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freſſen nur des Nachts und verkriechen ſich ſodann unter Steine, Erdſchollen, Hölzchen u. ſ. w. Was iſt zu thun? Man lege des Abends auf die Beete mit jungen Pflanzen Strohwiſche, die
und ſich daher nach der Feuchtigkeit ziehen, ſämmtlich in die Strohwiſche retiriren. Nach Aufgang der Sonne nimmt man die Strohwiſche und legt ſie im Hofe den Enten vor, welche die Schnecken begierig ableſen und davon gut genährt werden. Für die Enten ſind dieſe Schnecken daſſelbe kräftige Nährmittel, wie für die Menſchen die Auſtern.
5. Was thut ein kluger Hausvater gegen die Mai⸗ käfer, die demnächſt erſcheinen werden, und wie verwerthet er ſie am beſten?
Er läßt ſie am frühen Morgen auf große Tücher, die unter die Bäume gebreitet werden, von den letzteren abſchütteln; be⸗ ſpritzt ſie etwas mit Waſſer, damit ſie nicht fortfliegen können, füllt ſie in einen großen Kaſten und füttert nun die Hühner da⸗ mit. Man wird erſtaunen, wie fleißig die Hühner darnach
ergreift der ganze Schwarm die Flucht. Vermöge ihres reichen Nahrungsgehaltes geben die Maikäfer auch eine ſehr kräftige Suppe— die ſogenannte Maikäferſuppe— für die Menſchen. Genoſſen haben wir noch keine, können alſo auch über ihren Wohl⸗
möge ſie recht wohl bekommen.— Durch das Vertilgen der Mai⸗ käfer vertilgt man zugleich die den Wieſen und Gärten oft ſo ſchädlichen Engerlinge. Die Engerlinge aber oder Acker⸗ würmer ſind einen Zoll lange weiße Maden mit einem bräun⸗ lichen Kopfe; es ſind Maikäfer, die noch nicht fertig ſind. Sie entſtehen aus Maikäfereiern, wohnen als Larven 5 Jahr unter der Erde, erhalten dann ein Taubenei großes Gehäuſe und ent⸗ ſteigen endlich als Maikäfer dem Schoß der Erde. Als Enger⸗ linge freſſen ſie oft ganzen Wieſenſtrecken die Graswurzeln ab.—
6. Wie bereitet man eine äußerſt einfache und wohl⸗ feile Baumſalbe?
Man nehme 1 Pfd. reinen Kuhdünger, 1 Pfd. zu Pulver geriebenen und durchſiebten Lehm und einige Hände voll Kuh⸗ haare oder Flachsſchaaben, worunter man einige Loth dicken Ter⸗ pentin gießt, der zuvor in der Wärme des Ofens oder im heißen
man zuvor ins Waſſer getaucht hat. Bei Sonnenaufgang wer⸗ den ſich die Schnecken, die die Wärme nicht vertragen können
legen; denn die Maikäfer ſind äußerſt nahrhaft. Ehe man füttert, horche man an dem Kaſten. Sobald alles Volk darin ſurrt, ſchnurrt und brummt, beſpritze man ſie wieder mit Waſſer, ſonſt
geſchmack ein Urtheil nicht fällen. Wer Appetit darnach hat, dem
Waſſer flüſſig gemacht worden iſt. Ehe man den Terpentin hin: zugießt, fertigt man den Teig, breitet ihn alsdann auf einen Stein aus und arbeitet hierauf den flüſſigen Terpentin dar⸗ unter.
Dieſe Baumſalbe wendet man an zur Heilung von Schäden an den Bäumen, zur Bedeckung größerer Schnittwunden beim Ausäſten der Obſtbäume, auch als Baumwachs beim Veredeln.— Das ſehr Heilende in der Salbe liegt im Terpentin. Dieſer iſt V ein Baumharz, das die Natur ſelbſt den Bäumen als den vor⸗
züglichſten Heilbalſam beigegeben hat, wie den thieriſchen Körpern den Eiter.— Dieſe Salbe verhärtet an der Luft leicht und wird dann am Baume ein wirklicher feſter Kitt, der dann mit der Zeit, ſo wie er nach und nach überflüſſig wird, allmählich verwittert. Um ſie daher im Hauſe gut aufzubewahren, d. h. weich zu er⸗ halten, fülle man ſie in eine Blaſe, oder ein Tuch und bringe ſie unter die Erde, oder in das Waſſer, oder man bewahre ſie in einem gut zugeſchloſſenen Topfe im Keller auf.
