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von der demokratischen Partei errichtete ambulante Wahlbureau. In einem mit zwei Pferden be— spannten Möbelwagen, welcher ganz mit demo- kratischen Wahlzetteln beklebt war, befanden sich eine Anzahl Männer, die die Wahlzettel auf ibrer Fahrt durch die Stadt an die Passanten vertheilten; jedoch sollte dieses Wahlmanöver nicht von langer Dauer sein und die Polizei schritt gegen dasselbe wie gegen die Wablbuden ein.
Preußen. Berlin. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 7. d. wurde die Be- rathung über den Etat des Cullusministeriums fortgesetzt. Der von Harkort gestellte Antrag auf Vorlage eines Gesetzes über Dotation der Volks- schullehrer noch in dieser Session gelangte nur in der von dem Abg. Bieck empfohlenen Modi— fication„der Vorlage in möglichster Kürze“ zur Annahme, ebenso ein Antrag von Hoverbeck auf Bildung eines besonderen Titels für die Gehalts— verbesserung der Lehrer. Schließlich ward der Etat mit circa 4,600,000 Thlr. im Ordinario und 570,000 Thlr. zu extraordinären Ausgaben bewilligt. Die Vorberathung des Militäretats hat bereits begonnen.
— Der„Staatsanzeiger“ publieirt eine Cabinetsordre betreffend die Einführung der preußischen Militär- und Disciplinargesetze in den neuen Landestheilen. In derselben wird u. A verordnet, daß Diejenigen, welche in den genannten Landestheilen in irgend einer Art von Militär— verband stehen, ohne zum activen Dienst heran- gezogen zu sein, als zum Beurlaubtenstande ge— hörig angesehen werden sollen.
— Obgleich das Dotationsgesetz mit einer großen Majorität im Abgeordnetenhause ange— nommen wurde und nur 80 Stimmen dagegen waren, ist man im Publikum anderer Ansicht und die Stimmung dem Gesetze eutschieden entgegen. Es wird namentlich geltend gemacht, daß zuvor für die hinterbliebenen Wittwen und Waisen der im Kriege Gefallenen ausreichend gesorgt werden müsse, ehe man an eine solche Ausstattung von noch lehenden Generalen und Ministern denken dürfe. In diesem Sinne sind auch aus den Pro- vinzen viele Zuschriften an die Abgeordneten gelangt.
Hannover. Ein allerhöchster Erlaß er— mächtigt den Generalgouverneur, diejenigen Be- amten, welche den Aunsichten und Anordnungen der Regierung nicht nachkommen, sofort und ohne Rücksicht ihres Amtes zu entsetzen; diejenigen hannöverschen Militarpersonen, die sich an Agi— tationen gegen die Regierung betheiligen, nach der Festung abführen zu lassen und eine kriegs⸗ gerichtliche Untersuchung einzuleiten. Ein Gleiches gilt für Diejenigen, welche sich Beleidigungen gegen uniformirte Militärpersonen zu Schulden kommen lassen.
— König Georg hat, dem„Hamb. C.“ zu⸗ folge, den vormaligen Hausminister v. Malortie beauftragt, gegen die Beschlagnahme seines Privat- eigenthums gerichtlich Klage zu erheben.
— Am Abend des 5. d. wurden in den Häusern zweier Mitglieder der calenberg' chen Ritterschaft, die sich in hervorragender Weise an den welsischen Agitationen betheiligten, Haus- suchung gehalten. Ebenso ist es Thatsache, daß ein hiesiger Kaufmann, der bei allen welfischen
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Demonstrationen Vordergrund trat, Haft genommen ist. — Sämmtliche Beamte, welche die ritter— schaftliche Erklärung vom 7. Nov. unterschrieben haben, sind durch das Gouvernement vom Amte suspendirt mit dem Bemerken, daß man ihre Amtsentsetzung beim Staatsministerium beantragen werde, und daß sie daher sich zu beeilen hätten, falls gegen diese Mußregel Einsprache beabsichtigt wüede. — Der Regimentscommandeur Graf Kil— mannsegge ist nach der Festung Minden ab— geführt worden, weil er die Unteroffiziere aufge— fordert, nicht in preußische Dienste zu treten. Aus diesen verschiedenen Mittheilungen ist ersicht— lich, daß die preußische Regierung in Hannover einen schwierigen Standpunkt hat und daß man sich dort nur schwer mit den veränderten Ver— hältnissen vollständig aussöhnen wird. Frankfurt. Das„Amtsblatt“ enthält die k. Verordnung betreffend die Einführung des
wenigstens äußerlich in den von dee Polizeibehörde in
Wahlgesetzes für den Reichstag des nordbeutschen
Bundes vom 15. Oct. 1866 in den neu einver— leibten Landestheilen.
