76
Guter RKath in offenen Briefen.
Rützliches A(lerlei. (Fortſetzung.)
36. Durch welches Mittel verhindert Selbſtausſaugen der Kühe?
Unter den verſchiedenen Mitteln, die man ſchon gebraucht ihnen dieſen Fehler abzugewöhnen, iſt allein folgendes Mittel bewährt gefunden worden. Man nimmt recht faule, ſtinkende Käſe und zerdrückt ſie in einem Schoppen mit ſtarkem Weineſſig zu einem Brei. Mit dieſer ſtinkenden Maſſe beſtreicht man einige Mal das Euter und die Strichen der Kühe, welchen der Geruch ſo zuwider iſt, daß ſie es gewiß unterlaſſen, mit dem Maule dem Euter zu nahe zu kommen.
37. Wie kann man gute Obſt⸗ und andere Bäume durch Schnittlinge vermehren?
Man wählt von dem Baume, von dem man Setzlinge haben will, die ſchönſten und geſundeſten Zweige aus. Iſt der Aſt klein und dünn, ſo darf man ihn nur mit einem Meſſingdraht oder einem gewichſten Faden unterbinden; iſt er aber mehr als einen Zoll dick, ſo ſchneidet man einen Ring eine Linie breit von der Rinde ab und umſchlingt die Wunde etliche Male mit Wachs⸗ faden; den Ort, wo der Kropf entſtehen ſoll, kann man mit Moos oder feuchter Erde einbinden. Im folgenden Jahre wird ſich der Kropf formiren oder gar ſchon kleine Wurzelchen getrieben haben. In beiden Fällen ſchneidet man alsdann den Aſt unter dem Ringe ab und pflanzt ihn an einen warmen und ſchattigen Ort, wo er mäßig begoſſen und mit kurzem Dünger bedeckt werden muß, bis man ihn an den beſtimmten Ort verſetzt.
man das
38. Wie kann man den Hühnern den Pips auf eine leichte und ſichere Weiſe vertreiben?
Wenn ein Huhn anfängt, die Flügel ſinken zu laſſen, oder wenn es ſelbige nicht feſt an ſeinen Körper anſchließt, ſo muß man es gleich fangen und den Kopf deſſelben ſorgfältig unter⸗ ſuchen. Daſelbſt wird man 2 oder 3 kleine Würmer finden, die anfänglich braun ſind und in wenigen Tagen ſo groß werden, daß ſie den Kopf anfreſſen, ſich in die Runde ziehen, und die Größe wie Kohl⸗ oder Rübſamen bekommen. Dieſes Ungeziefer iſt die Urſache vom Pips. Um daſſelbe zu tödten, braucht man nur einen Tropfen Fiſchthran auf den Kopf zu gießen, ihn ein⸗ zureiben und zu vertheilen, daß der ganze Kopf davon befeuchtet werde. Die Würmer werden augenblicklich ſterben, und auf dieſe Art werden die Hühner wieder geſund. Die Hühner heilen ſich oft davon ſelbſt, indem ſie ſich kratzen und den Wurm ſich unter ein⸗ ander ſelbſt abziehen; allein das ſicherſte Mittel iſt der Fiſchthran.
39. Auf welche Weiſe reinigt man Erbſen und Lin⸗ ſen von den meiſt in denſelben befindlichen Würmern und Inſekten?.
Die benannten Früchte werden, ſobald ſie eingeſammelt ſind, in kaltem Waſſer abgewaſchen und an der Sonne getrocknet. Alle in ſelbigem befindlichen Würmer eilen nun davon, und die zurückgebliebenen entwickeln ſich nicht. Man giebt dieſer Methode vor derjenigen den Vorzug, nach welcher die Erbſen in heißem Waſſer gekocht oder in warmen Oefen getrocknet werden, wodurch man ſie zur künftigen Ausſaat unfähig macht und gleichwohl die darin befindlichen Würmer nicht tödtet.
(Wird fortgeſetzt.)
Productenpreiſe.
