IX. Versetzung in den Rubestand: am 5. Oet. Mi⸗ nisterial⸗Kanzleidiener Döring bei dem Ministerium, der Finanzen, Hausbeschließer in den beiden Collegienhäusern, wegen geschwächter Gesundheit. g
X. Concurrenz für: die evang. Schulstelle zu Psaffen⸗ Beerfurtd mit einem jährlichen Gehalte von 300 fl., nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals.
— Der Großherzog hat zum Invalidenfond als einmalige Gabe 1000 fl. und 500 fl. als jährliche Beisteuer verwilligt.
— Den verwundeten hessischen Offizieren ist die Eröffnung zugegangen, daß ihnen für die Dauer der Abwesenheit vom Felde die Feldzu⸗ lage und die Vergütung für eine zweite Mund- portion entzogen werde. Diese Maßregel trifft um so härter, als die desfallsigen Beträge be— reits an die Interessenten ausbezahlt sind und die Kurkosten großentheils nicht unbedeutend waren.
— Geh. Legationsrath Hofmann ist zum außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Berlin ernannt. Wie verlautet, habe die preuß. Regierung diese Ernennung gewünscht.
— Nächsten Donnerstag wird die feierliche Grundsteinlegung zu einem Denkmal statt- finden, welches der Johanniter-Orden zum An⸗ denken an die am 13. Juli im Gefechte bei Frohnhofen gefallenen Hessen errichten läßt. Dasselbe wird auf das große Hessengrab an der Böschung nächst Frohnhofen zu stehen kommen und aus einem Sandsteinsockel mit hohem eisernem Kreuz bestehen.
S. Friedberg. Bekanntlich wurde bei Ein- führung der neuen Strafprozeßordnung Gießen nur wegen der jenseits der Lahn gelegenen Land- gerichtsbezirke Gladenbach, Biedenkopf, Batten- derg und Vöhl zum Sitz eines Bezirksstrafge— richts ausersehen. Jetzt sind diese Landgerichts— bezirke an Preußen gefallen, gleich den jenseits der Lahn gelegenen zu dem Landgerichtsbezirk Gießen gehörigen Ortschaften. Gießen liegt nunmehr an der Grenze und es ist nicht mehr der geeignete Ort für ein Bezirksgericht. Die zu dem Großherzogthum in Folge des Friedens gekommenen Orte Nauheim, Reichelsheim, Dortelweil ꝛc. ꝛc. liegen alle, wie der ganze Bezirk Friedberg und Vilbel und die meisten Orte der Landgerichte Butzbach, Lich und Hungen näher bei Friedberg als bei Gießen und es wäre darum eine Verlegung des Bezirksstrafgerichts von Gießen nach Friedberg dringend zu wünschen, eine Verlegung, welche sich gegenwärtig, wo doch verschiedene Organisationen vorgenommen werden müssen, leichter ausführen ließe als später. Es wird wohl nur dieser Andeutung bedürfen um unseren Stadtvorstand zur Vornahme geeigneter Schritte zu veranlassen.
— Sseit einigen Tagen circulirte dahier und in der Umgegend mit großer Bestimmtheit das Gerücht, daß Behufs des Transportes kgl. preuß. Truppen vom 18. October ab bis auf Weiteres die Güter⸗ und ein Theil der Personenzüge auf der Main-Weser⸗Eisenbahn eingestellt werben
würden. An dem ganzen Gerücht war, wie man sich tage, ausgenommen den ungarischen Landtag,
nun selbst überzeugen kann, auch nicht ein wahres
Wort, alle Züge gehen regelmäßig nach dem Plane.
Berlin. Der längere Zeit in Berlin ver— weilende Bürgermeister Dr. Müller von Frank— furt a. M. ist dahin zurückgekehrt und soll zum Oberbürgermeister der Stadt ernannt worden sein.
— Auch die„Volksztg.“ wurde dieser Tage confiscirt wegen eines Artikels, der die Besorg⸗ niß der kurhessichen Beamten vor den Schlingen der preußischen Disciplinargesetze besprach.
— Die preußischen Commissäre für die mit Bayern und Hessen-Darmstadt vorzunehmenden Gränzregulirungen haben Berlin verlassen und sind zunächst nach Kassel gereist, von wo sie wahr— scheinlich nach Frankfurt a. M. sich begeben werden.
— Preußen nimmt nunmehr durch seine neuen Erwerbungen den Platz als drittgrößte Handels— marine der Welt ein.
