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Noch ein Wort über Republik wenn die

Russen kommen. 3

Der Artikel in Nr. 19 ist durch die untergesetzt Erwiederung nicht im Mindesten entkräftet. Eben die Unterstellung, daß unsere Reichen den Russen die Hand reichen würden, ist verwerflich; noch ver⸗ werflicher, auf bloßen Schein und Verdacht hin ge⸗ gen sie verfahren zu wollen. Welche Rechtsbegrün⸗ dung, welche Consequenzen hat so eine fürchterliche Lehre? Und was die Großen betrifft, so lenkt die Erwiderung von der Sache, die der Artikel vertritt, ab. Der Sinn jenes Artikels ist: nicht das Repu⸗ blikmachen wird im Fall einer solchen Gefahr das Heil bringen, sondern einmüthiges Anschließen an unsere N.⸗V. und die aus ihr hervorgehende Cen⸗ tralgewalt. Diese vom Volk gewählten Vertreter sind es, um die wir uns zu schaaren, deren Banner wir zu folgen haben. Gegen die Macht des um seine Vertreter geschaarten einmüthigen Volkes wird keine andere bestehen, keine auswärtige uns etwas anhaben können.

Der Diplomatie absoluter Fürstenmacht wird in jenem Artikel nicht im Mindesten das Wort geredet; im Gegentheil dem nunmehr an deren Stelle getre⸗ tenen Volkswillen, der sich gesetzlich durch seine Ver⸗ treter kundgiebt, deren Macht, auf das neue Recht und das Vertrauen des Volkes gegründet, mit die⸗ sem an Energie gewinnt und, falls wir einmüthig zu ihnen steben, unüberwindlich wird gegen jede innnere und äußere Gefahr. Darin liegt einzig un⸗ ser Heil, und dazu kann man nicht dringend genug mahnen. Mag über Fürstendiplomatie noch soviel gesponnen werden, das ist ein anderes Thema. Das meinige ist: Vertrauen und thatkräftiges Anschließen an die neue Volksregierung, an die Nationalver⸗ sammlung und die von ihr geschaffenen Gewalten. Noch eine Frage: wird die unreife Frucht dadurch reif, daß vor der Zeitigung ein Sturm sie herab⸗ schlägt? ö K. L.

Fünf Sätze hiergegen.

1) Wer auf erfahrungsmäßige Wahrscheinlichkeit im Leben nicht handeln will, kommt allenthalben zu spät. Das ist Erfahrungssatz.

2) Wer nicht will, daß er als verdächtig angese⸗ hen und behandelt werde, betrage sich unverdächtig. Sonst berechtigt uns das Recht, uns selbst zu schützen, zu Maßregeln gegen ihn. Das ist die Rechtsbegründung, nach der man mich fragt.

3) Mein Satz hat nur dann üble Folgen, wenn er mißbraucht wird. Das hat auch Schwert und Dolch, wenn sie mißbraucht werden; werfen wir sie darum weg? i

thiges Volk sind. Wir

) Herr K. L. hat mich widerlegt, wenn er; mir beweist, daß wir in diesem Augenblick ein einm ü⸗ sind gespalten in Republi⸗ kaner und Monarchisten aller Schattirungen; in Ka⸗ tholiken, Protestanten und Vernunftgläubige; in Stämme, und in Einzelstaaten. Kommen da die Russen, hat man da gegründeten Verdacht, daß die Fürsten und Reichen es mit ihnen halten möch⸗ ten; so habe ich schwerlich ganz unrecht geurtheilt. Ich darf sagen: Manche wünschen die Russen. Das kann nach dem Lauf der menschlichen Dinge nicht feh⸗ len(Hr. H. fordert mir da wohl keine Beweise).

5) Ich gebe zu,die unreife Frucht wird nicht reif, wenn man sie abschlägt; aber der Verzweif⸗ lungskampf mit den Russen wäre für Deutschland ein Aderlaß, auf den hin das Fieber sich minderte, und aus welchem unser Volk, wenn es nicht unterläge, besonnener hervorgehen würde, als es jetzt ist. Der Krieg hätte es vermindert, die Kriegszucht gezähmt, die Siege den Führern andere Macht uͤber dasselbegegeben, als welche der bloße Volksredner hat. F. F.

Es scheint, daß Vielen immer noch nicht klar ist, welche Bewandtniß es mit der Linken in der deutschen Nationalversammlung habe. Daher das Nachstehende:

Die Linke besteht aus 3 Theilen, nehmlich dem linken Centrum, der Linken und der äußer⸗ sten Linken. 55

1) Das linke Centrum will, wie es scheint, einen Kaiser für Deutschland nach einer Kehrordnung (bald aus diesem, bald aus jenem Fürstenhaus). Die Einzelstaaten sollen ihre Verfassung beliebig be⸗ 75(es scheint zu wunschen, daß die Monarchie

eibe).

2) Die Linke will die Centralgewalt republika⸗ nisch(keinen Kaiser); die Einzelstaaten bestimmen ihre Verfassung beliebig.

3) Die äußerste Linke spricht zuerst, als wollte sie nur Republiken; sie will aber hintennach auch, daß die einzelnen Staaten nach ihrem Belieben Republiken oder Monarchien sein können. Jeden⸗ falls sollen sie rein demokratische Verfassung haben.

Man wird nach dem Gesagten finden, daß der Wahlerlaß des vaterländischen Vereins zwischen das linke Centrum und die Linke fällt, sich mit bei⸗ den verträgt. Der Wahlerlaß von Vogts Wäh⸗ lern trifft mit der Linken schlechtweg(nicht mit der äußersten Linken) zusammen. Im Geist der äußersten Linken ist er nicht; denn diese will zweifelsohne, daß die Einzelstaaten sich zu Republiken machen möchten der fragliche Wahlerlaß will aber für Hessen⸗Darm stadt erbliche Monarchie.

Vom Socialen schweigen

alle drei Theile da

ö N