ohne rechten Erfolg gegen die Dänen operiren; wäh⸗ rend starke Armeecorps die französischen Gränzen hü⸗ ten; während Preußen seine Kräfte in Posen vergeu⸗ det, Oesterreich sich in Italien abmüht; während die Magyaren durch ihre Anmaßungen alle Völkerschaf⸗ ten und Nationalitäten Ungarns und seiner Neben⸗ länder erbittern und gegen sich aufreizen, spinnt Rußland mit gewohnter Kaltblütigkeit seine Fäden, umstrickt es uns mit seinen verderblichen Netzen.— Die Ostsee ist bedeckt mit russischen Kriegsschiffen; alle Westgränzen des russischen Reiches starren von Bajonnetten; die Hauptmacht des Kaisers Nicolaus aber steht bereits(wie schon mehrere Blätter melde⸗ ten) am Pruth, jeden Augenblick bereit! in die Mol⸗ dau und dann natürlich auch in die Walachei zu rücken.
Berlin, 15. Juni. Nach einer uns zugehenden glaubwürdigen Mittheilung hat die französische Regie⸗ rung an das diesseitige Gouvernement die Forderung gestellt, das gesammte Großherzogthum Posen mit Einschluß der abgegränzten deutschen Districte im In⸗ teresse der Wiederherstellung eines selbstständigen pol⸗ nischen Staates freizugeben. Es soll von der Ge⸗ währung dieser Forderung die Erhaltung des Frie⸗ dens zwischen Deutschland und Frankreich abhängig gemacht sein.(D. A. Z.)
Turin. Die Abgeordnetenkammer hat mit 102 gegen 17 Stimmen ausgesprochen:„Die Verschieden⸗ heit des Glaubens hat keinen Einfluß auf den Ge⸗ nuß der bürgerlichen und politischen Rechte, und auf die Zulassung zu Civil⸗ und Militärämtern.“ Neapel. Man hat 3000 M. Truppen nach den Provinzen entsendet. In den Provinzen soll eine pro⸗ visorische Regierung gebildet sein. Man gieße aus den Glocken Kanonen.— General Pepe, der die neapo⸗ litanischen Truppen in Oberitalien befehligt, hat sei⸗ nem König angezeigt, wenn er nicht gehörig zum Krieg beitrage, so werde ihn der König von Sardinien vom Thron stoßen. f Frankfurt. Die Demokraten⸗Versammlung hat als Hauptort für die demokratischen Vereine Berlin a bezeichnet. a 5 288
Berlin, 13. Juni. Es scheint, daß die Behör⸗ den eine republikanische Erhebung fürchten.
Italien. Angriff der Piemontesen auf Verona
Nom. Die Cardinäle scheinen mehr Einfluß bei dem Pabst zu haben, als die Minister.
Triest. Die Blokade des Hafens ist nun wirk⸗ t lich erkläre; e u ene Wichse Stettin.
Handelsleute durch Verkauf anderswo gefertigter
Man will Schale und Ker n).
Auf den 14 Juni erwartet man den
Die Handwerker Pommerns wollen Beschränkung der Gewerbfreiheit. Auch sollen die
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Arbeiten, die Handwerker nicht zu Grunde richten
dürfen. 120 g Mainz. Während von Rheinhessen die Herbei⸗
führung der Auflösung unseres Landtags angeregt
worden ist, will man von Mainz aus, daß der
Landtag sofort folgende Dinge an die Hand nehme: 1. Das neue Steuergesetz. 2. Das Gesetz über die Volksbewaffnung. 3. Das Gesetz über Einschränkung des Staatshaushaltes. 4. Ein einstweiliges Gesetz über Steuernachlaß für erwiesenermaßen mittellose Personen, und über Verringerung der unmittelbaren Abgaben. 5325
Frankfurt. Die Versammlung von Abgeordne⸗ ten der Demokratenvereine hält fleißig Sitzungen. Sie hat in ihrer ersten Sitzung die„demokratische Republik“ als die einzig haltbare Staatsverfassung für Deutschland erklärt. Innige Wechselbeziehung zwischen Republikanismus und Socialismus wurde anerkannt.(Also die Republik der zweiten Art, welche in Nr. 15 der Hess. Volkszeitung genannt ist. Vorsitzer ist Ju⸗ lius Fröbel, sein Stellvertreter Prof. Bayrhoffer.
Lübeck, 15. Juni. Nachrichten aus Malmö(süd⸗ liches Schweden) sagen, daß die Stimmung des schwe⸗ dischen Volkes und Heeres für die Dänen von Tag zu Tag ungünstiger werde. b
Flensburg. Die Dänen drängen wieder vor; in Apenrade verbarrikadirt man sich. In Haders⸗ leben sollen schon wieder Dänen sein. Es wird näch⸗ stens wieder zum Schlagen kommen. N
Wien. Graf Stadion hat sich für den Fortbe⸗ stand des Ministeriums ve Pillersdorf erklärt.
Die ausgewiesenen böhmischen Studenten und pol⸗
nische Aussendlinge sollen die Arbeiter im Prater
aufgewiegelt haben. Die Nationalgarde eilt zu den Waffen. 5 0 t eg! its Altenburg. Der Herzog scheint nicht nachgeben zu wollen. Es werden Barrikaden errichtet. Im Bahnhof stehen 1600 M. sächsische Truppen Italien. Die Oesterreicher greifen Padua an.“—
Treviso wird von ihnen bombardirtt.
Böhmen. Das Bombardement von Prag N soll
aus 80 Feuerschlünden geschehen sein. Die Truppen in und um Prag sollen 18000 M. betragen. Der
Kampf ist Kampf der Czechen gegen die Deutschen. Die Czechen haben in den von ihnen besetzten Stadt⸗ theilen die Republik ausgerufen. Mehrere Hundert böhmische Soldaten sollen zu ihnen übergegangen sein. — Nach einer von Prag nach Wien gelangten tele⸗ graphischen Nachricht hat Fürst Windisch⸗Grätz den Be⸗ fehl nievergelegt. Graf Mensdorf folgt ihm. Die Kano⸗ nade ist eingestellt. Die Truppen rücken in dem Maß ein, als die Straßensperren weggeräumt werden.
Verautworklicher Redacteur: Dr. F. Fischer.
Druck und Verlag von G. D. Brühl 1 in Gießen.


