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v. Moller ist in den kurhessischen Landestheilen die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und das Rekrutirungsgesetz von 1848 sonach beseitigt.
— Die Kasseler beschweren sich über die ihnen noch immer zugemutbete Einquartierungslast, wie- wohl der Stadt Kassel in Friedenszeiten die Be⸗ freiung von Einquartierung durch Verträge zu— gestanden sei.
— Eine Musterung und Loosung der den Jahrgängen 1843, 1844 und 1845 Angehörigen, ist angeordnet worden.
Frankfurt. Der Verein für verwundete Krieger im Saalbau echielt von dem Großherzog von Hessen für seine Bemühungen ein Danksagungs— schreiben.
— Wie alljährlich an dem Todestage Robert Blum's so auch diesmal, waren an verschiedenen Punkten der Stadt Trauerzeichen ausgesteckt. Die Göttin der Gerechtigkeit auf dem Weinbrunnen auf dem Römerberg war vollig in einen schwarzen Flor eingehüllt. Sechs Schutzmänner waren mit einem Gensdarm nöthig, die Gerechtigkeit ihrer Verhüllung zu entkleiden.
Sachsen. Das„Dresdner Journal“ ver— sichert officiell, daß der König von Sachsen alle im Friedensvertrage übernommenen Verpflichtungen treu und rückhaltslos ausführen werde, und fordert alle die dem Könige huldigenden Tausenden auf, ihn auf den neuen Bahnen in Erfüllung seiner Pflicht zu unterstützen.
— Es verbreitet sich die Nachricht, daß auch der frühere sächsische Kriegsminister v. Raben— horst als General in die österreichische Armee eintreten wird.
— Der Schanzenbau um Dresden ist seit einer Woche etwa vollendet und werden die Ge— sammtkosten auf circa eine Million veranschlagt, wovon gegen 700,000 Thaler für Arbeitslohn und Material und etwa 300,000 Thaler für den Grundstückswerth gerechnet werden. Die sächsische Regierung erwartet, daß eine Repartition dieser Kosten auf die Staaten des norddeutschen Bundes eintreten werde. Dürfen wir Oberhessen vielleicht auch daran bezahlen?
Bayern. In der Nähe des Bahnhofs von Würzburg entgleiste am 7. d. Mts. der von Bamberg kommende Zug, in Folge dessen die 3 ersten Wagen aus den Schienen gerissen und theilweise zertrümmert wurden. Einer von diesen Wagen wurde vom Eisenbahndamm in den Graben geworfen. Der Lokomotivführer, ein Vater von 9 Kindern, wurde herabgeschleudert und war sogleich todt, ein Bremser, welcher über 20 Schritte in das Feld hinausgeschleudert wurde, erlitt einen Armbruch und verletzte sich im Gesicht und am Fuße. Der Heitzer hatte sich durch Herabspringen gerettet. Von den Passagieren wurde keiner verletzt.
— Durch einen Armeebefehl vom 7. Nov. hat der König seinen Großoheim, den Prinzen Karl von Bayern, der Stelle eines Feldmarschalls enthoben mit dem Bedauern, daß er sich vergeb⸗ lich bemüht habe, den Prinzen von der Nieder legung des Feldmarschallsstabs zurückzubringen.
— Der König von Bayern hat eine Reise nach den drei fränkischen Provinzen angetreten und wird vorzüglich jene Orte besuchen, welche der Schauplatz des Krieges waren.
Würtemberg. Der Oberbürgermeister und der Gemeinderach der Stadt Ulm haben be— schlossen, bei den Könige um Beseitigung der Festung Ulm zu petitioniren. Bei einer Ver⸗ steigerung auf den Abbruch ließe sich vielleicht ein schönes Geschäft machen.
— Eine in Stuttgart abgehaltene Versamm⸗ lung süddeutscher Vaterlandsfreunde hat die Bildung eines Südstaatenbundes mit engster Verbindung in staatsrechtlicher und militärischer Beziehung beschlossen, um die Stätte der Freiheit zu retten. Das Wehrsystem soll auf allgemeiner Wehrpflicht mit kürzester Dienstzeit beruhen.
Oesterreich. Der Kaiser hat bei seiner Rückkehr aus Böhmen ein Handschreiben an den Grafen Rothkirch gerichtet, worin er mit tief gerührtem Herzen über die neuen so vielfachen Beweise unerschütterlicher Treue und Anhänglich— keit von seinem Königreich Böhmen Abschied nimmt.
Frankreich. Aus Toulon wird beeichtet, daß das Panzer-Geschwader den Vefehl zur Ab— fahrt für den 23. erhalten habe; man versschert, daß es die französischen Truppen aus Rom zu— rückbringen wird.
— Schon jetzt hat das französische Kriegsmini— sterium ein Budget von über 366 Mill., das Marineministerium 153 Mill., ferner das General— Gouvernement 15 Mill., zusammen 534 Mill.
