zu machen gedenkt. Man enteignet Euch; versteht Ihr, man nimmt Euer Werkzeug und Euren Vor⸗ rath(gelt, jetzt lachen Die, wo ihn noch schuldig sind!)— und giebt Euch zinsbare Gntscheine da⸗ für, die sich nach und nach tilgen. So! So! Ja da werden wir auch noch Was dazu zu sagen ha⸗ ben, wir Meister. Fragt sich! fragt sich liebe Meister! wir werden es sehen, wenn die Gesellen und Lehrjungen darüber noch eine Zeitlang„berich— tet“ worden sind, und Ihr selbst mitgeschrien habt, wie Ihr nur saht, daß es auf An⸗ dere losging, nicht aber auch auf Euch! Nun ja, sagt ihr, nun was werden wir denn da sehen? sags einmal! Ey nun: Sturmpetitionen wer⸗ det ihr zuletzt sehen, und Knüttel dahinter. Und zwar, liebe Meister, an Euch kommts vielleicht noch eher, als an die Bauern. n
Ja! wenn nur Aussicht wäre, daß es auch gut ginge!— Aber wie wirds gehen, wenn das Ding auf Einmal und sogleich gemacht werden muß, und nicht ganz allmählig? Ich meines⸗ theils glaube, da werden Viele so gut wie gar nichts arbeiten, und doch bezahlt sein wollen, sie werden sich in keine Ordnung fügen, die Braven werden drunter leiden und„die neue Ordnung der Dinge“ wird eher Alles sein, als eine Ordnung mit der man zufrieden sein kann. Denen, welche bis dahin geführt haben, und nun: Halt! und: Ordnung! rufen, wird man„unter die Nase lachen“; und allenfalls„den Pelz waschen“. August Becker! Ich für meinen Theil glaube, Sie meinen es ehrlich, aber Sie säen Sturm. Man sagt:„Wer Wind säet, wird Sturm erndten.“ Wer Sturm säet, der wird aber Umsturz und Zer⸗ störung erndten und kein Haus zum glücklichen Wohnen. Franz Fischer.
BVanern!
Unser„Jüngster Tag“ sagt Euch, ich lüge, und es heiße nach seiner Lehre nicht„die Aecker her⸗ aus!“ Sehen wir, ob das wahr ist.
In seiner Nr. 78(S. 313, erste Spalte) sagt der„Jüngste Tag“ Folgendes: ö
„Wir haben ferner gesagt, daß der Mensch nach „dem Vernunftrecht auf die Erde „nur ein Besitzrecht, kein eigentli⸗ „ches Eigenthumsrecht habe, eben weil
Her die Erde nicht geschaffen.“. Ferner: 8 —— daß der Staat Jedem,
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Landbauer werden wolle, für den dazu nöthigen Boden sorgen müsse.“ Geht jetzt einmal zu Eurem Advokaten und sagt: Herr Advokat, wir möchten gern dem Becker Recht
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geben; aber wir möchten doch, daß unsere Kinder unsere Aecker von uns erbten. Wir möchten auch nicht, daß wir den Taglöhnern und den Handwer⸗ kern von unsern Ackern abgeben müßten. Brauchen wir ihnen alsdann nichts davon zu geben, wenn sie sagen:„Staat, wir wollen Landbauer werden, sorg' uns für den dazu nöthigen Boden“? Wenn er Euch dann sagt:„Ei ja freilich müßt Ihr dann geben, wenn der Staat sonst kein Land mehr zum Vergeben hat“! Dann überlegt einmal, ob Ihr hergeben wollt. Bauern! wenn Ihr dann Ja sagt; so seid Ihr edler, als alle Edelleute auf der Welt, und ich hab' mich in Euch ganz versehen. Ich selbst sage dann zu August Becker: August Becker, ich hab' geglaubt, die Bauern wären alle so, wie die, welche ich gekannt habe, ich sehe aber, daß ich neben die Scheibe geschossen habe. Gieb mir eine Ohrfeige dafür, und veracht' mich drum nicht;— die Hes⸗ senbauern sind die ersten in der ganzen Welt.
Wenn Euch aber der Advokat sagt: Ihr könnt dem Becker Recht geben, und doch vererbt jeder von Euch seine Aecker auf seine Kinder, und Keiner muß den Taglöhnern und Handwerkern etwas her— ausgeben;— dann sagt: ob er Euch den Prozeß auf seine Gefahr hin fuͤhren würde, wenn man's nicht so gelten lassen wolle. Ich glaube nicht, daß er Ja sagt; sonst könnte ich auch nicht mehr glau⸗ ben, daß eine Katz' kein Vogel sei.
Schließlich wiederhole ich Euch: der August Becker hat in der Hauptsache ganz und gar Recht; aber weil ich Euch Bauern kenne, so sage ich: er will über Hals und Kopf vorwärts, und so kommt's grad nicht dazu; die Welt ist für soviel noch nicht reif, und Rom ist nicht an Einem Tag gebaut worden. Franz Fischer.
Herr August Becker gibt mir auf die Finger, daß ich sage: Weitling und Becker(und ich dazu) hätten im Wesentlichen gleiche Ansicht über Grund⸗ eigenthum. Ich glaub's aber doch! Wer Weitlings Schriften, den„Jüngsten Tag“ und mein Naturrecht zusammenhält, muß mehr als ein Luchs sein, wenn er da viel Unterschied findet. Nur da sind wir weit aus einander: sie meinen, alle Menschen müßten von heut auf morgen mit dem Kopf denken lernen; und ich meine: wer bis zu zwanzig oder dreißig Jahren mit dem Beutel hat denken lernen, hat gefundrn, das sei auch eine Logik, bei der man nicht grade Schiffbruch leide, und darum wird er sie nicht so leicht aufgeben. Fischer.
Man tadelt, daß ich, der Ueberstürzung wehren wollend, selbst die socialistischen Dinge zur Sprache bringe, von denen man hier, Gott sei Dank! noch wenig wisse. Meine Antwort ist: 1) Der„Jüngste Tag“ spricht schon ordentlich viel davon, und wird