7. Wie pflanzt man Zwetſchen, Kirſchen und anderes Steinobſt mittelſt Samen fort?
Bekanntlich wird das Steinobſt theils durch Ausläufer, theils durch Samenſteine fortgepflanzt. Auf letztere Weiſe ge⸗ winnt man ſchönere, edlere Stämme; aber jeder Gärtner weiß auch, wie ſchwer es iſt, Zwetſchen, Kirſchen u. ſ. w. aus Steinen zu erziehen.— Aus Erfahrung können wir mittheilen, daß dieſe Steine in zwei Fällen gut aufgehen: a. wenn ſie den Weg durchh einen menſchlichen oder thieriſchen Darmkanal zurückgelegt und dann mit ein wenig Dünger geſteckt werden; b. wenn man ihnen das Fleiſch läßt, alſo die ganzen Zwetſchen, Kirſchen u. ſ. w. ſteckt. Am billigſten kommt man hierbei weg, wenn man dazu faules Obſt benutzt, da dies dieſelben Dienſte leiſtet.— Auch bei Kernobſt iſt es ſehr zweckmäßig, faules Obſt zu ſäen, oder die Obſtkerne in faules Obſt einzuhüllen.—
Obiger Vorſchlag findet ſeinen Grund darin, daß zum Keimen der Kerne ein Gährungsproceß nöthig iſt, der alſo entweder im Duünger im thieriſcher Körper, oder durch das Verfaulen des Flei⸗
ſches oder um die Kerne herum in der Erde erfolgt. Daher ſäet die Natur auch die Steine mit ihrer fleiſchigen Einhüllung.
8. Wann iſt die beſte Zeit, die Obſtkerne zu ſäen?
Die beſte Zeit iſt die, welche die Natur ſelbſt hierzu wählt!.
Die Früchte fallen aber vom Baume auf und in die Erde, wenn
die Frucht reif iſt.— Alſo im Spätſommer und Herbſte ſäet
man die Obſtkerne am beſten.(Wird fortgeſetzt.)
— Productenpreiſe. V —— ſ Namen Monat Weizen Roggen Gerſte Safer Erbſen Rüböl Spiritus Kleeſamen Wolle der u. d. berliner d. berliner d. berlinerd. berliner d. berliner d. preußiſche 180 Quart' d. preuß. Ctr. d. preuß. Ctr. Marktplütze ag. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl. Centner à 80% weißer rother geringe feine Juni. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr.(Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr.] Sgr. Thlr.] Sgr. Thlr.) Thlr. Thlr. Thlr.— Augsburg.. 3. 3 1(2 6 ſ2 3. 1[6——= V——— Berlin 6. 2 25 2 2 121 3 1=— Breslau... 5. 3 3 1 20 1 16— 29 15 12 22 ½—— 65 85 - Janeburg. 5. 2 28 1(27 ½ ¹ʃ1 25 1— 19 411 15——— 6n..5. 3— 2 2 2— 1 4 4 u aue—— Leipzig... 5. 3— 2 ir 2 4— 1 2— 12 1o———— — Magdeburg 5. 3 2 ½2 2 4 2— 1— 25 11 6———— AAlain.. A. 2[2 5[2= 2 12⁄17 1.2 7 ½ 11 15———— München.. 3. 3 7 ½⁰ 2 10 2 5 1 7 ½——————„ Uürnberg.. 3. 3 5 2. I21 2 1 5—————— V — Prag.... 4. 3 3 2 V 1 27 ½) 1 24 12 12 ½———- Stetkin... 5. 2 27 ½ 1 16 ¼ 1 15—(27 22 ½ 12 22 ½——— V Bemerkung: Das Wollgeſchäft war belebt, die Preiſe wichen um 10 bis 15 Thlr. pro Ctr. SneSuens V
4— V Verlag von Hugo Scheube in Gotha.— Verantwortl. Redacteur:
Hugo Scheube in Gotha.— Druck von Gieſeckt à& Devrient in Leipzig.
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