Jahrgang 
2 (1879)
Seite
664
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De

664 Concordia.

das Wort,vorausgeſetzt, ſtändniß damit ausſpricht. zurück, Miß Mary?

Wenn ich Sir Hogſon damit das Leben retten kann, erwiderte die Gefragte, welche die Liſt des Wächters ſofort durchſchaute,bin ich zu jedem Opfer bereit; ich gebe Ihnen hiermit Ihr Wort zurück.

Aber was bedeutet dies Alles warf Sir Peebles ein, wurde aber ſofort von dem Baronet unterbrochen.

Sie ſollen gleich Aufklärung erhalten, ſagte er,jetzt

daß die junge Dame ihr Einver⸗ Geben Sie Sir Hogſon ſein Wort

kommen Sie erſt zum Frühſtück, vielleicht birgt meine Speiſe⸗ d 3 L

kammer noch genügenden Vorrath.

Alle folgten dem Wächter, der mit eigener Hand ein ſehr ſplendides Frühſtück auftrug. Peebles und Hogſon empfanden bei jedem Biſſen das beängſtigende Gefühl, daß derſelbe ihr Leben um ſo viel abkürze, während ſie mit Beſorgniß be⸗ merkten, daß der Baronet ſich nicht im Mindeſten genirte und anſehnliche Quantitäten der aufgeſtellten Speiſen verſchwin⸗ den ließ.

Wie lange reichen unſere Lebensmittel noch? fragte endlich Sir Hogſon, und die Angſt, eine unbefriedigende Antwort zu erhalten, prägte ſich deutlich auf ſeinem Ge⸗ ſichte aus.

Was Sie hier ſehen, iſt der Reſt, antwortete der Baronet,geſtern beſaß ich noch eine genügende Menge Fleiſch, das aber in vergangener Nacht von meinen Hunden verzehrt worden iſt.

Weshalb machen Sie mir aber Hoffnung auf Rettung und ſchreiben mir Bedingungen vor, wenn Sie uns ſchließlich doch Hungers ſterben laſſen wollen?

Auch Sir George Peebles hat eine Erklärung abzugeben, fuhr James Turner fort, indem er ſich an dieſen wandte; ich liebe Ihre Schweſter und es fehlt uns, nachdem Sir Hogſon entſagte, nichts mehr, als Ihre Einwilligung. Wollen Sie uns dieſe geben?

Angeſichts des Todes habt Ihr Heiratsgedanken? rief Mary's Bruder mit einem Anfluge von Bitterkeit, lenkte aber

ſofort ein, als er ſah, daß der Baronet die Hand des Mäd⸗ chens in der ſeinigen hielt und die Beiden zärtliche Blicke austauſchten.Wie ich ſehe, iſt das Einverſtändniß bereits vorhanden, und es würde mir daher ſchwerlich etwas nützen, wollte ich meine Zuſtimmung verſagen.

Der Baronet reichte ihm die Hand, während er Sir Hog⸗ ſon einen triumphirenden Blick zuwarf.

Ich bitte Sie jetzt, mir zu folgen, ſagte er, indem er ſich erhob und der Thüre zuſchritt. Sir James führte ſeine

Gäſte in ein am Ende der Kajüte befindliches Zimmer, das

außer verſchiedenen mathematiſchen und phyſikaliſchen Inſtru⸗ menten auch einen T Palegradhonappatalt enthielt, den er ſofort in Bewegung ſetzte.

Dies iſt die Brücke, die mich mit dem Lande verbindet, erklärte er, ſich an der Ueberraſchung ſeiner Freunde weidend In einer halben Stunde wird ein Boot hier ſein, das uns an's Land bringt und zugleich einen Mann hierher führt, der einſtweilen meine Funktionen auf dem Wachtſchiffe verſieht, bis meine Entlaſſung von der Admiralität eingetroffen iſt. Wenn es Ihnen jetzt gefällig iſt, meine Herrſchaften, können wir auf dem Verdeck noch etwas Seeluft genießen.

Er bot Mary den Arm und führte ſie hinauf. Bald darauf legte das Boot an, die Habſeligkeiten des Baronets, einſchließlich ſeiner drei Hunde, wurden an Bord gebracht, und nach kurzer Fahrt betraten die Inſaſſen das feſte Land. Niemand war glücklicher, als Sir Hogſon, als er ſicheren Boden unter den Füßen fühlte; der Verluſt ſeiner Braut ſchien ihn nich ſonderlich zu ſchmerzen.

Miß Mary Peebles iſt jetzt längſt Lady Turner, die glückliche Gattin des Baronets Sir James Turner. Zu⸗ weilen vereinigt ihr herrlicher Landſitz auf Angleſea einen fröhlichen Kreis von Gäſten, und dann giebt ſie gern den dringenden Bitten der heiteren Geſellſchaft nach, ihre ſeltſame Liebesgeſchichte zu erzählen. Die vorſtehenden Aufzeichnungen geben eine ſolche Erzählung aus dem Munde der noch immer hübſchen und liebenswürdigen Lady Turner möglichſt getreu wieder.

Der ſeltſame Gefangene.

Von Moritz Lilie.

Es war in den erſten Morgenſtunden eines freundlichen Sommertages, als die kleine Stadt T. in Pennſylvanien ein Gerücht durchlief, welches die Einwohnerſchaft in große Aufregung und Beſtürzung verſetzte. Ein in die Stadt gekommener Fremder hatte die Nachricht gebracht, daß eine halbe Stunde entfernt, am Saume des Waldes, ein Er⸗ mordeter liege. Die ſofort ausgeſandte Gerichts⸗Kommiſſion hatte dieſe Angaben beſtätigt gefunden und in dem Getödteten eine in T. wohlbekannte Perſönlichkeit recognoscirt, die vor Jahresfriſt aus Kentucky hierher übergeſiedelt war.

Jonathan Harpers, ſo hieß der n erhedee war ur⸗ ſprünglich Schiffer geweſen, hatte aber in T. in einer bedeuten⸗ den Tabaksfabrik Beſchäftigung gefunden. er wax ein wilder, unbändiger Burſche, dem die rohen Sitten der amerikaniſchen Seeleute anhingen, und der in der gewandten und kräftigen Führung ſeines Bowiemeſſers ſolche Sicherheit beſaß, daß er allgemein gefürchtet war. Nur wenig Gleichgeſinnte hatten

(Nachdruck verboten.) ſich an ihn angeſchloſſen und in Gemeinſchaft mit dieſen durch⸗ ſtreifte er gewöhnlich des Abends die Kneipen, überall Händel ſuchend, aus denen er indeſſen regelmäßig als Sieger hervor⸗ ging. Seine Wohnung hatte Harpers bei einem Ackerbauer, Thomas mit Namen, der mit ſeiner jungen Frau ſich all⸗ gemeiner Achtung erfreute.

Der Kentuckyer hatte in verſchiedenen Branntweinſchänken wiederholt geäußert, daß ihm ſeine Wirthin außerordentlich gefalle, und in der Schnapslaune ſogar geſchworen, daß er ſſe entführen würde. In der That hatte er auch verſucht, durch Geſchenke und ſonſtige Aufmerkſamkeiten ſich die Gunſt von Frau Thomas zu erwerben, abgewieſen worden.

Eines Abends hatte Harpers abermals verſucht, ſeißtr Wirthin Liebenswürdigkeiten zu ſagen, griff war, ihren Mann vom Felde abzuholen. ihr als Begleiter aufgedrungen, und war eben mit aller En

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