werden, die aus Danzig, Trieſt, Stuttgart, Berlin, Caſſel, Weimar, München und vielen umliegenden Dörfern eingegangen ſind.
Jetzt nur Eins: Eine ſchöne Dame(ich habe ſie zwar nie geſehen, aber ich ſetze voraus, daß alle Damen ſchön ſind) hat in einem zwar nicht goldberandeten, aber doch faſt unleſerlichen Brieflein angefragt, wie ſie am ſicherſten die Eier weich oder hart ſiede, indem ſie es ihrem geſtrengen Herrn Ehegemahl niemals recht machen könne. Da nun überhaupt„das Feſt der gemaleten Eier“ vor der Thüre ſteht und jede anſtändige Henne in dieſer Jahreszeit ihre Schuldigkeit thut; ſo will ich— zu all⸗ gemeinem Nutz und Frommen— die obige Frage mit wiſſen⸗ ſchaftlicher Gründlichkeit beantworten.
Das Sieden der Eier gründet ſich auf die Temperatur des Waſſers. Haben Sie alſo keinen Karlsbader Sprudel bei
der Hand, ſo ſetzen Sie, meine ſchöne Dame, einen Topf mit Waſſer auf das Feuer und halten in das Waſſer ein Reau⸗ mur'ſches Thermometer. Wenn daſſelbe 60 Grad Wärme zeigt, ſo legen Sie die Eier in den Topf und warten, bis das Queck⸗ ſilber auf 70 Grad emporſteigt. Nehmen Sie jetzt die Eier her⸗ aus, ſo ſind ſie weich geſotten, d. h. auch das Eiweiß iſt noch nicht vollſtändig geronnen. Laſſen Sie die Eier bis zu 730 im Topfe, ſo iſt das Weiße feſt und nur die gelbe Dotter iſt noch weich. Wahrſcheinlich werden ſie Ihrem Herrn Gemahl in dieſer Geſtalt am beſten munden, wenn Sie ihm den erſten Gartenſalat dazu bieten. Setzen Sie das Kochen bis zu 760 fort, ſo iſt das Ei hart geſotten und kann ausgeſchält werden. So legt ſie„der Haſe“ zum Gründonnerſtag meinen Kindern. Dr. Nathgeber.
. Productenpreiſe.—
Ein ſchlichter Landwirth hat vor Kurzem geäußert: Wenn ich das„Leſe ſtübchen“ ſchon ſeit einem halben Jahre gehabt, ſo wäre ich um 50 Thalen reicher. Gefragt, wie er das meine, hat er geantwortet: Dann würde ich aus der Zuſammenſtellung der Productenpreiſe erſehen haben, daß die Früchte nicht blos auf dem nächſten Markte, ſondern daß ſie überall, auf den bedeu⸗
und Münzfuß reducirt,— wie es, unſres Wiſſens, noch kein anderes
Blatt gethan hat— eine raſche und bequeme Ueberſicht, wie die Preiſe auf den.
einzelnen Plätzen ſtehen und wie ſie von Woche zu Woche ſteigen oder fallen. Dadurch wird Vielen das mühſelige Geſchäft erſpart, aus größeren Handels⸗ berichten die verſchiedenen Maaß⸗ und Geldverhältniſſe überſichtlich zu ver⸗
tendſten Handelsplätzen, die auch für uns den Ausſchlag geben, anhaltend gleichen; und ſelbſt da, wo der Guldenfuß im Gange, reichen die angegebenen ſinken; ich hätte meinen Ueberfluß zur rechten Zeit losgeſchlagen, während er Jahlen aus, das Preisverhältniß der einzelnen Märkte zu einander ünd das noch jetzt, in Hoffnung höherer Preiſe, auf dem Boden liegt. Steigen und Fallen deſſelben mit einem Blick zu überſchauen. Ja, noch für Scchon dieſe Aeußerung beweiſ't, daß unſere überſichtliche Zuſammen⸗ ſpätere Zeiten kann das Nachſchlagen und Vergleichen einer ſolchen über⸗ ſtellung der Productenpreiſe, wie ſie ſich wöchentlich auf den einflußreichſten ſichtlichen Zuſammenſtellung von Intereſſe ſein.