NL 22. Beiblatt zum„Feierabend.“ 1857.
Motto: Alles für Alle.
—
V Die Thronrede des König Lenz V zur Eröffnung
-’ des Pfingſtlandtages, des feſtes der Freude
ſie lautet wie folgt: Blätter ſind Mein Krönungsſchmuck; Meine Regiments⸗ Der letzte Putſch meines Erbfeindes, des alten reactio⸗ muſik in Wald und Flur ſpielt dieſelben alten Weiſen; der
nären Eisbären, von den Menſchen„Winter“ genannt, der Kapellmeiſter Rabe führt mit Kukuk, Elſter und Nachtigall
ſich in die neue Zeit und die neue Ordnung der Dinge nie- dieſelbe— von den Menſchen nachcomponirte„Vogel⸗ mals gutwillig finden mag, iſt, wenn auch mit ſchwexen Ver⸗ cantate“ auf— und doch dünkt allen empfänglichen Men— luſten, von meinen getreuen Truppen niedergeſchlagen wor- ſchenſeelen, daß nie ein Frühling von ſo wunderbarer herz⸗ den. Verſprengte und Marodeurs, trübe Wolken, Regen erquickender Schönheit geweſen ſei. Als ſähen ſie ſie zum Nund rauher Wind pflanzten wol noch hin und wieder die erſtenmale, betrachten ſie jede Blätterknospe am ſchwellenden Bümig Fahne des Aufruhrs auf und ſtörten den Frieden des Landes, Buſen der jungen Mutter Erde und möchten ihre Entwick⸗ aber ſie hielten nicht Stand, wo die Sonne das Kanonenfeuer lung belauſchen. Die Ausſichten ſind überall befriedigend: 11 ihrer Strahlen ſpielen ließ, wo die Auen das erſte Aufgebot in den Alleen und auf den Raſenplätzen blühen lichte Farben lieblicher Düfte und wo die Wälder ihre Freiwilligen— und luftige Stoffe, es wimmelt von Equipagen und Luſtwan⸗ ihre Klänge und Lieder— ins Feld ſchickten. Hinaus aus delnden und nach Vergißmeinnicht, Lilien und Maikräutern den grauen Mauern der Städte, drängt ſich verjüngten iſt die Nachfrage bedeutend lebhafter als nach Credit- und Muthes der Menſch, um in Wald und Flur ſich geſund zu jungen Bahnactien, denn in Jedem tönt der ewige Refrain
baden, Auge und Herz zu erfriſchen in ſinniger Betrachtung der Lenzmarſeillaiſe wieder:
Meines Reichs. Nicht mehr wandelt die Täuſchung auf„Frühling, Frühling, die Feder wird zur Schwinge,
den Brettern, welche die Welt bedeuten; wahre Empfindung,„Und jedes Elend eine Seligkeit!“
V Jugend und Naivität luſtwandelt auf den Matten, welche V Die Pfade des Daſeins ſind bedeckt vom Schnee der Aoft, die Welt ſind. Möchte den Menſchen doch in allen Verhält⸗ V Kirſch- und Aepfelblüthe, die Maikäfer ſummen und der fürifen niſſen dieſe gleiche unerſchöpfliche Jugend und Naivität ge⸗ Maiwein perlt— unter den günſtigſten Auſpicien erkläre harakte währt ſein, die ſich alljährlich an ihnen erprobe. Dieſelben V ich den diesjährigen Pfingſtlandtag, erkläre ich das Iſdu lauen Lüfte waren meine Boten, daſſelbe Grün, dieſelben Feſt der Freude für eröffnet. nlrecht,
hum


