Jahrgang 
1857
Seite
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Körper, ſo verhält es ſich auch mit dem menſchlichen. So iſt

Guter RKath in

Nüßliches Allerlei.

(Von einem neuen Collegen eingeſendet.)

9. Welches iſt der Unterſchied zwiſchen der früheren Landwirthſchaft und der, wie man ſie gegenwärtig zu be⸗ treiben ſucht(der neueren, rationellen Landwirthſchaft)?

Früher betrieb man die Landwirthſchaft gedankenlos und gewohnheitsmäßig, höchſtens erfahrungsmäßig, d. h. man probirte, wie man am meiſten Ertrag gewann, ohne nach den Gründen zu forſchen. Jetzt betreibt man die Landwirthſchaft mittelſt naturwiſſenſchaftlicher Kenntniſſe. Durch die Chemie unterſucht jetzt der Landwirth, aus welchen Stoffen die von ihm zu ziehenden Pflanzen⸗ und Thierkörper beſtehen. Eine Pflanze und ein Thier können aber keine Stoffe ſelbſt ſchaffen, ſondern nehmen dieſe zu ſich, erſtere aus Erde und Waſſer(und Luft), letztere aus den Pflanzen. Nun unterſucht der Bauer des Fort⸗ ſchritts ſeinen Boden und ſieht, welche Stoffe er enthält und welche noch fehlen; die fehlenden ſetzt er durch ngung hinzu. Soauch mit dem Futter, welches die Thiere bekommen. Dieſes

iſt das ganze Geheimnißderneueren Landwirthſchaft,

und die Quinteſſenz aus allen neueren landwirth⸗

ſchaftlichen Zeitſchriften. So brauchen z. B. alle Pflanzen

zu ihrer Nahrung Stickſtoff. Dieſen führt ihnen der Landmann, wenn dieſer Stoff nicht bereits im Boden enthalteniſt, durch Stall⸗

dünger, Jauche, Guano u. ſ. w. zu; dieſe enthalten den Stickſtoff

in Form von Ammoniak und Phosphorſäure. So bedürfen alle Pflanzen zu ihrer Feſtigkeit und aufrechten Stellung Kieſelbe⸗ ſtandtheile, daher miſcht der Landwirth unter den Thonboden Sand(Kieſel), und wir füllen in unſere Blumentöpfe eine gewiſſe Quantität Sand⸗ oder Kieſelerde. So bedürfen z. B. alle Thiere, um Knochen bilden zu können, etwas Kalk zu ihrer Nahrung; beſonders aber die Hühner, da ſie auch zur Bil⸗ dung der Cierſchalen viel Kalk nöthig haben. Daher giebt die Hausfrau den Hühnern alten Kalk oder geriebene Eierſchalen(die auch ſehr kalkhaltig ſind) unter das Futter, damit ſie gut legen und die Mauerwände nicht zerpicken. Wie mit dem thieriſchen

4,

um ein recht anſchauliches Beiſpiel zu wählen, ein kleiner Theil

Eiſen nöthig, der das Blut z. B. röther färbt und den Körper

mehr belebt. Fehlt dieſer Beſtandttheil, ſo entſteht die Bleich⸗ ſucht. Daher verordnet der Arzt ſolchen Kranken Eiſen in mannichfachen Auflöſungen wodurch ſie geheilt werden.

Alſo: Werein Landwirth des Fortſchritts ſein

offenen Briefen.

will, der bebaue ſeine Felder auf wiſſenſchaftliche Weiſe, er lerne das Hauptſächlichſte aus der Acker⸗ bau⸗Chemie, die nicht ſo ſchwer zu verſtehen und ſehr intereſſant iſt.

Hier folgen einige ganz einfache Gegenſtände aus dieſer Acker⸗ bauchemie.

10. Wie findet man auf ganz einfache Weiſe, wieviel ein Boden Thon oder Sand enthält?

Wenn nämnlich ein Boden mehr als die Hälfte Thon enthält, ſo iſt er, wenn nicht noch Sand(oder noch beſſer: gute, nicht thonhaltige Erde) hinzugemiſcht wird, ſchlechterdings des An⸗ baues nicht fähig, der Landmann mag ihn düngen, bearbeiten und ſich ſonſt bemühen, ſo viel er will. Der prüfende Land⸗ mann erſpart ſich aber dieſen Koſten⸗, Zeit⸗ und Müheaufwand. Er nimmt ein Glas mit Waſſer und vermiſcht es mit einigen Händen voll fraglichen Bodens, rührt die Miſchung um, bis ſie eine dünne breiige Maſſe wird. Wird das Glas hierauf einige Minuten lang ſtill hingeſetzt, ſo fällt der Sand, weil er ſchwerer iſt als Thon, zu Boden, und der Thon ſchwimmt oben auf. Durch Meſſen am Glaſe findet man, wieviel Beſtandtheile Thon, und wieviel Beſtandtheile Sand der Boden enthält.

11. Wie findet man leicht, ob in einem Boden Kalk oder Mergel enthalten iſt?

Bekanntlich ſind Kalk und Mergel gute Düngmittel, die auf Felder geſtreut werden. Sie wirken nämlich dadurch wohlthätig auf den Boden ein, daß ſie die in der Luft enthaltenen Dünger⸗ beſtandtheile an ſich ziehen(beſonders im Thau; denn Kalk und Mergel ziehen leicht Feuchtigkeit an) und die im Boden enthal⸗ tenen unlöslichen(d. h. für die Pflanzen unverdaulichen) Beſtandtheile zerſetzen und in lösliche(aufſaugbare, verdau⸗ liche) verwandeln. Wenn aber nun ein Acker bereits Kalk oder Mergel enthält, dann wäre es nicht nur überflüſſig, ſondern auch dem Geldbeutel und dem Boden ſchädlich, ihn noch weiter damit zu verſehen. Der chemiſche Ackersmann ſpart daher ſeine Zeit und ſein Geld ſo lange, bis er folgende ganz leichte Probe mit ſeinem Ackerboden angeſtellt hat:

Er nimmt eine Hand voll Ackererde, füllt ſie in ein gewöhnli⸗ ches Bierglas, gießt etwas Waſſer hinzu, undtröpfelteinige Tropfen Salzſäure, oder Schwefelſäure darauf. Brauſt die Miſchung auf als wenn Kalkgelöſcht wird, ſo enthält der Boden bereits Kalk oder Mergel, und es wäre thöricht, dem betreffenden Acker noch mehr dieſer Beſtandtheile zuzuführen. Im Gegentheil(wenn die Miſchung nicht aufbrauſt) iſt kein Kalk oder Mergel im Boden.

Productenpreiſe. 5

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l... 12. 3 2 1 271 1 V 1 27 ½ 17 5 12 7 ½ Leipzig... 12. 3 1 ¼ 1 1 27 ½ 1 25 11 2 ½⁰ph 1[22 ½]/ 17 5 12 48 70 95 Magdeburg 13. 3 1 ½ p 2 1 ¼ 1 27 ½ 1 5 1 29 17 12 5 Main;... 12. 2 22 ½ 2 1[22 ½ 1 2 17 4 12 7/½ München.. 11. 3 6 2 ½ 2²2 1 3 2 2 ½/ 17 10 12 10 X kürnberg. 11. 3 5 2 5 1 29 1 2 ½ m2[17 7 ½ 12 7 ½ Prag.... 11. 3 2 ½ 2 4 2 1 4 2 1 ½ 17 10 12 6 Steltin... 12. 1 3 1 28 1 20 142 2 17 20 12 1s- 4

Hugo Scheube in Gotha. Druck von Gieſeche& Deorient in Leipzig.