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unnd kehrt vor Ablauf einer Woche nicht wieder.
Tnn und mich dazu getrieben,
Toncordia.
war— ich wollte— meine Liebe zum Fiſchfang hat mich hierher geführt— hier giebt's un⸗ geheuer viel Hochwild— Fiſche wollte ich ſagen.“
Mary's Bruder lächelte; er hörte aus der ſtotternden Ausrede des Lampenwärters, daß dieſer bemüht war, die Wahrheit zu verbergen.
Das junge Mädchen ſchnitt weitere Erörterungen ab, indem ſie mit allen Zeichen höchſter Angſt ihren Bruder fragte, wann und wie ſie das Land erreichen würden.
„Darüber wird uns Sir Turner die ſicherſte Auskunft geben können,“ ſagte George,„wir ſind jetzt gänzlich in ſeiner Gewalt und müſſen uns auf Gnade und Ungnade ergeben.“
Der Baronet ſchien zu überlegen. Eine Weile ſtarrte er ſinnend vor ſich hin, dann aber verfinſterten ſich ſeine Züge, als ſein Blick auf Edward Hogſon fiel.
„In drei bis vier Tagen wird dieſes Schiff nur noch Leichen beherbergen,“ ſagte er mit eiſiger Ruhe.
„Leichen? Wie verſtehen Sie das?“ rief 2 lobter mit zitternder Stimme, indem jeder B ſeinem Geſichte zu weichen ſchien.
„Sehr einfach!“ erwiderte der Wächter kalt,„wir werden Hungers ſterben. Da ich ſehr wenig bedarf, laſſe ich mir nur die Hälfte der beſtimmten Rationen an Eßwaaren bringen; das Boot, welches mich damit verſorgt, war erſt geſtern hier
„Sie wiſſen— ich
Mary's Ver⸗ glutstropfen aus
Dann werden wir ſeiner ſchwerlich noch bedürfen!“
Mary fiel ihrem ſchluchzend in die Arme, während Sir Hogſon zu wanken begann und ſich nur mit größter Mühe aufrecht zu erhalten vermochte. Der Baronet ſah, wie er jeden Augenblick umzuſinken drohte; aber er rührte keinen Finger, ihm beizuſtehen. Als er endlich ſchwach und kraftlos in die Kniee ſank, nahm ſich Sir Peebles ſeiner an und führte ihn in die Kajüte hinab, wo er ihn auf einen Divan niederließ; der Schreck hatte den Armen faſt geödtet. Sir James blieb mit Mary allein auf dem Verdeck zurück.
Eine Weile ſtanden ſich die Beiden ſtumm gegenüber, dann warf Mary dem Baronet einen ſo eigenthümlich bitten⸗ den Blick zu, daß dieſer im Innerſten erbebte.
„Iſt keine Rettung möglich?“ fragte ſie endlich und ihr Ton klang weich und zärtlich, als wolle ſie die eiſige Kälte des Wächters, die dieſer zur Schau trug, mit deſto wärmerer Gefühlsäußerung erwidern.
Die Augen des Baronets ruhten mit dem Ausdrucke inniger Liebe auf den ſanften Zügen des jungen Mädchens.
„Beantworten Sie mir erſt eine Frage, Miß Mary,“ ſagte er, indem er näher an ſie herantrat und ſeine Stimme in leiſen Flüſterton überging;„lieben Sie dieſen hölzernen, hausbackenen Hogſon?“
„Ich habe mir dieſe Frage ſelbſt noch nicht vorgelegt,“ erwiderte Mary;„er hielt um meine Hand an und auf Zu⸗ reden meines Bruders ſagte ich ſie ihm zu.“
„So habe ich mich nicht getäuſcht!“ rief der Baronet leidenſchaftlich,„Sie lieben dieſen Hogſon nicht, Mary, aber ich— ich liebe Sie, und die Entdeckung, daß Sie dieſen langweiligen Landjunker mir vorzogen, hat mich faſt raſend hier in dieſer furchtbaren
nſamkeit mein Leben zu vertrauern.“
„Aber weshalb haben Sie ſich nicht erklärt, Sir James? Wer weiß, wie es dann gekommen wäre!“
Bruder
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Das junge Mädchen erröthete tief, wiſſen freudigen Haſt dieſe Worte ſprach. Ruhig ließ ſie es geſchehen, daß der Wächter ihre Hand ergriff und ſtürmiſch ſie an ſeine Lippen führte.
