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Linken. Gleichwohl sollte in einem Staatsgrundgesetz ausdrücklich bestimmt sein, in welchem Strich das Staatsschiff gesteuert werden solle. F. F.
Ein republikanisches Zeugniß über Republik und constitutionelle Monarchie.
Die radikale, republikanische„neue Zürcher Zeitung“ vom 2. April enthält in einem größe⸗ ren Artikel folgende Bemerkungen über Republik und constitutionelle Monarchie:
„Ein schönes Wort, das Wort Republik! aber wir kennen noch ein schöneres Wort, das Wort: Frei⸗ heit! Daß aber die Freiheit auch in den Republiken schlecht gedeihen kann, haben wir in der Schweiz
vielfach erfahren. Wir brauchen hierfür nicht an die
alten aristokratischen Regierungen zu erinnern, wir brauchen überhaupt nicht in die Vergangenheit zurück⸗ zugreifen; wir bleiben bei der Gegenwart stehen und behaupten ungescheut, daß z. B. heute noch in den demokratischen Republiken Schwyz, Uri und Un⸗ terwalden weniger wahre Freiheit ist, als in den mo⸗ narchischen Staaten England und Belgien.(Ebenso in Luzern, das unter seinen Jesuiten die freieste de⸗ mokratische Verfassung auf dem Papier hatte.) Ge⸗ wiß sind wir am wenigsten geneigt, den frohen Werth republikanischer Staatsform zu verkennen, nur kön⸗ nen wir uns noch nicht überzeugen, daß wahre Freiheit mit der constitutionellen Monarchie un verträglich sei.“
Erklärung.
In der am 20. d. M. im Busch'schen Garten abgehaltenen Volksversammlung wurde, wie ich von verschiedenen Seiten gehört habe, mein Name in Ver⸗ bindung mit einer, vom vaterländischen ꝛc. Vereine da⸗ hier ausgegangenen Adresse gebracht; ich sehe mich daher veranlaßt, das Nachstehende öffentlich zu erklären.
Die fragliche Adresse, welche im stenographischen Bericht über die Verhandlungen der deutschen consti⸗ tuirenden Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. in dem Verzeichnisse der Eingänge vom 15. und 46. Juni unter Nr. 26. aufgeführt steht, hat meine Zu⸗ stimmung nicht erhalten, ich habe vielmehr mich so⸗ wohl gegen Form als Inhalt, gegen letzteren nament⸗ lich deßhalb erklärt, weil mir derselbe nicht präzis genug war, vielmehr der verschiedensten Auslegung fähig schien. Ich glaubte darin eine Adhäsion an das Program des linken Centrums in der National⸗ versammlung in Frankfurt— mit dem ich im We⸗ sentlichen sympathistre— finden zu können, während es mir schien, als könne man darin auch eine Zu⸗ stimmung zu dem bekannten Bundesseparatprotokoll— die übrigens gewiß nicht in Absicht stand,— ausge⸗
drückt sehen. Eine solche Adresse, die ich aber der verschiedenartigsten Auslegung fähig hielt, konnte ich unmöglich unterzeichnen. Ich habe der Sitzung des vaterländischen ꝛc. Vereins, in welcher die fragliche Adresse debattirt wurde, nicht beigewohnt, und war, da die ganze Sache nicht eigentliche Vereinssache war, vielmehr auch jede andere Person zur Unterzeichnung admittirt werden sollte,— sehr erstaunt, als ich in den Abdrücken der Adresse gegen mein Wissen und Willen die Bemerkung fand, daß die einzel⸗ nen Abdrücke an mich abgegeben werden sollten. Ich fungirte damals noch als Schriftführer des vaterlän⸗ dischen Vereins,— am 15. huß. bis ich zurückgetre⸗ ten— und mochte deßhalb einen Protest gegen diese Bemerkung um so weniger erheben, als ich die Ueber⸗ zeugung hatte, daß nur meine Eigenschaft als Schrift⸗ führer dieselbe veranlaßt hatte.
Aus obigen Gründen habe ich die Adresse nicht unterzeichnet, und konnte mich natürlich auch nicht dazu verstehen, bei der ganzen Sache auch nur ent⸗ fernt mitzuwirken; ich habe das Zusammentragen der einzelnen Unterschristen nicht veranlaßt, mich über⸗ haupt in keiner Beziehung um die Sache bekümmert, und sogar bestimmt mich geweigert, die zusammenge⸗ tragenen Unterschriften zu beglaubigen.
Ich hielt diese Erklärung, um Mißverständnisse zu vermeiden, und weiter deßhalb für nothwendig, weil man— die von mir geschehene Unterzeichnung der Adresse unterstellt— einen Widerspruch in meinen politischen Ansichten, von denen das hessische Volks⸗ blatt durch Darlegung des Protokolls einer Sitzung des vaterländischen ꝛc. Vereins, seiner Zeit berichtete, mir hätte vorwerfen können. Gießen den 22. Juni 1848. Dr. F. Eckstein.
Tagesneuigkeiten. 7
Pilsen, 17. Juni. Flüchtige Studenten von Prag erzählen schreckliche Auftritte. Das Militär hat die Höhen und Thore besetzt. Die National⸗ garde ist noch neutral. Die Ultraczechen sind noch nicht besiegt, trotz einer furchtbaren Metzelei. Aus⸗ sendlinge fordern im Land auf, den Czechen in Prag zu Hülfe zu ziehen. Bei uns ist Anarchie; wenn die Czechen siegen, so ist der Bürgerkrieg zwischen den Nationen unvermeidlich.
Königsberg, 15. Juni. Die hier verbreitete Privatnachricht von dem Vorrücken eines russischen Armeekorps auf die preussische Grenze(man schätzt es auf 50,000 Mann) gewinnt dadurch an Bestand, daß gestern durch eine Stafette an den Oberpräsi⸗ denten und den kommandirenden General die Mel⸗ dung gelangt sein soll, daß das Corps zwischen Po⸗ langen und Memel bivouakire.
Frankreich. An mehreren Orten sind blutige


