Die Ausbebungsliste der Conseribirten für 1867 sollen vor dem 31. Dezember d. I. eingereicht werden, indem das Ersatzgeschäft für 1867 An— fangs Januar beginnen soll.
Sachsen. Der König und die Königin von Sachsen, der Kronprinz und die Kronprinzessin und andere Angehörige des königlichen Hauses haben am 3. d. M. unter dem Geläute der
Glocken und großem Jubel der Bevölkerung ihren feierlichen Einzug in die festlich geschmückte Resi-
denzstadt Dresden gehalten. Die dortigen Blätter berichten darüber:„Der Flaggenschmuck, in den sich unsere Stadt gehüllt, ist ein außerordentlich üppiger. Von preußischen Fahnen ist innerhalb der Stadt keine Spur zu merken; dahingegen wehen dieselben rings um Dresden herum auf jeder Schanze. Sinnbildlich ist damit das Ver⸗ hältniß Sachsens zu Preußen, wie es durch den Friedensabschluß hervorgerufen, recht anschaulich dargestellt; im Innern überläßt man uns voll— ständig dem eigenen Thun und Walten, nach außen hin steht Preußen für den schwächern Nachbar auf der Wacht.“
Dresden. Eine aus 140 Leipziger Bürgern bestehende Deputation überreichte dem König eine Begrüßungsadresse mit über 2000 Unterschriften.
In Würtemberg ist die gesetzliche Ein— führung gymnastisch-militärischer Uebungen für das männliche Geschlecht vom 10. bis 20. Lebens jahre im Werke. Bei Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wäre dadurch erreicht, daß die Dienst— zeit für die Soldaten abgekürzt werden könnte.
Oesterreich. Die Verhandlungen der österreichischen Regierung mit Frankreich wegen eines Handels- und Schifffahrtsvertrages sind ihrem Abschlusse nahe. Ein Ministerialrath und zwei technische Beiräthe haben sich zu diesem Zwecke nach Paris begeben.
— Am 2. d. M. hat die Vorstellung des Beamtenpersonals im Ministerium des Aeußern bei Frhrn. v. Beust durch den Unterstaats— secretär Baron v. Meysenbug stattgefunden. Frhr. v. Beust begrüßte die Beamten in einer längeren Ansprache, worin er die von ihm ein— zuschlagende Politik als eine friedliche, insbe— sondere Preußen gegenüber, hervorhebt. In einer Circulardepesche an die kais. Missionen im Auslande sagt derselbe u. A.: Er betrachte sich von seiner politischen Vergangenheit von dem Tage an getrennt, wo er, nach dem Willen des Kaisers, Oesterreicher werde. Es sei ein seltsames Vergessen seiner Pflichten, wollte man ihn für fähig halten, Vorliebe oder Groll in seine neue Stellung hineinzutragen, wovon er sich vollkommen frei fühle. Freiherr v. Beust bittet die betreffenden Gesandten, diese Anschauungsweise in ihren Unter— redungen, wo sich dazu Anlaß böte, hervortreten zu lassen. Die kaiserliche Regierung wird jeder⸗ zeit der geübten Politik des Friedens und der Versöhnlichkeit treu bleiben.
Pesth. Das Einberufungsdecret des un— garischen Landtags ist vom 3. Oct. a. C. datirt und ist bereits an den Präsidenten des Unter- hauses gelangt, der die Einberufungsschreiben an die Deputirten schon versendet.
Frankreich. Die ersten Artikel für die Weltausstellung von 1867 sind, wie man aus Paris schreibt, am 28. Okt. dort angelangt. Die Russen, welche sonst hinter dem übrigen Europa zurück sind, waren die Ersten, welche die Produkte ihrer Industrie zu dem großen friedlichen Welt⸗ kampfe der Nationen geschickt haben. Diese Sendung besteht aus nicht weniger als 161 Colli, welchen noch eine große Anzahl folgen wird. Die Absendung wurde beschleunigt, da man in Rußland einem strengen Winter entgegensieht.
Italien. Das gewichtigste Organ der Ultramontanen, die„Armonio“, gesteht nun zu, die Pactie verloren zu haben.„Bisher(sagt sie) hofften wir auf die Rückkehr der Herzoge und den Rückzug des Königs nach Turin; die Abtretung Venedigs an Italien macht aber dieser Hoffnung ein Ende. Jetzt anerkennen wir das Königreich Italien, und von der Stunde an ist es unsere Aufgabe, dahin zu wirken, daß dieses Königreich sich in einer der Kirche und dem Throne
günstigeren Weise gestalte.“ Aus Rom berichtet: Edgar Mortara, der isr. Eltern s. Z. entführte und mit Gewalt getaufte Knabe, hat sich entschlossen, in das Noviziat des Ordens der regulirten Chorherren des Lateran zu treten. Seit er das Hospiz der Katechumenen verließ, war er ihrer Erziehung anvertraut.
— Die Zeitung von Venedig meldet zu ihrer lebthaften Genugthuung, daß die Geistlich— keit von Venedig, die fast einstimmig sich an der
Volksabstimmung betheiligt hat, eine Ergebenheits⸗
adresse an den König vorbereite. Der Patriarch wird sie am Tage des Einzugs dem König übergeben.
