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Hessische Volkszeitung.

E 12.

Dienstag, 13. Juni

1848.

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erscheint dieses Blatt und kostet hier vierteljährig 1 Gulden, monatlich 20 kr., die einzelne Nummer 2 kr. Auch wird die Samstagsnummer 9 Abonnement für 15 kr. wi abgegeben. Einrückungsgebühr für Anzeigen ist 2 kr. die Zeile. Bestellungen darauf

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Aechtfertigung

gegen den Credner'schen Schimpf⸗ und Leästerartikel in der Volkszeitung, 5. pag. 18.

(Schluß.)

Der Kraftausdruck,„schamloser Verläum⸗ der,“ der übrigens in neuerer Zeit häufig gebraucht wird von Leuten, welche lieber hinter Schimpfworte sich verstecken, als mit männlicher Würde genügend sich zu vertheidigen suchen, könnte wohl Anwendung finden, wenn ich in der That behauptet hätte, was Hr. C. mit seiner so glänzenden Sophistik aus mei⸗ nem an sich so unschuldigen Artikel, vielleicht in sei⸗ nem Schuldbewußtsein, gefolgert hat; so aber muß dieser Ausdruck dahin zurückkehren, von wo er aus⸗ gegangen ist. Nachdem Hr C. durch Verdrehungen und Wendungen meiner Worte sich zuerst als Mär⸗ tyrer dargestellt und durch falstaffische Witzworte eine weitere Glorie um sich zu verbreiten gesucht hat, nimmt er wieder zu seinen gewöhnlichen Hülfsmit⸗ teln, der Denunciation und Verdächtigung, seine Zu⸗ flucht, indem er mich bei Hrn. Vogt, als dessen heimlichen Feind und Widersacher darzustellen suchte; er denuncirte mich, ich habe mich in maaßlosen

Schimpfworten über Hrn. Vogt vor 5 bis 6

Monaten ausgelassen. Auch hier hat der Ritter St. Georg statt eines Lindwurms wiederum nur un⸗

schuldige Windmüßlenflügel erblickt. Was ich in der

angedeuteten Sache mit und gegen Hrn. Vogt gehabt, das liegt in den Universitätsakten begraben und ge⸗ hört eben nicht hierher; Todte soll man ruhen lassen, sonst müßte ich auch die Akten von dem Prof. Meyer, Fritzsche selig und Andern wieder herauf eitiren.

Endlich, liebe Mitbürger! kömmt der Haupthieb,

welche der belobte Kämpe gegen mich zu führen ver⸗

meint, nämlich die Verdächtigung meines persönlichen Charakters; nachdem er mich auf seine Weise, selbst unter Maurern, bereits bloß gestellt zu haben ver⸗ meint, will er es auch bei Euch nochmals versuchen; er bedenkt aber nicht, daß Ihr schon längst entschie⸗ den, daß Ihr von einem Manne, wie Credner, keine Verdächtigung auch nur im Entferntesten als giltig annehmen könnt, so geübt er auch in Denun⸗ ctationen der Art sich schon gezeigt haben mag, und ich kann mich deßbalb hier kurz fassen. Der Auf⸗

tritt in der Volksversammlung am 1. April, und was Hr. Prof. Baur darnach gethan, ist Jedermann be⸗ kannt, deßgleichen auch, auf welche Art Hr. Prof. Baur dafür belohnt worden ist; wir haben freilich noch nicht gewußt, daß das, was Hr. C., der Vor⸗ sitzer des vaterländ. ꝛc. Vereins, seinem Freunde Hrn. Baur und Anderen Uebels zufügt, unbeschadet der zwischen ihnen bestehenden Freundschaft geschehen kann. Der beleidigende Freund sieckt sich hier hinter den beleidigenden Vorsitzer des Vereins; eben so kann der Decan, oder der Primarius der Facultät sich auch hinter diese seine Stellung verstecken, wenn er seine Kollegen denuncirt oder auf irgend eine Weise kränkt oder verdächtigt!— Mitbürger! Ihr seyd nun⸗ mehr durch Hrn. Credner in Eurem Irrthum über ihn belehrt; aber erklärt es nur nicht, denn Hr. C. würde Euch charakterlos nennen, wie er mich ge⸗ nannt hat, weil ich mich über seinen eignen Charak⸗ ter, durch sein Thun und Treiben in neuester Zeit eines Besseren unterrichtet erklärt habe. Wenn mir durch die von mir ausgesprochene bessere Ueberzeugung über Hrn. C. eine Charakterlosigkeit vorgeworfen werden kann, weil ich diese früher nicht hatte, sie erst in neue⸗ ster Zeit gewonnen habe, dann muß ich mich diesem harten Urtheil freilich unterwerfen. Zweimal habe ich meine Meinung über Hrn. C. geändert; zuerst hielt ich ihn für einen durchaus tüchtigen Charakter; meine Ansicht änderte sich, als ich erfahren, daß er noch mit Niemanden dahier einige Zeit umgegangen sei, mit welchem er nicht auch in Unfrieden und Zän⸗ kerei gekommen; eine gewisse Furcht hielt mich, wie viele Andere, von ihm fern; doch fühlte ich später aufrichtiges Mitleiden für den Mann und schrieb seine üble Stimmung etwaiger Kränklichkeit und häuslichen Schwierigkeiten zu; ja ich gewann eine gewisse Ach⸗ tung und Zuneigung zu ihm, als ich ihn so ritterlich gegen Linde kämpfen sah; ich näherte mich ihm freund⸗ lich, als sich seine Kollegen mehr noch von ihm zurück⸗ zogen. Es schien Hr. C. diese Aufmerksamkeit von meiner Seite wohl zu thun, denn überall, wo er mir begegnete, drückte er mir freundlich die Hand; auch nahm ich von ihm das Versprechen an, daß er sich für mich um eine Vocation verwenden wolle. Nun freilich habe ich von Hrn. C. selbst erfahren, daß meine ihm geäußerte Zuneigung ihm sehr lästig gewesen, daß ich mich in seiner Freundlichkeit, in sei⸗

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