Die
Heiteres Wetter iſt zu erwarten:
Chiere als Wetterpropheten.
1. Wenn die Raben auf den Bäumen ſitzen und ihre Flügel und Federn ausbreiten.
2. Wenn ſie ſich in Haufen verſammeln und in der Luft ſchreiend, gleichſam ſpielend, unter einander flattern.
3. Wenn die Holztauben im Walde ungewöhlich ſingen.
4. Wenn die Kranniche am Tage ſehr ſchreien. 5. Wenn die Nachtigall außer ihrer gewöhnlichen Zeit
6. Wenn die Fledermäuſe des Abends häufig umher⸗ flattern. 7. Wenn die Miſtkäfer auf dem Fahrwege herumfliegen. 8. Wenn die Mücken nach Sonnenuntergang ſpielen. 9. Wenn die Lerchen oder Schwalben hoch fliegen. 10. Wenn die grünen Waſſerfröſche des Abends in den Teichen viel quaken und im Glaſe über das Waſſer ſteigen. 11. Wenn die Bienen ſpät nach Hauſe kommen. 12. Wenn die Seevögel das Ufer verlaſſen. 13. Wenn während des Regens die Eule nächtlich ſchreit. 14. Wenn der Wiedehopf ſich hören läßt. 15. Wenn die Sperlinge, ehe der Sturm nachläßt, ein Zwitſchern anfangen. 16. Wenn die Johanniswürmchen in der Nacht mehr als gewöhnlich leuchten. 17. Wenn die Spinnen in freier Luft ein neues Gewebe machen. 18. Wenn die Schafe noch des Abends munter herum⸗ ſpringen. 19. Wenn die Laubfröſche im Freien hoch ſitzen und ſchreien. 20. Wenn die Nachtigallen und Lerchen recht fleißig ſingen. 21. Wenn die Roßkäfer des Abends fliegen. 22. Wenn Horniſſe, Wespen und Johanniswürmchen Abends in großer Anzahl erſcheinen. 23. Wenn Weihen, Reiher und Rohrdrommeln hoch und
mit lautem Geſchrei fliegen.
24. Wenn die Kiebitze nicht ruhen und viel ſchreien.
25. Wenn die Sperlinge toſen.
26. Wenn Habichte und Sperber des Morgens laut ſchreien. 4
27. Wenn die Lerchen und Rothkehlchen hoch anſteigen und ſingen.
Negenwetter vermuthet man:
1. Wenn das Vieh gegen Mittag nach Luft ſchnappt und mit offenen Naſenlöchern über ſich riecht.
2. Wenn das Vieh die Weide verläßt und ſchnell unter Hecken und Büſche eilt.
3. Wenn das Wild und zahme Vieh ſtark frißt.
4. Wenn die Rinder die Füße lecken und muhend(brül⸗ lend) in den Stall eilen,— dann kommt ein Gewitter.
5. Wenn die Hunde Gras freſſen, es wieder von ſich geben und ſich oft auf der Erde wälzen.
6. Wenn die Schafe ſehr muthig ſind und ſich mit den Hörnern und Köpfen ſtoßen.
7. Wenn die Eſel und Maulthiere die Köpfe ungewöhn⸗ lich ſchütteln.
8. Wenn die Wölfe heulen und die Füchſe bellen.
9. Wenn die Maulwürfe viele Haufen aufwerfen.
10. Wenn die Schweine ſich unruhig zeigen.
11. Wenn die Haushähne zur ungewöhnlichen Zeit(be⸗ ſonders nach Ennenantennand) krähen.
12. Wenn die Hühner mit ihren Schnäbeln und Krallen ihr Gejeder ſtreichen, traurig und pipig umhergehen.
13. Anhaltend iſt der Regen, wenn die alten Hühner bei ſeinem Anfang nicht ſogleich unter Dach treten, vorüber⸗ gehend aber, wenn ſie dies thun.
14. Wenn die Hühner, Tauben und andere Vögel ſich im Sande baden oder im Staube wälzen.
15. Wenn die Hühner des Morgens ungern aus dem Hühnerhauſe kommen.
16. Wenn das Männchen des Laubfroſches ſtark quakt.
17. Wenn die Kröten häufig hervorkommen.
18. Wenn die Stechfliegen in die Häuſer kommen und ſich den Leuten an die Beine ſetzen.
19. Wenn die Ameiſen fleißig arbeiten.
20. Wenn die Bienen zeitig heimkehren und nicht weit fliegen.
21. Wenn die Regenwürmer hervorkriechen.
22. Wenn die Fiſche bei klarem Wetter ſich nahe an der Oberfläche des Waſſers aufhalten oder wol gar hervor⸗ ſpringen.
23. Wenn die Ameiſen ihre gewöhnliche Geſchäftigkeit unterbrechen und ſich in ihre Löcher begeben.
24. Wenn die Katzen ſich häufig lecken oder ſchlafend mit dem Hintertheil des Kopfes aufliegen.
25. Wenn die Eule des Abends zeitig und ſchreiend her⸗ vorkommt.
26. Wenn Kranniche bei ſchönem Wetter ſehr hoch fliegen und ſchreien oder auch im Kreiſe herumſchweben, auch wenn man letzteres an Raubvögeln bemerkt,— Sturm.
27. Wenn Gänſe, Enten und andere Waſſervögel ſich mit großem Geſchrei baden und untertauchen.
28. Wenn ſich die Raben, beſonders des Morgens, an die Bäume hängen und mit ihren Flügeln ſchlagen, oder wenn ſie mit heller Stimme ſchreien oder den Schnabel gegen die Sonne aufſperren,— Regen und Sturm.
29. Wenn die Schwalben über der Erde und dem Waſſer oder dicht an den Wänden ſchreiend und niedrig fliegen,— deutet nach Einigen auch auf frühen Winter.
30. Wenn die Vögel nach ihren Neſtern eilen und die Tauben vom Felde zurückkommen.
31. Wenn die Spechte ſchreien und knarren und die Pfauen des Nachts ſchreien.
32. Wenn die Finken vor Sonnenuntergang ſingen oder vielmehr öfter einen eigenthümlich ſchrillen Lockton ausſtoßen.
33. Wenn die Fröſche im Frühjahr ſtark quaken.
34. Wenn ſich das Rothkehlchen in hohle Bäume oder in Gebäude verſteckt.
35. Wenn die Vögel mit dem Schnabel nach den Fett⸗ drüſen am Ende des Rückens fahren, um das Oel auszu⸗ preſſen und die Federn damit g gegen die Näſſe zu ſchützen.
36. Wenn der Igel in ſeinem Lager die Löc her zuſtopft.
37. Wenn die Katzen die Ohren mit den Pfoten ſtreichen,
— nahes Gewitter.
38. Wenn die Spinnen häufiger außerhalb ihrem Gewebe herumkriechen.
39. Wenn bei ſchönem Wetter die Flöhe ſtark ſtechen,
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