Ausgabe 
17.10.1866
 
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Berlin. Unterm 5. d. M. ist angeordet worden, Briefe, Geld- und Paketsendungen, welche von den königlichen Civilbehorden in hanno ver'schen, kurhessischen und nassauischen Orten, in Frankfurt a. M., sowie in den vom Großherzog thum Hessen an Preußen abgetretenen Gebiets. theilen in Staatsdienst- Angelegenheiten abgesandt werden, oder an diese Behörden eingehen, in demselben Umfange portofrei zu befördern, wie dies für Sendungen in Staatsdienst-Ange legenheiten regulativgemäß vorgeschrieben ist.

Verwundete preußische Militärs befinden sich nach derN. Allg. Ztg. gegenwärtig außer

München.

treten. Staatsrath im Cabinets des Königs.

zum 18. Oct. die von Preußen geforderten Be

dingungen nicht erfüllt seien. von 6 Wochen werde sodann gestellt werden, sein, daß entweder eine Operation auf Leben und nach deren resultatlosem Verlauf die Einverleibung Tod vorgenommen werden muß, und dazu wollen Sacbsens erfolgen werde.

Gesundheitszustand des Kaisers Napoleon lauten immer bedenklicher. Sein Leiden soll der Art

Eine weitere Frist

sich die Aerzte nicht verstehen, oder es wird eine

Die Cabinetskrisis ist beendigt. allmählige Abnahme der geistigen und körperlichen Staatsrath v. Pfistermeister wird am 1. Dez. zurück. Kräfte des Patienten zu erwarten sein. Frank- Der Staatsrath v. Neumayr wird als reich und nicht minder das übrige Europa sieht ordentlichen

Dienst Chef des mit wohlbegründeter Besorgniß der Stunde ent

Die Gerüchte, daß auch gegen, in welcher der Kaiser für immer seine

eine Ministerkrisis bestanden habe, sind unbegründet. Augen schließen wird, und die leicht das Signal Der Freiherr v. Lerchenfeld ist an den Folgen werden kann zu neuen Stürmen und Verwicklungen seines Bergsturzes in Berchtesgaden gestorben.

für die Völker Europas. Nach anderen Nach

halb Preußens noch 200, deren Zustand ihren Transport nach inländischen Lazarethen noch nicht zugelassen hat. In den preußischen Lazarethen zählt man gegenwärtig noch 13,000 Verwundete und Kranke.

Hannover. Das Verbot des Flaggens mit anderen als preußischen Landesfarben ist

allgemein wieder aufgehoben.

Kassel. Der achte allgemeine Ver- einstag der deutschen Erwerbs und Wirthschaftsgenossenschaften wurde in Anwesenheit von etwa 50 Vertretern einzelner Verbände und Vereine am 8. d. M. dahier ab gehalten. Auf die stattgefundenen Verhandlungen näher einzugehen, erlaubt uns der Raum unseres Blattes nicht.

Die Landesverwaltung des ehemaligen Kur fürstenthums Hessen hat eine Verfügung dahin erlassen, daß, nachdem jetzt Kurhessen der preußischen Monarchie einverleibt ist, die Landtagswahlen nicht mehr stattzufinden haben.

Frankfurt. Die materiellen Nachtheile, welche die Stadt Frankfurt in Folge der preu ßischen Annexion treffen, und zwar durch den Wegzug des Directors und der Mitglieder der General⸗Post⸗ Direction, der Bundestagsgesandt schaften, der Bundes-Militär-Commission und einer nicht geringen Anzahl unabhängiger reicher Leute, die ihren behaglichen Aufenthalt daselbst gestört erachten, werden dahin berechnet, daß im Ganzen die Summe von ca. 1,756,000 fl. be⸗ laufenden Ausgaben dem Verkehre daselbst ent- zogen werden, abgesehen von den durch Häuser⸗ kauf und Bau seitens dieser veemöglichen Bewohner in Umlauf gebrachten Kapitalien.

Die preußischen Staatspapiere sind auf höheren Befehl an die Spitze des Coursblattes rangirt worden, welchen Ehrenplatz bisher die österreichischen Papiere inne hatten.

Wiesbaden. Der königliche Commissär hat verfügt, daß das durch die Occupation unter⸗ brochene Conscriptionsverfahren für das Jahr 1868 wieder aufgenommen und beendigt werden soll.

