoff nach in Preußen wieder aufgehoben worden. Berlin abgegangen.

Meiningen. Der Herzog Bernhard Erich Die Abgeordnetenkammer wählte zur Prü Freund hat den Rücktritt von der Regierung des Ang des Friedensvertrages einen Fünfzehner⸗ Landes zu Gunsten seines Sohnes Georg dem fuusschuß ausschließlich aus Großdeutschen und Lande durch eine Proklamation folgenden In- beschloß einstimmig die sofortige Zahlung der haltes kund gethan:An meine getreuen Meininger! Kriegskosten-Entschävigung.

Das eiserne Geschick unserer Tage bal auch uns Wien. DieWiener Abendpost gibt über betroffen. Ich trete heute von der Regierung des die demnächst in Ausführung stehende Reorgani⸗ Landes zurück, das ich 45 Jahre mit Liebe und sation der obersten Heeresleitung folgende An Treue regiert habe. Ich thue es schmerzlich und deutungen: Dem Kaiser unterstehen das Ober tief bewegt. Ich hatte gehofft bis an's Ende commando der Armee und das Kriegsministerium. meiner Tage Euer Herzog zu bleiben, und nur Die Thätigkeit des Oberkommandos der Armee um Euch vor schweren Opfern zu bewahren, ente umfaßt alle auf Geist, Disciplin, Ausbildung und schloß ich mich dazu. Die Regierung geht auf höhere Heeresführung bezüglichen Amtshandlungen. meinen Sohn, den Erbprinzen Georg, über, dem Für das Kriegsministerium bestimmt bleibt die Lei⸗ Gott beistehen möge auf seinen schweren Wegen. tung der Heeresadministration. Beide Behörden sind Derselbe tritt mit rüstiger Kraft in die neue Zeit einander coordinirt und im Falle von Meinungs⸗ und wird sich ihr besser anzupassen verstehen, als verschiedenheit zur Einholung der Entscheidung wie es mir möglich gewesen wäre. Bringt ihm des Kaisers verpflichtet. Die Kriegsmarine bleibt Vertrauen und Liebe entgegen, sowie derselbe in dem bisherigen Verhältniß. Die Stellung des gewiß Euch mit Vertrauen und Liebe entgegen Kriegsministeriums wird der Reichsvertretung kommen wird. Gott neyme mein theures Vater- gegenüber durch das Armee-Obercommando nicht land in seinen gnädigen Schutz! Meiningen, beeinträchtigt. Der Kaiser reist im Oktober 20. Sept. 1866. Bernhard Erich Freund. in die durch den Krieg heimgesuchten Länder.

Herzog Georg hat bereits die Regierung Ein kaiserl. Handschreiben ernennt ben Erzberzog angetreten und folgende Ansprache erlassen:An Albrecht zum Obercommandanten der Armee. Meine lieben Meininger! Tief erschüttert, daß Der Friede mit Italien ist so gut wie die unerbittlichen Ereignisse dieses Jahres Meinen abgeschloffen, und bedarf der betreffende Vertrag vielgeliebten Vater bewogen haben, den hoch- nur noch der Ratification, um der Oeffentlichkeit herzigen Entschluß zu fassen, Seine segensvolle, übergeben zu werden. Die 35 Mill. Entschädigung fast 59jährige Regierung niederzulegen, trete Ich für die Staatsschuld bezahlt Italien in monat⸗ Mein hohes Amt an. Ich flehe zu Gott, daß lichen Raten von 1,750,000 Gulden Silber. er Mich erstärke und erleuchte, Mir Kraft gebe, Es erübrigt nun nur noch die Abwickelung in demselben mit der Treue und Hingebung vor- Venetien, die Uebergabe der Festungen und die zustehen, durch welche Mein vielgeliebter Vater Abstimmung über den Anschluß, welche indeß eine in so seltener Weise Fürsten ein leuchtendes Vor- italienisch⸗französische Angelegenheit ist.

105 war. Mit 41 und Vewrauen kommt Ich Paris. Der Kaiser von Frankreich ist in dem Euch entgegen. nterstützt Mich in Meinem Bade Biarritz eingetroffen, wohin ihm die europäische plomatie rasch folgen zu wollen scheint. Wie

schweren Berufe durch Euer Vertrauen. Di Di

Gotha. Die Cholera tritt in neuester Zeit verlautet wird von Rußland Fürst Gortschakoff, mit größerer Heftigkeit auf. Seit gestern sind von Oesterreich Fürst Metternich und Graf Karolypi, abermals 21 Persoren erkrankt, von denen zehn von Preußen Graf v. d. Goltz und möglicherweise in dieser Nacht gestorben sind. Von Seiten des auch Graf v. Bismark zu erwarten sein. Ministeriums ist eine Vorbeugungsmaßregeln ent Rußland. Die neue Landgemeindeordnung haltende Verordnung erschienen, auch ist von der für die Ostsee⸗Provinzen, welche mit dem 1. Okt. städtischen Behörde ein Lazarethspital eingerichtet ins Leben tritt, wird zu einer völligen Umwand⸗ worden, das aber, wenn die Krankheitsfälle in lung der politischen und socialen Verhältnisse der⸗ der jetzigen Proportion sich mehren, sehr, bald selben führen, Sie emancipirt die Bauern von unzureichend sein wird. den Gutsbesitzern, indem sie die Verwaltung der Kassel. Nach der Kasseler Zeitung sind in Gemeinde in eine aus direkten Wahlen hervor⸗ dem zwischen der preußischen Regierung und dem gegangene Gemeindevertretung legt. Die Reform

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