Stößt man in der Erde auf Asche, Kohlen, röthliche Branderde oder auf solche Erdlager, die von der normalen Schichtung des Bodens abweichen, so darf man sicher erwarten, auf Urnen und andere Alterthümer zu treffen.
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Ueberhaupt verdient alles Auffinden von altem Mauerwerk in der Erde an sonst unbewohnten Stellen, z. B, auf flachem Felde in Hochwäldern ꝛc., die größte Aufmerksamkeit und die etwaige Beseitigung desselben die größte Vorsicht. Ein geübtes scharfes Auge kann solche Stellen, unter denen Mauerwerk liegt, beim Auf- und Untergang der Sonne leicht entdecken, hauptsächlich wenn es den Tag vorher geregnet hat. Die Ausdünstung steigt dort früher aus der Erde auf und macht die Stellen, wo jenes sich befindet, dunkler, als das übrige Feld. Auch verräth sich unter der Erde befindliches Mauerwerk durch den schlechten Wachsthum der darüber stehenden Früchte und sonstiger Gewächse bei längerer Zeit anhaltender Trockenheit im Sommer.
9.
Sehr beachtenswerth, bezeichnend und Alterthümer versprechend sind die Namen mancher Localitäten, z. B. Altenburg, Burg, Burgwall, Hain, Haineburg, Haingraben, Hege, Heg— graben, Heidenkeller, Heidenkirchhof, Heidengraben, Heidenköppel, Hünenberg, Hünengrab, Hü— nenring, Hünengraben, Hünenstein, Horst, Landwehr, auf der Mauer, Opferstein, Pohl- oder Pfahlgraben, Riesenkette, Ringwall, Schwedenschanze, Steinfeld, Steinkammer, Streitstein, Teufelskeller, Teufelsstein u. a. m. Sehr oft aber finden sich gar keine äußere Merkmale vor und nur der Zufall führt auf Urnenlager und andere Alterthümer.
F. 3
Häufige Erkundigungen bei den Arbeitern und Landleuten, ob nicht irgendwo Urnen, die sie gewöhnlich„Töpfe“ nennen, oder bearbeitete Steine von Keil- oder Artform, gemeiniglich Don— nerkeile, Donnerärte genannt; Münzen(sogenannte Heidenköpfe), sogenannte Regenbogenschuͤsselchen, Pfeilspitzen, Spornen, Streitmeißel, Schwerdter, Lanzenspitzen, Gefäße oder Gefäßstücke von Lemnischer(rother) Erde, Backsteine von jetzt nicht mehr gewöhnlicher Größe und Güte, mit oder ohne Stempel, Inschriften oder Verzierungen, Figuren von Metall, gebranntem Thon oder Stein, Armringe, Nadeln ꝛc. sich bei dem Pflügen, beim Ausgraben oder Sprengen von Steinen gefun— den haben, werden manchmal auf ergiebige Stellen führen.
b) Verfahren beim Auffinden von Alterthümern und Behandlung der selben.
§. 6.
Damit zur Erhaltung sich etwa vorfindender Alterthümer bei irgend einer Erdarbeit alle mögliche Vorsicht schon gleich von vornherein angewendet werden kann, haben alle mit der oberen Leitung solcher Arbeiten beauftragte Bau-, Forst- oder Rent-Beamten, sobald sie sich die nöthige Gewißheit über das Vorhandenseyn von Alterthümern auf ihren Baustellen verschafft haben, die Arbeiten sogleich einzustellen und an ihre vorgesetzten Behörden mit Zugrundlegung aller ihrer
Wahr⸗