Rußland. Ein kaiserliches Manifest be— siehlt die Completirung der Armee und Flotte durch eine Rekrutenaushebung im ganzen Reiche mit 4 Mann von 1000 an, womit am 15. Jan.
1867 anzufangen und am 15. Februar zu endigen ist. Türkei. Die neuesten Nachrichten von
Kreta verkünden den Sieg der türkischen Waffen. Der Aufstand ist bezwungen. Bei Brissa sind die Insurgenten nach blutiger Schlacht gezwungen worden, zu capituliren und die Waffen zu strecken. Die Kriegsgefangenen, unter denen sich drei höhere und 135 Subaltern-Offiziere der griechischen
Armee befinden, wurden nach den Festungen abgeführt. 5 Der Fürst Karl von Rumänien ist vom
griechischen Patriarchen feierlich eingesegnet worden. Vom Sultan erhielt er einen Ehrensäbel mit Brillanten zum Geschenk.
Jahtesversammlung des Hauptvereins der Gustav- Adolf-Stistung im Großherzogthum Hessen.
Friedberg.(Schluß.) Eine Stunde nach dem
Schlusse der gottesdienstlichen Versammlung begann die
berathende Versammlung in der Burgkirche. Nach einigen Sttophen des schönen Zinzendorf'schen Liedes:„Herz und Herz vereint zusammen?— und einem von Pfarrer Baur gesprochenen Gebete eröffnete Oberstudienrath Dr. Wagner als Präsident die Berathung mit einer kurzen Ansprache, welche mit Rücksicht auf die Zeitereignisse an bie Aufgabe des Vereins erinnerte. Der Verwaltungsrath hatte für 15 Gemeinden im Großherzogthum: Bensheim, Bingen, Bobstadt, Dieburg, Fürth, Gernsheim, Heldenbergen, Heppenheim, Herbstein, Hirschhorn, Kastel-Kostheim, Nieder⸗ Olm, Seckmauern, Seligenstadt und Groß-Steinheim, sowie für die Diaspora um Offenbach eine Unterstützung von im Ganzen 4680 fl. beantragt und die Anträge
wurden von den Abgeordneten der Zweigvereine sämmtlich
genehmigt, und, da die Verhältnisse schon in der Vor⸗ versammlung erörtert worden waren, großentheils ohne Discussion. Für 28 Gemeinden außerhalb Hessens und zum Theil außerhalb Deutschlands wurde eine Unter— tützung von 3120 fl. beantragt und genehmigt, und 3900 fl., ein Driuheil der 10700 fl. betragenden Ein— nahme, wurden dem Centralvorstande zur Verfügung
wird gestellt.
Von verschiedenen Seiten war der Wunsch aus⸗ gesprochen worden, die evangel. Gemeinde zu Herbstein möchte noch kräftiger unterstützt werden, als beantragt war; da dies aber ohne Beeinträchtigung einer andern Gemeinde nicht geschehen konnte, so war es besonders er— freulich, als Pfarrer Baur kurz vor Schluß der Ver— sammlung mittheilte, daß einem ihm eben zugekommenen Briefe seines Bruders, des Hauptpastors Dr. Baur in Hamburg, eine Gabe desselben für Herbstein im Betrag don 70 fl. einliege. Professor Dr. Hesse von Gießen brachte als Geschenk des dortigen Frauenvereins eine Altardecke, welche der Verwaltungsrath nach seinem Er— messen entweder Salzburg oder einer Gemeinde in Böhmen oder Mähren zuweisen möge. Pfarrer Briegleb von Heuchelheim sprach denjenigen unter den Anwesenden, welche zur Unterstützung der 369 Brandbeschädigten in seiner Gemeinde beigetragen, seinen Dank aus und brachte ein Silberstück aus dem 17. Jahrhundert als Geschenk einer armen alten Wittwe, die kaum noch aus ihrem brennenden Hause gerettet worden war und in deren Keller sich bei Aufräumung desselben ein Topf mit Silber- und Goldmünzen fand, welcher vermuthlich im Jahr 1646, als Heuchelheim im dreißigjährigen Kriege heiingesucht und großentheils ein Raub der Flammen wurde, ver— graben worden war. Nachdem in Auftrag des Hessen— Kasseler Hauptvereins Pfarrer Spangenberg von Treysa und von Seiten des Nassauer Hauptvereins Hofkammer— rath Fritze von Höchst, Dekan Schröder von Seelbach und Pfarrer Hartmann von Heddernheim, welcher über die Verhältnisse seiner Gemeinde Mittheilung machte, brüderliche Ansprachen und Pfarrer Lehr aus Vöhl wegen der Trennung jenes Kreises von Hessen ein Abschiedswort an die Versammlung gerichtet hatten, sprach Professor Dr. Köhler das Schlußgebet, worauf die Versammlung in das Lied: Nun danket alle Gott“ krästig einstimmte, um sodann die Kirche nach dreistündigem Verweilen in derselben zu verlassen.
