Jahrgang 
1857
Seite
88
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Krankheit ſei, von der Dich zu heilen ich mir's als ein Ver⸗ dienſt anrechne. Siehe, mein Lieber! in all den von Dir genannten und hochgeprieſenen Bädern ſteht ein grüner Tiſch, der mit ſchwarzen Krücken dirigirt wird, an dem nichts gilt, als eine kleine Reihe von Zahlen, die wieder in zwei Par⸗ teien geſpalten, als Roth und Schwarz ſich gegenüber ſtehen, die beide gewinnen und nur der Spieler verliert. An die⸗ ſem Tiſche ſind die eigentlichen Schwitzbäder, da ſchwitzt man einen gar koſtbaren Schweiß, der die Stimmung nicht hebt, die Geſundheit nicht ſtärkt, den Geiſt nicht erfriſcht und das Herz nicht erfreut; da ſchwitzt oft die Verzweiflung, und der Geldbeutel holt ſich hier oft die galoppirende Schwind⸗ ſucht, die kein Arzt heilt; hier ſchwitzt unſer Jahrhundert ſeine Schande! Du ſiehſt, ich bin bitterböſe auf dieſe Bade⸗ orte, die ſich für Geſundheitsquellen ausgehen und dabei die aufreibendſten Leidenſchaften eutfeſſeln! OGewiß, mein Lieber! Ich zweifle nicht an der Heilkraft der Natur, die ſich in verſchiedenen Geſtalten zeigt; aber ich haſſe die Unnatur

Guter Rath in

Nützliches Allerlei. (Schluß.)

43. Wie verhält man ſich bei Verwundung eines Schienbeins?

Man ſtößt ſich nur gar zu oft an das Schienbein. So oft nun dieſer Fall vorkommt, iſt man auch in Gefahr, ihn erheblich zu machen. Man darf nur die geſtoßene, von der Haut ent blößte Stelle, wie eine Wunde oder Schwären, mit Salben und Pflaſtern behandeln, ſo hat man einen offenen Schaden, der Monate, ja halbe Jahre lang dauern kann, der Schmerzen, Ungelegenheiten und übrigen Folgen nicht zu gedenken. Legt man hingegen augenblicklich ein Läppchen oder ein Stückchen Fließpapier in Branntwein, Eſſig oder Arquebuſade auf und läßt es bis zur völligen Heilung liegen, indem man es von Zeit zu Zeit, wenn es zu trocken werden will, mit Branntwein be⸗

ſolcher Anſtalten. Darum höre auf die Stimme Deines Freundes, gehe weder nach Homburg, noch nach Baden⸗ Baden, oder ſonſt einen ähnlichen Ort, ſondern wirf von Dir Deinen Unmuth, packe Deinen Reiſekoffer und gehe auf unſere ſchönen deutſchen Berge nach Thüringen; lagere Dich in dem Kuhſtall der ſächſiſchen Schweiz; gehe nach Oſtende oder Helgoland und küſſe die Wellen des Meeres: dann wird Dein Herz wieder weit, Deine Bruſt voll Muth und Deine Geſundheit wieder blühend und friſch. Will Dein Leib ſich erquicken, ſo wirf die Hülle aus Schneidershänden von Dir und ſtürz Dich hineinin die brauſende Fluth, dietheile mit gewaltigen Armen, und Du ſollſt ſehen:ein Gott hat Erbarmen! Das iſt die Kur, die ich Dir vorſchlage, und Du ſollſt mir's wiederſagen, ob ich gut gerathen. Ob Dein Hausarzt dabei ein gutes Geſchäft macht, dafür möchte ich allerdings nicht bürgen. Wie immer ſo auch heute

ein

Fritz.

affenen Briefen.

feuchtet, ſo daß keine Luft dazu kommt und keine Eiterung erregt wird, ſo kommt man in wenigen Tagen davon.

44. Wie werden wäßrige Kartoffeln mehlig?

Wäßrige Kartoffeln mehlig zu machen, braucht man dieſelben nur in der Nähe eines warmen Ofens auszu⸗ breiten. Das Waſſer der Kartoffeln verdampft dann theilweiſe und dieſelben erhalten dadurch nicht nur eine mehlige Beſchaffen heit, ſondern gewinnen auch ſehr am Geſchmacke. Auch beim Kochen ſelbſt kann man die Kartoffel dadurch ſehr verbeſſern, daß man vorher einen ſchmalen Streifen Schale rund um ab⸗ ſchneidet. So zubereitet dürfen die Kartoffeln nicht ſo lange kochen. Sie erhalten ſo ebenfalls eine mehlige Beſchaffenheit und werden gleichfalls viel ſchmackhafter. Daß man bereits geſottene, wäßrige, ſchliffige Kartoffeln dadurch mehlig machen kann, daß man ſie in einem Tuche ſtark preßt, iſt bekannt, das Mittel iſt aber nicht praktiſch.

Productenpreiſe.

RoggenGerſte

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