Dresden. zwischen Preußen und Sachsen geht das Gerücht,

daß von Berlin aus eine Sommation an den König Johann ergangen sei, wonach die sächsische

Landescommission abgesetzt und das Land unter

Betreffs des Friedensschlusses

preußische Verwaltung gestellt würde, wenn bis

DieBayerische Zig. widerlegt die gegen richten wird der Zustand des Kaisers als nicht die bayerische Regierung von dem badischen Minister so bedenklich geschildert, obgleich Professor Dr. Freydorf erhobene Beschuldigung und erklärt, daß Langenbeck von Berlin nach Paris berufen worden mit Oestexreich kein geheimer Vertrag bezüglich ist, um dort zu Rathe gezogen zu werden.

einer evensuellen Gebietsabtretung bestanden habe. Stuttgart.

Die baldige Räumung Roms durch die

Sowohl von Seiten der französische Besatzung steht bevor. General Monte⸗

württembergischen als auch der badischen Regierung bello hat der päpstlichen Regierung den bevor⸗

sind umfassende Maßregeln getroffen worden, um stehenden

Abmarsch der franzöfischen Truppen

die Einschleppung der Rinderpest aus Oesterreich offiziell angezeigt.

und der Schweiz zu verhüten. Dis Krankheit hat namentlich in Nieder-Oesterreich eine ausgedehnte Verbreitung angenommen, und ist dadurch der sehr bedeutende Viehstand beider Länder, welcher einen wichtigen Theil des Nationalvermögens bildet, arg bedroht. a

Abstimmung des Adreßentwurfs über die deutsche Frage. Sämmtliche Artikel der Minorität abgelehnt, dagegen der Fünzehnerentwurf unver ändert angenommen.

Generallieutenant v. Baur, Generalstabs Chef des 8. deutschen Armeecorps während des

letzten Feldzugs, wurde auf sein Ansuchen pensioniri.

Karlsruhe. Oskar Becker, welcher vor 5 Jahren den König von Preußen in Baden- Baden zu erschießen versuchte, ist, weil von einem

badischen Geschwornengerichte verurtheilt und im dortigen Gefängniß befindlich, von der in Preußen

erlassenen Amnestie nicht berührt worden. Man hofft jedoch, daß Becker, welcher sehr kränklich sein soll, durch Begnadigung aus seiner nun fünf jährigen Einzelhaft in Bruchsal erlöst werden wird.

Oesterreich. Der österreichische Admiral Tegetthoff, der einen glänzenden Sieg über die italienische Flotte in der Seeschlacht bei Lissa erfochten und dadurch Oesterreichs Seꝛmacht ge rettet und aufrecht erhalten hat, gleichzeitig die sehr bedrohten Provinzen im adriatischen Meere vor feindlicher Invasion und deren unberechen baren Folgen bewahrte, soll nicht blos des Ge

schwader-Commando's enthoben, sondern über⸗

haupt in Ungnade gefallen sein und wird wohl Oesterreich verlassen. Seine Entfernung wird dem Erzherzog Leopold zugeschrieben, der gleichzeitig

wieder die Marine-Inpektion übernommen hat.

Neuere Nachrichten sprechen davon, daß Tegett-

hoff beim Kaiser Audienz gehabt habe und

wollen hieraus schließen, daß obige Angabe nicht vollständig richtig sei.

Frankreich. Die Nachrichten über den

Italien. Italienische Truppen haben die venetlanischen Festungen Peschiera, Mantua und Borgoforte vollständig besetzt. Durch Padua sind 6000 Oesterreicher auf dem Marsche nach der Gränze gezogen.

Nußland. Die Vermählung der dänischen Prinzeß Dagmar mit dem Großfürsten-Thronfolger von Rußland ist auf den 1. Dezember(25. Novem- ber a. St.) festgesetzt und wird in Petersburg stattfinden. Die russische Hofetiquette schreibt vor, daß die Braut des künftigen Kaisers nichts mit- bringen darf, sogar die Garderobe, welche die Braut bis zu ihrer Vermählung benutzt(darunter 20 seidene Kleider und diesen entsprechende Hüte von allen Farben 11) müssen, wenn die Vermählung stattgefunden hat, nach Kopenhagen zurückgeschickt werden. Bei dieser Vermählungsfeier werden der Kronprinz von Preußen und Prinz Alexander von Hessen zusammentreffen, außerdem sind er wartet der Prinz von Wales und der Kronprinz von Dänemark, es werden also dort die Kronprinzen von Rußland, Preußen, England und Dänemark versammelt sein.

Newyork, den 10. October.(Mitgetheilt von Hrn. Chr. Hecht in Friedberg, Special-Agent.) Pr. transatl. Telegraph. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, Capt. Neynaber, welches am 23. September von Bremen und am 26. September von Southampton abgegangen war, ist wohlbehalten hier angekommen.

