Den ſtärkſten Eindruck ſcheint aber die Muſik auf die Elephanten zu machen. Man hat dies an vielfachen Bei ſpielen erprobt. Jedes Tonſtück übt eine beſondere Wirkung auf ſie. Sie wiſſen vor Entzücken nicht, was ſie thun ſollen, liebkoſen gewöhnlich ihre Wärter und geben ihre Freude durch mannigfache Zeichen zu erkennen. Dabei will man ſogar die Beobachtung gemacht haben, daß ein Tonſtück, wenn man es aus einer unpaſſenden Tonart ſpielt, nicht den mindeſten Eindruck auf dieſes Thier macht.
Wölfe und Hunde können dagegen Muſik, wenigſtens gewiſſe Arten von Muſik, z. B. die Töne eines Poſthorns, nicht gut ertragen. Sie haben bei Anhörung der Muſik ſehr lebhafte Empfindungen. Was ſie dabei empfinden, iſt ſchwer zu beſtimmen. Einige Naturforſcher behaupten, die Hunde empfänden Schmerz dabei, und Beweiſe dafür laſſen ſich allerdings mehrere aufſtellen, denn im freien Zuſtande, oder wenn nicht lange Gewohnheit ihnen die Muſit erträglich gemacht hat, entfliehen ſie entweder heulend oder fahren bellend und beißend auf die Muſikanten los. Man hat Hunde abgerichtet, unbeweglich zu bleiben, bei einem Kanonen ſchuſſe würden ſie ſich nicht rühren, wenn ſie aber ein Muſik Inſtrument hören, zittern ſie und können ein Aechzen und Winſeln nicht ganz unterdrücken.
Man kennt viele Beiſpiele von Hunden, die ſich der peinlichen Gefühle ſo lebhaft erinnerten, daß ſie ſogleich zu bellen und zu heulen anfingen, ſobald ſie nur eine Geige angreifen ſahen.
Der berühmte engliſche Arzt Dr. Maad ſpricht von einem Hunde, der vor Schmerz ſtarb, weil man ihn ge zwungen hatte, lange Zeit eine Muſik anzuhören, die ihm lauter wehklagende Töne auspreßte. Auch von andern
Guter Kath in
Herrn E. J. R. zu O. b. D.
Mittel gegen Fettflecken in Kleidern. (Fortſetzung.)
2. Man bringt Gelbei auf den Fleck, legt dann, wenn es trocken geworden, einen Streifen weiße Leinwand darauf, benetzt dieſen mit heißem Waſſer, reibt mit der Leinwand den Fleck ge⸗ hörig und feuchtet ſolche immer wieder an, bis ſie das Gelbe des CEies und auch den Fleck eingeſogen hat.
3. Gegen ſchmutzige Rockkragen iſt das beſte Mittel Schwefel äther oder Salmiakgeiſt. Man benetzt damit den Kragen und reibt ihn mit einem gleichfalls benetzten, wollenen Läppchen.
4. Fettflecken aus Holz zu bringen, überſtreiche man ſie mit ſcharfem Weineſſig, dann aber mit eingeweichtem Thon. Scheuert man nach einigen Tagen die Stelle mit ſchwarzer Seife und lau⸗ warmer Lauge, ſo ſind die Flecken ſpurlos verſchwunden.
5. Will man Fettflecken in Büchern vertilgen, ſo erwärmt man zunächſt das befleckte Papier und legt ſo lange Löſchpapier darauf, als daſſelbe noch Fett an ſich zieht. Hierauf taucht man einen Pinſel in gereinigten, bis faſt zum Sieden erhitzten Ter⸗ pentingeiſt und ſtreicht damit auf beide Seiten des erwärmten Papiers. Iſt dies ſo lange fortgeſetzt, bis alles Fett ausgezogen iſt, ſo fährt man mit einer in rectificirten Weingeiſt getauchten Bürſte über die Stelle, auf der nun keine Spur des Schadens mehr ſichtbar iſt.
