nicht unterschrieben. Sonst hätte ich sie damals, als sie beschlossen wurde, auch unterschrieben. Durch diese Erklärung ist sie nun so gut, wie von mir un⸗ terschrieben, obgleich ich sie nicht unterschrieben habe. Die Adresse ist so fern von Unfreisinnigkeit, daß es, wie ich glaube, vereinbar gewesen wäre, sie und die jüngst von Hrn. H. Ferber vorgeschlagene Adresse, d. h. ohne den Zusatz von Götz, zugleich zu unterschreiben. Doch will ich Dieß nicht mit Be⸗ stimmtheit behaupten; ich habe jene Adresse nicht ge⸗ lesen, sondern nur gehört. N F. F.
Warum ein ehrlicher Socialist die Ueberstür⸗ zung nicht für ein bloßes Gespenst hält.
1) Edgar Bauer ließ im Jahr 1845 in 3000 Abzügen ein Werk drucken, in welchem er nament⸗ lich sagt: g. f
„Diebstahl und Mord sind die Folgen des Pri⸗ vatbesitzes, weil dieser Besitz selbst eine Art Diebstahl ist.“
Ferner:
„Die Anarchie ist aller guten Dinge An⸗ fang“.
Hört Dieß, Alle, die Ihr Etwas besitzt!
2) Stockt Handel und Gewerbe, stockt aller Ver⸗ dienst durch verschwundenes Zutrauen, durch Ver⸗ scheuchung aller Sicherheit; so ist der Besitzlose der Verzweiflung preis gegeben. Durch die Noth getrie⸗ ben, wird er rasend. Sich selbst, die Urheber des Unglücks, klagt er noch nicht an; er folgt blind dem Trieb der Selbsterhaltung, wenn er gestachelt wird, daß Dieß natürliches Recht sei. Hat man noch nie⸗ mals Haufen von Tausenden wüthender Menschen gesehen, die plünderten und mordeten! Schlage man die Blätter der Geschichte auf.
3) Will, wer das Feuer geschürt hat, den Brand löschen, und sprechen: hier ist der Markstein! so sto⸗ ßen ihn seine eigenen Leute ins Feuer. Die Köpfe der Girondisten sind vom Schaffot gerollt wie Nüsse, Danton's, Robespierres Kopf ist unter dem Richt⸗ beil gefallen!
Das bedenket, Ihr, die Ihr stürmt, und auch Ihr, die Ihr zurückst rebt, denn auch ihr Letzte⸗ ren gießet Oel in die Flammen! F. F.
Die Aula und die Wiener Studenten.
Hier strömen von allen Seiten, von Stadt und Land, Klagen über Mißhandlungen hartherziger Hausbesitzer gegen die armen Wohnparteien, der Arbeit⸗ gebenden gegen ihre Arbeiter, zusammen; hier brin⸗ gen Gemeinden Beschwerden gegen ihre habsüchtigen und unchristlichen Pfarrer, hier Landleute gegen ihre Grurdherrn und Beamten an.— Augenblicklich or⸗
ganz dem richtigen Tacte gemäß.
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ganisiren sich bei solchen Gelegenheiten Schiedsge⸗ richte, und sprechen Recht, und schaffen Recht, und rathen doch wenigstens, wo sie nicht selbst einzugrei⸗ fen im Stande; der Zudrang der Klageführenden ist ein unausgesetzter. Die Aula ist die förmliche und ausgesprochene Opposition gegen die Regierung.
Zur Berichtigung und zur Notiz.
Man hat den vaterländischen Verein mit Unrecht darüber angegriffen, daß die stenographischen Be⸗ richte der N. V. die irrige Angabe enthalten, die 803 Unterzeichner der Vertrauensadresse seien sämmt⸗ lich Bürger und Einwohner der Stadt Gießen. Das Mißverständniß, worauf diese Angabe beruht, fällt nicht den Absendern zur Last, welche den Wohnort der Unterschriebenen beifügten. Dagegen enthält die Gegenadresse, welche in diesen Tagen an öffentlichen Orten auflag, am Schluß die Unwahrheit, die 803 Unterzeichner seien zum größten Theil Nichtbewohner von Gießen. Das Wahre ist, daß beiläufig die Hälfte der Stadt Gießen angehört, die übrigen nebst weiteren 400 Unterschriften, die noch nach Absendung der Adresse eintrafen, der Umgegend,— von der Ge⸗ sammtzahl 1200 der bei weitem größeste Theil un⸗ serm Wahlbezirk mit Ausschluß des Hinterlandes.
Man hat durch anonyme und höhnische Aufforde⸗ rung mittelst der Schelle zur Verantwortung vor die Volksversammlung geladen und Vorwürfe darüber erhoben, daß der Vorstand des vaterländischen Ver⸗ eins nicht Folge geleistet habe. Damit hat man sich aber sehr verhauen. Ohne Zweifel würde der Vor⸗ stand, wenn in gehöriger Weise wäre bei ihm an⸗ gefragt worden, bereitwillig Aufschluß gegeben haben. Eine solche Ladung aber unbeachtet zu lassen, war e Ebenso wenig möge man darauf rechnen, daß die Volksversamm⸗ lung als Forum der Verantwortung Anerkennung finde, so lange sie nicht Redefreiheit auch für die Meinungen, die nicht einer gewissen Richtung ge⸗ mäß sind, gestattet; der dort herrschend gewordene Terrorismus ist ärger, wie die metternich'sche Censur, und beweist die Unfähigkeit zur Freiheit auf Seiten Derer, welche nicht abweichenden und entgegenge⸗ setzten Ansichten gleiche Freiheit sich zu äußern ge⸗ statten wollen.
Gießen. Wie wir hören, haben hier einige Per⸗ sonen einen Arbeiterverein gegründet, welcher nach— sehen läßt, was irgendwo an Arbeit zu machen ist, und dann die Leute anweist, Männer vom hiesigen Arbeiterverein kommen, um die Arbeit durch sie ma⸗ chen zu lassen; man solle Arbeiter aus der Stadt, und zwar vom Verein, und nicht Arbeiter vom Land nehmen. Dieses Verfahren wird schwer getadelt


