ſchmollend heim;„denn,“ dachte er,„wären die beiden Maul⸗ affen nur um eine halbe Stunde ſpäter gekommen, ſo war der dickſte Aal mein, denn ich hörte ihn ſchon in den Erbſen ſchleichen.“ Es geht nichts über Liſt und ein ſcharfes Ohr. Von da an hieß der Schaude im Dorfe der Aalfänger.
Guter RKath in
Wie viele ſolcher Aalfänger gibt's doch in der Welt, denen immer eine halbe Stunde vor dem Gelingen der Fang vereitelt wird!„Enre Zeit iſt allezeit,“ ſagt der große Menſchenfiſcher und heißt die Seinen das Netz auswerfen in ſeinem Namen.
offenen Briefen.
Wie vertreibt man Ameiſen aus gartenhäuſern? Von hr. Nathgeber jun.
Nichts Läſtigeres, als Ameiſen in einem Gartenhauſe, ſie ſind ſchier unaustilghar und gewöhnliche Mittel, wie z. B. das im Leſeſtübchen Nr. 6. unter 8 angeführte, um dieſe Thiere von den Obſtbäumen zu vertreiben, reichen nicht aus, denn man kann nicht den ganzen Boden eines Gartenhauſes mit Sauerkraut bedecken oder ihn einthranen. Folgendes Mittel aber iſt unfehlbar: Man kauft einen recht großen Kalbsbraten, brät denſelben auf das beſte, und thut ihn, ſtatt ihn ſelbſt zu eſſen, in eine Schachtel mit Deckel, in welche von allen Seiten viele Löcher gebohrt ſind, ſo groß, daß eine Ameiſe hindurchkriechen kann. Dieſe Schachtel ſetzt man nun in das von den Ameiſen heimgeſuchte Gartenhaus, und zwar, falls daſſelbe mehrere Stocke hat, zu ebener Erde und an die Stelle, aus der die Ameiſen am meiſten zum Vorſchein kommen. Die Thierchen riechen ſehr zeitig den Braten und ziehen ſich in Schaaren in die Schachtel hinein. Nach drei Tagen und drei Nächten wird die ganze Colonie darinnen ſein und ihren Bratenſchmaus halten. Dieß iſt der Zeitpunkt, an welchem man nun die Ameiſen aus dem Gartenhauſe entfernt. Man trägt die Schachtel ſammt Braten und Ameiſen ſtillſchweigend aus dem Garten⸗ häuschen, und iſt ſelbſt vor Freude ganz„aus dem Häus⸗ chen,“ daß man nun die läſtigen Ameiſen los wird. Aber jetzt entſteht eine ungemein wichtige Frage, nämlich die: wohin damit? Man könnte dieſe Frage äußerſt mannichfaltig löſen, indeſſen will man dem Scharfſinne des geneigten Leſers nicht vorgreifen. Schreiber dieſes verfuhr alſo: Er trug die Schachtel heimlich und ſtillſchweigend vor das Garten⸗ häuschen ſeines Gartennachbars, öffnete ſie und warf ſie durch ein offenſtehendes Fenſter ſammt Inhalt hinein, dann klebte er einen Zettel an die Thüre, darauf er zuvor geſchrieben hatte:„Gehe hin zur Ameiſe, du Fauler, ſiehe ihre Weiſe an, und lerne.“ Der Nachbar ſoll dieſe Lehre gut beherzigt haben, und ſeitdem jeden Sonntag Kalbsbraten mit ob⸗ ligaten Mehlklöſen verſpeiſen.
An den Lieferanten der nachfolgenden Recepte.
Mein Lieber, man hat Ihnen Schuld gegeben, daß Sie Ihren„guten Rath“ hier und da aus Büchern und Zei⸗ tungen ge..... n hätten: Nun, das will nicht viel ſagen, wenn nur Ihre Mittheilungen ſonſt probat ſind; denn man
kann dergleichen Raritäten nicht aus dem Aermel ſchütteln.
Aber daß Sie die Ueberſchrift gewählt haben:„Küche und Haus“,— das iſt mir doch kurios vorgekommen. Denn die Obſtbäume, die mit Kalk verſtrichen werden ſollen, werden hier zu Lande weder in„Küche noch Haus“ gezogen, und
dgl. mehr!— Darum habe ich— mit Ihrer gütigen Er⸗ laubniß?— dem Drucker geſagt, daß er Ihren katechetiſchen Belehrungen künftig den Titel vorſetze, den der alte Paſtor Götze einem zu ſeiner Zeit und auch jetzt noch gar werth⸗ vollen Buche gegeben:„Nützliches Allerlei“.
Dr. Rathgeber.
Nützliches Allerlei. (Fortſetzung.)
15. Wie entfernt man Maulwürfe?
Man nimmt Kalk, welchen man durch Einſprengen mit Waſſer zu Pulver verwandelt, und legt hie und da einen Löffel voll in die Gänge der Maulwürfe. Der Kalkſtaub kommt ihnen beim Aufſtoßen in die Naſe, wodurch ſie zu Grunde gehen.
16. Auf welche Weiſe kann man Stahl von Eiſen unterſcheiden?
Durch einen Tropfen Salpeterſäure. Dieſer erzeugt auf Eiſen einen weißen, auf Stahl einen ſchwarzen Flecken.
17. Wie ſchützt man ſich vor Fliegen?
Man beſtreicht Fleiſchbänke, Bilderrahmen, Glasſchei⸗ ben ꝛc., die man vor Fliegen ſchützen will, mit Lorbeeröl, deſſen Geruch ſie nicht vertragen können. Fleiſchhallen, deren Wände damit beſtrichen ſind, bleiben von Fliegen ver⸗ ſchont; eben ſo Zimmer, in denen einzelne Gegenſtände dieſen Anſtrich haben.
18. Gibt es ein ſicheres Mittel gegen den Biß tol⸗ ler Hunde?
Als ein durch viele Geſchlechter vererbtes und in allen Fällen ohne Ausnahme bewährt gefundenes Geheim⸗ mittel iſt jetzt nach dem Tode des letzten Inhabers folgendes zum allgemeinen Beſten veröffentlicht worden:
Präparirte Auſterſchalen, Enzianwurzel⸗Pulver, von jedem 2 Loth, 1 Loth rother Bolus, ½ Loth Myrrhen⸗ V Gummi, in feinſtes Pulver verwandelt und vermiſcht, von
dem der Gebiſſene in drei auf einander folgenden Tagen des Morgens nüchtern 3 Meſſerſpitzen voll mit Warmbier neh⸗ men und darauf den Schweiß abwarten ſoll. Das Mittel iſt vielſeitig von Aerzten angewandt worden, die dann auch V die vorgeſchriebene äußere Behandlung(Aetzen der Wunde ec.) nicht verſäumten, was aber nach Verſicherung des letzten
Inhabers(Stadtkämmerer Thümer in Stolp) nicht nöthig ſein ſoll.(Ueber die Geſchichte dieſes Mittels und die Er⸗ folge deſſelben vgl. Marienwerder Kreisbl. 1856 u. Bote a.
d. Rieſengeb., Hirſchb. 1856., Nr. 47. S. 725.)
109. Gibt es ein wirkſames Mittel gegen die Rind⸗ viehpeſt?
Marie Seher⸗Toſt empfiehlt ein Schutzmittel, welches


