Ausgabe 
1.7.1848
 
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ö 118 17 e 3 die Verbreitung des Blatts zu fördern. Der Herausgeber hat baare Einbuße im ersten Monat

gehabt; er wird auch im zweiten Monat zusetzen müssen. Seine Verhältnisse erlauben ihm nicht, Dieß lange fortzusetzen, sonst würde er, unbekümmert um den Schaden, das Blatt nicht eingehen

lassen, so lange nicht andere Gründe ihn dazu drängen.

Franz Fischer.

Unsere Republikaner.

Es ist von Ungenannten ein Aufruf an unsere Landsleute ergangen, der Ansprache, die unser Fürst bei seinem Regierungsantritt an das Volk gerichtet hat, zu antworten mit dem Zuruf:Fürst, so lange Du uns Treue hältst, halten auch wir sie! Die Republikaner in Gießen haben eine Gegenschrift ver⸗ breitet, eine zahme Gegenschrift, wenn man vergleicht, welche Sprache man kürzlich noch hier und da gehört hat. Sie haben zahm geantwortet, im Vergleich mit ihrem Auftreten von 14 Tagen her. Sie haben inzwischen gesehen, daß die Aetien anders stehen, als vor 44 Tagen. Sie haben gese⸗ hen, daß der besonnene Staatsbürger anfängt, seine Gedanken über die Sache zu ordnen und einzusehen, daß er mit Seinesgleichen zusammenstehen muß, um der s. g. Pöbelherrschaftk), welche das Ende der Sache werden würde, eine Schranke vorzuschieben. Daher die kleinlaute Gegenschrift, in welcher die sich Republikaner Nennenden einlenken und unsern Landesfürsten nicht mehr fort⸗ jagen wollen. Er darf gewählt werden, noch mehr, es wird von seinem Edelmuth erwartet,

daß er auf einen Theil des Fürsteneinkommens ver⸗

zichte, und daß er nicht verlange, daß ewig einer aus seiner Familie herrsche.*) Heiß' ich das einge⸗ lenkt, wie ich selbst, bei Gott! nicht einlenken kann, denn da müßte ich der Volkssouveränetät über die Füße fahren, und das kann ich nicht über's Herz bringen. Ich will, daß unser Volk sage: wir behal⸗ ten unsern Fürsten und sein Haus, so lange sie nicht unwürdig werden,(was Gott verhüten möge), und hoffen, daß unsere Nachkommen Desgleichen thun; (deren Rechte haben wir aber nicht zu vergeben). Das Fürsteneinkommen aber bestimmen wir, so lange

wir es bezahlen; wir lassen das nicht auf den Für⸗

sten ankommen, und fragen auch nicht, ob er und

) Pöbel, obschon von populus, peuble(Volk) bezeich⸗ net im Deutschen keineswegsVolk, es bezeichnet den ungebildeten Volkstheil, wenn er aufgestachelt, maß⸗ und schrankenlos gemacht ist. 8

*)Warum sagt ihr denn, daß wir alle Fürsten ver jagen bvpwollten,wir aber wollen, daß das Oberhaupt aus den Edelsten des Landes von Zeit gewählt werde, und wenn das Loos(?) den Großherzog treffen. sollte, dann wird er den allergroͤßten Theil seiner

ungeheuren Einkünfte auf den Alkar der Freiheit nie

derlegen, und nicht verlangen von uns, daß. ewig einer aus seiner Familie herrsche e...

sein Haus die ewige Erblichkeit nicht verlangen wol⸗ len, oder ob wohl, sondern wir sagen: Wir sind es, die die Fürstenwürde geben, und ste zurückziehen, wenn die Träger unwürdig werden; wir sind es, die das Fürsteneinkommen festsetzen und be⸗ zahlen. Recht in Erstaunen haben sie mich gesetzt, unsere Republikaner; denn sie wollen ja noch we⸗ niger, als das demokratische Fürstenthum. Sie wollen ja nur noch, daß unser Fürst durch eine Wahl wieder neu eingesetzt werde, weil er gut ist; er soll ohne Zweifel auf Lebenslang eingesetzt werden; die Civilliste sollen wir nicht schmälern, er selbstwird es thun, er selbstwird auch die ewige Erblichkeit der Fürstenwürde in seiner Familie fallen lassen. Ey, Ey! Jyr Herren Republikaner! warum nennt Ihr Euch denn Republikaner?! Wa⸗ rum war solcher dumpfer Tumult in der Volksver⸗ sammlung vom 9. Juni, während meiner mitGu⸗ tenmorgen widerlegten Rede für das auf den Volkswillen gegründete, vom Volkswil len abhängige Fürstenthum?! Ihr wollt ja jetzt noch viel weniger! Nun? Da sage ich, (ich derGutenmorgen-Herr⸗Fischer): Ey Guten⸗ morgen Ihr Herrn Republikaner! Der Republikaner, der einen Wahlfürst ernennt, kann dessen Edelmuth die Bestimmung des Fürstengehalts und das Aufge⸗ ben der Erblichkeit seines Fürstenthums nicht anheim⸗ stellen; das ist nicht schnurgerecht, meine Herren Republikaner! Recht schönen Gutenmorgen!(August Becker muß dazu den Kopf geschüttelt haben, ich kann's fast nicht anders glauben) Seht, ich hätte Euch das ganzePasse- Passe durchgehen lassen, wenn Ihr bei anderem Wind nicht wieder das gleiche Kunststück hinüber machen würdet, wie Ihr es jetzt herüber gemacht habt. f

Gehen wir jetzt zu einem andern Punkt. Ihr haltet denFreunden des Volkes ꝛc. ihre Namens⸗ verheim ichung vor; ste sind Familienväter; und es giebt Zeiten ungerechter Verfolgung, Katzenmusi⸗ ken ze. Ich meinerseits kenne jene Männer; noch Andere kennen sie; sie sind nicht sicher, daß ihre Namen nichtverschwatzt werden, nicht sicher, daß man nicht auf sie räth. Klagt sie vor Gericht der Verläumdung, die Ihr ihnen vorwerft, an, wenn

sie verurtheilt werden, kommen ihre Namen an den Tag, denn nur solange stehe ich vor ihnen(ich habe

den Druck ihres Aufsatzes für sie bestellt.) Pocht aber nicht auf, wegen der Namensverheimlichung, meine Herren! Ihr seid auchdiplomatisch mit den