„Sie müſſen mein werden, Mary, mein auf ewig, dieſer Hogſon muß auf ſeine Rechte an Sie verzichten. Zum Glück iſt unſere Lage nicht ſo ganz ſchlimm, als ich ſie geſchildert habe, das muß aber für den Augenblick noch unſer Geheimniß bleiben; Ihr Verlobter wird Sie mir für ein gutes Frühſtück
als es mit einer ge⸗
abtreten. Er meldet ſich bereits!“ In der That klangen von der Kajüte her Rufe nach dem Wächter. Gleichzeitig betrat Mary's Bruder das Verdeck, um
James zu bitten, ruhigen. Er
ſich zu Hogſon zu begeben und ihn zu be⸗ weine wie ein Kind, ringe Hände und jammere, daß er ſein Leben auf eine ſo ſchreckliche Weiſe hergeben müſſe. Der Baronet nickte Mary bodenntdeulh zu, dann ſchritt er die zur Kajüte führende Treppe hinab. Wimmern des jungen Mannes war herzzerreißend und der Baronet konnte ſich eines Lächelns nicht erwehren, als er ihn, der Verzweiflung nahe, in dem Schiffsraume auf⸗ und abgehen ſah.
„Um Gottes willen, retten Sie mich!“ ſchrie er dem Ein⸗ tretenden außer ſich entgegen,„mein halbes Vermögen gehört Ihnen, wenn Sie mich lebend an's Land ſet tzen!“
„Sie wiſſen recht gut, Sir,“ antwortete der Wächter mit einem Gleichmuthe, der den Anderen erſtarren machte, „daß ſich in dieſe gefährlichen Gewäſſer außer dem Fahrzeuge, welches mich mit Proviant verſorgt, kein Boot wagt. Nur ein Wunder kann uns aus dieſer Lage befreien, in welcher der Hungertod unſer gewiſſes Loos iſt.“
„Menſch, Sie ſind ein Tiger, erbarmen Sie ſich doch endlich! O, dieſer verwünſchte Ausflug—— verlangen Sie für meine Rettung ein Landgut, eine jährliche Rente, beſtimmtes Kapital—“
Der Baronet ſchüttelte den Kopf. ich bedarf Ihres Geldes nicht. ein Mittel, das zum Ziele führt!“
„Reden Sie, reden Sie,“ rief Sir Hogſon, indem er mit einem Satze auf James Turner losſprang und ihn mit ſolcher Gewalt am Arme faßte, daß dieſer Mühe hatte, ſich zu be⸗ freien. Der Baronet verlor keinen Augenblick ſeine Ruhe, während Hogſon vor Ungeduld faſt verging. Endlich ſagte der Wächter nach länngeram, ſcheinbaren Beſinnen:
„Verzichten Sie auf Ihre Anſprüche an Miß Mary Peebles und ich will ſehen, was ſich thun läßt.“
„Eine ſeltſame Bedingung!“ murmelte Hogſon,„aber was thue ich mit einer Frau, wenn ich noch vor der Trauung elendiglich verhungern muß.“
„Sie ſind alſo einverſtanden?“ fragte James noch einmal, „und bereit, Miß Mary und ihrem Bruder gegenüber Ihren Verzicht zu wiederholen?“
„Ja, dreimal ja! Es giebt ja Frauen genug, es wird ſich für mich wohl Erſatz finden.“
Der Baronet wandte ſich um, um Sir Peebles und ſeine Schweſter herbeizurufen; in demſelben Augenblicke aber er⸗ ſchienen Beide in der Thür, um ſich nach Hogſon's Befinden zu erkundigen.
„Sir Hogſon hat mir ſoeben erklärt, daß er ſeinen An⸗ ſprüchen an Miß Mary entſagt,“ nahm James ohne Umſtände
die
Das
ein
„Nichts von alledem, Und doch giebt es vielleicht


