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Die Herrin von Benwyn. Frei bearbeitet nach dem Engliſchen von Xaver Riedl. (Fortſetzung.)
Madame Balo fuhr in ihrer Erzählung fort:
„Kapitän Penwyn kam eines Tages zu mir, gerade vor den Michaelis⸗Feiertagen, und bat mich um eine kurze Unter⸗ redung. Er erzählte mir, daß er wahnſinnig in Muriel Trevanard verliebt ſei; es war auch in der That die einzige wahre Leidenſchaft ſeines Lebens. Ich fragte ihn, was ſein Vater zu einer ſolchen Verbindung ſagen würde.„Das iſt es, worüber ich hier ſprechen will,“ ſagte George.„Sie wiſſen, was mein Vater iſt, und daß ich ebenſowohl verſuchen könnte, den Lauf eines Fluſſes umzukehren, als meinen Vater von einem ſeiner Vorſätze abzubringen. Er iſt nun einmal ent⸗ ſchloſſen, daß ich— Land heiraten ſoll— er träumt von Land, ſchlafend und wachend— und bringt ſeine halbe Zeit damit zu, die Zahl ſeiner Acres zu berechnen.— Weigere ich mich, einen größeren Landbeſitz durch eine Heirat zu gewinnen, ſo wird er mich enterben und einer meiner jüngeren Brüder wird Penwyn erhalten.“
„Ich ſagte ihm, daß es wahnſinnig von ihm ſei, an Muriel zu denken, ausgenommen, wenn er ſie wie ein ſchönes Gemälde betrachten wollte, das er in einer Galerie geſehen.
Aber ich hätte ebenſowohl dem Winde Vernunft predigen
können. Er ſagte mir, daß er meine Hilfe brauche, aber wenn ich ihm dieſe verweigerte, würde die Heirat dennoch ſtattfinden. Er wollte England nicht verlaſſen, bis er Muriel zu der Seinen gemacht hätte.“
„Und Sie ſtimmten bei, ihm zu helfen?“
„Er ſprach mich aus meiner beſſeren Einſicht hinaus. Muriel wurde eingeladen, die Feiertage der Michaelismeeſſe bei mir zuzubringen, und dann gingen wir in aller Stille nach einem Bade in Devonſhire, wo Niemand etwas über uns oder George Penwyn wußte. George eilte nach Exeter um die Licenz, und Alles wurde ſo ausgeführt, daß der alte Squire nicht den geringſten Verdacht ſchöpfen konnte———— Ich ſah niemals ſolche unſchuldige, glückliche Liebende.— Als der Hochzeitstag näher kam, ſank ihnen der Muth ein
wenig, denn es war ausgemachte Sache, daß ſie ſich an der
Kirchenthür trennen und nie mehr zuſammenkommen würden, bis des Squire's Zuſtimmung gewonnen ſei. Ich ſtand neben Muriel am Altar; ich unterzeichnete meinen Namen im Kirchen⸗ regiſter. Ich ſah Braut und Bräutigam ſich den Abſchieds⸗ kuß geben, und dann nahm ich meine Schülerin fort zur Poſtkutſche von Didmouth— in jenen Tagen ging noch keine Eiſenbahn nach Didmouth— und des Abends waren wir zurück in Seacomb, Beide ermüdet von den Aufregungen dieſes ſeltſamen Hochzeitstages. Einige Tage ſpäter ging Muriel zurück nach Borcel⸗End, und ich ſah nichts mehr von ihr bis zur folgenden Weihnachtszeit, als ich eines Nachmittags zur Farm hinüberfuhr, um meiner alten Schülerin ein Lebewohl zu ſagen, nachdem ich in etwas raſcher Weiſe meine Schule zu Seacomb mit Vortheil aufgegeben. Am nächſten Tage ging ich nach dem Kontinent. Von der Zeit, da ich Seacomb verließ, hörte ich von Muriel Penwyn niemals wieder.“
„Ich denke, Sie hörten von ihres Gatten Tod?“
„Nicht früher, als nahezu ſechs Monate, nachdem er er⸗ folgt, als ich eine Erzählung von dem unglücklichen Ende des armen Menſchen in einer italieniſchen Zeitung las. Sie können ſich vorſtellen, daß mein Herz für Muriel blutete, aber ich wagte nicht zu ſchreiben, um ihr meine Theilnahme auszudrücken, da ich fürchtete, ein Geheimniß zu verrathen, von dem ſie vorziehen möchte, es vor ihren Eltern für immer verborgen zu halten.“
„Wie iſt der Name der Kirche zu Didmouth, in der die Trauung ſtattfand?“ fragte Maurice.
„St. Johanneskirche.“
„Das Datum der Trauung?“
„Der 30. September 1847.“
Dies war Alles, was Mr. Cliſſold zu wiſſen wünſchte. Er hatte drei Thatſachen zu beweiſen: die Heirat Muriel's, die Geburt des Kindes, und endlich Juſtina's Identität mit dieſem Kinde. Seine drei Zeugen waren: Miß Barlow für die Heirat; die alte Trevanard für die Geburt und Matthew Elgood für die Identität Juſtina's.