Dafür stellt Frankreich 400,000 Mann ins Feld.
Sollte es jährlich doppelt so viele Leute armiren, wie es beabsichtigt wird, so würde es eine Mil— liarde gebrauchen! In diesem Maßstabe wirds aber nicht blos in Frankreich, sondern auch in den deutschen Staaten in die Höhe gehen. Statt der angestrebten Verminderung des Militärbudgets wird überall ein erhöhtes vor uns treten.
— Pariser Blätter bringen die Mittheilung von einer polizeilichen Arrestation, die in der Nacht
vom 7. d. in einem Hause des Boulevard St.-Michel
vorgenommen wurde. Es wurden daselbst 42 Individuen, meistens Studirende der Rechte und der Mediein, verhaftet und nach der Polizeiprä— fectur abgeführt. Mehrere Polizeicommissäre sind mit der Untersuchung dieser Angelegenheit beauf— tragt, und es sind in den Wohnungen der Be— schuldigten Nachsuchungen angestellt worden. Wie es scheint, liegt die Anschuldigung vor, daß in dem besagten Hause geheime Versammlungen ab— gehalten worden seien.
Italien. Die zur Stütze des päpstlichen Thrones, nach Abzug der Franzosen, angeworbenen Soldaten geben gleich vornherein wenig Vertrauen. Bei der Fahnenweihe stimmten die Offiziere Vivats auf den Pabst und die Kirche an, die Soldaten wollten nur solche auf Frankreich und den Kaiser bringen.
Rußland. Aus Anlaß der Vermählungs— feier des Großfürsten Thronfolger mit einer däni— schen Prinzessin Dagmar hat der Kaiser durch ein soeben erlassenes Manifest das Schicksal aller Ver— urtheilten im Reiche, einschließlich Polens und Finnlands, erleichtert und die Zahlung von Steuer— rückständen nachgelassen.
Amerika. Der Finanzminister tilgte im Monat October zwanzig Millionen von der Staats— schuld. Verdient Nachahmung und dürfte ins Deutsche übertragen entschieden günstig aufgenom— men werden.
— Die Congreßwahlen sind sämmtlich gegen den Präsidenten ausgefallen, ausgenommen in Delaware und Maryland.
Fer Weg von Friedberg nach Uauheim.
Mit dem in Nr. 90 des Anzeigers zur Sprache ge— brachten Wegproject scheint man allseitig einverstanden zu sein. Um so mehr werden wir die Ausführung erwarten dürfen. Wir wurden aber veranlaßt mündlich zu bestätigen, daß der westlichste Weg gemeint sei, welcher am Ende des langen Gradirhauses hin, am Nauheimer Friedhof, dem Rathhaus und Amthaus vorbei zum Kurhause führt. Für die Anlage dieses wirklich schönen Wegs braucht kaum noch Gelände erworben zu werden. Derselbe hat inbessen die locale Benennung:„Steter Weg“(vielleicht Städter— Weg). Ju der Gemarkung Friedberg ist dieser Weg be— reits chaussirt.
Friedberg. Am verflossenen Samstag Abend wurde in unserer Stadt ein Fest begangen dessen Erwähnung in diesem Blatte, obwohl es mehr lokalen Charakters war, doch Manchen in der Ferne interessiren dürfte Gegen Hundert hiesige Bewohner hatten sich im Gasthause zu den „Drei Schwertern? zu einem Abendessen vereinigt, um den Abschied des seitherigen Besitzers der„Drei Schwerter“, Herrn Hermann Simon, z feiern. Manchem der An⸗ wesenden mag die Erinnerung lieblich-wehmüthige Bilder aus vergangenen Tagen, aus froher Jugendzeit, die er in Freundeskreise in den gastlichen Räumen der drei Schwerter verlebte, im Geiste vorübergeführt haben. Soust und Jetzt! Wie wechselvoll ist doch das Leben! Wie Manche sind nicht mehr, die hier mit uns, vor uns in trauter Gesellschaft froh und vergnügt waren! Aehnliche Gedanken und Empfindungen mochten Ursache sein, daß die Stim— mung unter den Anwesenden bei aller geselligen Freude ins Wehmüthige streifte. So findet denn ein Etablisse⸗ nent unserer Stadt zum Bedauern Vieler sein Ende, das, wie man uns gesagt, über hundert Jahre, und durch die Familie Simon über sechzig, einem Bedürfniß Friedbergs sedient hat. Die Antheilnahme an dem Geschicke der scheidenden Familie ist eine allgemeine und herzliche Wünsche für ferneres Wohlergeben begleiten sie auf ihrem weiteren debenswege!
