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Augenblick nicht zu tragen; denn, im Gegentheil, sie sollen vor der Hand wenigstens mit aller Keck⸗ heit einhergehen. F. F.
Bürgerwachen⸗ Angelegenheit.
Gießen. Die Republikanisch⸗Gesinnten haben einen Versuch gemacht, die hiesige Bürgergarde zu beseitigen und neue Fähnchen(Compagnien) von sich aus zu bilden. Andere sagen, der Grund dieses Versuchs sei darin zu suchen, daß ein dabei Bethei⸗ ligter habe Bürgerwachen⸗Oberst werden wollen. Das aber ist nicht zu bestreiten, daß Lauigkeit bei der Bürgergarde herrschte, und daß von ihrer Seite kräftiger gegen beunruhigende Kundgebungen einge⸗ schritten werden müßte. Welch' Geschrei, wenn das deutsche Abzeichen in Holland verhöhnt wird! Hier ist es Leuten von der Mütze gerissen worden, ohne daß es nur laut wird.(Es soll so wenig Aufsicht sein, daß von den für die Wachmannschaft auf dem Rathhause bereit stehenden Gewehre Bajonette, Schlös⸗ ser und selbst ganze Gewehre verschwinden). Die Bür⸗ gerwache hat sich auf obengemeldeten Versuch etwas ermannt. Sie wird sich verstärken und zweckmäßiger eintheilen.— Tadel verdient es, daß man die Bür⸗ ger zusammenruft, und sie eine ganze Stunde auf dem Platze warten läßt, ohne etwas vorzunehmen. Das ist für stehende Truppen, die man von der Gasse wegbringen will. Um die Bürger zu fragen: sollen die Einschreibungslisten heute geschlossen sein, oder, wie früher beschlossen, noch bis zum nächsten Mittwoch offen bleiben? ferner, um zu sagen: die Fähnlein werden künftig in zwei Abtheilungen nach dem Alter geschieden; und dann: halten wir jetzt Verlesen, und wer sich noch aufschreibeu lassen will, melde sich dabei,— dafür bedurfte es keiner Ver— sammlung von zwei Stunden.
Für die Hausfrauen.
Ein Stück Roggenbrod(Kornbrod) in Würfel geschnitten, und diese mit den Caffeebohnen zusam⸗ men geröstet(gebrannt), vermehrt nicht bloß den Caffee, sondern verbessert auch den Geschmack des⸗ selben, indem das Brod das Aroma des Caffee's, das sonst entweichen würde, an sich zieht.— Es war dieß lange das wohlfeile Geheimmittel einer Caffeewirthin in Schwaben, deren Caffee allenthal⸗ ben für den besten gehalten wurde.
Wochenübersicht. Vo der pyrenäischen Halbinsel(Spanien und Portugal) nichts Erhebliches. Frankreich: Einschreiten gegen die fast täglichen Zusammenrottungen; Socialisten und Communisten sind rührig; man arbeitet für Louis Napoleon, um
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ihn zum Präsidenten(Dictator, Kaiser?) der Repu⸗ blik zu machen. Der Vollziehungsausschuß wird bei der N.⸗V. anfragen, ob er ihr Vertrauen noch habe Geheime Polizei und tüchtige Gelder dafür fordert auch die Republik.— Lamartine und Ledru⸗Rollin sind Socialisten. Marie und Garnier⸗Pagéès nicht; Arago schwankt.
Schweiz. Der Klosterlärm in Luzern ist aus; das Nein(Veto) ist gegen die Klosteraufhebung nicht vollzählig geworden.— An der neuen Bun⸗ desverfassung nimmt man keineswegs so lebhaften Antheil, als an Cantonalsachen, wo es zunächst die Person und den Beutel betrifft.
In Neapel will der Hof rückwärts. Man glaubt an einen neuen blutigen Ausbruch.
Ueber Oberitalien geben die Oesterreicher Sie— gesberichte, die man nicht glauben kann. Thatsache scheint, daß sie zu schwach sind. Das allmählige Verlieren der Mincio⸗Linie scheint im Voraus dahin erklärt werden zu sollen, als wolle man die Kräfte gegen Venedig wenden.—— Die Lombarden sind für Anschluß an Sardinien, nicht für Republik.
Es verlautet, die Russen wollten in den roma⸗ nischen Donauländern ein griechisch⸗katholisches Reich aufrichten(das bald ihre Beute wäre). Ebenso verlautet, sie beabsichtigten Etwas in Hinsicht auf Polen zu thun.(In solchen Dingen wird viel ver⸗ muthet; indessen ist gewiß, die Russen rüsten und stellen gute Offiziere an(v. Saß), die seither in Ungnade waren. b
Oesterreich. Die Slaven haben einen slavi⸗ schen Staatenbund in Absicht.— Ihre Prager Ver⸗ sammlung scheint bis jetzt gar unwichtig.— Der Wie⸗ ner Hof ist voll Schwäche und Unschlüssigkeit.— Es fehlt Oesterreich an einem kräftigen Mann.
Preußen. Der Prinz von Preußen ist in der preuß. N.⸗V. kalt aufgenommen worden. Möchte man dieß nicht über die ruhigen Pfingsttage vergessen!
In Thüringen hat sich eine Volksversammlung für Vereinigung der nächstverwandten kleinen Staa⸗ ten ausgesprochen.
Die Republikaner in Deuschland haben erkannt, daß ihr Augenblick noch nicht gekommen ist. Doch werden sie darum nicht unthätig sein.— Beim deutschen Verfassungsrath waren Feiertage. Seither hat er 6 Millionen Thaler für eine deutsche Flotte zu verwenden beschlossen. 8
In Schleswig⸗Holstein haben die Dänen wie⸗ der räumen müssen. Im Sundwitteschen haben sie verloren, ebenso bei unwichtigeren Zusammentreffen. Die Thann'sche Freischaar hat einen kühnen glück⸗ lichen Zug unter sie gemacht.(Hätte man diesen
Krieg, wie die Schweizer den Sonderbundskrieg, mit einer großen Truppenmacht eröffnet; so wäre er längst aus, und kostete auch nicht mehr, als so.)