— In die neuen preußischen Landestheile sind von hier höhere Beamte abgesandt worden, um an Ort und Stelle von den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung Kenntniß zu nehmen, und andererseits Beamte aus jenen Provinzen hier zu den Berathungen über die neuen Organi— sationen hinzugezogen worden.
— Nach einem Ministerialreseript sollen die Vorbereitungen zu den Wahlen für das
norddeutsche Parlament möglichst schnell getroffen werden.
Kassel. Nachdem die Beeidigung der Offi— ziere, Militärbeamten und Soldaten in Kassel stattgefunden, hat sich eine aus einem höheren Offizier und Auditeur bestehende Commission in
die sonstigen Garnisonsorte der hessischen Truppen begeben, um auch da die Beeidigung vorzunehmen.
— Der engere Ausschuß des deutschen Pro— testantenvereins war kürzlich dahier zu einer Sitzung versammelt und hat sich zu einer An⸗ sprache über die Stellung des Vereins den neuesten politischen Veränderungen in Deutschland gegen— über geeinigt.
Sachsen. Wie von Wien aus verlautet, wäre der Abschluß der sächsisch-preußischen Mili— tärconvention auf Grund einer gemischten Be— satzung erfolgt und die Organisation der sächsischen Armee bis zur Beschlußfassung des norbdeutschen Parlaments vertagt.— Auch die Friedensverhand— lungen mit Sachsen sollen soweit gediehen sein, daß deren Abschluß unverweilt erwartet werden kann.
— Vom 21. d. M. wird gemeldet, daß in Berlin der Friedensvertrag zwischen Preußen und Sachsen unterzeichnet worden sei.
Bayern. Feldmarschall Prinz Karl, Höchst⸗ commandirender der bayerischen Truppen im letzten Feldzuge, wird alle seine militärischen Aemter und Würden niederlegen.
Würtemberg. Die Stände des Landes wurden auf unbestimmte Zeit vertagt.
Oesterreich.
auf den 19. November a. c. eiuberuft.— Ein kaiserliches Handschreiben vom 17. Oct, an den ungarischen Hofkanzler von Majlath begründet die vorläufige Nichteinberufung des ungarischen Landtags durch den bedauerlichen Umfang der Cholera in Ungarn, beauftragt jedoch den Hof- kanzler, ungesäumt vorzukehren, damit bei günstiger Gesundheitswendung der Landtag sofort seine Wirksamkeit beginnen könne. Der Hofkanzler ist ferner beauftragt, den Dank des Kaisers den ungarischen Freiwilligen und die Anerkennung des Kaisers für die zahllosen Theilnahmsbeweise für die Verwundeten der österreichischen und der Bundesgenossen-Armee kundzugeben.
— Das in Umlauf gesetzte Gerücht von einer Ungnade des Vice-Admirals Tegetthoff wird als nicht begründet bezeichnet und bemerkt, daß wenn es noch ernsthaft einer Widerlegung be— dürfte, so würde dieselbe durch den auszeichnenden Empfang gegeben sein, der ihm in Wien von allen Seiten zu Theil geworden ist.
— Der Kaiser ist in Brünn von den Menschenmassen jubelnd begrüßt worden. Bürger- meister Giskra hielt eine Anrede, welche der Kaiser erwiederte.— Dem Bürgermeister Giskra wurde bei dieser Gelegenheit das Ritterkreuz des Leopoldordens verliehen.
— Rußland soll beginnen eine drohende Haltung zu Oesterreich anzunehmen, weßhalb österr. Truppen auf dem Wege nach Galizien seien.
Frankreich. Der frühere Minister Thou⸗ venel ist gestorben. Leiden Morgens todt in seinem Bette liegend.
— Die Nachrichten über den Gesundheits⸗ zustand der Kaiserin von Mexiko sind sehr wider⸗ sprechend, theils wird derselbe als sehr traurig und wenig Hoffnung zur Wiederherstellung bietend geschildert, andere Nachrichten besagen, daß eine erfceuliche Besserung eingetreten sei.
— Das Kriegsministerium soll sich für Ein- führung des Chassepot-Gewebres erklärt und die Bestellung schon vergeben haben. Ein solches Gewehr koste 70 Fr., also doppelt soviel als das bisher eingeführte Percussionsgewehr und 10 Fr. mehr als das preuß. Zündnadelgewehr.
Italien. Die feierliche Volksabstimmung über den Anschluß Venetiens an Italien wurde in allen Städten Venetiens mit der größten Be⸗ geisterung und unter allgemeinster Theilnahme vollzogen. Fast die Gesammtheit der Wähler stimmte mit Ja. In den Dörfern gingen die Pfarrer den Bewohnern mit ihrem Beispiel voran.
