münzen sollen aus der Casse des Hrn. v. Demidoff durch die Hand von Louis Napoleon geflossen sein. Nun ist es fertig mit diesem Der Spott zerreißt ihn jetzt.—(Es wäre ein feiner Streich, wenn diese Münzen in Paris geschlagen worden wären, um ihn zu verdächtigen)
Paris. Victor Hugo sprach gegen die National⸗ werkstätten, und sagte schließlich:„lassen wir nicht sagen, die Monarchie habe eine Menge träger Leute gehabt, die Republik habe eine Unzahl von Faullen⸗ zern, und Paris seine Lazzaronis, die beim Ausbruch einer Emeute Prätorianer im Dienste der Dictatur sein würden.“(Große Bewegung.)
Bremen. Das erste an der Weser erbaute Ka⸗ nonenboot ist von Stappel gelaufen.
Berlin. Es sind der preuß. N.⸗V. Gesetzesent⸗ würfe über Schwurgericht, Civilehe, Aufhebung der agnatischen Rechte(begreift auch die Fideicomisse) und Ablösung der lehnsherrlichen Rechte vorgelegt worden.
Flensburg. 13 Bataillone Dänen verschanzen sich zwischen Hadersleben und Christiansfeld.
Lübeck. Rußland soll Dänemark zur Annahme der von England vorgeschlagenen Friedensbedingun⸗ gen ermahnen.
Breslau. Nach brieflichen Nachrichten sollen in wenig Tagen 60000 Russen in Posen einrücken.
Königsberg. Der Uebertritt der Russen auf preußischen Boden wird bei Czenstochau erwartet.
Krakau. Die Petersburger Garden haben Marsch⸗ befehl erhalten.
Berlin. Das Ministerium Kamphausen tritt ab. Hansemann bildet das neue.
Ungarische Gränze. Carlowitz in Serbien ist von den Oesterreichern beschossen worden. Es brannte an 11 Orten. Die Serbier rücken in Masse vor.
Berlin. Der Entwurf zur Antwort auf die Thronrede vermeidet zwar die Ausdrücke Revolu⸗ tion und Volkssouveränetät, aber setzt den Volkswillen an den Platz, der früher gewaltsam unterdrückt gewesen sei. Er zieht alle aus dem an die Spitze gestellten Volkswillen hervorgehenden Fol⸗ gen, auch in Hinsicht auf die Finanzen und die äu⸗ ßere Politik.
Trient. Mit rührender Theilnahme hat man hier die 1080 bei Curtatone nach tapferem Widerstand gefangen genommenen Italiener mit Nahrung, Klei⸗ dung und Geld versorgt.
Brieg. Auch Schlesien dürfte von den Russen angegriffen werden.— Der Kaiser soll alle gefange⸗ nen Polen freigegeben haben; die in Sibirien befind⸗ lichen würden auf Staatskosten in ihre Heimath ge⸗ bracht. i g
Ulm. Eine blutige Schlägerei zwischen Solda⸗ ten und Arbeitern hat hier stattgefunden.
96
Breslau. Es ist eine Ehe zwischen einer Jüdin und einem Christen civilrechtlich geschlossen, und in der Armenhauskirche eingesegnet worden.
Mittelrhein. Man soll dringend Reformen in der katholischen Kirche verlangen.
Wiesbaden. Die constitutionelle Partei erhebt sich gegen die republikanische, der sie seither das Feld allein überlassen hatte.
Hannover. Die Stimmung der Kammer ist, daß wenn die Stände sich nicht rasch vereinbarten, ein Verfassungsrath berufen werden müsse.
Lörrach. Man hat durch List mehrere Freischär⸗ ler aus der Gefangenschaft befreit.
Nom, 12. Juni. Gegen 3000 Mann neapo⸗ litanischer Truppen, die noch unentschlossen wa⸗ ren, ob sie heimkehren oder über den Po gehen woll— ten, wurden von zwei Bataillonen Mailänder und Bolognesen mit acht Kanonen genöthigt, sich zu er⸗ klären, ob sie die Waffen niederlegen oder den Po passiren wollten. Sie wählten das letztere, worauf sie unter die beiden Bataillone vertheilt wurden.
Kopenhagen, 17. Juni. Aus Helsingör mel⸗ det die dortige„Avis“, daß man am 16. die Freude gehabt habe, die ersten norwegischen Truppen zu se⸗ hen, indem drei Dampfschiffe mit 1000 Mann Jä⸗ gern dort— vorbeigekommen. Da nämlich die Of⸗ siziere in Helsingör keinen näheren Befehl über den Ort, wo sie landen sollten, fanden; so gingen die Dampfschiffe nach Malmö. Dieselben Dampfschiffe sollen noch 2000 Mann aus Christiania nachholen, da das ganze norwegische Hülfscorps auf 3000 M. bestimmt ist.
Wien, 19. Juni. Militär und Nationalgarde ziehen den heranstürmenden Arbeitern entgegen.— Böhmen soll getrennte Verwaltung und einen Erz— herzog als Vicekönig erhalten.
Hannover. Die Kammern haben sich beide zu Annahme der Conferenzbeschlüsse verstanden.
Mailand. Der Versuch der Oesterreicher, die Höhen von Rivoli wieder zu nehmen, ist fehlgeschla⸗ gen, und von den siegreichen Piemontesen auch die Stellung von Ferrura an der Tyrolergränze genom⸗ men worden.
Paris. Es wurden vor dem Stadthause meh⸗ rere Personen verhaftet, welche riefen: Es lebe Na⸗ poleon!
Stuttgart. Nach dem hiesigen Tagblatt will sich die Regierung unbedingt den Beschlüssen der Na⸗ tionalversammlung unterziehen.
Frankfurt, 24.(2½½ Uhr.— Corrsp.) v. Gagern verläßt die Tribüne; er hat für Ernennung der Centralgewalt durch die N. ⸗V. gesprochen. Dieß wird entscheiden. Wir werden heute noch die Cen⸗ tralgewalt erwählen.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Fischer.
Druck und Verlag von G. D. Brühl J. in Gießen.