Namen Monat Weizen Roggen Gerſte Hafer Erbſen Rüböl Spiritus Rleeſamen Wolle
der u- d. berliner d berliner d. berliner d. berliner d. berliner d. preußiſche 180 Quart d. preuß. Ctr.[d. preuß. Ctr. Markt lätze Tag. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl. Centner à 800% weiher rother ſ[geringe feine
p Mai. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr.) Sgr. Thlr. Sgr.(Thlr.) Thlr. Thlr. Thlr. Augsburg.. 29.¾+. 3 2 1 1[2 7 ½ ʃ⁴0 1 1 2———— b—= Berlin. 2. 2 2 1 23 1 20 1— 1[22 ½ 1— 12——— Breslau... 1. 2 25 1 ſ18 1[15— 27 1 20 17 20 11 20-— 65 112 Hunndurm⸗ A1. 2[15 1 20 1 17— 24 1 15 17 15 11 15———— Köln.. 1. 2 25 1 25 1[20—[27 ½ 1[22 ½ 17 25 12 5——⁴—— Leipzig...1. 2[27 ½] 1 26 1 22 ½/— 28 1[25 17 20 12 7 ½—— Magdeburg1. 2 22 ½ 1[22 1 22 ½— 29 1(24 17[25 12 5— V——— Mainz 1. 2 26 1 27 ½ 1 20—[27 ½ 1 25 17 15 12 10———— München.. 29.¼. 3 1 2 1 29 1 1 ½ 1 28————=—=— Nürnberg.. 29.⁄¼. 3 2 ½ 1 27 ½ 1 1 1[27 ½6—————— Prag.... 30 ¼ 2 27 ½⁰¹ 1 28 1 24— 28 1 25 17 25 12 15———— Stettin... 1. 2[15 1 5* 1 us b— 25 1 20 17 56 11 20 16 22 ½——
Correſpondenz.
Hrn. O. Sp. in f. ꝛc. ꝛc. In unſerm„Feierabend“ iſt nur ausnahms⸗ weiſe hin und wieder einer Volksſchrift gedacht worden. Dagegen wer⸗ den die uns zugehenden Bücher regelmäßig im„Centralblatt“ be ſprochen. Dies erſcheint aber nur in Vierteljahrsheften, ſo daß wir den Wünſchen der Hrn. Verleger nicht immer ſo raſch nachkommen können, als ihre Ungeduld erwarten mag,— und zwar um ſo weniger, als die Saum ſeligkeit einzelner Recenſenten unſere eigene Ungeduld nicht ſelten auf harte Proben ſtellt.
Hrn. L. W. in D. Herzlichen Dank für Ihre gütige Theilnahme an unſern Beſtrebungen und für die überſendeten Bücher. Mit der Erzählung eilt es nicht, ſo willkommen dieſelbe auch ſein mag. Für die„Kleinen Mit⸗
Verlag von Hugo Scheube in Gotha.— Verantwortl. Redacteur
theilungen“ bitten wir künftig Themata zu wählen, die nicht ſchon gar zu bekannt ſind.
Hrn. V. Herroſé in Berlin. Ihr ſchmuckes Büchlein:„Warnau wird im dritten Heft des Centralblattes beſprochen.
Eingegangene Beiträge: Dr. W. Seyfarth, Baden⸗Baden und das Spiel. Eine Erzählung.— Löwenheim, Anſichten von der Rhön.— Dr. J. Gihr, Das Schillerhaus in Marbach.— Friſchbier, Bilder aus dem Ermlande (mit Illuſtrationen).— Pf. Sattler, Sagen aus dem Kraichgau; der ulmerkopf.— Chr. Schreiber, Lebensmuth(Gedicht).— Spieß, Der Kreuz⸗ berg und der Ulſtergrund(mit Illuſtrationen).— Ed. Ziehen, Ein wen⸗ diſches Erntefeſt.
„Hugo Scheube in Gotha.— Druck von Gieſecke a Devrient in Leipzig.


