sie ist. Der Gesammtgewalt übertragen, was die einzelnen Staaten als solche nicht zu leisten vermö— gen. Die Gestalt der Centralgewalt bleibt offene Frage; sich mit den Fürsten über Annahme des Ver⸗ fassungswerks zu vereinbaren; kann es nicht gesche— hen, so ist die Verfassung gleichwohl für alle bin⸗ dend zu erklären.
Das Frankfurter Journal nennt die Abgeordneten⸗ versammlung der Demokraten⸗Vereine, die in Frank⸗ furt zusammentreten soll, den Bayrhoffer'schon Con⸗ greß. Das Montagskränzchen hatte beschlossen, ihn nicht zu beschicken. Nachdem sich die meisten Mit⸗ glieder entfernt hatten, faßten die Zurückgebliebenen einen entgegengesetzten Beschluß. Eine hierauf beru— fene Hauptversammlung hob diesen letztern Beschluß einmüthig wieder auf.
In Sizilien ist man geneigt, der unterdrückten Parthei in Neapel zu Hülfe zu ziehen.— In Cala⸗ brien haben sich auch Sicherheitsvereine gebildet; nach Regierungsnachrichten haben sie sich aber wieder auf⸗ gelöst. a
Wien. Die Absicht der Umtriebe der Czechi⸗ schen Parthei erhellt sich dahin: Man will möglichst demokratische Ausbildung der Monarchie und Ver⸗ binndung der einzelnen unabhängigen Stämme nach Art der Schweizer-Cantone.— Die Universität will in Frankfurt Aufklärungen über die Reaction geben lassen.
Bielefeld: Protest des demokratischen Vereins gegen den preußischen Verfassungsentwurf.
Ostfriesland protestirt gegen den hannöverischen Angriff gegen Obergewalt der deutschen Reichsver⸗ sammlung über alle Regierungen, und gegen die Befugniß der gegenwärtigen Stände eine Verfassung zu machen. Für die künftige Verfassung, die erst
nach der Reichsverfassung zu machen sei, wird
Einkammergrundsatz verlangt.
Darmstadt. Görz von Mainz beantragt ein einstweiliges Wahlgesetz; Auflösung der Kammer; Zusammenrufung eines Verfassungsraths auf den Grundsatz der Volksherrlichkeit. Andere beantragen Verminderung und Beurlaubung des Militairs. Heldmann beantragt bedeutende Verminderung der Ruhegehalte, augenblickliche Entlassung des stehenden Heeres. Ein Angriff gegen das Landesgestüt wurde widerlegt Hillebrand zeigte an, daß der fur, Erbauung einer neuen Anatomie in Gießen bewilligte Betrag überschritten worden. Verwilligung von 5 fl. Tag⸗ geld an unsern Abgeordneten in Frankfurt, nebst Kosten der einfachen Hin und Herreise.
London. Die„Times“ bestätigt, daß es in Irland den Führern selbst nur mit Mühe gelungen sei, einen Aufstand, den sie für voreilig hielten, zu— rückzuhalten. 25. f
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tionellen Monarchie in den einzelnen Staaten, wo
Paris. Der Minister des Innern(2) begehrt Frs. 500000 geheimer Fonds für Ueberwachung der Feinde der Republik.(Geheime Polizei in der Re— publik).— Der Kreisminister ruft 80000 Mann von der Aushebung von 1847 in Dienst.
Petersburg. Der Kaiser will so lange theil⸗ nahmslos(neutral) bleiben, als Sicherheit und Un— verletztheit des russischen Reichs es erlaube.
Wien. Am 3. d. wurden die Werbanstalten für ein freiwilliges Reservebataillon auseinandergetrie⸗ ben.— Es herrscht Unzufriedenheit, daß Italien wie⸗ dererorbert werden soll. Den brodlosen Arbeitern ist fast durchgehends Arbeit verschafft worden. Die pro⸗ visorische Regierung in Prag scheint einlenken zu wol⸗ len, sie hat eine gemäßigte und versöhnliche Antwort nach Wien zu senden beschlossen.— Für den österreich⸗ schen Reichstag sind mittelbare(indirekte) Wahlen angeordnet worden.
Prag. Der Slavencongreß findet wenig Anklang. Der Adel wird dabei in der Mehrheit sein.
Jassy. Von einem hier gebürtigen russischen Offi⸗ zier, welcher vor drei Wochen vom Kaukasus ange⸗ kommen, dann von mehreren Juden, welche mit Hülfe starker Bestechung der Grenzkosaken aus Rußland sich herübergeschlichen, habe ich erfahren, daß Rußland noch weit kolossalere Kriegsrüstungen, als unter Alex⸗ ander gegen Napoleon betreibt.— Die russische Grenze gegen die Moldau längs dem Pruth, ist mit Truppen ungemein stark besetzt; an mehreren Punk⸗ ten sind Truppenmassen aufgestellt, besonders zwi schen Ifusch und Faltsi, jedoch jenseits des Pruth ist ein bedeutendes Armeecorps concentirt, und zwar kaum 5 bis 6 Tagesmärsche von dem siebenbürgi⸗ schen Ostozer Passe, mithin kaum 12 bis 14 Tage⸗ märsche von Herrmannstadt.— Außerdem ist eine Truppencolonne, besonders bedeutende Cavallerie— massen, in der Richtung von Jekaterinoslaw und Kiew, im Anzuge.— In Rußland zeigt sich auch nicht die geringste Spur von Unzufriedenheit, im Gegentheil wurde das rohe, unwissende Volk für seinen Czar durch alle Mittel fantastrt.— Bald nach Ankunft des Generals Duhamel in Jassy hat der hiesige Fürst zu seinem mehr als 30 jährigen Leib⸗ arzt, seinem treuen Hausfreunde, sich geäußert: „jetzt sei der Augenblick gekommen, wo Rußland groß— sehr groß seyn, die orthodore griechische Religion herrschend, Oesterreich aber als eu— ropäische Macht verschwinden werde.“
Berlin, 8. Juni. Der Prinz von Preußen traf heute Mittag von Potsdam mit einem Adju⸗ tanten hier ein und begab sich in die Nationalver⸗ sammlung. Einige Mitglieder erhoben sich, andere riefen:„sitzen bleiben!“ Der Priäsident ertheilte
dem„Deputirten von Wirsitz“(Prinz von Preußen) das Wort zu einer persönlichen Bemerkung.
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