Ersatz der bei der Armirung gefällten Bäume für verpflichtet erkannt haben. Es werden deß⸗ halb von den auf diesen Umstand gegründeten Schritten der Großh. Regierung günstige Resultate für die Veschädigten zu erwarten sein. 6
— Die Wappen mit dem deutschen Reichs- adler und der Umschrift„Deutscher Bund“ sind von den Thoren der Stadt herunterge⸗ nommen worden. Das klingt zwar sehr doppel- sinnig, es steht aber wörtlich so im Mainzer Abendblatt.
Berlin. Dem Prinzen Friedrich Karl sind zwanzig der eroberten österreichischen Geschütze als königliches Geschenk geworden, welche ihre Auf stellung in dem Park des Jagdschlosses Glienecke bei Potsdam erhalten werden.
— Die Zahl der in letzten Kriege erbeuteten Kanonen ist früher schon officiell auf zusammen 480 angegeben worden. An meist neuen und gezogenen Gewehren sollen außerdem zwischen 100,000 und 120,000 Stück in preußische Hände gefallen sein und im Verhältniß außerdem noch ein ähnliches wertbvolles Kriegsmaterial. So an österreichischen Kriegsfuhrwerken allein über 400, mehrere vollständige Pontontrains, Reitzeuge, Sättel und Geschirre von Tausenden von Pferden 1c. Insgesammt wird der Werth dieser Beute auf gegen vier Millionen Thaler, wo nicht noch darüber, angeschlagen.
— Der Auerbach'sche Volkskalender für 1867 ist polizeilich confiscirt wegen einer die preußische Rechtspflege betreffenden Stelle.
Köln. Die Köln. Ztg. wurde mit Beschlag belegt wegen eines die Art der Annexion und das Verfahren des Civilkommissärs v. Diest in Wies⸗ baden besprechenden Artikels.
Hannover. Wie in allen durch Preußen annectirten Ländern die Stimmung für und gegen die Annectirung getheilt ist und in diesen Richtungen laut wird, so auch in Hannover. Wir haben in früheren Nummern zwei Proteste gegen die Einverleibung in Preußen gebracht; diesen gegenüber liegt nun auch eine Erklärung von 38 Landtagsabgeordneten aus Hannover vor, welche in ähnlicher Weise wie die kurhessischen Abgeordneten dem Annexionsgesetze ihre Zu⸗ stimmung geben und hoffen und erwarten, daß die preußische Regierung sorgsam die besonderen Verhältnisse und Eigenthümlichkeiten des Landes beachten und schonend den Uebergang vermitteln wird.— Sie sehen der Entwicklung der Wohl⸗ fahrt des Landes und der Wiedergeburt Deutsch⸗ lands freudig entgegen und erklären schließlich, eine staatliche Trennung Norddeutschlands und Süddeutschlands nur für eine Uebergangszeit zu⸗ lässig. Die Nation sei eine und bedarf einer einheitlichen Organisation. Sie betrachten den norddeutschen Bundesstaat als einen provisorischen, und fordern, daß seine Organisation keine dauernde Trennung von Süddeutschland in sich schließe. Allen deutschen Staaten müßte das Recht zustehen, in denselben einzutreten.
Kassel. Der zuletzt à la suite der Garde du Corps als Major fungirende Prinz Moritz von Hanau, Sohn des Kurfürsten von Hessen, ist in die k. preußische Armer als Major einge · treten.— Die althessische Ritterschaft hat eine Adresse an den Kurfürsten gerichtet, worin sie ihrem Gefühle des Schmerzes über die verlorene Selbstständigkeit Kurhessens Ausdruck gibt und um gnädiges Andenken bittet.
Marburg. E ist mehrfach die Rede von der Verlegung der hiesigen Universität nach Frankfurt a. M. Ob die preuß. Regierung ernstlich an eine solche denkt und ob dies der bedeutenden Fonds und Dotationen der Univer⸗ sität wegen überhaupt thunlich sein wird, oder ob hier nur ein von gewisser Seite in Frankfurt ausgehender frommer Wunsch laut wird, das wäre abzuwarten. Will man Frankfurt durch eine Universität für die betroffenen Verluste ent⸗ schädigen, so wird dies wohl nicht geschehen können zum größeren Nachtheile einer Stadt wie Marburg, ohne dieser durch neue Einnahme— quellen einen Ersatz zu dieten.
Frankfurt. Den Frankfurtern wird von
Baden und Hessen statt
Berlin aus Hoffnung gemacht, daß sich deren Söhne einer besonders schonenden bezüglich der Herbeiziehung zum Heeresdienst werden zu erfreuen haben, wenn auch nicht die gänzliche Befreiung derselben gegen Zahlung eines festen Beitrags für das preußische Militärbüdget erlangt werden konne.