Um 4 Uhr vereinigten sich die Festgenossen im Hotel Trapp zu einem gemeinschaftlichen Mittagsmahle, das durch ernste und heitre Tischreden gewürzt wurde, bis von 6 Uhr an die Bahnzüge Trennung geboten. Gewiß schieden die Gäste befriedigt von dem, was das Fest ge— boten hatte, und auch Solche, welche früher daran ge— zweifelt hatten, daß in der späten Zeit des Jahres eine große
Betheiligung an der Jahresversammlung staßtfinden werde,
waren jetzt durch den Erfolg eines Bessern belehrt worden.
Schließlich ist noch zu bemerken, daß die am Schlusse des Gottesdienstes erhobene Collecte 59 fl. 18 kr. betrug und nach Beschluß des Kirchenvorstandes zum Theil für kicchliche Bedürfnisse der Evangelischen in Bodenheim und zum Theil für die evangel. Gemeinde in Herbstein ver⸗ wendet wurde.
Darmstadt. Vom 1. Nodbember an können zur Frankirung der Fahr postsendungen auch Freimarken und Franko⸗Couverts verwendet werden.
Mainz. In der Bembe'schen Möbel- und Parquet⸗ Fabrik ist kürzlich der Dampfkessel explodirt. Neben Zerstörungen an den nächsten Gebäulichkeiten ist der Ver⸗ lust von zwei Menschenleben zu beklagen. Ebenso gab es einige erhebliche Verwundungen unter den dem Kesselhaus zunächst beschäftigten Arbeitern.
Greifswald. Nach Zeitungsberichten wären in den verflossenen Wochen dahier 27 Fälle von Trichinen-Er⸗ krankungen vorgekommen. In sämmtlichen Fällen soll festgestellt sein, daß die Erkrankungen vom Genusse von Cervelalwurst herrühren.
Frankfurter Cours.
6. November 1866. Cours
der Staatspapiere.
Oesterr. 50% Met. 1859 i. Lst. 57 ¼, ½ bz. Gr. Hess. 3½% Obligation.—— 8 50% Nat.-Anl. 1854 49,/ bz. u. G. Nassau 4½% Obl. b. Rth. 92 P. ½ G. 5 50% do. 1864—— 7 40% do do 86 G. Preussen 4% Obligat. b. Rth. 97 G Kurhess. 40% Obl. b. R. à 1059 18% G. 5 40% do. do? Frankf. 3½% Obligat. 817 G Bayern 50% Obligation. 96½¼ P. 1 30% do 75 E 1 4½% ½ jähr. b. Rth. 9 1½ P. Russland 5% Obl. i. L. à fl. 124—— 5 0 do do 86/8 6 Finnland 4½% do i. R. à 10582 P. Würtemb. 4½0% Obl. b Rth. 92 P 5 4½0% Pfdbr. i. R. 105—— 55 40% do do—— Schweden 4½% O. i. R. à 105/83 P. 2 Baden 4% Obligat. 86/8 6 2 4½% Pfb. i. R. à 10583½ P. 0 Gr., Hess. 40% Obligat. 90½ G. N.-Amer. 60% St, 1. E. 1882 727 à 731½*. Voll einbezahlte Eisenbahn- Actien und Prioritäten. 4½0% Bayr. Ostbahn 114%, 3½ bz. 30% Liv. C. D.& D/. fr. à 28 kr. 31 P. 4% Pfandbr. d. Frkf. Hyp- B.—— 50% Tos. Ceutr.-Eisenb.-Pr. 51,8 P. 30% Oesterr. St.-Eisenb.-Prior. 49 P 50% Elisabethbahn-Prior. 6% 68½ G. 60% Oest. Süd St. u. Lomb. E. B.—— 50% do. neueste Emiss.% 63 ½ G. 30% Oest. Süd. St. u. Lomb. E. B. 43½½ P. ¼ G. 4½% Hess. Ludwigsb.-Prior. 94 G. —
Anlehens- Loose.
Oest. 250 fl. b. R. 1839 250„,„ 1854558/ P. „ 100 Pr. L. 1858113¼ G. „ 500, v. 1860862, ½ bz.
Bad. 35 fl. Loose
Oest. 100 Pr. v. 186466/ P. ö Schwed. Thlr. 10-L. 9/ P.
Kurh. 40 Thl.-L. b. R. 54/ P.
Jr. Hess. 30. L. b. R. Ta d. 4 n„ 5 378,8 G. Nass, 25 fl. L. b. R. 35½¼% G.
Sard. 36 Fr. L. b. B.“——
50% P.
0 1 d
u n H SII ber.
Pistolen* 9 40—42 Rand-Ducaten
5 Doppelte„ 9 41—43 20 Franes- Stücke Preuss. Friedrd'orf, 9 57—58 Engl. Sovereigns. Holl. fl. 10 Stücke], 9 46—48 Russ. Imperiales
fl. 5 32—34
ssqold pr. Zoll-Pf. fl.—— „ 49 29½ 84% Hchh. Silb. pr. Z. Pf. „ 11 45—49 Preuss. Kassensch. „ 9 41—43 Dollars in Gold
„ 1 4%—45¼ „2 26—27
Wiener Wechsel-Cours 90% G.
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