Ausgabe 
3.6.1848
 
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Was seither beim deutschen Verfassungs⸗ rath in Frankfurt geschehen ist.

Am 48. Mai wurde der deutsche Verfassungs⸗ rath in Frankfurt eröffnet. Heinrich von Gagern wurde vorläufig Präsident, Soiron Vicepräsident. Am 31. Mai wurden Beide bleibend erwählt. V. Gagern sprach sich gleich anfangs für den Grund⸗ satz der Volksoberherrlichkeit aus. Er deutete an, daß er für den Fall bleibender Erwählung seine Ministerstelle niederlegen werde. Die ersten Ge⸗ schäfte der Versammlung waren natürlich Formsachen. Sie eilt sich damit; auf Jaups Antrag wurde die Geschäftsordnung in Bausch und Bogen angenom- men. Der wichtigste Beschluß geht dahin, daß die Verfassungen einzelner deutscher Staaten, soweit sie mit der zu erlassenden allgemeinen Verfassung im Widerspruch stehen, ungültig sind, bis dahin sind sie aber wirksam. 124 0 14% tam

Nach Mainz hat die Versammlung eine Com⸗ mission geschickt. Die Sache selbst hat sie nach ge⸗ schehener Berichterstattung den annoch zuständigen Behörden überlassen. Zur Beruhigung Böhmens wird sie in Bälde den Antrag Mareck's behandeln, daß allen Nichtdeutschen im Bund ihre. Nationalität garantirt werde. Dieß ist seither auch beschlossen worden. i. Anträge sind viele gestellt worden. Viele Ge⸗ genstände derselben müssen ohnehin bei den Grund⸗ sätzen der Verfassung für ganz Deutschland zur Sprache kommen.(Es wird sich Mancher mit dem Antragstellen Namen machen wollen). Mehrere ge then auf Sicherung der Versammlung gegen Gewalt. Die Einen fürchten Einmischung von Fürstengewalt, die Andern eine Sturmpetition von Republikanern. Zwei Anträge zielen dahin, daß die National⸗Ver⸗ sammlung neben dem Verfassungsmachen auch das Heft in die Hand nehmen. Von andern Anträgen nennen wir: Garantie der Staatsschulden in allen deutschen Staaten; politische Amnestie; innere Colonisirung; Verbot von Spielbanken und Lotterien; Aufhebung von Fideicommissen und Majoraten(geht an vielen Orten a an); Vehältniß zu Rußland; Bund mit Un⸗ garn und den Donauländern; Fortsetzung der östereichischen Westbahn über Regensburg und Nürn⸗ berg; Maßregeln gegen Entwerthung des Ei⸗ genthums; Wahrung unserer Handelsinteressen in Amerika gegen England. Die Luxemburger wollen Instrüktion einholen, weil nach dem Lurem⸗ burger Verfassungsentwurf die Frankfurter Beschlüsse der Genehmigung des Königs⸗ Großherzogs unter⸗ stellt werden müssen, die Versammlung aber Etwas dem Widerstreitendes beschlossen hat.

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uch die Bauern

lichen Antrag auf nächste Sitzung ei

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Tagesneuigkeiten.

Wien. Ein ungrisches Blatt meldet, nus von Croatien habe sich unterworfen. Wien. Es hat sich ein permanenter S i⸗ cherheits-Aus schuß, aus Bürgern, Na⸗ tionalgarde und Studenten bestehend, mit dietatorischer Gewalt und über dem Mini⸗ sterium stehend, gebildet, der seine Siz⸗ zungen im Stadthause hält,. 3

Wien. 5 pCt. Met. 59 ½¼. Paris: 5 PCt. R. 69 ¾. In Eisenbahnactien bessere Stimmung. (Mehr Vertrauen, als in Wien.)

Triest. Die italienische Flotte will den; Han⸗ del und Verkehr nicht stören. Das neapolitanische Geschwader ist nach Neapel zurückgekehrt.

Schleswig⸗Holstein. DasRendsburger Ta⸗ geblatt schreibt Folgendes: Im Sundewittschen ist ein bedeutenderes Gefecht vorgefallen. Die Mitthei⸗ lungen darüber widersprechen sich; nach der einen sollen die Dänen mit Verlust zurückgezogen seyn, nach der andern 50 Gefangene gemacht und 6 Ka⸗ nonen erbeutet haben. Nach andern Nachrichten ha⸗ ben sich die Deutschen zurückgezogen. 5 Paris. Hier angekommene Privatbriefe melden, General Antonini sey mit 1200 Mann aus Vene⸗ dig gegen die Oestreicher gezogen und habe ein mör⸗ derisches Treffen gegen dieselben bestanden. Eine Kugel hätte ihm einen Arm abgeschossen, doch hoffe man ihn zu retten. Auch soll es sich bestätigen, daß zu Mantua eine Collision zwischen Oestreichern und Ungarn stattgefunden habe..

Aus dem Elfaß. Seit einiger Zeit schenkt

der Ba⸗

man den Sparkassen wieder Zutrauen.

Genf gibt einen schrift⸗

in, dahin gehend, es möchten die mit Neapel in Milltärcapitulat n stehenden Kantone eingeladen werden, ihre Trup⸗

Schweiz. Tagsatzung.

pen von dort zurückzuziehen, damit dieselben nicht

ferner gegen die Sache der Volksfreiheit verwendet werden möchten.(Basl. Z.) f f 42585 Ne form. Kürzlich ward durch tobende. Volksmassen die

nächtliche Ruhe des Bürgermeisters von Stolpe ge⸗ stört. Derselbe trat im Schlafrock unter die Tu⸗

multuanten und fragte: denn? Man schrie ihm entgegen: wie wille dat ok, wat de andre

ner, da söllt ji ok alle hebben.

Na, Kinner, wat wille ji

Burgemeester, wille. Wat wille denn de andre? Ja, dat weten wie ok nich, und dat möten wie hebben. Gott, Kin⸗ Na, denn gode So trennte man sich dem man diese Concession erhalten

Nacht, Herr Burgemeester. in Frieden, nach hatte..

Perantwortlicher Redacteur: Dr. F. Fischer.

Druck und Verlag von G. D. Brühl J. in Gießen.