Sachsen. Der Abschluß einer sächsischen frünsprocentigen Anleihe im Betrage von 4 Mill Thaler ist definitiv erfolgt. Dieselbe wird al pari übernommen von den Häusern v. Rothschild und Söhne in Frankfurt a. M., Oppenheim in Köln, Bleichröder in Berlin, Kaskel und sächsischen Bank in Dresden und der Creditanstalt in Leipzig.
Bayern. Einigen Jesuiten, welche sich kürzlich in Regensburg niederlassen wollten, ist dies nicht gestattet worden.
Oesterreich. Wiener Blätter stellen die Gerüchte über eine angebliche Spannung zwischen Oesterreich und Rußland in Abrede und ver— sichern, daß die Beziehungen zwischen Oesterreich und Rußland vollkommen freundliche sind und nicht das Geringste sich ereignet habe, welches als Trübung derselben dargestellt werden könnte.
— Eine kaiserliche Entschließung, d. d. 4. Dez., an den Kriegsminister, gibt kund, daß der Kaiser von dem Beschlusse des obersten Militärjustizsenats, gegen die hoben Offiziere v. Benedek, v. Henik— stein und v. Krismanic, wegen ihres Verhaltens in dem letzten Feldzuge, eine kriegsrechtliche Untersuchung zu verhängen, Kenntniß genommen, verordnet jedoch die Ablassung von einem weiteren gerichtlichen Verfahren gegen dieser oder anderen ähnlicher Verschulden angeklagten Generale und Stabsoffiziere.
Schweiz. Den neu gewählen Nationalrath eröffnete Herr Alterspräsident Hunkeler von Luzern mit einer längeren Anrede, worin er einen Blick auf die letzten europärschen Ereignisse wirft und das Ergebniß der unerhörten Anstrengungen und Menschenopfer als kein erfreuliches für die Ent⸗ wicklung und Freiheit der Völker bezeichnet. Die Schweiz sei bei diesen Ereignissen glücklicherweise unberührt geblieben; sie stehe mit allen Mächten in freundschaftlicher Beziehung, da sie auch nichts von ihnen verlange. Er weist auf die großen Anstrengungen hin, welche überall zur Vervoll⸗ kommnung der Waffen gemacht werden; eine traurige Erscheinung für unser Jahrhundert, da diese Werkzeuge zur Vernichtung der Meuschheit
doch nur zur Befestigung der Gewalt der Groß— mächte diene. Die Schweiz dürfe jedoch hierin nicht zurückbleiben, wenn sie auf kommende Er— eignisse gefaßt sein und ihre Unabhängigkeit, ihre Rechte und ihre Freiheit bewahren wolle.
Frankreich. Paris. Der„Moniteur“ bestätigt die Unterzeichnung des Handelsvertrags mit Oesterreich, welcher bereits am 1. Januar in Wirksamkeit treten werde.
— Der„Patrie“ zufolge ist die Zahl der zur Zurückführung der Expeditionsdivision in Rom bestimmten Schiffe von drei auf sechs ge— bracht worden und werden dieselben gegen den 10 bei Civitavecchia eintreffen. Der Effectiv— bestand der heimzuführenden Truppen beträgt 397 Offiziere, 6546 Mann und 650 Pferde.
— Die Marineverwaltung hat nun noch weitere vier Dampflinienschiffe behufs der Heim- führung des mexicanischen Expeditionsheeres ab— geben lassen. Sämmtliche Kriegsschiffe stehen
während dieser Mission unter Befehl des Contre—
Admiral Didelot, der sich augenblicklich auf Martinique befindet und den 15. d. M. auf der Dampffregatte„Themis“ nach Mexico abgehen wird, um sich mit Marschall Bazaine über die Räumung zu vereinbaren.— Die letzte Depesche des Kaisers Maximilian, die man in Europa er— balten hat, soll über New-Nork unterm 23. Nov. angekommen sein. In dieser Depesche hätte der Kaiser den Wunsch ausgesprochen, daß die Aerzte der Kaiserin Charlotte ihm entgegenreisten, um in der zweiten Hälfte Dezembers in einem Hafen des Mittelmeeres mit ihm zusammenzutreffen.
