Jahrgang 
1857
Seite
27
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die Fliegen unruhig herumfliegen, nirgends lange ſitzen bleiben, auch wenn die Mücken ſtechen.

40. Wenn ſich die Finken früh vor Sonnen⸗Aufgang hören laſſen.

41. Wenn die Krähen über hohen Gebäuden und Felſen haufenweiſe herumfliegen, die Köpfe im Fliegen aufrecht halten, ſchreien und ſich auch wol in's Waſſer tauchen.

42. Wenn die Laubfröſche im Freien niedrig ſitzen und ſchreien.

43. Wenn die Mäuſe laut pfeifen.

44. Wenn die Mücken gegen Sonnenuntergang im Schatten ſpielen.

45. Wenn die Fliegen ſtark auf Menſchen und Vieh fallen.

46. Wenn die Schweine ſpielen und ihr Futter zerſtreuen.

47. Wenn die Roßkäfer des Morgens fliegen.

48. Wenn die Schafe ſich früh auf die Weide machen, im Heimgehen noch viel Gras freſſen, ſich davon nicht ab⸗ halten laſſen und ungern in den Stall wollen.

49. Wenn die Störche ihre Jungen im Neſte zudecken.

50. Wenn ſich die Tauben im Waſſer baden oder des Abends ſpät nach Hauſe fliegen.

Die Zeichen des Negens.

Der engliſche Arzt Dr. James, der bekannte Erfinder der Schutzpocken, hat die vorſtehenden Erfahrungen in Verſe gekleidet, die einer unſerer Mitarbeiter folgendermaßen über⸗ ſetzt hat:

Ein hohler Wind fängt an zu wehen,

Tief iſt das Wetterglas zu ſehen,

Und ſchwarz Gewölk am Himmel winkt;

Der Ruß im nahen Schornſtein ſinkt;

Der Wachtelhund ſchläft in der Hütte,

Die Spinne kriecht aus Netzes Mitte;

Auch ſank die Sonne bleich hinab;

Den Mond ein finſtrer Hof umgab;

Der Hirte ahnet, ſeufzt und ſchweigt, Weeil ſich ein Regenbogen zeigt.

Naß iſt die Wand, der Graben riecht,

Die Pimpinell verſchließt ſich dicht;

Wie's dämmerte, ließ ſich mit Grauen

Die ekle Kröt' im Grünen ſchauen.

Es ſchreit der Pfau, die Ente quäkt,

Der fernen Hügel Nähe neckt,*)

Die Stühl und Tiſche krachen wieder,

Gefoltert ſind des Alten Glieder.

Gar ſeltſam iſt der Flug der Krähen,

Wie Habichts Gleiten anzuſehen,

So plötzlich ſinken ſie hernieder,

Als dränge Blei in ihr Gefieder.

Es ſchnaubt das Schwein und ruhet nicht,

Die Fliege ſchwärmt umher und ſticht;

*) Ein ſicheres Zeichen von Regen iſt es in Gebirgsgegenden, wenn die fernen Berge näher gerückt zu ſein ſcheinen.

Der Grille Zirpen trifft mein Ohr,

Die Schwalbe ſchwingt ſich nicht empor. Des Kätzchens Tatz' iſt auch nicht faul, Fährt wiſchend oft um's bärt'ge Maul; Kurz regnen wird's, ich ſeh's mit Sorgen, Der Ausflug unterbleibt bis morgen.

Wegerich. Von O. Glaubrecht. 8. Wie ſieht die Seele aus?

In einem Dorfe war ein Brand ausgebrochen, und zwar einer von denen, die ſich nicht mit einem Schweineſtall begnügen oder mit einer Scheune, ſondern einer, der ganze Straßen in Aſche legt, und das Leben der armen Bewohner bedroht. Und ſo war es geſchehen; es ward' nach dem Brande ein Menſch vermißt. Ein Fremder, der am Morgen nach der Unglücksnacht voll Theilnahme zur Brandſtätte kam, fragte einen Bauer nach Urſache und Verlauf des Brandes, und ob Menſchen dabei verunglückt wären.

Zum Glück nur Einer, gab der Bauer zur Antwort. Und hat man denn den Verunglückten gefunden? Nein, Herr, gab der Bauer zur Antwort,ihn nicht, aber ſeine Seele.Und wie ſah ſie denn aus? fragte ernſt der Fremde. Ohne ſich lange zu beſinnen, gab der Bauer zur Antwort:Accurat wie eine Blutwurſt.

Seitdem der Bauer dort an der Brandſtätte den letzten Reſt eines Verbrannten für ſeine Seele gehalten, verſtehe ich auch ein ander Pröbchen von Stumpfſinn, das man mir erzählt hat. Ein Reiſender kam durch ein Dorf, und wie er eintritt, läuten die Glocken einen Todten zu Grabe, und unter viel Weinen aller Anweſenden bringt man den einzigen Sohn einer Witwe zu ſeiner Ruhe. Der Fremde ſchließt ſich dem Trauerzuge an und hört tief ergriffen aus dem Munde des Geiſtlichen, wie der Thränen werth der Verſtorbene geweſen ſei, und Alles weint darob und beugt ſich unter des Herrn Hand. Nur einen Bauer ſieht er unfern von dem Grabe ſtehen, der, den Kopf auf ſeinen großen Stock geſtüzt, unter ſeinem Dreimaſter hervor mit der größten Ruhe der Trauerhandlung zuſieht und auch nicht eine Miene verzieht. Beim Weggange von dem Fried⸗ hofe geſellt ſich der Fremde zu dem Bauer und fragt ihn: Freund, ging Euch das dort nicht zu Herzen?Nein, ſagte feſt der Bauer,gar nicht, Herr, ich bin nicht von hier.

Seitdem glaub' ich, daß in Etlichen die Seele wirklich eine Blutwurſt iſt, die unter dem Feuer der Liebe Chriſti nicht gahr wird, ſondern wo es Höllenbrände bedarf, damit ſie ſeine Stimme hören.

Correſpondenz.

An J. B. P..in Zeil in Baiern. In den landwirthſchaft⸗

lichen Briefen, welche vom März an im Feierabende ver⸗

An Fran Dr. W... in L. 42. Nur nicht allzugewiſſenhaft! Wird prompt beſorgt, verſteht ſich ohne....

öffentlicht werden, werden Sie auch über das Wo? und Wie? An R. Kl. in Dr. Sie werden ihre erſte Skizze in No. 3 und 4

der Drainage alle Ihnen wünſchenswerthe Auskunft finden. Die Monatshefte unſeres Blattes ſollen Ihnen für Ihre Volks⸗ bibliothek in der gewünſchten Anzahl und auf vorgeſchriebenem Wege pünktlich zugehen.

des Blattes abgedruckt finden. Für Ihre weiteren Einſendungen vorläufig beſten Dank! Sämmtliche Ihrer neuen Zeichnungen befinden ſich ſchon in den Händen des Fylographen. Die Artikel hätten wir etwas kürzer gewünſcht, ſo daß ein jeder höchſtens