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zogen. Die Offiziere verbaten ſich dergleichen Anſpielungen. Der Student verſprach ſeinen Freunden kein weiteres Aerger⸗
niß zu geben. Doch der Rauſch ließ ihn des Verſprechens vergeſſen. Er ſang das bekannte Polenlied. Die Offiziere, beſonders Einer, erklärten dieſes Benehmen für ehrlos; da ging der aufgeregte Muſenſohn in eine andere Stube, holte eine geladene Flinte, die ſeinem Freunde gehörte, kam wieder zurück und ſchoß, ohne ſich weiter umzuſehen, auf den Platz, wo der Offizier geſeſſen hatte. Unterdeſſen aber hatte ſich
Guter Kath in
Nützliches Allerlei. (Von einem neuen Collegen eingeſendet.)
Was thut eine kluge Hausfrau, wenn aller Mühe ungeachtet das Fleiſch nicht weich kochen will?
Sie wirft ein Stück Glas in den Fleiſchtopf, dann wird das Fleiſch in einer Viertelſtunde weich und zart werden. Damit aber der Fleiſchbrühe keine Glasſplitter ſich mittheilen, ſo nimmt man am geeignetſten geſchliffenes Glas, z. B. den geſchliffenen Boden eines Biergläschens, oder ſteckt ein kleines reines(farb⸗ loſes) Gläschen ganz in das Gefäß.
2. Was thut ſie, um Waſſer in kürzeſter Friſt zum Kochen zu bringen(z. B. um ſchnell Thee, oder Grog zu bereiten)?
Sie nimmt eine Glasflaſche mit dünnem
Boden, füllt ſie
ſein Freund auf dieſen Stuhl geſetzt. Er fiel, von der Kugel getroffen, und ſtarb nach ween gen Stunden. Was nützte nun Reue und Verzweiflung? Die Trunkenheit und der Zorn hatten den Studenten zu einem Mörder, und zwar zu dem ſeines beſten Freundes gemacht.
Kaum vermag ich den Eindruck zu beſchreiben, welchen dieſes Trauerereigniß auf mich machte. Vielleicht hat es nicht wenig dazu beigetragen, mir jede Zechgeſellſchaft zu verleiden.
offenen Briefen.
ziemlich voll Waſſer und ſetzt ſie in die glimmenden Kohlen. Die Flaſche wird nicht ſpringen, ſobald ſie nur nicht zugeſtöpſelt iſt. Das wird jeder Chemiker beſtätigen; denn dieſe Leute bringen öfter das Waſſer in Glasgefäßen zum Kochen. Wie bereitet man ſich zum Veredeln der Obſt⸗ bäume auf höchſt einfache Weiſe gutes Baumwachs? Man vermiſche unter gelinder Ofenwärme: ½ Pfd. Wachs, ½¼ Pfd. Harz, ½ Pfd. über Kohlen zerlaſſenen Terpentin. Da⸗ raus gieße man Stangen. Wird dieſes Baumwachs den Winter hindurch zu feſt, ſo darf man es nur mit ein wenig Baumöl ver⸗ ſehen und gehörig durchkneten. Aber man darf hiervon, wie überhaupt von jedem Fette oder Oele, nicht zu viel nehmen, weil⸗ daſſelbe in die Saftröhren des Baumes dringt, und da Fett ſehr ſchwer wieder verdunſtet, dieſelben verſtopft und daduch ſchadet. (Wird fortgeſetzt.)
Productenpreiſe.
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Hrn. Ferd. Sch. in Derlin. Die Verlagshandlung überläßt Ihnen das Bewußte Hrn.„Fiterat’“ R. in P. Aus dem phantaſtiſchen Stelzengang Ihrer Verſe
mit Vergnügen und dankt beſtens.
Hrn. Rector D. in UI. in Holſtein. In unſrer heutigen Nummer theilen wir den in unſerem Schreiben an Sie erwähnten Brief aus K. wörtlich mit. Sie haben unſere Antwort doch erhalten?
Hrn. J. Wülfert in H. Die beiden Artikel empfangen.
Hrn. A. Ch. in S— hauſen. Der angegebene Weg ſoll eingeſchlagen werden. Uebrigens ſchreiben wir direkt ein Weiteres.
.9. Sp. in Dl1. bei Rudolſt. Freundlichſten Dank! Wird baldigſt benutzt. Ein (kurzer) dritter Artikel ganz erwünſcht, wie uns überhaupt Ihre weiteren angedeuteten Beiträge ſehr angenehm ſein werden.
Hrn. O. G. in T Den„Flößer“ ꝛc. ꝛc. erhalten.„M. und Br.“ wird Ihrem Wunſch gemäß in den nächſten Tagen vorläufig zurückgehen. Ueber Moderwitz ſo bald wie möͤglich ein Näheres.
Hrn. Jugenda in Darmſtadt. Viel zu voluminös für uns. Auf welchem Wege
wünſchen Sie die Remiſſion?
und Deklamationen ſpricht der ſelbſtgerechte Dünkel eines ungeſunden und unreifen Geiſtes. Suchen Sie— falls Sie wirklich Talent haben, was aus der Probe nicht zu ſchließen— vor allen Dingen aus den Nebel⸗ regionen eines forcirten Dichterbewußtſeins ſich auf unſere handgreifliche Erde zurück zu finden. Bis dahin, edler Jüngling— „ſchmettr' an Felſen ſchroff „Die Leyer, die du falſch geſtimmt, und— ſchweige!“ Inſonderlich aber ſtehen Sie davon ab andere ehrliche Leute anzuſingen und ſie mit Ihrem guten Rath zu behelligen. Damit macht man heut⸗ zutage kein Glück mehr, und erzielt nichts als ein homeriſches Ge⸗ kächter. Ein Gebabren wie das Ihre iſt ganz dazu angethan, die Poeſie und ihre Vertreter immer mehr in Mißeredit zu bringen. Hrn.). B. K— y in Oberh. bei Paſſau. Eins von den Manſcpt. vielleicht. Hrnu. O. W. L— sch in Dresden. Gereimter Schund! Uunfrankirte Einſen⸗ dungen dergleichen Zeugs verbitten wir uns entſchieden.
Verlag von Hugo S Sceuvaſn Gotha.— Verantwortl. Redacteur: Hugo Scheube in Gotha.— Druck von Gieſecke& Devrient in Leipzig. 6