Homburg. Man bemüht sich hier, die nach dem Friedensvertrag Darmstadt zufallenden wissenschaftlichen Schätze,(Bibliotheken, Gemälde, Alterthümer ꝛc.) der Stadt zu erhalten.
Wiesbaden. Nach einem den evangelischen Geistlichen des Landes zugekommenen bischöflichen Erlaß ist künftig das Kirchengebet für den Herzog Adolph und dessen Familie zu unterlassen und soll wegen Abhaltung eines sonntäglichen Gebetes für den gegenwärtigen Landesherrn weitere Anord- nung erfolgen.
— Das früher etwas mehr als 800,000 fl. betragende Militärdbüdget in Nassau ist in Folge eingegangener Weisung von Berlin für den näckst— jährigen Etat in der Summe von 900,000 Thlr. aufzunehmen und sollen die Militärstreitkräfte auf mehr als das Doppelte der seitherigen Stärke gebracht werden.
Schleswig. Eine zu Rothenkrug abge⸗ haltene, stark besuchte Versammlung von Ver— lrauensmännern aus Nordschleswig hat die Con- stituirung eines Vereins gegen die Theilung Nordschleswigs beschlossen.
Dresden. Die Bergfestung Königstein birgt, wie jetzt verlautet, die Summe von 11 Millionen
Thalern. Dieser Umstand läßt Sachsens Ent⸗ schlossenheit die Festung bis zum Aeußersten zu
halten sehr erklärlich finden.
München. Die bayerische Armee erlitt im jüngsten Feldzuge nachstehende Verluste an Offi- zieren: 1 Generallieutenant, 1 Generalmajor, 1 Hauptmann vom Generalstab, 2 Inf.⸗Oberst⸗ lieutenants, 5 Inf.-Majore, 13 Inf.⸗Hauptleute, 11 Inf.⸗Oberlieutenants, 7 Inf.-Unterlieutenants, 1 Kavallerie-Oberstlieutenant, 2 Kavallerie-Ober- lieutenants, 1 Artillerie-Oberlieutenant, in Summa 51 Offiziere. Die Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften sollen circa 500 Mann be— tragen. Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, daß auf 10 Mann 1 Offizier trifft.
Würzburg. Auf der Heidelberg⸗Würz⸗ burger-Bahn hat die erste Probefahrt statt- gefunden.
Stuttgart. Zwischen den drei süddeutschen Regierungen von Bayern, Württemberg und Baden sind dermalen Verhandlungen im Gang, um sowohl bei den Längen-, als Flächen- und Körpermaßen das metrische System einzuführen, wicht im Zollvereinsgewicht bereits besteht. Auch über eine neue gemeinsame Münze nach dem Decl. malsystem und mit Franken und Thalern, sowie mit dem österreichischen Münzfuße möglichst über⸗ einstimmend, schweben Unterhandlungen. Es wäre hiernach die Regierung des Großherzogthums Hessen bei diesen Verhandlungen nicht betheiligt.
— Am 14. d. fand dahier eine Versammlung von 26 Abgeordneten aus Bayern, Würtemberg, und wurde eine Ver- ständigung über ein gemeinschaftliches Programm erzielt.
— Die Kammer der Abgeordneten bittet die Regierung, die Entschädigungsgelder für die Ein- quartierung, sowohl der fremden wie der ein heimischen Truppen, zu erhöhen. Eine Gewährung dieser Bitte würde auch anderwärts willkommen geheißen werden.
— Der Kriegsminister versprach eine akten⸗ mäßige Darstellung des Mainfeldzuges.
— Die österr. Besatzung hat Ulm verlassen und hört somit Ulm auf Bundesfestung zu sein.
Karlsruhe. Die Büdget-Commission des bad. Landtags soll den Credit von 1,066,000 fl. für Hinterladungsgewehre nicht bewilligen wollen, da sie es für nutz- und zwecklose Ausgabe halte,
wenn Baden für sich allein diese Gewehre ein⸗
führe, welche vielleicht in wenigen Jahren aber⸗ maliger Aenderung bedürften. Oesterreich. Der zwischen Oesterreich
und Italien abgeschlossene Friedensvertrag
Behandlung
vom Militärdienst
das für das Ge⸗
*
nunmehr nach geschehener Bestätigung und voll- zogener Auswechslung seinem ganzen Wortlaute nach veröffentlicht worden. Die Hauptpunkte haben wir schon mitgetheilt. Gleichzeitig ist ein Handschreiben des Kaisers an Minister Beleredi erschienen, worin es heißt, daß es Aufgabe der (. Regierung sein soll, alle zu Gebote stehenden Mittel zur Heilung der durch den Krieg ver- ursachten tiefen Wunden zu verwenden.