— Der französische Bevollmächtigte, General Leboeuf, hat am 19. Oct. die Stadt Venedig der Municipalität selbst übergeben; die Oester⸗ reicher zogen, von der Menge achtungsvoll be⸗ grüßt, nach Triest ab. Nach ihrem Abzuge
rückten die italienischen Truppen, unter dem leb⸗ Es ist ein kaiserliches Rescript
haften Jubelrufe von Seiten der Bevölkerung,
vom 14. Okt. erschienen, welches sämmtliche Land- in die Stadt ein.
Man fand ihn nach längerem
Landrichter Hofmann. Ein Gedenkblatt von Hofgerichts-Advocat Curtman.
Unter dem zur Ueberschrift gewählten Titel wird den Bewohnern von Friedberg das Bild eines Mannes am besten erinnerlich sein, der lange Jahre unter ihnen gewirkt und gelebt hat, eines Mannes, dessen sterbliche Hülle vor wenigen Tagen in Darmstadt der letzten Ruhestätte übergeben worden ist. Es ist daher gewiß am Platze die Erinnerung an den Geschiedenen wach zu rufen und die freundliche Gestalt des verehrten Todten im Geiste vor uns erscheinen zu lassen.
Gustar Hofmann, am 27. August 1798 in Hungen geboren, studirte in Gießen und Jena die Rechte und trat nach vollendeter Studien— zeit zunächst in die Advokatur ein, wurde jedoch alsbald als Landrath nach Nidda und im Jahre 1832 als Landrichter nach Friedberg berufen. In dieser Stellung verblieb er ein ganzes Menschenalter hindurch, bis er
im Frühjahr 1865 zum Visitator der Landgerichte bestellt und damit
nach Darmstadt versetzt wurde.
Drei und dreißig Jahre des kräftigsten Mannesalters hat Hofmann dem Landgerichtsbezirk Friedberg gewidmet, und seine Thätigkeit ist nicht vergeblich gewesen. die dem Geschiedenen einen augenblicklichen Ruhm erworben hätten. Denn dazu war sein Wirken in der stillen Amtsstube mit den eisernen Gittern nicht angethan. Gleichwohl stammt aus jener von Rebenlaub halb ver— dunkelten Amtsstube das ehrende Andenken seiner Zeitgenossen, das sich
unbekümmert um Lohn von oben und
Zwar sind keine hervorragenden Ereignisse zu berichten,
überall in der ungeheucheltsten Trauer um seinen Tod ausgesprochen hat.
Denn hinter jenen Gitterfenstern hat der Landrichter Hofmann Recht gesprochen, Recht in des Wortes edelster Auffassungz aus jenem Halbdunkel sind die lichtvollen Richtersprüche erflossen, die von eben so viel gelehrter Bildung als humaner Lebensweisheit zeugen, und dort hat er mit den Angehörigen seines Bezirks mündlich verkehrt, so liebevoll und doch so ernst wie ein väterlicher Freund.
Die Stürme des Jahres 1848 warfen Hofmann aus dieser stillen Wirksamkeit in die Bahnen des politischen Lebens, indem ihn das Ver⸗ trauen des Volkes— als Parthei-Genossen der Gagern, Dahlmann, Welcker— in das deutsche Parlament berief. Im folgenden Jahre saß er in der Erfurter Nationalversammlung und von 1850 bis an seinen Tod in der zweiten Kammer unserer hessischen Landstände. Wie nicht anders zu erwarten, bethätigte Hofmann in seinem politischen Auftreten von Anfang bis ans Ende eine aufrichtig liberale Gesinnung, ein warmes Herz für das Wohl des Volkes und männliches Einstehen für das Recht, Beifallklatschen der Masse. Kein Redner im strengen Wortsinne wußte er gleichwohl durch seine schmucklose, klare Darstellung und durch die Schärfe des Gedankens, durch seine un- erschütterliche Ruhe überzeugender zu reden, als Andere mit allem Aufgebot rhetorischer Kunst. Von noch größerem und entschieden bleibendem Werth sind die schriftlichen Gutachten, welche der unermüdliche Arbeiter als langjähriges Mitglied des Gesetzgebungsausschusses unserer zweiten Kammer erstattet hat. Denn in diesen vereinigt sich die juristische Feinheit seines Geistes mit den Resultaten einer reichen Lebenserfahrung in durchsichtigster Darstellung.
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