Amerika. Durch den transatlantischen Kabel ist die Nachricht von der am 3. Dez. er⸗ folgten Eröffnung des Congresses nach Europa gelangt. Nach der dabei verlesenen Botschaft des Präsidenten übersteigen die Staatseinnahmen der Union die Aasgaben um 158 Million Dollars. Ferner spricht sich dieselbe in Bezug auf das mexicanische Kaiserreich dahin aus, daß dessen baldiges Ende bevorstehe und das die Zurück— ziehung der französischen Truppen baldigst zu erwarten sei. Der Präsident fordert den Con- greß auf, seine bisherige Politik zu adoptiren. — Wenn auch die äußere Politik des Präsidenten die Billigung des Congresses finden wird, so wird dies mit der nach Innen befolgten anders sein, es ist zu erwarten, daß der Congreß den Präsidenten in den Anklagezustand versetzen und ihn demgemäß von der Regierung zu entfernen suchen wird.
Mirgetlh. von Chr. Hech ren Frieoverg, Spec. ⸗Ag.
Hamburg. Das Hamburger Postdampfschiff„Alle⸗ mannia“, Capt. Trautmann, von der Linie der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt⸗Aktien⸗Gesellschaft, trat am 3. Dezember wiederum eine Reise via Southampton nach New-⸗York an und hatte außer einer starken Brief- und Packeipost 69 Passagiere in den Cajüten, und das Zw 8schen⸗ deck mit Passagieren voll besetzt, sowie auch den Laderaum mit Waaren.
Bremen. Das Bremer Postdampfschiff des Nord⸗ deutschen Lloyd„New⸗York“, Capt. G. Ernst, welches am 24. November New⸗York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in Cowes ang langt, und hat, nachdem es daselbst die Vereinigte Staaten⸗Post, sowie die für England und Frankreich bestimmten Passagiere gelandet, unverzuglich die Reise nach Bremen fortgesetzt, Dasselbe bringt 83 Passagiere, volle Ladung und 217000 Dollars Contan'en.
Versteigerung. 2523 Donnerstag den 27. Dezember d. J., Vormittags 10 Ubr, soll die Lieferung des Brennzolzberarfs 20 Stecken Buchenscheitholz erster Kaasse, zur deizung des biesigen Beurkepefängussses im biesigen Landgerichte local an den Weuigstforderuden vergeben werden, wozu Lusttragende hiermit eingeladen werden. Bilbel den 1. Dezember 1866. Großherzogliches Landgericht Vilbel Jäger.
Holzverkauf.
2638 Freitag den 14. December d. J., Nachmittags 1 Ubr, sollen auf dem Großherzoglichen Dorhe mer * einer öffentlichen Versteigerung ausgesetz. werden:
60 Haufen altes Grubenholz, 9 Haufen Zimmerspane. Dorhelmet Bergwerk den 4. December 1866 0 Oroßherzogliches Bergamt Dorheim Sto r ch.
Holzversteigerung.
2652 Montag den 17. December werden auf dem Gräfl. Solms⸗Rödelheimschen Braunkohlenbergwerk bei Bauernhelm
21 Stecken altes Grubenholz,
2 Haufen Zimmerspäne, öffentlich meistbietend versseigert.
Die Zusammenkunst ist Vormittags 10 Uhr auf dem Zechenhaus bet Bauernheim, wose bst die Bedingungen bekannt gemacht werden.
Bauernheimer Bergwerk den 6. Dee. 1866.
Gräfl. Solms Rödelheimische Bergverwattung Chelius.
Bekanntmachung. 2670 Freitag den 14. d. M., Nachmittags 1 Uhr, soll auf dem hiesigen Bürgermeisterei⸗Bürcau ein der hlesigen Gemeinde geböriger, zum Schlachten geeigneter Fafelechs versteigert werden. Ober-Mörlen den 10. Dezember 1886.
Großherzogliche Bürgermeisterel Ober⸗Mörlen ae
Bekanntmachung. 2669 Die am 7. d. M. im Domantalwald Burg⸗ wald abgebaltene Holzversieigerung bat die Genehmigung erhalten. Die Aduhrscheine find vom 18. d. M. an gegen Baarzablung oder Bürgscheln dei Groß berzog⸗ lichem Rentamt Irkedberg in Empfang zu nebmen. Der erste Fabrtag lesp. die Ueberwetisung des Holzes i auf den 19. bestimmt.
Ober- Ros dach den 10. Oezember 1866. 5 Großherzogliche Oberförsterei Ober⸗Rosbach Bing mann..
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