Jahrgang 
1857
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kamen, deß Name war Lingg von Linggenfeld. Und im Jahr 1857 ſinds gerade fünfzig Jahr geweſen, daß dieß ge ſchah. Drum iſt dieſer Tag, der 20. Februar, von den guten Hersfeldern heuer mit großer Feier und Freude und Dankgebet in den Kirchen und mancherlei Beluſtigungen, Ge⸗

ſang und Mahl und Spiel und Tanz begangen worden. Und

war unter der Zahl der Feiernden mancher Mann und manche Frau, die noch die Angſt und Noth der Stadt mit erlebt hat⸗ ten, denen wird das Herz ſonderlich bewegt geweſen ſein an dieſem Tage von Freude und Lobgeſang. Daß man aber bei der Feier des edlen Oberſten Lingg er iſt im Jahre 1842 geſtorben mit ſonderlichem Preis und Ehre gedacht, brauch ich kaum zu ſagen. Und allzumal aber, ob wir auch weit davon wohnen und nicht mit dabei geweſen, weder unter den Fliehenden, noch unter den Jägern, uns frommet es, die Geſchichte und des edlen Mannes Namen im Gedächtniß zu bewahren und in Ehren zu halten.

gehörtes und Erleötes. Von K. Strach. Wem der Hochmüthige zu vergleichen? In B. wurde ein Volksfeſt gefeiert; aus der ganzen Um⸗

gegend hatten ſich, wie alljährlich, zahlreiche Beſucher einge⸗

funden, um ſich einen fröhlichen Tag zu machen. Unter den⸗

ſelben war auch der junge Regierungsaſſeſſor v. B. und der

Candidat N. Beide waren als Studenten in einer und der⸗ ſelben Verbindung geweſen und öfters in freundſchaftliche Berührung gekommen; N. glaubte noch mit der alten Ver⸗ traulichkeit ſeinen ehemaligen Bruder anreden zu können. Er nahte ſich demſelben mit freundlicher Miene und bot ihm in der Freude des Wiederſehens die rechte Hand. Herr v. B. ſtieß dieſelbe nicht geradezu zurück; aber man ſah es ihm an, daß ihm dieſe Begegnung unangenehm war. Der Bewillkomm⸗ nungsgruß wurde kalt erwiedert, und im nächſten Augenblick ſtand der hochmüthige Aſſeſſor wieder mitten in ſeiner vor⸗ nehmen Geſellſchaft, ſich heklagend, daß der Candidat es ge⸗ wagt habe, die ehemalige Bekanntſchaft zu erneuern. N. war noch in der Nähe und hörte ſo viel von der Unterredung, daß er das Andere ergänzen konnte. Er ſuchte und fand irgend eine Veranlaſſung an den Tiſch zu treten, an welchem ſich Herr v. B. mit ſeinen Bekannten niedergelaſſen hatte. Das Geſpräch kam auf die ſchönen Fruchtfelder in der Nähe. N. machte dabei die Bemerkung:Nur ſchade, daß man ſich bisweilen bitter täuſcht. So habe ich auf meinem Gange hierher einige Aehren bewundert, welche über die andern hervorragten. Ich konnte nicht umhin, ſie näher zu unter⸗ ſuchen; dabei fand ich, daß ſie keine Körner hatten, ſondern nur leeres Stroh. Hiermit empfahl er ſich, die Anwen dung der Geſellſchaft überlaſſend. Herr v. B. wurde über

Guter Kath in

Nütliches Allerlei.

(Von einem neuen Collegen eingeſendet.)

4. Welches iſt das kürzeſte und einfachſte Mittel, um die kleinen nackten Schnecken, die demnächſt ſich zeigen

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und über roth, ſo daß man merkte, er habe das Gleichniß

verſtanden.

Chiergeſchichten.

6.

Treue und Ausdauer eines Neufundländers.

Ein engliſcher Schiffsjunge diente auf einem Schiffe, welches von Newyork nach London abzugehen im Begriffe ſtand. Da ihm der Kapitän die Erlaubniß verweigerte, ſeinen ſchönen Neufundländer Hund mit an Bord zu nehmen, ſo trennte er ſich nicht ohne Thränen von dem edlen Thiere, das einige Zeit voller Unruhe am Ufer des Hafens blieb und an der Abreiſe ſeines Herrn zu zweifeln ſchien. Allein ſobald es ſah, daß die Segel aufgezogen wurden, und das Scchiff auf den Wellen ſchnell dahinglitt, ſtürzte es ſich ins Meer und folgte dem Schiffe lange Zeit man ſagt drei Tage mit der größten Anſtrengung, während deſſen der Kapitän, ungeachtet der Bitten des ganzen Schiffsvolkes, die Aufnahme des treuen Hundes ſtandhaft verweigerte, und nur zuließ, daß ihm einige Stücken Brot zugeworfen wur⸗ den. Endlich wurde das ſchöne Thier durch die übermäßige Anſtrengung matt und war ſchon dem Unterſinken nahe, als das Mitleid des Kapitains erwachte und er erlaubte, daß man den Hund in das Schiff nehmen dürfe. Das ganz ent⸗ kräftete Thier wurde nun bald durch die Sorgfalt ſeines jungen Beſitzers wieder hergeſtellt.

Beinahe am Ziele der Reiſe ſcheiterte das Schiff in geringer Entfernung von London; der Schiffsjunge wurde von ſeinem Hunde gerettet, der ihn nach unſäglicher An ſtrengung in den Hafen brachte, und, ſobald er ſeinen Herrn gerettet ſah, die eine Pfote auf deſſen Körper legte und aus allen Kräften bellte, bis man dem jungen Menſchen zu Hülfe kam. So lange dieſer beſinnungslos da lag, beobach⸗ tete der Hund alle Bewegungen der herbeigeeilten Fiſcher mit mißtrauiſchen Bicken; allein in dem Augenblicke, als ſein Herr die erſten Zeichen des Lebens gab, leckte er die Hände dieſer Leute, legte ſich dann zu den Füßen ſeines Herrn und blickte ihn mit rührender Gutmüthigkeit an.

Der Hund von Neufundland iſt überhaupt ein treuer und ergebener Freund ſeines Herrn, legt ſich in der Woh⸗ nung ſtillſchweigend zu deſſen Füßen und wartet hier ruhig, bis ein Blick, Wort oder Fingerzeig des Herrn ihm weg⸗ zugehen befiehlt. langſamem, bedächtigem Schritte, ohne ſich je durch andere Hunde zum Umherlaufen verleiten zu laſſen, ſo daß man glauben könnte, er ſei faul oder höchſt gleichgültig. Doch in der Stunde der Gefahr iſt er voll Leben zund Feuer. Macht irgend Jemand Miene, ſeinen Herrn feindlich anzugreifen, ſo ſträubt er ſein langes zottiges Haar, ſeine Augen blitzen, und kaum hat er die Zähne gezeigt, ſo packt er den Feind ſchon bei der Kehle und wirft ihn zu Boden.

affenen Briefen.

und junge Pflanzen, Salat und dergl. in den Gärten ab⸗ freſſen werden, nicht nur unſchädlich, ſondern auch nützlich zu machen? Dieſe kleinen Gartenſchnecken erſcheinen im Frühjahre bei feuchtem Wetter und vermehren ſich bei Regen ungemein. Sie

Auf dem Wege folgt er ſeinem Herrn mit