6. Friſche Firnißflecken verſchwinden aus jedem Zeuge durch Reiben mit ächtem Köllniſchen Waſſer.
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Thieren, z. B. Eulen, behauptet man, daß ſie aus derſelben Urſache ſterben. Die Katzen mauen, wenn ſie Muſik Inſtrumente hören; der Schmerz iſt aber bei ihnen ſeltner und weniger lebhaft, als bei den Hunden.
Schließlich ſei hier noch die bekannte Anekdote erwähnt, welche Schubert in ſeiner Naturgeſchichte vom Wolfe er zählt. An einem kalten Wintermorgen ging einſt ein Bier ſiedler mit ſeiner Geige bei hohem Schnee durch den Wald von einem Trinkgelage nach Hauſe, und etwas benebelt, hatte er das Unglück, in eine Wolfsgrube zu fallen. Man⸗ denke ſich ſeinen Schreck, als ihm in der Grube ein Paar glänzende Augen entgegenfunkelten und er wahrnahm, daß er ſich in Geſellſchaft eines Wolfes befand. Sein Rauſch war ſogleich verſchwunden, ſo ſehr war er erſchrocken. Doch er ſah bald, daß der Wolf nicht weniger erſchrocken war, als er, und dies gab ihm wieder etwas Muth. Wohl wiſſend, daß der Wolf die Muſik nicht leiden kann, ergriff er ſeine Geige und entlockte ihr wahrhaft ohrzerreißende Töne. Der Wolf ließ ein abſcheuliches Geheul ertönen, kroch immer ängſtlicher in ſeinen Winkel, und der Fiedler geigte immerfort, ſo daß mehrere Saiten ſprangen und er kaum noch Kraft behielt, weiter zu geigen, zumal er vor Kälte ganz erſtarrt war. Glücklicherweiſe ſchlug die Stunde ſeiner Erlöſung; denn es kamen Leute herbei, die nach der Wolfsfalle ſehen wollten, und ſich nicht wenig über die aus der Grube ertönende Muſik verwunderten, aber laut auf lachen mußten, als ſie den geigenden Muſikanten dem Wolfe gegenüber erblickten, beide ängſtlich in den Winkel gedrückt. Der arme halberfrorne Geiger wurde natürlich ſogleich er löſt, nachdem man dem Wolfe eine Schlinge um den Hals
geworfen hatte.
offenen Briefen.
7. Fett⸗ und Oelflecken vertilgt man aus Seidenſtoffen durch ſtarkes Abreiben mit Terpentin⸗Spiritus, der auch dem zarteſten Faden nicht ſchadet.
8. Ein vortreffliches, noch wenig bekanntes Fleckmittel, das faſt in allen Fällen anzuwenden: 1 Pfund Saponarienwurzel mit 1 Maß Waſſer gekocht oder gebrüht und einen Tag lang ſtehen gelaſſen. Dann durch Wolle oder Filz geſeiht und mit Am monium(1 Ngr.) und Naphta(2 Ngr.) vermiſcht. Bei ſeinen Stoffen wird die Wurzel nur überbrüht und etwas weniger Am monium und Naphta zugeſetzt.
1. Wie werden die Ratten im Gartenboden am leich teſten vertilgt?
Wenn Sie, wie ich vermuthe, unter Ratten die Wühlmaus oder Reutmaus(IIypudaeus terrestris) meinen, die Gänge wie ein Maulwurf macht und Wurzeln frißt, ſo iſt ſie durch Phos phorbaſte, mit Arſenik vergiftete Mohrrüben und eigens dazu eingerichtete Bügelfallen von Eiſen zu bekriegen.
2. Wie kann man Blumenſträuße trocknen, daß ſie ihre Farben möglichſt gut behalten?
Ganze Blumenſträuße kann man wohl nicht trocknen, wohl aber verſchiedene Blumen einzeln, welche ſpäter zu einem Strauß verbunden werden. Das Verfahren iſt kurz folgendes. Man füllt ein beliebiges Gefäß ½ Zoll hoch mit gewaſchenem, ſtaub freiem völlig trocknem Sand, legt die Blumen ſo, daß die Oeff nung des Kelches nach oben ſteht, und fuͤllt dann vorſichtig Sand mit der Hand ſo darauf, daß die Blume von allen Seiten um⸗


