Jahrgang 
1857
Seite
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ſich vor hundert Jahren in einer ihrer Familie gehörenden Rindviehheerde als probat erwieſen hat. Es iſt dies der Genuß eines ganzen oder halben alten, ſonſt ungenießbaren Herings, den man des Morgens vor allem Futter dem Vieh einzwingt, daneben hängt man ſo viel als möglich Hollun⸗ derblüthen(Flieder, sambuccus niger) in der Nähe des Viehes auf und gibt ihm auch davon täglich eine Tränke. (Vgl. Bote a. d. Rieſengeb. 1856. Nr. 51. S. 785.)

Für die, welche ihr Vieh homöopathiſch behandeln, empfiehlt Dr. Honigberger in ſeinem Werk über den Orient die Ignatia als beſonderes Peſtmittel.

20. Wie verbeſſert man feuchte und dumpfe Zimmer?

In England hat man die Erfahrung gemacht, daß dies geſchieht, indem man Epheu an die Außenwände pflanzt.

21. Wodurch ſchützt man ſich gegen Motten?

Man empfiehlt als ein wirkſames Mittel gegen ſie Blätter und Blüthen des Dills, welche man im Schatten trocknet und in die Kleidungsſtücke legt.

22. Wodurch läßt ſich der Citronenſaft in vielen Fällen erſetzen?

In Griechenland verwendet man den Saft der Wein⸗

trauben ſtatt des Citronenſaftes zu verſchiedenen Gerichten,

und es wird verſichert, er ſolle ſchwer von dem Safte der Citrone zu unterſcheiden ſein.

23. Wodurch kann man ſich vor dem Zerſpringen der Cylinder bei Oellampen ſchützen?

Da daſſelbe meiſt von der ungleichmäßigen Abkühlung bei der Zubereitung herrührt, ſo kann man dies Verſäum⸗ niß dadurch nachholen, daß man die Cylinder in kaltes Waſſer legt und ſie dann 48 Stunden lang kochen und dann im heißem Waſſer liegend allmälig erkalten läßt. Bei der Auswahl der Cylinder hat man darauf zu ſehen, daß das Glas ſo dünn als möglich und oben wie unten nicht ange⸗ ſchliffen ſei, ſondern angeblaſene Ränder wie Waſſer⸗ gläſer habe.

24. Wie verfährt man, um Wäſche braun zu zeichnen?

Man tränkt dieſelbe zunächſt auf der zu beſchreibenden Stelle mit einer Löſung von 1 Theil blauſaurem Kali in 3 Th. Waſſer und 1 ½ Th. arab. Gummi. Man trocknet

am Ofen, glättet gut mit einem glatten Körper und be⸗ ſchreibt die geglättete Oberfläche zuletzt mit einer Löſung von 1 Th. eſſigſaurem Manganoxyd in 3 Th. Waſſer.

25. Wie kann man das Kartoffelkraut zum Fär⸗

ben benutzen?

Man ſchneidet die Spitzen der in Blüthe ſtehenden Pflanzen ab und zieht den Saft durch Preſſen und Quet⸗ ſchen heraus. Leinenes oder wollenes Zeug erhält, wenn man es 48 Stunden in dieſe Flüſſigkeit weicht, eine ſchöne gelbe Farbe.(Wird fortgeſetzt.)

Correſpondenz.

An F. Sch. in Berlin. Die Spener'ſche Zeitung iſt nicht anher gelangt. Dürfen wir nochmals um gütige Ueberſendung derſelben bitten?

An C. W. in D. Sehr dankbar! Solche Gedichte freilich, die

bieten wir unſern Leſern mit Vergnügen. Auch Ihre ſonſtigen Mit⸗ theilungen ſind ſo volksthümlich gehalten, daß wir ſie gern be⸗ nutzen, ſobald ſich irgend Raum findet.

An L. St. in Ungarn. Einſtweilen herzliche Grüße und beſten V Dank! Alles Andere brieflich.

An A. N. in C. Antwort erfolgt ſpäter.

An Dr. P. in Leipzig. Das Thema, das ſie gewählt, iſt gewiß der Beſprechung werth. Senden Sie noch einige Artikel und wir woollen ſehen, ob Sie den rechten Ton für unſer Blatt getroffen haben.

Nicht zu überſehen!

Mit Nr. 13 ſchließt das erſte Quartal des Feierabend, und ich erſuche daher die geehrten Abonnenten, ihre Be⸗

ſtellungen auf das zweite Quartal ſchleunigſt aufgeben zu

wollen.

Redaction und Verlagshandlung werden übrigens bemüht bleiben und keine Opfer ſcheuen, den Feierabend,

der in kurzer Zeit ſchon ſo viele Freunde gefunden hat, immer vollkommener zu machen und dem Weſen eines wahren Volksblattes mit jeder Nummer näher zu bringen, in welchem Beſtreben ſie von den erſten Volksſchriftſtellern und den namhafteſten Künſtlern Deutſchlands nach wie vor unterſtützt werden. Mit dem neuen Quartale be⸗ ginnt unter dem Titel:Die deutſchen Gauen eine fortlaufende Schilderung von Land und Leuten unſeres Vater⸗ landes, welche lediglich Originalmittheilungen aus den beſten Federn und Originalbilder vorzüglicher Zeichner bringen wird. Es ſei ſomit der Feierabend der Gunſt des Publicums von Neuem und angelegentlich empfohlen!

Hugo Scheube.

Gefälliger Beachtung empfohlen!

Reclamationen wegen nicht empfangener einzelner Nummern des Feierabend, wie ſolche der unterzeichneten Ver⸗ lagsbuchhandlung neuerdings häufig zugehen, können von dieſer nicht berückſichtigt werden. Die geehrten Abonnenten werden gebeten, vorkommenden Falles die nicht erhaltenen Nummern nur von der Buchhandlung oder Poſtanſtalt

zu verlangen, bei welcher dieſelben auf den Feierabend abonnirt ſind und an welche ſtets die Exemplare des letztern Hugo Scheube.

vollſtändig und pünktlich expedirt werden. Verlag von Hugo Scheube in Gotha. Verantwortl. Redacteur: Hugo Scheube in Gotha. Druck von Gieſeche a Devrient in Leipzig.

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ff