aber wenn er daran kommt, ihn in Eurem Keller zu holen, so kommt mir auch nicht klagen. Oder meint Ihr, im Vogelsberg, im Hinterland habe man keinen Most im Keller? Nun Ihr habt Kar⸗ toffeln drin und Wurzelwerk, und Frucht auf dem Boden und Vieh im Stall ꝛc.— das braucht man eigentlich noch mehr, als bloß Most. Der Bauer hat noch allemal zuletzt die Zeche bezahlen müssen. Und so wird es ihm auch gehen, wenn zu geschwind die Welt verbessert wird.— Das sollte eigentlich in jedem Kalender stehen, damit es sich recht tief unter die Pelzkappen einprägte.
Franz Fischer.
Rund sch ea u.
Portugal und Spanien sind ruhig. Es scheint, die Königin von Portugal hält mehr von dem, was sie nach der letzten Empörung versprechen mußte, als Anfangs schien.— In Madrid ist erst letzthin ein Aufstand mit Gewalt unterdrückt worden. Por⸗ tugiesen und Spanier sehen uns jetzt zu. Was bei uns geschieht, wird Rückwirkung auf ste haben.
Frankreich hat böses Werg am Rocken. Ar⸗ beiterbevölkerung in den großen Städten, die von Tag zu Tag höhere Forderungen stellt! Absatz der Arbeit, das ist die Nuß, die zu knacken ist, und die von Tag zu Tag härter wird. Die französischen Fabrikate sind meist Lurussachen. Das Aufwand⸗ machen muß aber zurückgehen, das thuts nicht an⸗ ders. Frankreich kann sich nur durch Einrichtung der großartigsten Answanderung nach Algier helfen. Wollen die Fabrikarbeiter nicht, so führe man die Bauernsöhne dahin, anstatt sie Garnisonen aushal⸗ ten zu lassen; aus den Fabrikarbeitern mache man dann Soldaten, gute oder schlechte. Die alten Sün⸗ den strafen sich, wenn es heißt: Pariser geht nach Algier. Nach der Julirevolution führte man ein paar Tausend dahin, und versprach ihnen Arbeit in der Stadt und auf dem Feld. Um die Stadt war es nicht sicher; in der Stadt war nicht viel zu thun. Es ging diesen Leuten übel; das machte der Regie⸗ rung nicht viel; aus Paris war man sie los. Als ste mürb wurden, machte man eine Legion Soldaten
daraus, und als sie soldatisch gezogen waren, ein
Regiment. Die Spitäler und die Zwangsarbeits⸗
anstalten hatten so viele gefressen, daß aus der Le⸗
gion nur ein Regiment gemacht werden konnte. Man hat oft von ihnen in Zeitungen gelesen; sie hießen als Legion die Pariser, als Regiment die 67er.— Solche Vorgänge machen, daß die Arbeiter jetzt lie⸗ ber in Paris bleiben wollen. Man hat in der Na⸗ tionalversammlung einen Antrag gegen die Natio⸗
nalwerkstätten gestellt, indem das Unpraktische der
Sache und der Nachtheil für die Industrie nicht
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mehr zu bestreiten sey. Der Antrag ist erheblich erklärt.— Lamartine, Minister des Auswärtigen in Frankreich, will Polen wieder aufrichten durch die Hand Deutschlands und der übrigen Großmächte. Er will keine französische Armee dahin senden.
In der Schweiz hat das Bundeshaupt abdan⸗ ken wollen. Ochsenbein, der Freischaarenführer, wollte seine Entlassung haben, wenn seine Politik nicht durchgehe, nehmlich wenn man Freischaaren nach
Italien ziehen lasse. Man hat ihm die Entlassung.
nicht ertheilt;— das Kind hat die Mutter ver⸗ läugnet.— Mit der Einheit wollen die Schweizer kleine Schritte machen; Volkskammer, und daneben Kammer von den Cantonen, als solchen, beschickt.— Die Schweizer haben schon einmal Einheitsrepublik gehabt, von 1798 bis 1803. Das Ding ging gar nicht gut. Doch— für Jemand ging es gut, nehm⸗ lich für die Franzosen, die fanden Geld im Staats⸗ schatz zu Bern, daß sie damit den Feldzug nach Egypten ausrüsten konnten. Und dabei haben sie wohl in der Schweiz gelebt,— soweit sie nicht todt⸗ geschossen wurden—, man lebt gut in der Schweiz.
In Oberitalien ist noch kein Theil dem an⸗ dern Meister. Gäben es doch die Oestreicher auf. Zuletzt verlieren sie es doch. Wenn nicht, was wird es jährlich kosten, es zu behaupten? Die Italiener werden die Franzosen zu Hülfe rufen. Lamartine wird alsdann fallen; denn seine Politik ist gut, wenn die Sache gut kommt; im anderen Fall hat er Unrecht, und man sagte ihm dagegen: Hel⸗ fen wir unsern natürlichen Brüdern, damit sie nicht erdrückt werden; sonst haben wir auch keine Hülfe, wenns an uns geht.— Die vereinte Flotte der Italiener ist vor Triest erschienen; sie wird diesen wichtigen Hafen sperren.
In Neapel war eine blutige Schlacht. Das Volk begehrte einen Verfassungsrath, der am Platz
des königlichen Statuts vom 12. Februar eine Ver⸗ fassung gebe. Der König mit den stehenden Trup⸗ pen, wobei drei Regimenter schweizerischer Söldner,
hat es besiegtz die Lazzaronis(die Lumpenkerls) schlos⸗ sen sich ihnen zum Plündern an.— Die Einen wer⸗
den sagen: der Schandkerl hat sein Volk kartätscht; die Andern; er ist in seinem Recht gewesen, er hat seine Rechte geschützt. Die Volkszeitung sagt: Er wird es auszufressen haben. In der Schweiz wird ein Schrei der Entrüstung darüber seyn, man wird die Militaircapitulationen aufheben(die Regimenter können nach der Lombardei gehen); ohne Schweizer
wird der König sich nicht halten können!“
Aus Sieilien hört man wenig. Es kann dieß kein übles Zeichen seyn. Sonst hört man gewöhn⸗
lich, nachdem ein Volk die Freiheit errungen hat: jetzt zerfleischen sich die Parteien at sum gin In Griechenland ist nicht gar gut König seyn;
SS(.
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