Hamburg, den 13. October. Das Hamburg⸗New⸗ vorker Postdampfschiff Allemannia, Capt. Trautmann, ging am 13. October von Hamburg nach Newyork ab. Außer einer starken Brief- und Paketpost hatte dasselbe 52 Passagiere in 1. Cajüte, 117 Passagiere in 2. Cajlite und das Zwischendeck mit Passagieren voll besetzt, sowie auch den Laderaum mit Waaren.

Southampton, den 11. October. Das Postdampf⸗ schiff des Nordd. Lloyd, Hansa, Capt. van Otterendorp, welches am 29. September von Newyork abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens nach einer Reise von 11 Tagen wohlbehalten unweit Cowes eingetroffen und hat um 11 Uhr die Reise nach der Weser fortgesetzt. Dasselbe bringt außer der Post 82 Passagiere und volle Ladung.

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des von ihnen erzeugten Düngers; und die benachbarten Peruaner scheinen sich schon frühe desselben für die Zwecke ihres Ackerbaues bedient zu haben.

Darum standen denn auch die Seevögel selbst unter dem besonderen

Schutze der Landesfürsten(Inkas). Und noch heutiges Tages vernach- lässigt man in Peru die Anwendung des Guanos zum Düngen keines- wegs. Doch muß dort wegen des trocknen Klimas Wässerung mit der Düngung verbunden werden. Ohne diese Vorkehrung würde Alles von den Feldern weggeätzt werden. 01 Guanos wenig verbreitet, weil der Preis zu hoch stand. Nur die

rtner erlaubten sich ein so kostspieliges Dungmittel. Allein von 1840 an belebte sich der Handel mit Guano nach England, und bald darauf fand derselbe auch Eingang in Deutschland. Um diese Zeit nahm auch die peruanische Regierung die Sache in die Hand, damit der Vortheil von einem Produkte auf ihrem Gebiete nicht den Ausländern allein zufalle, Die hierdurch in den Weg gelegten Schwierigkeiten schreckten jedoch weder Engländer, noch Franzosen von der Ausbeutung der Chincha-Eilande ab; vielmehr trieben nun die Händler allerlei Fälschungen und Nachahmungen. Guano war nämlich eine Zeit lang landwirthschaftliche Mode geworden, dergestalt, daß die Ausfuhr 1856 59 sogar auf eine halbe Million Tonnen(à 2200 Pfund) stieg. In Deutschland machte man indessen den Fehler, zu sehr nach den wohlfeilen Sorten zu kaufen, und gerade dadurch den Verfälschern in die Hände zu fallen. Dies wurde noch sehr begünstigt durch die Besorgniß, die Guano⸗Lager würden bald erschöpft sein. Die peruanische Regierung, deren Haupteinnahmequelle doch in dem

in Anwendung bringt. In Europa war anfangs der Gebrauch

Guano besteht, fürchtet indessen noch keine Erschöpfung; und sorgfältige Untersuchungen mancher Gelehrten haben dieselbe in dieser Zuversicht bestärkt. Außerdem aber hat man auch Inseln und Felsengestade entdeckt, wo man im schlimmsten Falle einen Ersatz finden würde. Der Landwirth darf also immer getrost von diesem Verbesserungsmittel seiner Cultur Gebrauch machen, zumal da man immer neue Ersatzmittel entdeckt und Höchstens könnte eine Erhöhung des Preises des eigentlichen Guanos zu fürchten sein.

Statistisches.

Folgende Angaben eines Offiziers beweisen, daß der Krieg mit der Vervoll⸗ kommnung der Vernichtungsinstrumente nicht an Grausamkelt gewinnt, sondern ver⸗ liert: Bei Borodino(während des russischen Feldzuges) haben die Truppen beider Theile von ihrer Gesammtzahl den vierten Theil verloren. Bei Magenta und Solferino böchstens den achten Theil. In der Schlacht bei Senef, welche der Prinz Conds dem Prinzen von Oranien lieferte(17. Jahrhundert) verloren beide Armeen den dritten Theil ihrer Gesammizahl, Conds wurden 3 Pferde unter dem Leibe erschessen und das bei den jüämmerlichen Musketen, veralteten Hellebarden und komischen Pistolen jener Zeit. In der Schlacht bei Königgrätz verloren Preußen und Oester⸗ reicher, wenn man das Höchste annimmt, von, sämmtlichen engagirten Truppen den

siebenten Theil, und dabel schlug man sich doch auf beiden Seiten mit großer Hitze

und Erbitterung und hatten noch die Desterreicher die Verluste zu erleiden, welche die

Verwirrung eines überstürzten Rückzuges verursacht. 3

Ter jährliche Ertrag der Perlenfischerei im persischen Meerbusen beläuft sich auf ungefähr 6 Millionen Franken und wirft den Häuptlingen oder Behörden der

Küsten eine Steuer von beinahe 500,000 Franken ab.

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