Vaters angezeigt. Da hat der Pfarrer gefragt, was dem Kranken gefehlt, und ob er denn keinen Doktor gebraucht habe, und der Sohn hat Red' und Antwort gegeben und geſagt:„Mein Vater war lange ſbon ein fleißiger Mann und hat allerhand gebraucht, und Doctor und Apotheker ſind über ihn gegangen, aber es wollt' nicht glücken. Da kam juſt vor etlichen Tagen ein Sauſchnitter ins Haus, dem klagte mein Vater ſeine Noth, und der Mann that grauſam geſcheit und ſagte, wenn's weiter nichts iſt, da wollen wir helfen.„Nehmt nur eine Hand voll Gerſtenähren und kocht die mit einem Löffel voll Pfeffer in einem Schoppen Bier, thut auch ein wenig Backofenleimen daran und trinkt das. Darnach nehmt ihr eine Hand voll Sauborſten und brätt die in Bickenfett, und mit der Salbe reibt ihr den ganzen Leib ein. Sodann laßt ihr an beiden Füßen zur Ader, und ſchröpft über den ganzen Körper.“„Vater,“ ſagt' ich da,„verſucht das Mittel nicht, es iſt Euch zu ſtark;
aber einmal, er batte Glauben daran und braucht es, und
am andern Tag, da war er todt.“
Ein Doctor hatte einem Patienten eine Arzenei ver ordnet und auf das Recept geſchrieben:„Vor dem Einnehmen gehörig zu ſchütteln und zu rütteln“. Der Apotheker hatte pflichtſchuldigſt den Rath auch auf die Signatur geſetzt und des Patienten Pfleger und Wärter hatten ihn geleſen und auch verſtanden. Am andern Morgen, als der Doctor kommt, um zu ſehen, was das Mittel für Wirkung gehabt habe, da findet er den Patienten keuchend und in Schweiß gebadet, denn zwei ſeiner Leute haben den Kranken unter ihren Händen und ſchütteln ihn aus Leibeskräften, und dem Kranken geht ſchier darüber der Athem aus.
„Euer Sohn hat nur ein Auge, ſeit ich ihn nicht ge ſehen, wo iſt denn das andere hingekommen 2„Das iſt halt ausgegangen, Gott ſoll's wiſſen, wie,“ ſeufzt der Alte und kratzt ſich hinter den Ohren.„Aber ein Aug' geht doch ſo ſchnell nicht aus, da muß doch etwas geſchehen ſein?“„Allemal iſt etwas geſchehen, aber was, das begreif ich ſelber nicht. Da kommt am Abend mein Peter
Guter Rath in
Nützliches Allerlei (Fortſetzung.)
33. Auf welche Weiſe ſtellt man den unterdrückten Schweiß der Füße wieder her?
Man ſchneide nach der Form der Füße ein paar Stücke feine grüne Wachsleinwand, lege ſolche an die Fußſohlen an und ziehe die Strümpfe darüber; das Schwitzen der Füße wird ſich bald wieder einfinden und zwar ſo ſtark, daß es beim Gehen quatſcht. Iſt es einmal ſo weit, ſo kann man die Wachslein⸗ wand entbehren, und die wegen des Ausbleibens des Schweißes zu befürchtende Gefahr der Geſundheit und des Lebens iſt glück⸗ lich gehoben.
34. Wie muß man verfahren, um durch das Einſalzen der Butter einen beſonders guten Geſchmack zu geben?
Man nehme zwei Theile Kochſalz, einen Theil einen Theil Salpeter, miſche dieſes wohl durcheinander, knete
Zucker und
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heim und ſeine Mutter ſagt zu ihm, Peter, wie wär's, wenn du mir etwas Holz klein machteſt, das Feuer zur Abend ſuppe will nicht brennen. Da geht mein Peter in den Stall und ich höre ihn am Holz hauen und ſeine Mutter bläſt der weilen unter den Knozzen, aber das Feuer will nicht brennen, und gehn ihr dabei die Augen über vor Rauch und Ungeduld. Auf einmal hört der Peter auf, Holz zu hauen, und dann kommt er aus dem Stalle und ſchreit: Vater, mein Aug' iſt hin! Peter, ſag' ich, du wirſt doch nicht? Vater, ſagt er und ſchreit und hält das Geſicht mit beiden Händen, mein Aug' iſt hin. So legt er ſich ins Bette und hält das Geſicht mit beiden Händen zu und ſchreit zum Herzbrechen. Das hat uns denn gejammert und wir haben mit geſchrieen die ganze Nacht durch, und dann hat meine Frau geſagt: Krepar⸗ geh für den Peter nach Rath, ich kann ihn nicht länger jammern hören. Da hab ich meine Stiefel ange zogen und wollt' zum Doctor gehen. Und wie ich in die Obergaſſe kommen bin, da hat der Schmied an der Thür geſtanden und hat geſagt: Kaspar, wohin des Wegs? Nach Leindorf, hab ich geſagt, zum Doctor, mein Peter hat einen Schaden am Aug' gekriegt, da will ich mir Rath holen. Kaspar, ſagt der Schmied, mit den Augen iſt nicht zu ſpaßen, die Doctors können einem kein neues machen, wenn ſie einem eins auskurirt haben; bleibt daheim und überlaßt dem lieben Gott das Aug', daß er’s macht wie er will, ſo oder ſo. Da war ich ſchon halb wendig, ging aber doch nach Leindorf, und weil's juſt Mittagszeit war und der Doctor ſicher am Eſſen, ſo denk ich: der Mann will auch ſeine Sache, du kehrſt derweilen im Hirſch ein und trinkſt ein Viertelchen, das Brot dazu hatt' ich mitgenommen. Da ſaßen allerlei Gäſte und ein Wort gab das andere, und Jeder wußte etwas dawider zu reden und Mancher hatte gar ſchreckliche Sachen erlebt, wie die Doctoren mit den Augen der Leute umgingen, daß ich vollends den Muth ver lor. Alſo trank ich mein Viertelchen aus und ging heim und ſagte dem Peter Alles, was ich gehört. Aber der Peter gab keine Antwort, ſondern er hielt die beiden Hände vor’s Geſicht und ſchrie, und das that er 14 Tage und 14 Nächte anſchwit(en suite), und wie er die Hände vom Geſicht V that, da war das Aug' hin. Nun änder's einer!“
offenen Briefen.
auf ein Pfund Butter zwei Loth dieſer Miſchung wohl durch und ſchlage ſie zum Gebrauch ein. Man kann ſich nicht vor⸗ ſtellen, was für ein Unterſchied zwiſchen dieſer und der auf ge⸗ wöhnliche Art eingeſalzenen Butter iſt. Man muß ſie aber wenigſtens drei bis vier Wochen ſtehen laſſen, ehe man ſie anbricht.
35. Gibt es ein gutes Hausmittel gegen den kalten Brand?
Man läßt 12 Loth mäßig grob gepulverte Eichenrinde mit 8 Pfund Flußwaſſer allmälig ſo weit einkochen, daß die Flüſſig⸗ keit nur etwa ein Pfund beträgt, wenn man ſie durch ein Tuch gedrückt hat. In dieſes dem hefigen Braunbier ähnliche ver kühlte Gemiſch taucht man einen leinenen, vierfach zuſammen gelegten Lappen, welcher größer, als die ſchwarz werdende, oder ſchwarz gewordene Stelle iſt, legt ihn auf und erneuert dieſe Auflegung aller halben Stunden, ſo daß man jedesmal einen neuen oder rein gewaſchenen Lappen, welcher größer als die