— Kaiser Maximilian von Mexiko hat dem Viceadmiral v. Tegetthoff ein schmeichelhaftes Beglückwünschungsschreiben mit dem Guadeloupe⸗ Orden wegen des Sieges von Lissa zugehen lassen.
— Die unter General Klapka's Führung gebildete ungarische Legion wurde von Preußen aufgelöst und die Mannschaft nach Oesterreich entlassen. Hierdurch sah sich die österr, Regierung veranlaßt, einige geboten erscheinende Polizeimaß⸗ regeln zu ergreifen, welche als eine Verfolgung der Legionäre dargestellt wurden. Die österr. Regierung verwahrt sich hiergegen.
— Berschiedene Blätter berichten, daß in der Uniformirung der österreichischen Armee nach und nach eine vollständige Veränderung durchgeführt werden soll, was Schnitt und Farbe betrifft. An die Stelle der blauen Hosen der Infanterie, der weißen Waffenröcke und der hohen Czakos werden krapprothe weite Hosen, blaue Blousen und Käppis nach französischem Muster mit breitem Schirm treten. Die Uniform der Offiziere wird sich von jener der Mannschaft fast gar nicht unterscheiden, und dieselben werden nur noch bei Paraden in den weißen Waffen- röcken erscheinen. Auch der Jägeruniform ist eine Umwandlung bestimmt; die Jägerczakos sollen durch niedrigere runde Hüte ersetzt werden.“—
— Am 28. Sept. fand auf dem Schlacht⸗ felde von Skalitz eine Trauerfeier für die am 27. und 29. Juni gefallenen Krieger statt. Etwa 15,000 Menschen wohnten dem erhebenden Feste bei. Ebenso wurde in Nachod und Neustadt eine Trauerfeier abgehalten.— Man liest in verschie⸗ denen Blättern erschütternde Beschreibungen von den Schlachtfeldern Böhmens, es heißt u. A. dort: Ein großer, stiller Friedhof ist aus den Feldern und Wäldern geworden, die sich von Nachod bis Röniginhof hinziehen. Am Saume der Waldungen, die den Höhenzug von Wysokow und den Wenzels ⸗ berg bedecken, taucht ein Grabhügel nach dem andern auf in endloser Reihe. Aus frischem Wiesengrün ragen die rothen Erdschollen auf, oft viele Klafter im Gevierte haltend; hier Freund und Feind neben einander und dort wieder ein Schacht, in den man die Rosse ge⸗ worfen. Eine zwei Fuß hobe Erdschicht deckt
die Leiber der Todten, die oft in der Zahl von
4 500 in einem und demselben Grabe Platz gefunden. Auf dem Kleefelde des Gastwirthes Steidler, ganz nahe vor dem Dorfe, bezeichnen zwei weite Schollenhügel zwei Schachte. In dem einen liegen über 400 Soldatenleichen, in dem andern 10 Pferde, die eine Granatkugel jusammengerissen.— Einige Schritte gegen die Stadt zu hebt sich auf einem einfachen Hügel ein schwarzes Holzkreuz empor, das auf einer Blech- tafel die Inschrift trägt:„Ks. K. General v. Fragnern, 7 28. Juni“. In der Aupa, die vor Skalitz durch ein üppiges Wiesenthal fließt, hat noch mancher Oesterreicher auf dem Rückzuge seinen Tod gefunden. Vor ungefähr acht Tagen wurden aus dem Mühlgraben auch die Leichen von zwei Preußen herausgefischt, die hier in der Eils des Versolgens zu Grunde gegangen sein mögen. — Eine der letzten Nummern der„Grenzboten“ enthält einen sehr lesenswerthen Aussatz über das Kirchenvermögen in Oesterreich. Der Verfasser ist der Ansicht, daß nur eine Verwandlung des Firchenvermögens in Staatseigenthum den öster⸗ reichischen Staat aus seinen finanziellen Calami⸗ täten retten könne. Den Werth des kirchlichen Grundeigenthums in Oesterreich gab der Clerus selbst im Jahre 1849 auf 366 Millionen Gulden an. An jährlichen Einkommen bezogen u. A.: Der Erzbischof von Gran 750— 800,000 fl., der von Olmütz 300,800 fl., von Prag 71,680,
ist von Linz 51,250, das Prager Capitel 80,600,
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