Ausgabe 
1.7.1848
 
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Hessisehe Volkszeitung.

N 30. Samsiag, 1. Juli 1818.

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erscheint dieses Blatt und kostet hier vierteljährig 1 Gulden, n 2e kr., die einzelne Rummer 2 kr. Auch wird die Samstagsnummer als besonderes Abonnement für 15 kr. vierteljährig abgegeben. Einrückungsgebühr für Anzeigen ist 2 kr. die Zeile. Bestellungen darauf nehmen alle löbl. Postämter und Zeitungsexpeditionen an. 1

An kündigung.

Die Hess. Volkszeitung beginnt ihren zweiten Monat. Der verantw. Herausg. wird einen weiteren Monat fortfahren: 1) den Grundfatz der ausschließlichen Volksherrschaft(Volkssouve⸗ ränetät) zu vertheidigen; 2) zu vertheidigen, daß das auf den Volkswillen gegründete, also auch in seiner Fortdauer von ihm allein abhängige Fürstenthum grundsatzlich eben so richtig ist, als die demokratische Republik; 3) daß uns rein praktische Gründe gebieten, a) für die Ein⸗ zelstaaten ersteres anzunehmen(die 4 freien Städte ausgenommen, und Zusammenschmelzung der zu kleinen Staaten vorbehalten); b) für die Reichsgewalt aber die republikanische Form.

Der verantw. Herausg. der Volksz. trachtet, die Monarchischgesinnten, soweit möglich von Richtigkeit dieser Ansichten zu überzeugen und vorwärts zu ziehen. Reaction bringt uns dasselbe Unheil, wie Ueberstürzung; sie kann stark werden, sie kann sogar auf einige Zeit siegen, aber hal⸗ ten kann sie sich nun und nim mermehr. Hebt sie ihr Haupt, so berechtigt sie die Gegner schonungslos gegen sie zu verfahren.

Er trachtet weiter, den Republikanischgesinnten zu zeigen, bis wohin der Vernunft⸗ staat mit allen seinen Folgen geht. Er weiß, daß die Mehrzahl der Eifrigsten nicht bis dahin will, daß sie einsieht, daß unser Geschlecht durchaus noch nicht dafür reif ist, daß sie sich blos abläugne, der Vernunfistaat gehe wirklich so weit. Er will ihnen ferner begreiflich machen, daß da, wo sie stehen bleiben wollen, Andere sie sicherlich überrennen, daß sie einen rollenden Wagen nicht aufhalten können, wenn es schon Anfangs schwer war, ihn in Gang zu setzen.

Er glaubt, es sei weniger gefährlich, auf dem Papier noch einen Zoll breit zu altconstitutionell zu sein; als jetzt in die Republik zu fahren. Denn mit Preßfeiheit, deutscher Volkskammer, Ver⸗ einsrecht und Volksbewaffnung können wir an dem Fortschritt nicht gehindert werden, schon mit der Preßfreiheit allein fast nicht.

Man hat die Volksz. im Frankf. Journal das Organ des Gießener väterländ. Vereins genannt. Dahin hat sich der Verein nie ausgesprochen(vergl. Nr. 1. der V. Z.).

Die Gesellschaft der Herausgeber hat, als die erste Nummer des Blattes bereits corrigirt war, ihre Stellung zum Redacteur verändert; sie hat ihm allein die wirkliche Herausgabe des Blatts überlassen und nur ihre Mitwirkung zugesagt. Sie existirt daher als Gesellschaft der Herausgeber insofern nicht mehr, als der verantw. Herausg. des Blatts keine Befehle von ihr anzunehmen hat. Sie hat ihm auch noch keine solche gegeben.

Der verantw. Herausg. des Blattes schreibt im Sinne des Aushängeschilds des vaterland. Vereins. Solange der Verein diesen nicht einzieht, muß er das Blattals seinen Bedürfnissen nachzukommen strebend ansehen. Daß der Aushängeschild einzelnen Mitgliedern des vaterländ. Vereins nicht genehm ist, glaubt der Herausg. der Volksz. zu wissen. Er räth ihnen, ihre Namen in der Liste der Vereinsmitglieder durchstreichen zu lassen, oder sich zu bessern Ueberzeugungen zu bekehren.(Dieser Rath findet seine Begründung in Nr. 22. der Volkszeitung, erster Artikel.)

Diejenigen, welche das Streben des Herausgebers der Volkszeitung gut finden, find ersucht,

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