Mitgetheilt von Herrn Chr. Hecht in Friedberg, Special-Agent. 5
Hamburg. Das Postdampfschiff Allemann ta, Capt. Trautmann, von der Linie der Hamburg-Amertk. Paquetfahrt⸗Actien-Gesellschaft, welches am 13. October Hamburg verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Tagen woblbebalten in Newpork angekommen.— Das Schiff derselben Linie, Bavaria, Capt. Taube, welches von Newpork am 20 Oetober abging, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Towes angelangt und hat, nachdem es daselbst die Vereinkgte Staatenpoft, sowie die für England und Frankteich bestimm⸗ len Passagtere gelandet, unverzüglich die Reise nach Ham⸗ burg fortgesetzt. Dasselbe bringt 65 Passagiere, 400 Tons Ladung, 9500 Dollars Contanten und 2 Briefsäcke.
Bremen, 5. November. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, Capt. Neynaber, hat gestern die fiebente diesjährige Reise nach Newpork ia Southampton angetreten. Dasselbe nahm außer der Post 632 Passaglere and 550 Tons Ladung an Bord. Die Bremen passirte gestern 11½ Uhr Morgens den Leuchtthurm.
Newpork, 6. November.(Pr transatl. Telegraph). Das Poftdampfschiff des Nordd. Lloyd Hansa, Capt. 9. Oterendorp, welches am 21. October von Bremen und am 24. October von Southampton abgegangen war, ist wohlbehalten hier angekommen
Frank fur
ler Cours.
13. November 1866.
Cours der Staatspapiere.
Oesterr. 5% Met. 1859 i. Lst. 58 ½ P. Gr. Hess. 3½0% Obligation.—— 5 50% Nat.-Anl. 1854 50 G. Nassau 4½0% Obl. b. Rth. 92¾ P 3 5% do. 1864 58% P. 5 40% do do 87 P. Preussen 4½% Obligat. b. Rth.—— Kurhess. 40% Obl. b. R. 3 105—— 5 40, do. do.“—— Frankf. 3½0% Obligat. 82 P Bayern 5% Obligation. 97 P. 5 30% do—— 7 4½% ½ jähr. b. Rth.92½ G. Russland 50% Obl. i. L. à fl. 1286/ P. 5 40% do do 87 P. Finnland 4½% do i. R. à 10582 ¼ G. Würtemb. 4½% Obl. b Rth. 923/ P. 4 4½0% Pfdbr. i. R. 105[82½ G. 2 40% do do—— Schweden 4½% O. i. R. à 105/82½ b. u. G. Baden 4% Obligat. 879 P. 2 4½0% Pfb. i. R. à 105—— Gr. Hess. 40% Obligat 91 P. N.-Amer. 60% St. I. E. 1882[21¼½—/ 1¼ b. u. G.
Voll einbezahlte Eisenbahn- Actien und Prioritäten.
4½0% Bayr. Ostbahn 116 b 30% Liv. C. D.& D/. fr. à 28 kr. 32 G. 4% Pfandbr. d. Frkf. Hyp.- B.—— 50% Tose. Centr.-Eisenb.-Pr. 51 P. 0% Oesterr. St.-Eisenb.-Prior. 49 P 50% Elisabethbahn-Prior. 6% 69½ G. 30% Oest. Süd St. u. Lomb. E. B55 50% do. neueste Emiss.% 64½ G. 30% Oest. Süd. St. u. Lomb. E. B. 44 P 4½% Hess. Ludwigsb.-Prior. 94½ 6.
Anlehen
8s Loose.
Oest. 250 fl. b. R. 18399— Oest. 100 Pr. v. 186467 P. Gr. Hess. 50 fl. L. b. R. 143 P. 0%„1846 b. Schwed. Thlr. 10-L.“—— f n „ 100 Pr. L. 18580115½ C Bad. 35 fl. Loose—— Nass. 25 fl. L. b. R. 36 P. „ 500, v. 1860% 62/8 7/8 G. Kurh. 40 Til.-L. b..—— ISard. 36 Er. I. b. B
G o Id un
1 Si I ber.
Pistolen fl. 9 41-43 Rand-Ducaten Doppelte„ 9 42-44 20 Franes-Stücke Preuss.
Friedrd'or 9 57—58 Engl. Sovereigns. Holl. fl. 10 Stücke„ 9 46-48 Russ. Imperiales
fl. 3 3234 Gold pr. Zoll-Pf. fl.——
„ 9 24½ 25 ½ lich. Si. pr. Z. Pf.,——
„ 11 46—50 Preuss. Kassensch.„ 1 44/45 ½ 9 4244 Dollars in Gold„ 2 26-27
Wiener Wechsel-Cours—
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reeller Bedienung und ertheilt gerne Coupons- Zahlungen u. 8. w.
für An- und Verkauf aller Werthpapiere empfiehlt sich bestens unter Zusicherung
jede gewünschte Auskunft über Verloosungen, S. Lindheimer in Friedberg.
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