— Marktplätzen Deutſchlands geſtalten, eben ſo wenig überflüſſig und nutzlos, Je unleugbarer aber die Lebensmittelfrage, und was damit zuſammen⸗ 1 als der Idee eines Volksblattes widerſprechend iſt. Denn wenn ſie auch nicht hängt, in alle Verhältniſſe des menſchlichen Lebens mehr oder weniger eingreift, gerade als Richtſchnur dienen mag, wie hoch der Producent in einzelnen um ſo ſicherer dürfen wir vorausſetzen, daß ſich nicht blos die Herren Oeko⸗ Fällen ſeine Waare halten und wie viel der Käufer dafür bieten ſoll(weil die nomen, ſondern wohl die meiſten Leſer unſeres Blattes für die hier gebotene laufenden Preiſe vom nächſten Markte bedingt werdeu!); ſo gibt unſer Rundſchau intereſſiren und ihr das kleine Plätzchen gönnen werden, auf das „Leſeſtübchen“, indem es Waaren und Preiſe auf gleichen Maaß wir ſie forthin beſchränken. M ſe 5 g ſErhſen ſ Rüböl Spiritus Kleeſ Woll Namen Monat Weizen Roggen Gerſte Hafer CErbſen Rüböl Spiritus Kleeſamen Wolle der—u. d. berliner d berliner d. berliner d. berliner d. berliner d. preußiſcheſ 180 Quart d. preuß. Ctr. d. preuß. Ctr. Marktplätze Tag. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl. Schffl Centner à 80% weißer rother[geringe feine März. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr.(Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr. Thlr. Sgr.] Thlr.] Sgr. Thlr.] Thlr. Thlr. Thlr. ———— Berlin I 28. 2 22 12% 1 22 ½ 1 17 ½-(28% 1 20 17 7 ½ ⁰ 12 15—[— 64 112 Breslau... 27. 2[19 1 18 1 15—(27 1 17 ½ 16 20 12 5—— 66 115 Hhannbua. 1 27. 2 29½2 1 10 1 5— 22 ½ 1 12 ½ 16 5 12————— öln.... 27. 2 20 1 17 ½ 1 15— 25' 1[20 V 16 20 12————— Leipzig... 27.p 2 25 1 25 1 22 ½⁰— 25 1. 25 17 12 10—==— Magdeburg 27. 2 20 1 22 ½ 1[20— 27 ½ 1 2 58 16 25 12—-—— KMlainz... 27. 2 22 ½/ 1 20 1 17 ½%— 25 1[25 16 15 12———— München.. 26. 2(26 1 27 ½% 1 25— 27 11 27 ½ 17 10 12————— Prag.... 26. 2 27 1 27 ½⁰ 1 23— 28 1[25 17 5 12 10———— Stettin.. 1 27. 2 15 1 20 1(20—(27 ½ 1 22 ½ 16 20 12 5[17 ½ 25—— V V — 6 8—; 4. Im Verlage von Hugo Scheube in Gotha ſind erſchienen: V 3* 2„. Beiträge zur Yalksmwohlfahrt „ 6 5 in heleprenden Erzählungen von ..— V Heinrich Schwerdt. I. Band: Schöndorf, oder: Wie ſich der Landmann das Leben angenehm macht. 15 Sgr., carton. 17 ½ Sgr. II. Band: Jakob Biedermann, oder: Hilf dir ſelber, ſo wird Gott dir helfen. 20 Sgr., carton. 22 ½ Sgr. 1 1——. e— III. Band: Das dritte Sebot, oder: An Gottes Segen iſt Alles gelegen. 15 Sgr., carton. 17 ½ Sgr. 3 1 1 Wer ſich nach des Tages Laſt und Hitze bei einem ſchönen Buche erholen will, der greife nach dieſen ſchlichten Erzählungen, 1 die wie alte, traute Freunde aus dem Volke heraus und in das Volk hineinreden, die das Herz des einfachen Landmanns ſuchen und finden, und doch auch den höher gebildeten Volksfreund innig anſprechen; die durch Städte und Dörfer ziehen, um ihre Schätze mit dem lieben Volk zu theilen und die Gemüther über die einflußreichſten Fragen der Volkswohlfahrt nicht blos aufzuklären, ſondern auch dafür zu erwärmen und zu begeiſtern. Verlag von Hugo Scheube in Gotha.— Verantwortl. Redacteur: Hugo Scheube in Gotha.— Druck von Gieſecke& Devrient in Leipzig. V d V


