Ausgabe 
27.6.1848
 
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Wien. Am 10. Juli soll der Reichstag eröff⸗ net werden.

Madrid. In den Landschaften sollen sich wieder carlistische Umtriebe verspüren lassen.

Straßburg, 25. Juni, 9 ¼ Uhr Morgens. Telegraphische Depesche. Paris, 24. Juni, 9 Uhr Morgens. Der Minister des Innern an den Präfekten des Niederrheins. Mehrere Häupter der Nationalwerkstätten haben bedenkliche Unruhen in Paris angefacht. Barrikaden sind errichtet wor⸗ den. Die Nationalgarde, die Mobilgarde, die Li⸗ nientruppen und die republikanische Garde haben muthig ihre Pflicht erfüllt. Sie sind Herr aller Punkte. N

Straßburg, 26, Juni, 11 Uhr Mittags. Telegraphische Depesche. Paris, 24. Juni,

1% Uhr Nachmittags. Der Chef der vollziehenden Gewalt an die Präfekten und Unterpräfekten. Durch Dekret der Natio⸗ nalversammlung ist Paris in Belagerungszustand und die Nationalversammlung in Permanenz erklärt. Die vollziehende Gewalt ist dem General Cavaignac an⸗ vertraut. Die Erecutivkommission hat ihre Entlas⸗ sung gegeben, Barrikaden sind noch vorhanden. Die Uebereinstimmung(accord) der Nationalgarde, der Armee und der Mobilgarde gibt die Gewißheit, daß die Ordnung bald hergestellt sein werde. Die Na⸗ tionalgarden von mehreren Städten sind schon ange⸗ langt. Ihr Beispiel sollte nachgeahmt werden(doit Eire imité). Die Republik wird siegreich diesem letzten Kampfe gegen die Anarchie entgehen. Gez. Cavaignac. Nach brieflichen Nachrichten aus Paris vom 23. hat man sich an diesem Tage heftig geschlagen, was auch in obigen telegraphischen De⸗ peschen zwischen den Zeilen zu lesen ist. Am 23. soll die 2te Legion der Nationalgarde allein 100 Todte gehabt haben. Ein sehr heftiger Regen half zuletzt den Aufstand unterdrücken. f

Junsbruck. Die Deutsch⸗Tyroler haben in Frank⸗ furt Einspruch gethan gegen die von den welsch⸗ ty⸗

rolischen Abgeordneten begehrte Lostrennung der Kreise Trient und Roveredo von Tyrol.

Augsburg. Nach Berichten aus Prag sollte erwiesenermaßen die Empörung über ganz Böhmen ausbrechen. f

Wien, 21. Juni. Ein Plakat des demokrati⸗ schen Clubbs, den Erzherzog Johann an die Spitze der provisorischen Regierung zu stellen, machte großes Aufsehen.

Berlin. Der constitutlonelle Club berieth am Donnerstag über einen Congreß aller Constitutio⸗

nellen durch Abgeordnete der betreffenden Clubs, welche in der nächsten Zeit hier in Berlin zusam⸗

mentreten sollten, um dem Treiben der Demokraten und Republikaner entgegen zu wirken, welche be⸗ haupten, daß sie die Mehrheit des Volkes vertre ten. Es wurde eine Commission zur Berathung des Gegenstandes niedergesetzt. f 5

Aus Brünn war bei Abgang der obigen Briefe die Nachricht von einem ebenfalls bewältigten Auf⸗ stand eingegangen(die Wiener Zeitungen enthalten nichts davon). Er sey durchaus von der Prager Partei organisirt gewesen. Graf Schlick solle dort commandirt und die Stadt mit Kanonen bewältigt haben. Viele Prager Studenten seyen dort gefangen genommen, einige getödtet worden. Auch in Ol⸗ mütz habe man deren viele aufgegriffen.

Vom badischen Oberlande, 22. Juni. Ge⸗ stern fand in Kandern ein trauriger Militärconflict statt. Mittags rückte eine Abtheilung Infanterie und eine halbe Schwadron Cavallerie daselbst ein. Abends begaben sich die Offiziere dieser von Oberst v. Hinkeldey befehligten Truppen in eine Bierwirth⸗ schaft, geriethen daselbst mit mehreren der anwesen⸗ den Civilisten in Streit, die Folge war, daß das Militär anrückte, auf die sonst friedlichen Bürger einhieb und mehrere derselben bedeutend verwundete; lebensgefährlich verletzt ist bloß Einer.(Mannh. J.)

Prag, 19. Juni. Fürst Windisch⸗Grätz ist zum Generalbevollmächtigten und Civil⸗ und Militärgou⸗ verneur Böhmens ernannt. Heute früh führte das Militär 42 Mann Swornost in Verhaft. Seit vorgestern sind viele Hochgestellte verhaftet und in Verhör(alle in Eisen).

Frankfurt. In der gestrigen Morgensitzung schritt die N. V. noch nicht zur Astimmung in der Centralgewaltsfrage; die Zeit wurde über Amende⸗ ments verloren. Diese sollte in der auf 5 Uhr an⸗ gesetzten Nachmittagssitzung fortgesetzt, und, wem möglich, erledigt werden.

Straßburg, 25. Juni. 1 Uhr Mittags. Der Telegraph vom Faubourg St. Antoin wat abgebrochen worden, deßhalb waren gestern die tele⸗ graphischen Meldungen ausgeblieben. Hier herrschs die erwünschteste Ruhe und Ordnung. Der Ober⸗ befehlshaber der 3. Militärdiviston hält heute Heel schau über sämmtliche Truppen. Man sieht mi Spannung neuen telegraphischen Depeschen aus Pu ris entgegen.

Thorn,

19. Juni. Es kann mit Bestimmthei versichert werden, daß der russischen Truppen a dem rechten Ufer der Weichsel nur sehr wenige simd

Gießen. Gegen das Trauergeläute haben bi heute nur 6 Personen ihre Namen gezeichnet; fün Hochschüler und einer ohne Angabe seines Standes Es sind unbekannte Namen; wir nennen sie nicht es sähe einer Proseription gleich.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Fischer.

Druck und Verlag von G. D. Brühl J. in Gießen,